M16 (Halbkettenfahrzeug)
M16 Multiple Gun Motor Carriage
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Flakvierling auf M16 Halbkettenfahrzeug
Flakvierling auf M16 Halbkettenfahrzeug | |
Basisinformation | |
Hersteller | White Motor Co. |
Modell | M16 Multiple Gun Motor Carriage |
Produktionszeit | 1942–44 |
Technische Daten (1943)[1] | |
Eigengewicht | 19800 lbs |
Motor | White 160AX |
Leistung | 110 kW (150 PS) |
Kraftstoffvorrat | 60 gal |
Der M16 (Originalbezeichnung: M16 Multiple Gun Motor Carriage, M16 MGMC) war ein Flakpanzer aus US-amerikanischer Produktion. Das nur leicht gepanzerte Halbkettenfahrzeug wurde im Zweiten Weltkrieg auf Basis des Halbkettenfahrzeugs M3 entwickelt. Die Variante M16A1 war das einzige Halbkettenfahrzeug der deutschen Bundeswehr.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]Das Grundmodell wurde 1932 als Halftrack T1 von der Firma Cunningham in Rochester, New York, gebaut und der US Army zum Kauf angeboten. Erst im Zuge der Neuausrüstung/Modernisierung der US Army 1939/40 wurde das Fahrzeug als T14 angenommen und zum gepanzerten Transportwagen M2 (kurze Version, Rüstsatzträger) und M3 (gepanzerter Mannschaftstransportwagen) weiterentwickelt.
Hersteller des M3 waren die Firmen White, Autocar und Diamond T, die insgesamt 15.361 Fahrzeuge aller Ausführungen bauten. Da der Bedarf auch der Verbündeten weitaus höher war als die Möglichkeiten der drei Hersteller, auch für den Export zu fertigen, wurde die Firma International Harvester beauftragt, eine vereinfachte Ausfertigung des M3 für Lend-Lease-Hilfslieferungen herzustellen. Diese Fahrzeuge, die an die kanadischen, britischen und freifranzösischen Truppen sowie die Rote Armee geliefert wurden, bekamen die Bezeichnung M5.
Im April begannen die Arbeiten an einem mit 12,7-mm-MG ausgerüsteten Flak-Panzer, damit die motorisierten Verbände über eine bewegliche Luftabwehrkomponente verfügen konnten. Das erste Modell auf Basis des M3 wurde M13 genannt (M14 auf Basis des M5) und war mit zwei 12,7-mm-MGs bewaffnet. Im November 1942 wurde die M45-Lafette mit vier Maschinengewehren entwickelt, um die Feuerkraft zu verstärken. Das neue Fahrzeug wurde M16 genannt (M17 auf Basis des M5).
Herstellungszahlen:
- M16 MGMC 1943: 2.323, 1944: 554, gesamt 2.877 Fahrzeuge
- M17 MGMC 1943: 400, 1944: 600, gesamt 1.000 Fahrzeuge
Ende 1944 wurde der Bau der Halftracks eingestellt, 1947 wurden bis auf die M16 MGMC alle Fahrzeuge als „veraltet" erklärt und fast alle an andere Länder abgegeben. Etwa 2.000 Fahrzeuge wurden eingelagert. Mit dem Ausbruch des Korea-Krieges überstieg der Bedarf an Flakpanzern die vorhandenen M16. Die Flakpanzer wurden dabei seltener zur Luftabwehr, öfter zum Einsatz gegen Bodenziele herangezogen.
Um den Bedarf zu decken, wurden 1.662 Fahrzeuge der Basisvariante M3 durch Aufsetzen der M45-Lafette zu Flakpanzern umgebaut. Beim M16 MGMC waren die obersten Seitenverkleidungen des Kampfraumes abklappbar, um die Waffenanlage ungehindert schwenken zu können. Um dieses auch beim M3 zu erfüllen, wurde ein Distanzring unter die Lafette M45D gesetzt und die Lafette damit um etwa 35 cm erhöht. Dieses Fahrzeug bekam zur Unterscheidung die Bezeichnung M16A1 MGMC. Für den Bodenkampf bekam die Lafette noch einen Schutzschild.
Nach dem Koreakrieg wurden die M16/M16A1 durch den Vollketten-Flakpanzer M42 Duster ersetzt, freigewordene Halbkettenfahrzeuge gingen unter anderem an die deutsche Bundeswehr, an Frankreich, Belgien, die Niederlande, Norwegen und Israel.
Nutzung in der Bundeswehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]Der M16A1 wurde in der Anfangsphase der Bundeswehr von 1956 bis 1962 mit 192 Fahrzeugen bei den Flugabwehrbataillonen der Divisionen eingesetzt. Hauptbewaffnung war unverändert ein 12,7-mm-Flakvierling M51, der bereits bei seiner Einführung bei der Bundeswehr veraltet war, weil die Waffenanlage gegen schnellfliegende Düsenjäger unwirksam und zudem die Richtzeit zu langsam war.
Als Halbkettenfahrzeug bei der Bundeswehr einzigartig, vermochte der M16A1 im Vergleich zu den früheren Typen der Wehrmacht aus der Kriegszeit nicht voll zu überzeugen. Zwar war er technisch nicht weniger zuverlässig und mit nominell 72 km/h[2] auch deutlich schneller, aber die Bedienungsfreundlichkeit (kein Synchrongetriebe und keine seitendifferenzierbare Traktion der Ketten durch fehlendes Überlagerungslenkgetriebe) und die Geländegängigkeit waren trotz der zusätzlich angetriebenen Vorderachse unbefriedigend.
Aus diesen Gründen wurden der M16A1 bei der Bundeswehr ab 1962 wieder außer Dienst gestellt und durch den moderneren sowie besser geschützten Flakpanzer M42 Duster ersetzt. Bei einigen Fahrzeugen M16 A1 wurden die Waffenanlage ausgerüstet. Sie dienten dann als Führungsfahrzeuge in den M42-Zügen der Flugabwehrtruppe. Diese wurden später durch den Schützenpanzer Hotchkiss (SPz kurz) ersetzt.
Einige andere Staaten wie beispielsweise Israel nutzten diesen Typ zum Teil noch bis zum Ende der 1990er-Jahre weiter oder behielten ihn zumindest im Reservebestand.
Bei dem in der Wehrtechnischen Studiensammlung in Koblenz ausgestellten Fahrzeug handelt es sich um einen Versuchsträger der Bundeswehr, an dem Endverbindergleisketten erprobt wurden.
Technische Daten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]- Länge: 6,41 m
- Breite: 1,96 m
- Höhe: 2,50 m
- Gewicht: ca. 9,8 t
- Motor: ein Reihen-Sechszylinder-Ottomotor White 160AX
- Hubraum: 6.330 cm3 (386 in3)
- Verdichtung: 6,3:1
- Leistung: 147 PS (110 kW) − auch gedrosselt auf 130 PS (95,60 kW)
- Getriebe: unsynchronisiertes manuelles 4-Gang-Getriebe mit Rückwärtsgang und einfacher Untersetzung
- Höchstgeschwindigkeit: 72 km/h (nominell)
- Fahrbereich: ca. 280 km (Straße)
- Besatzung: 5 Mann
Bewaffnung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]- Ausführung M16 und M17: Ein 12,7-mm-Flakvierling, bestehend aus der Lafette M45D und vier lafettierten Maschinengewehren M2HB Kaliber 12,7 mm (cal .50).
- Ausführung M16A1: Ein Flakvierling M2HB auf Lafette M45F, bei dem der Sockel mittels eines Distanzringes erhöht wurde, um über die nicht klappbaren Seitenwände des Basisfahrzeuges M3 richten zu können. Diese Typen wurden während des Koreakrieges auch mit Schutzschilden ausgerüstet. Vier laffetierte Maschinengewehre Caliber.50 Browning Machine Gun H.B. (Heavy Barrel), Kampfentfernung bei Flugzielen: 1100 m, Feuergeschwindigkeit: 2.400 Schuß/ min
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]- Karl Anweiler, Rainer Blank: Die Rad- und Kettenfahrzeuge der Bundeswehr. 1956 bis heute. 1. Auflage. Weltbild Verlag GmbH, Augsburg 1998, ISBN 3-8289-5331-X, S. 330.
- Peter Blume: Die Flugabwehrtruppe des Heeres 1956–2002. Fahrzeug Profile – Band 19, Unitec Medienvertrieb (2002)
- Peter Chamberlain / Chris Ellis: Britische und amerikanische Panzer des Zeiten Weltkrieges. 1. Auflage. J.F.Lehmanns Verlag, München 1972, ISBN 3-469-00362-9.
- Jürgen Plate: Fahrzeuge der Bundeswehr seit 1955. 1. Auflage. Motorbuchverlag, Stuttgart 2005, ISBN 978-3-613-02530-1
- Wehrtechnische Studiensammlung Koblenz, Inventarbeschreibung Flugabwehrselbstfahrlafette M16, Inv.Nr. 1635, Koblenz 2005
- H.-J. Drost: Gelboliv Band 2: Die Ausstattung der Anfangszeit 1956–1958. Militärbuchverlag Drost, 2008
- U.S. War Department: TM 9-710 Basic Half Track Vehicles (White, Autocar and diamond). In: US-Department of the Army, Ordnance Department (Hrsg.): War Department Manuals. Washington D.C. 23. Februar 1944, OCLC 271694136, S. 5, passim (Textarchiv – ibiblio.org [PDF]).
- Verein der Freunde und Förderer der Wehrtechnischen Studiensammlung Koblenz e. V. (Herausgeber), 50 Jahre WTS- 30 Jahre in Koblenz - Ein Überblick, Koblenz, 2012, S. 88
- Steven Zaloga, Peter Sarson: M3 half-track 1940-73. Osprey, London 1994, ISBN 1-85532-467-9.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]- M 16 Halftrack im Panzermuseum Munster auf YouTube, abgerufen am 25. März 2023.
- M 16 Halftrack im Feuerkampf auf YouTube, abgerufen am 25. März 2023.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]- ↑ U.S. War Department: TM 9-2800 Standard Military Motor Vehicles. In: US-Department of the Army, Ordnance Department (Hrsg.): War Department Manuals. Washington D.C. 1. September 1943, OCLC 1029574401, S. 54–55 (Textarchiv – Internet Archive).
- ↑ Aufgrund der fehlenden Drehzahlbegrenzung konnte das Grundfahrzeug M3 tatsächlich eine Geschwindigkeit bis zu 88 km/h erreichen
Leichte: Marmon-Herrington CTL • Combat Car M1 • Combat Car M2 • Light Tank M2 • Light Tank M3 • Light Tank M5 • Light Tank M22 Locust • Light Tank M24 Chaffee
Mittlere: Medium Tank M2 • Medium Tank M3 Lee/Grant • Medium Tank M4 Sherman
Schwere: Heavy Tank M6 • Heavy Tank M26 Pershing
(Gun Motor Carriages/Tank Destroyer)
M3 75mm Gun Motor Carriage • M6 Fargo • M10 Wolverine • T48 57mm Gun Motor Carriage • M18 GMC Hellcat • M36 GMC Jackson
M7 GMC Priest (105mm) • M8 GMC (75mm) • M12 Gun Motor Carriage (155mm) • M37 GMC (105mm) • M40 GMC Cardinal (155mm) • M41 GMC (155mm) • M2 Mortar Motor Carriage (4.2-inch) • M4 Mortar Carrier (81mm) • M21 Mortar Carrier (81mm)
M3 Scout Car • M4 Scout Car • T17 Deerhound • M8 Greyhound • M20 Armored Utility Car
(Armoured Personal Carriers)
M2 Half-track Car • M3 Half-track Personnel Carrier • M5 Half-track Personnel Carrier • M9 Half-track Car • M39 Armored Utility Vehicle
M13 Multiple Gun Motor Carriage • M14 Multiple Gun Motor Carriage • M15 Multiple Gun Motor Carriage • M16 Multiple Gun Motor Carriage • M17 Multiple Gun Motor Carriage • M19 Gun Motor Carriage
Caterpillar Sixty • CASE VAI Tractor • M2 Cletrac • M33 Full-Track Prime Mover • M34 Full-Track Prime Mover • M35 Full-Track Prime Mover • M4 High-speed Tractor • M5 High-speed Tractor • M6 High-speed Tractor • Autocar U-4044-T • Autocar U-5044-T • Autocar U-7144-T • Autocar U-8144-T • Diamond T 969 • Diamond T 980 • Pacific M26 • White 6x6 • Corbitt 50SD6 • Mack NO • International H-542 • FWD SU-COE • Ward La France M1 Wrecker • Mack LMSW Wrecker • Autocar U8144T
1/4t Jeeps (Bantam, Willys, Ford) • Dodge WC 1/2t • Dodge WC 3/4t • Ford GTB 4x4 1 1/2t
GMC ACKW 2 1/2t • GMC CCKW 2 1/2t • International M-5H6 2 1/2t • Studebaker US6 • Dodge VK62B • Dodge T-234 • Brockway Model 260X
Linn Multiplant Ambulance • Chevrolet Ambulance 1934 • Dodge WC-54 • Dodge WC-64
Ford GPA „Seep" • M29 Weasel • GMC DUKW 353 • Landing Vehicle Tracked
Chevrolet • Ford • Plymouth • Buick • Oldsmobile • Packard Clipper • Cadillac Series 75
Cushmann 53 Autoglide • Harley-Davidson WLA • Harley-Davidson ELA • Harley-Davidson XA • Indian 841 • Indian 340 • Indian 640-A • Indian 640-B • Simplex Servi-Cycle
5-ton Stake-Platform Semitrailer 1944 • 10-ton Stake-Platform Semitrailer 1944 • 5-ton Van Semitrailer • Signal Corps Van Semitrailer • 10-ton Ponton Semitrailer • 25-ton Ponton Semitrailer • 7-ton Ponton Dolly • 1-ton Trailer Ben Hur • M10 Ammunition Trailer • 10-cwt Trailer
Medium Tank M7 • T14 Assault Tank • T18 Boarhound • Medium Tank T20 • Medium Tank T23 • Heavy Tank T26E2 • Super Heavy Tank T28 • Heavy Tank T29 • Heavy Tank T30 • Heavy Tank T34 • M44 Armored Utility Vehicle • M38 Wolfhound
Raketenjagdpanzer 1, HS30 • Kanonenjagdpanzer • Raketenjagdpanzer 2 • Jaguar 1 • Jaguar 2
M113 Panzermörser 120 mm • Wiesel 1 • Wiesel 2 • Wiesel 2 Ozelot
M7 B2 Priest • M44 • M52 • M55 • M107 Selbstfahr-Haubitze • M109 • M110 Selbstfahr-Haubitze • Panzerhaubitze 2000
M16 • M42 A1 Duster • Gepard • Roland
Brückenlegepanzer M48 • Räumpanzer M48 • Pionierpanzer 1 • Biber • Skorpion • Dachs • Keiler • Leguan • Kodiak
M74 • M88 • Bergepanzer 2 • Büffel
TÜR • Kampfpanzer 70 • VTS1 • VT1 • SP I.C. • GPM • Marder 2 • Panzerhaubitze 70 • Panzerschnellbrücke 2 • NGP • PUMA • Begleitpanzer 57 AIFSV • Panzerkampfwagen 2000 • Versuchsträger Gesamtschutz • Spähpanzer Ru 251 • Europanzer