Zum Inhalt springen
Wikipedia Die freie Enzyklopädie

Sperrstelle Rein-Roost

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
 Karte mit allen Koordinaten: OSM | WikiMap
Artilleriebeobachtungsbunker «Hinterrein» A 3871

Die Sperrstelle Rein-Roost war eine Verteidigungsstellung der Schweizer Armee. Sie bildete den fünften und wichtigsten Sperrriegel der Armeestellung im unteren Aaretal, das als Einfallsachse von Norden Richtung Mittelland galt.

Die Sperre wurde 1939–1940 unter der Leitung der 5. Division gebaut und gilt als militärhistorisches Denkmal von nationaler Bedeutung.

Sperrstelle Rein-Roost

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]

Zwischen Geissberg und Ibrig entstanden 1939/40 die Sperrstellen Rein der 5. Division (2. Armeekorps) und Roost der 8. Division (3. Armeekorps). Die Aare bildete zwischen Brugg und Stilli die Abschnittsgrenze. Taktisch und historisch gehörten die administrativ getrennten Sperren Rein mit 25 Anlagen und Roost mit 17 Objekten zusammen.

Die Sperre bestand aus einem durchgehenden Geländepanzerhindernis (GPH) von Ibrig/Roost an die Aare und von Rein durch das Villigerfeld bis zum Villiger-Buck. Es wurde von Infanteriewerken, Geschützständen, Artilleriestellungen, den Artilleriewerken Besserstein und Rein sowie dem Villiger-Buck geschützt.

Ab 1951 wurden vier Bunker mit Vickers-Flabkanonen zur Panzerabwehr und ab 1990 zwei 10,5 cm Panzerabwehr-System Centurion als verbunkerte Panzerabwehrstellungen gebaut.

Der Auftrag der zur Grenzbrigade 5 gehörenden Sperrstelle lautete: «Halten bis zur letzten Patrone», wie bei allen Grenzbrigaden. Mit allen Mitteln waren nach einer Rheinüberquerung eines Feindes die weiterführenden Achsen zu sperren, einen Stoss ins Wasserschloss zu verhindern und sich einem Stoss durch den eigenen Raum zu widersetzen.

Anlagen Sperrstelle Rein

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]

Die Sperrstelle Rein bestand neben dem Artilleriewerk Rein (A 3840) aus folgenden Anlagen:

  • GPH Rein-Villigen 47.509288.22511
  • Maschinengewehrbunker «Steinrenne» A 3839 47.506468.23241
  • Infanteriebunker: «Hinterrein-Ost» mit einer Panzerabwehrkanone (Pak), einem Maschinengewehr (Mg) A 3841 47.508498.22625, «Hinterrein-West» mit 1 Mg A 3842 47.509088.22414, «Fuchsloch» mit 1 Mg, 1 Lmg A 3843 47.509738.22266, Ik-Schild «Fuchsloch» 47.509758.22269, «Kabisberg-Ost» mit 1 Pak, 1 Mg A 3844 47.510598.220042, «Kabisberg-West» mit 1 Mg A 3845 47.50998.21799
  • Artilleriebunker «Villiger-Buck» mit einer 7,5 cm Feldkanone, 2 Mg A 3846 47.519128.21206
  • Artilleriebeobachter «Schwobeblick» mit drei Beobachtern A 3847 47.5187628.211329
  • Bataillonskommandoposten «Sunneberg» A 3866
  • Artilleriebeobachtungswerk «Steinbruch, Vorderrein» A 3870, Felswerk mit drei unterirdisch verbundenen Artilleriebeobachtungsbunkern «Ost», «Mitte», «West» (mit Blinkerstand), und Unterkunftsräumen für 22 Mann 47.507548.22568
  • Artilleriebeobachtungsbunker «Hinterrein» A 3871 47.506658.22519
  • Artilleriebeobachtungsbunker «Hinterrein» A 3872 47.5057398.221958
  • Panzerabwehrbunker (Vickers-Pak): «Tannlirain» (Vickers-Pak) A 3896 47.511558.21825,
  • Panzerabwehrbunker «Hubacker» (Vickers-Pak) A 3897 47.506238.21659
  • Panzerabwehrbunker «Langmatten» (Vickers-Pak) A 3898, Baujahr 1953 47.515538.21062

Anlagen Sperrstelle Roost

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]
  • GPH Roost 47.507098.23791
  • Centi Bunker «Roost» A 3835 47.507238.24067
  • Infanteriebunker: «Roost rechts» A 3836 47.505968.23859, «Roost links» A 3837 47.50598.23766
  • Panzerabwehrbunker «Roost» (Vickers-Pak) A 3895 47.506458.2366[1]

Artilleriewerk Rein

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]

Das Artilleriewerk Rein «Adlerhorst» (Armeebezeichnung A 3840) befindet sich unterhalb der Ortschaft Rein in der Nähe des linken Aareufers 47.507778.23098. Mit dem Bau wurde mit zwei Geschützständen im Juni 1940 begonnen, basierend auf dem vorbestehenden Infanteriewerk «Peter». Das Werk gehörte zur 5. Division und hatte die 8. Division auf der gegenüberliegenden Seite der Aare (Abschnittsgrenze) zu unterstützen.

Die Bewaffnung bestand aus zwei 7,5 cm Bunkerkanonen für den Direktschuss mit Feuerleitung vom Geschütz, einem Bunker mit Panzerabwehrkanone (Pak) und Maschinengewehr sowie einem Maschinengewehr, dass zwischen den beiden Kanonenscharten auf die Sperre Roost wirkte. Oberhalb des Pak-Bunkers befindet sich ein kleiner Minenwerferbeobachterstand. Der verbunkerte Notausgang befindet sich beim Dorfeingang Rein 47.506688.2289.

Mit der Armee 61 wurde das Artilleriewerk umgebaut und ab 1989 als «Zentrallager S (Schloss)» der Widerstandsorganisation P-26 sowie ab 1989 als Centi-Bunker «Rein» A 3829 (erster Centi-Bunker der Schweiz) benutzt.[2]

Die Grundstücksparzellen von Artilleriewerk, Centi Bunker und Notausgang stehen seit 2016 im Eigentum des Festungsmuseums Reuenthal.

Anlagen Bruggerberg

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]
  • Infanteriebunker Gheid Rüfenach 47.501818.20524
  • Beobachter Gheid Rüfenach 47.501638.2048
  • Artilleriebunker Mändlisgrund A 3878, Riniken 47.495278.19778
  • 4 Artilleriegeschützstellungen Mändlisgrund 47.495068.20236
  • 4 Artilleriegeschützstellungen Langibirche 47.488398.19756
  • Bataillonssanitätshilfsstelle Langibirche A 3885, Riniken 47.4863128.194843
  • Beobachterstand «Kegelplatz» A 3887, Kegelplatzweg 47.495528.21774

Kommandoposten Reinerberg A 3892

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]

Die Kaverne Reinerberg A 3892 wurde 1939/40 als Beobachtungsbunker auf dem Bruggerberg gebaut. Gleichzeitig wurde ein Schutzstollen (Mannschaft, Munition und 8,1-cm-Minenwerfer) für einen Minenwerferzug (Mw Zug Stabskp Füs Bat 105) gebaut. 1944 wurden die Stollen zum Kommandoposten Grenzregiment 50 «Aare West/Bruggerberg» erweitert. 47.502928.2265 47.502488.22569

Commons: Sperrstelle Rein-Roost  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]
  1. Oberland: Sperrstelle Rein-Roost
  2. Kleines Stachelschwein: AW Rein

AltStyle によって変換されたページ (->オリジナル) /