130 mm/50 B13 Modell 1936
130 mm/50 B13 Modell 1936 | |
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Allgemeine Angaben | |
Militärische Bezeichnung | 130 mm/50 B13 Modell 1936 |
Entwickler/Hersteller | Obuchow-Werk |
Entwicklungsjahr | 1929–1935 |
Produktionszeit | 1915 bis 1954 |
Stückzahl | 1199 |
Modellvarianten | 3 |
Waffenkategorie | Schiffsartillerie |
Mannschaft | 1+10 |
Technische Daten | |
Kaliber | 130 mm |
Kaliberlänge | L/50 |
Anzahl Züge | 40 |
Kadenz | 5–13 Schuss/min |
Höhenrichtbereich | −5° bis +45 Winkelgrad |
Ausstattung | |
Verschlusstyp | Schraubenverschluss |
Ladeprinzip | pneumatisch |
Das Geschütz 130 mm/50 B13 Modell 1936 (russisch 130-мм корабельная пушка образца 1935 года (Б-13)) war ein Marinegeschütz der Sowjetunion. Es war das Standardgeschütz für Zerstörer während des Zweiten Weltkrieges und danach, wurde aber auch als Küstengeschütz, Eisenbahngeschütz und Geschütz auf Selbstfahrlafette genutzt. Durch den Verkauf von Zerstörern war das Geschütz in Polen, der Volksrepublik China, Ägypten und Indonesien im Dienst. Finnland eroberte mehrere Geschütze im Rahmen des Fortsetzungskriegs und hatte sie bis in die 1990er Jahre im Dienst.[1]
Entwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]1929 begann die Sowjetunion mit der Entwicklung eines neuen Geschützes für Unterseeboote. Dieses sollte ein Kaliber von 130 mm/40 haben und die gleichen ballistischen Eigenschaften wie das veraltete 130 mm/55 Modell 1913-Geschütz (nach sowjetischer Designation als 130 mm Schiffskanone Modell 1913 (B 7)) bezeichnet. Baupläne und ein Prototyp wurden von dem Obuchow-Werk gefordert. 1932 wurden die Spezifikationen von Kaliberlänge 45 auf Kaliberlänge 50 geändert und statt eines Keilverschlusses sollte ein Schraubenverschluss eingesetzt werden. Zudem wurde das Einsatzgebiet von U-Booten auf Zerstörer geändert. 1934 und 1935 fanden mit dem Prototyp mehrere Testschießen statt. Diese zeigten an dem Modell mehrere Konstruktionsschwächen. Da das Geschütz aber für die Leningrad-Klasse vorgesehen war, die sich schon im Bau befand, wurde die Produktion freigegeben.[1]
Verantwortlicher Direktor der Entwicklung war N. N. Magdasijew und an der Entwicklung beteiligte waren S. A. Morosow, S. A. Salasajew, B. A. Lewer, W. M. Rosenberg und W. I. Kudrjaschow.[1]
Modellvarianten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]Die erste Version der 130 mm/50 B13 Modell 1936 hatte 40 Züge mit einer Tiefe von einem Millimeter. Da die 130 mm/55 B7 Modell 1913 ein längeres Rohr hatte, musste mit einem stärkeren Treibsatz gearbeitet werden und dieselben ballistischen Eigenschaften aufzuweisen. Dies führte dazu, dass das Rohr eine Lebensdauer von nur 130 Schuss hatte. Die Zerstörer der Leningrad- und Gnewny-Klasse konnte so nicht einmal ihre mitgeführte Munitionsdotation verschießen, ohne das zu erheblichen Zielabweichungen kam. Die Lösung für die zweite Version bestand in der Vertiefung der Züge auf 2,7 mm. Dies erhöhte die Lebensdauer des Rohres auf 1100 Schuss. Es gab noch eine dritte Version mit einer Zugtiefe von 1,95 mm über die es keine erhaltenen Angaben über die Lebensdauer gibt.[1]
Alle drei Versionen verfügten über eine Ladeschwinge, die ein Nachladen in jeder Position des Geschützes erlaubt. Das Nachladen erfolgte mithilfe eines pneumatischen Lademechanismus. Allerdings verringerte sich die Nachladegeschwindigkeit bei einer Höheneinstellung von über +25° drastisch.[1]
Die unterschiedliche Tiefe der Züge ergab das Problem, dass für jede Version eigene Munition und eigene Reichweitentabellen benötigt wurden. Diese waren untereinander nicht kompatibel.[1]
Verwendung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]Verwendungsbezeichnungen beziehen sich auf die unterschiedlichen Aufstellungen des Geschützes und sind somit keine eigenständigen Modellvarianten.
B-13
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]Der meistverwendete Typ B-13 war eine Einzelaufstellung und verfügte lediglich über ein 13 mm starkes Schutzschild zum Schutz vor Splittern oder Beschuss durch Handwaffen. Das Richten des Geschützes erfolgte manuell und erforderte ein hohes Maß an Ausbildung von der Bedienmannschaft. Alle während des Krieges gebauten Zerstörer- und Küstengeschütze waren vom Typ B-13. Diese wogen 12 Tonnen und waren für eine zentrale Feuerleitung ausgerüstet.
B-2LM
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]Der Typ B-2LM war ein Zwillingsturm für Nachkriegszerstörer der Ognewoi- und der Skoryy-Klasse. Lediglich die Taschkent und die Storoschewoi wurden mit diesen Zwillingstürmen nachgerüstet. Ein Turm wog 49 Tonnen.
B-2LMT
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]Der Typ B-2LMT war stärker gepanzert als der B-2LM und wurde in Flussmonitoren verbaut. Die Siwasch, die Perekop sowie die Schilka-Klasse waren damit ausgerüstet. Ein Turm wog 90,9 Tonnen.
B-28
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]Der Typ B-28 wurde nur auf dem Monitor Chasan genutzt. Ein Turm wog 83,7 Tonnen.
B-2-U
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]Der Typ B-2-U war als universeller Zwillingsturm geplant. Seine Höhenrichtung sollte auf +85° erhöht werden, um das Geschütz auch effektiv als Flak nutzen zu können. Das Projekt wurde noch während des Krieges eingestellt.
T-100Y
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]Der SU-100Y war ein Prototyp einer russischen Selbstfahrlafette auf Basis des schweren Panzers T-100 mit einer fest eingebauten 130 mm/50 B13 Modell 1936. Sie sollte finnische Bunker angreifen und zerstören, kam für den Winterkrieg allerdings zu spät. Später wurde auf eine Serienfertigung des Modells verzichtet, da Panzer vom Typ KW-2 verfügbar waren. Der Prototyp wurde während der Verteidigung Moskaus eingesetzt und überstand den Krieg. Er steht heute im Panzermuseum Kubinka.
130/50 N
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]Finnland konnte im Fortsetzungskrieg mehrere 130 mm/50 B13 Modell 1936 Küstengeschütze erobern und setzte diese mit der Bezeichnung 130/50 N (finnisch 130 mm 50 caliber coastal gun model N) zur Küstenverteidigung ein.
130/50 NRaut
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]Drei 130 mm/50 B13 Modell 1936 Küstengeschütze wurden 1964 von Finnland zu Eisenbahngeschützen umgebaut (Raut = rautatietykki, Eisenbahngeschütz). Alle drei Geschütze wurden 1972 wieder zu Küstengeschützen zurückgerüstet.
Nutzung anderer Länder
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]Polen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]In den 1950er Jahren bekam Polen zwei Zerstörer der Skoryy-Klasse. Diese waren mit B-2LM-Geschütztürmen ausgerüstet. Zudem wurden mehrere B-13-Küstengeschütze an Polen geliefert. Diese wurden im Befestigten Gebiet Hela (polnisch Rejon Umocniony Hel) eingesetzt.[2] [3]
Ägypten und Indonesien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]Sechs Schiffe der Skoryy-Klasse wurden an Ägypten verkauft, sieben an Indonesien.[4]
Volksrepublik China
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]Vier Zerstörer der Gnewny-Klasse wurden 1954 an die Volksrepublik China übergeben. Diese stellten die Schiffe als Anshan-Klasse in Dienst. Die Zerstörer waren mit vier 130 mm/50 B13 Model 1936-Geschützen in Einzelaufstellung ausgerüstet.[5]
Finnland
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]Im Fortsetzungskrieg konnte Finnland bei der Rückeroberung der sowjetisch besetzten Halbinsel Hanko fünf 130 mm/50 B13 Model 1936 erobern. Diese Geschütze wurden zwar von den abziehenden Russen gesprengt, konnten aber von der Staatlichen Artilleriefabrik (Valtion Tykkitehdas) und Personal des Marinestützpunktes aus Helsinki wieder instand gesetzt werden. Drei der Geschütze wurden als Küstenschutzbrigade Uusimaa in den Festungen Pihlajasaari und Miessaari eingesetzt und zwei als Bewaffnung für die Hilfskanonenboote Aunus und Viena. Die Geschütze bekamen die Bezeichnung 130/50 N.
1964 wurden die drei Küstengeschütze zu Eisenbahngeschützen mit der Bezeichnung 130/50 NRaut umgerüstet und in das Küstenartillerie-Battalion Hanko eingegliedert. 1972 wurde alle drei wieder zurückgerüstet und in der Festung Glosholma aufgestellt und dem Küstenartillerie-Regiment Suomenlinna unterstellt. In den 1990er Jahren wurden die Geschütze außer Dienst gestellt, aber nicht demontiert. Eins wurde 2005 nach Kuivasaari gebracht und dort ausgestellt. In Finnland haben die Geschütze den Spitznamen „Nikolajev".[6]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]- ↑ Hel as a defensive fortress of Polish Seashore (1945–1974) Beschreibung auf Hela.com. Abgerufen am 7. Januar 2020. (englisch)
- ↑ Armata morska B-13 Galerie mit Bildern der Geschütze bei Laskowski. Abgerufen am 7. Januar 2020. (polnisch)
- ↑ Norman Polmar: The Naval Institute guide to the Soviet Navy. United States Naval Institute, Annapolis 1991, Seite 176, ISBN 0-87021-241-9. (englisch)
- ↑ Anshan-class destroyer Beschreibung auf jongo.com. Abgerufen am 7. Januar 2020. (englisch)
- ↑ Ove Enqvist: Kuivasaari. 2005, Seite 54, ISBN 952-91-9148-0. (finnisch)
(Liste)
Automatische 25-mm-Flugabwehrkanone M1940 (72-K) • Automatische 37-mm-Flugabwehrkanone M1939 (61-K) • 76-mm-Flugabwehrkanone M1914/15 • 76-mm-Flugabwehrkanone M1931 (3-K) • 76-mm-Flugabwehrkanone M1938 • 85-mm-Flugabwehrkanone M1939 (52-K) • 85-mm-Flugabwehrkanone M1944
37-mm-Panzerabwehrkanone M1930 (1-K) • 37-mm-Luftlandekanone M1944 (TschK-M1) • 45-mm-Panzerabwehrkanone M1932 (19-K) • 45-mm-Panzerabwehrkanone M1937 (53-K) • 45-mm-Panzerabwehrkanone M1942 (M-42) • 57-mm-Panzerabwehrkanone M1943 (SiS-2) • 100-mm-Feldkanone M1944 (BS-3) • 125-mm-Ampullenwerfer M1941
Geschütze
Regimentsgranatwerfer
37-mm-Spatengranatwerfer BM-37 • 50-mm-Kompaniegranatwerfer RM-38 und RM-40 • 50-mm-Kompaniegranatwerfer RM-41 • 82-mm-Bataillonsgranatwerfer BM-37, BM-41 und BM-43 • 107-mm-Gebirgs-Regimentsgranatwerfer GWPM-38 • 120-mm-Regimentsgranatwerfer PM-38, PM-41 und PM-43
Regimentsgeschütze
(Infanteriegeschütze)
45-mm-Bataillonshaubitze M1929 • 76-mm-Regimentskanone M1927 • 76-mm-Regimentskanone M1943 (OB-25)
76-mm-Divisionskanone M1902/30 • 76-mm-Divisionskanone M1933 • 76-mm-Divisionskanone M1936 (F-22) • 76-mm-Divisionskanone M1939 (USW) • 76-mm-Divisionskanone M1942 (SiS-3) • 85-mm-Divisionskanone D-44 • 107-mm-Divisionskanone M1940 (M-60) • 122-mm-Haubitze M1909/37 • 122-mm-Haubitze M1910/30 • 122-mm-Haubitze M1938 (M-30) • 152-mm-Mörser M1931 (NM)
Armeegeschütze
107-mm-Kanone M1910/30 • 122-mm-Kanone M1931 (A-19) • 122-mm-Kanone M1931/37 (A-19) • 152-mm-Haubitze M1909/30 • 152-mm-Haubitze M1910/37 • 152-mm-Haubitze M1938 (M-10) • 152-mm-Haubitze M1943 (D-1) • 152-mm-Kanone M1910/30 • 152-mm-Kanone M1910/34 • 152-mm-Kanonenhaubitze M1937 (ML-20)
152-mm-Kanone M1935 (Br-2) • 203-mm-Haubitze M1929 • 203-mm-Haubitze M1931 (B-4) • 210-mm-Kanone M1939 (Br-17) • 280-mm-Schneider-Mörser M1914/15 • 280-mm-Mörser M1939 (Br-5) • 305-mm-Haubitze M1915 • 305-mm-Haubitze M1939 (Br-18)
(internationale Liste)
TM-1-180 • TM-2-12 • TM-3-12 (305-mm-Eisenbahnartilleriegeschütz M1938) • TM-1-14
(internationale Liste)
130-mm-Marinekanone M1935 (B-13) • 152/45-Canet-Kanone M1892 • 12′′/52-Kanone M1907
15-cm-Kanone (E) • 15-cm-Schnelladekanone L/45 „Nathan" • 17-cm-Kanone (E) • 17-cm-Schnelladekanone L/40 „Samuel" • 20,3-cm-Kanone (E) • 21-cm-Schnelladekanone „Peter Adalbert" • 21-cm-Kanone 12 (E) • 24-cm-Kanone Theodor (E) • 24-cm-Kanone Theodor-Bruno (E) • 24-cm-Kanone Theodor-Otto (E) • 24-cm-Kanone Theodor-Karl (E) • 24-cm-Kanone (E) 557(f) • 28-cm-Schnelladekanone L/40 Bruno (WK I) • 28-cm-Kanone Bruno (E) • 28-cm-K L/40 „Kurfürst" • 28-cm-Kanone 5 (E) • 38-cm-SK L/45 (Langer Max) • 38-cm-Kanone Siegfried (E) • 40-cm-Haubitze (E) 752(f) • 80-cm-Kanone (E)
Canon de 140 sur affut-truc mle 1884 • Canon de 164 modèle 1893/96 TAZ • 19 cm Canon G modèle 1916/1917 • Canon de 19 modèle 1870/93 TAZ • Obusier de 200 „Pérou" sur affût-truck TAZ Schneider • 24 cm Canon G modèle 1916 • Canon de 240 L Mle 1884 • Canon de 240 TR Mle 1903 • Canon de 240 modèle 93/96 TAZ • Mortier de 274 Mle 1870/81 • Canon de 274 modèle 93/96 Berceau • Canon de 274 modèle 87/93 Glissement • Mortier de 293 Danois sur affut-truck modèle 1914 • Canon de 305 modèle 93/96 TAZ • Canon de 305 modèle 1893/96 à berceau • Canon de 305 modèle 1893/96 à glissement • Canon de 305 modèle 1906/10 à glissement • Canon de 32 modèle 1870/81 à glissement • Canon de 32 modèle 1870/84 à glissement • Canon de 320 mm mle 1870/93 • Canon de 320 modèle 1917 à glissement • Canon de 340 modèle 1893 à glissement • Canon de 340 modèle 1912 à berceau • Canon de 340 modèle 1912 à glissement • Mortier de 370 mm Modèle 1887 • Obusier de 370 modèle 1915 • Canon de 370 modèle 75/79 Glissement • Mortier de 370 modèle 1914 Filloux • Obusier de 400 mm modèle 1915/1916 • Obusier de 520 modèle 1916
BL 9.2 inch Railway Gun • BL 12 inch Mk IX Railway Gun • 305-mm-Eisenbahnhaubitze Mk V • 343-mm-Eisenbahngeschütz (BL 13.5 inch Railway Gun) • BL 14 inch Railway Gun • BL 18 inch railway howitzer
und Russland
130 mm/50 B13 Modell 1936 • TM-1-180 • TM-2-12 • TM-3-12 • TM-1-14
von Amerika
8-inch M1888 • 8-inch Mk. VI railway gun (M3A2) • 12-inch coast defense mortar • 12-inch Bethlehem Model 1918 railway gun • USN 14 inch/50 Railway Gun • 14-inch M1920 railway gun
Küstengeschütz (Wehrmacht)