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Tierfotografie

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Tierfotografin, um 1946

Die Tierfotografie ist ein Genre der Fotografie, das sich auf die Abbildung von Tieren konzentriert und einen bedeutenden Teilbereich der Naturfotografie bildet. Sie umfasst eine Vielzahl von Stilen, von dokumentarischen Aufnahmen bis hin zu künstlerischen Darstellungen von Wild-, Zoo- und Haustieren. Die Tierfotografie hat sich kontinuierlich weiterentwickelt, sowohl technisch als auch ästhetisch.

Tierfotografie spielt eine bedeutende Rolle in der Umwelt- und Wissenschaftskommunikation und hat sich außerdem zu einer wichtigen Kunstform und einem populären Hobby entwickelt.

Disziplinen innerhalb der Tierfotografie

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Wildtierfotografie

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Wildtierfotografie, auch Wildlife-Fotografie genannt, ist eine spezielle Disziplin der Tierfotografie, die sich auf die Aufnahme von Tieren in ihrer natürlichen Umgebung konzentriert. Die US-Amerikanerin Mary Augusta Wallihan (1837–1922) gilt als Pionierin im Bereich der Wildtierfotografie.[1]

Haustierfotografie

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Die professionelle Haustierfotografie hat sich zu einem kommerziell bedeutenden Bereich innerhalb der Fotografie entwickelt. Global wird für diese Disziplin eine Marktgröße von rund 0,17 Milliarden USD berechnet (2024).[2]

Kunstfotografie

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Die künstlerische Fotografie findet sich auch in der Tierfotografie wieder, wobei der Übergang zu den anderen Disziplinen fließend ist.[3]

Wettbewerbe mit Kategorien für Tierfotografie

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  • Wildlife Photographer of the Year – Der bekannteste Wettbewerb im Bereich der Tier- und Naturfotografie, mit mehreren tierbezogenen Kategorien.[4]
  • Nature's Best Photography – Der Fotowettbewerb prämiert 11 Kategorien, darunter Wildtiere, Vögel und humorvolle Tierfotos.[5]
  • Audubon Photography Awards – Wettbewerb speziell für US-amerikanische Vogelfotografie.[6]
  • GDT European Wildlife Photographer of the Year – Der Wettbewerb prämiert u. a. in den Kategorien Vögel, Säugetiere und andere Tiere.[7]

Die meisten Wildtiere sind scheu und lassen den Menschen nicht nah genug heran, um mit üblicher Amateurausstattung zufriedenstellende Aufnahmen zu erzielen. Manche wiederum sind auch gefährlich genug, dass man einen Abstand zum eigenen Schutz nicht zu klein wählt. Bei Aufnahmen in Zoos sind häufig Zäune, Gräben oder andere Umstände hinderlich. Die Tierfotografie ist daher in weiten Bereichen eine Domäne der Kameras mit langen bis sehr langen Teleobjektiven. Ausnahmen finden sich bei der Unterwasserfotografie und bei Aufnahmen im extremen Nahbereich.

Für die Fotografie von größeren Echsen und Säugetieren aus sicherer Entfernung sind z. B. bei Kleinbildkameras und Mittelformatkameras Teleobjektive mit Brennweiten zwischen 135 und 800 mm notwendig. Kleinere Tiere können mit üblichen Normalobjektiven mit Brennweiten von 50 bzw. 80 mm aufgenommen werden. Für Spinnen, Ameisen, Käfer, Würmer und Lebewesen in ähnlicher Größe werden oft Makroobjektive eingesetzt, die Abbildungen von 1:1 bis 1:5 auf dem Kleinbildfilm oder 6x6-Film erlauben.

Für Vergrößerungen im Bereich von 1:10 bis 10:1 wird z. B. ein Umkehrring, ein Distanzring[8] oder ein Balgengerät eingesetzt. Für höhere Auflösungen existieren Fotoapparate und -kameras, die an Mikroskopen angeschlossen werden.

Bekannte Tierfotografen

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  • Karine Aigner – US-amerikanische Tierfotografin[9]
  • Gabriele Boiselle – deutsche Tierfotografin (Pferde)[10]
  • Alex Cearns – australische Tierfotografin[11]
  • Käthe Hecht – deutsche Tierfotografin[12]
  • Aarzoo Khurana – indische Wildtierfotografin[13]
  • Hedda Walther – deutsche Tierfotografin[14]
  • Ylla – ungarische Tierfotografin[15] [16]
  • Huw Lewis-Jones: Warum wir Tiere fotografieren. Die besten Fotografinnen und Fotografen der Welt erzählen und zeigen ihre stärksten Bilder. Knesebeck, München 2024, ISBN 978-3-95728-831-8 (336 S.). 
  • Pryor Dodge: Ylla. The Birth of Modern Animal Photography. Hirmer Verlag, München 2024, ISBN 978-3-7774-4262-4 (240 S.). 
Commons: Tiere  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Luke Bauserman: Her revolutionary photos changed the world. In: Medium. 21. April 2017, abgerufen am 30. März 2025 (englisch). 
  2. Marktbericht für Haustierfotografie. Business Research Insights, 2024, abgerufen am 31. März 2025. 
  3. Fotogalerie: Tierfotografie als Kunst. 19. März 2012, abgerufen am 3. April 2025. 
  4. Wildlife Photographer of the Year. Abgerufen am 30. März 2025. 
  5. Cecilia Rodriguez: Nature’s Best Photography International Awards Winners. Abgerufen am 30. März 2025 (englisch). 
  6. Schillernd und schön: Amerikas einzigartige Vogelwelt in Bildern. 28. März 2025, abgerufen am 30. März 2025. 
  7. Cecilia Rodriguez: Beautiful Wildlife Photos: 21 Winners Of GDT Nature Photographer Of The Year. Abgerufen am 30. März 2025 (englisch). 
  8. Sascha Ludwig: Makro-Zwischenringe: Für den schnellen Einstieg in den Mikrokosmos. Abgerufen am 17. Juli 2021. 
  9. Karine Aigner ist „Naturfotografin des Jahres" 2022 | Deutsche Gesellschaft für Photographie e.V. Abgerufen am 27. März 2025. 
  10. Fotografin Boiselle: „Kalender war Kult, ist es aber nicht mehr" - Interview. 14. November 2022, abgerufen am 27. März 2025. 
  11. Profile: Alex Cearns - Australian Photography. Abgerufen am 27. März 2025 (englisch). 
  12. Hecht, Käthe Künstler-Datensatz. Deutsche Fotothek, abgerufen am 27. März 2025. 
  13. Aarzoo, advocate and wildlife photographer, documents India's 55 tiger reserves. 18. März 2024, abgerufen am 27. März 2025 (englisch). 
  14. Hedda Walther. In: bpk Fotoarchiv. Abgerufen am 27. März 2025. 
  15. Pryor Dodge: Ylla. The Birth of Modern Animal Photography. Hirmer, München 2024.
  16. Andrea Winklbauer: Expo Window: The Girl with the Elephants. Jüdisches Museum Wien, 7. März 2025, abgerufen am 27. März 2025 (englisch). 
Normdaten (Sachbegriff): GND: 4060125-0 (lobid, OGND , AKS )

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