Peter Lucas (Informatiker)

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Peter Lucas (* 13. Jänner 1935 in Wien; † 2. Februar 2015 in Kalifornien [1] ) war ein österreichischer Informatiker und Hochschullehrer.

Peter Lucas maturierte 1953 und studierte anschließend Nachrichtentechnik an der Technischen Hochschule in Wien.[1] Das Studium schloss er 1959 mit der Diplomarbeit zum Thema Zur Programmierung elektronischer Rechenmaschinen ab.[2] Danach war er als Mitglied des Teams um Heinz Zemanek unter anderem für die Systemprogrammierung des Mailüfterls zuständig, dem ersten volltransistorisierten Computer auf dem europäischen Festland.[1] [3]

1961 wechselte er mit der Mailüfterl-Gruppe von der Technischen Hochschule zur Firma IBM ins IBM-Laboratorium Wien, wo er sich mit der formalen Beschreibung von Programmiersprachen beschäftigte. Gemeinsam mit Hans Bekic, Kurt Walk und Heinz Zemanek war er für die formale Definition der Programmiersprache PL/I mittels Vienna Definition Language (VDL) verantwortlich. Außerdem arbeitete er gemeinsam mit Hans Bekic an einem Compiler für Algol 60. Während dieser Zeit hielt er Vorlesungen und Vorträge an der Technischen Hochschule Wien sowie der Kepler-Universität Linz, unter anderem über theoretische Grundlagen der Programmierung und formale Definition von Programmiersprachen.

1978 ging er an das Thomas J. Watson Research Center in Yorktown Heights (Bundesstaat New York), wo er sich mit experimentellen Compiler-Projekten beschäftigte. 1979 wechselte er zur IBM in San José (Kalifornien, heute IBM Almaden Research Center). 1988 wirkte er in der Gruppe um John Backus an der Definition und Implementierung der funktionalen Sprache FL mit.[3]

Im Oktober 1993 wurde er als ordentlicher Universitätsprofessor für Softwaretechnologie an die Technische Universität Graz berufen, im Juli 2001 erfolgte die Emeritierung. Ab 1994 war er Vorsitzender der Formal Methods Europe (FME) sowie korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.[4]

Peter Lucas starb am 2. Februar 2015 im Alter von 80 Jahren.

Auszeichnungen

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Einzelnachweise

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  1. a b c d Eintrag zu Lucas, Peter im Austria-Forum (Biographie)
  2. Verbundkatalog: Zur Programmierung elektronischer Rechenmaschinen. Diplomarbeit 1959.
  3. a b OCG-Journal 1/2015: Nachruf auf Peter Lucas (Memento vom 28. September 2015 im Internet Archive ) Journal der Österreichischen Computer Gesellschaft (OCG), Ausgabe 1/2015, abgerufen am 29. September 2015.
  4. a b c d Formal Aspects of Software Engineering (J.UCS Special Issue in Honor of Professor Peter Lucas). Journal of Universal Computer Science 7/2001, abgerufen am 29. September 2015.
Professuren für Informatik an der Technischen Universität Graz

1. Institut für Interactive Systems and Data Science: Hermann Maurer (1978–2009) | Günter Haring (1981–1986) | Klaus Tochtermann (2004–2011) | Frank Kappe (seit 2006) | Arno Scharl (2006–2007) | Stefanie Lindstaedt (seit 2011) | Matthias Böhm (2018–2022) | Hongying Foscht (2018–2024) | Eduardo Enrique Veas (2019–2024) | David Garcia Becerra (2021–2023) | Fariba Karimi (seit 2023)

2. Institut für Softwaretechnologie: Volkmar Haase (1981–2001) | Peter Lucas (1993–2002) | Franz Wotawa (seit 2002) | Wolfgang Slany (seit 2003) | Alexander Felfernig (seit 2009) | Martin Gebser (2021–2023)

3. Institut für Angewandte Informationsverarbeitung und Kommunikationstechnologie: Reinhard Posch (1985–2019) | Vincent Rijmen (2004–2012) | Roderick Paul Bloem (seit 2008) | Stefan Mangard (seit 2013) | Christian Rechberger (seit 2015) | Daniel Gruß (seit 2024)

4. Institut für Grundlagen der Informationsverarbeitung: Wolfgang Maass (1991–2017) | Franz Aurenhammer (1993–2023) | Robert Legenstein (seit 2021) | Peter Auer (seit 2023) | Yannic Maus (seit 2024)

5. Institut für Maschinelles Sehen und Darstellen: Franz Leberl (1992–2013) | Horst Bischof (seit 2004) | Dieter Schmalstieg (2004–2024) | Gerhard Reitmayr (2009–2013) | Vincent Lepetit (2014–2023) | Thomas Pock (seit 2014) | Friedrich Fraundorfer (seit 2023) | Markus Steinberger (seit 2024)

6. Institut für Computer Graphik und Wissensvisualisierung: Wolf-Dietrich Fellner (seit 2005) | Tobias Schreck (seit 2015)

Normdaten (Person): GND: 108231191X (lobid, OGND , AKS ) | VIAF: 188145542422796641475 | Wikipedia-Personensuche  | Letzte Überprüfung: 25. Dezember 2018. GND-Namenseintrag: 123643791 (AKS)
Personendaten
NAME Lucas, Peter
KURZBESCHREIBUNG österreichischer Informatiker und Hochschullehrer
GEBURTSDATUM 13. Januar 1935
GEBURTSORT Wien
STERBEDATUM 2. Februar 2015
STERBEORT Kalifornien
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