Was heißt: sich im Denken orientieren?

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Was heißt: sich im Denken orientieren? ist ein Aufsatz von Immanuel Kant aus dem Jahr 1786 in der Berlinischen Monatsschrift, in dem er zu dem sogenannten Pantheismusstreit Stellung nimmt, um sich von Vorwürfen des Spinozismus zu schützen. Kant bezog sich auf einen Streit zwischen Friedrich Heinrich Jacobi und Moses Mendelssohn, in dem es darum ging, ob man den Glauben durch Vernunft begründen könne. Jacobi hatte dies abgelehnt. Mendelssohn versuchte hingegen, in den Morgenstunden (1785) und in der Streitschrift An die Freunde Lessings (1786) einen geläuterten Pantheismus zu vertreten. Dabei griff Mendelssohn auf ein Argument des gemeinen Menschenverstandes zurück:

„So oft mich meine Spekulation zu weit von der Heerstraße des Gemeinsinns abzuführen scheint, so stehe ich still und suche mich zu orientiren. Ich sehe auf den Punkt zurück, von welchem wir ausgegangen sind, und suche meine beyden Wegweiser zu vergleichen."

Morgenstunden oder Vorlesungen über das Dasein Gottes, 1785

Kant nahm in dieser Debatte auf der Seite Jacobis zugunsten einer rationalen Philosophie Stellung und bezog sich dabei kritisch auf das von Mendelssohn gewählte Bild.

Werke Immanuel Kants

Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels (1755) | Von den Bewohnern der Gestirne (1755) | Der einzig mögliche Beweisgrund zu einer Demonstration des Daseins Gottes (1762/63) | De mundi sensibilis atque intelligibilis forma et principiis (1770) | Kritik der reinen Vernunft (1781) | Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können (1783) | Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht (1784) | Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? (1784) | Grundlegung zur Metaphysik der Sitten (1785) | Metaphysische Anfangsgründe der Naturwissenschaft (1786) | Was heißt: sich im Denken orientieren? (1786) | Kritik der praktischen Vernunft (1788) | Kritik der Urteilskraft (1790) | Über das Mißlingen aller philosophischen Versuche in der Theodizee (1791) | Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft (1793) | Über den Gemeinspruch: Das mag in der Theorie richtig sein, taugt aber nicht für die Praxis (1793) | Zum ewigen Frieden (1795) | Die Metaphysik der Sitten (1797) | Metaphysische Anfangsgründe der Rechtslehre (1797) | Über ein vermeintes Recht aus Menschenliebe zu lügen (1797) | Der Streit der Fakultäten (1798) | Anthropologie in pragmatischer Hinsicht (1798) | Übergang 1-14 (postum)

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