Panciu
Panciu Páncsu | |
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loc. Panciu, jud. Vrancea, RO–625400
Panciu (ungarisch Páncsu) ist eine Kleinstadt im Kreis Vrancea in Rumänien.
Geographische Lage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]Panciu liegt in der Region Moldau im Vorland der Ostkarpaten, an den Ausläufern des Vrancea-Gebirges. Das Stadtzentrum befindet sich auf einem kleinen Höhenrücken, der im Norden und Süden von zwei Bächen begrenzt wird. Die Kreishauptstadt Focșani befindet sich etwa 30 km südlich.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]Die ältesten archäologischen Funde der Region stammen aus dem Paläolithikum.[2] Im Jahr 1589 wurde Panciu unter dem Namen Crucea erstmals urkundlich erwähnt. Im 17. Jahrhundert entwickelte sich der vor allem vom Weinbau lebende Ort zu einem lokalen Verwaltungszentrum.[3] 1798 wurde der Ortsname Panciu erstmals erwähnt.[2] Neben Rumänen lebten in Panciu auch viele Juden (1.410 im Jahr 1900).[4] 1907 kam es im Rahmen des Bauernaufstandes in Rumänien auch in Panciu zu Unruhen.[5] Der Ort war mehrfach von Katastrophen betroffen; so durch ein Feuer 1869, durch ein Erdbeben 1894 und durch Kampfhandlungen im Ersten Weltkrieg 1916.[3] Am schwersten wirkte sich ein Erdbeben am 10. November 1940 mit einer Stärke von 7,4 auf der Richter-Skala aus. 42 Personen wurden getötet, 70 schwer verletzt und nahezu der ganze Ort zerstört.[6] Die anschließend wieder aufgebaute Stadt besteht zum großen Teil aus Plattenbauten.
Heute sind neben dem Weinbau die Textilindustrie und die Lebensmittelverarbeitung von vorrangiger Bedeutung.
Bevölkerung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]Bei der Volkszählung 2002 wurden in der Stadt 8903 Einwohner registriert, darunter 8839 Rumänen und 55 Roma.[7] 5327 lebten in der eigentlichen Stadt, die übrigen in den eingemeindeten Ortschaften.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]Panciu ist Endhaltestelle einer von Mărășești führenden Bahnstrecke. Dorthin verkehren derzeit (2009) allerdings nur ca. zwei Nahverkehrszüge täglich.
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]- Kloster Brazi (17./18. Jahrhundert)
- historische Weinkeller (18./19. Jahrhundert)
- jüdischer Friedhof (19. Jahrhundert)
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]- Ioan Slavici (1848–1925), Schriftsteller
- Gheorghe Alexianu (1897–1946), Gouverneur Transnistriens von 1941 bis 1944, geboren in Străoane.[8]
- Dan Nica (* 1960), Politiker[9]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]- ↑ Volkszählung 2021 in Rumänien bei citypopulation.de
- ↑ a b Muzeul Vrancei, abgerufen am 8. Februar 2009 (Memento vom 15. April 2010 im Internet Archive )
- ↑ a b România Pitorească, abgerufen am 8. Februar 2009 (Memento des Originals vom 6. Juni 2016 im Internet Archive ) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1 @2 Vorlage:Webachiv/IABot/www.romaniapitoreasca.org
- ↑ Jewishgen.org, abgerufen am 8. Februar 2009
- ↑ jurnalul.ro, abgerufen am 8. Februar 2009 (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive ) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1 @2 Vorlage:Webachiv/IABot/www.jurnalul.ro
- ↑ Adevarul.ro, abgerufen am 8. Februar 2009 (Memento vom 1. Mai 2009 im Internet Archive )
- ↑ Volkszählung 2002, abgerufen am 8. Februar 2009
- ↑ Angaben zu Gheorghe Alexianu bei books.google.de
- ↑ Webdarstellung Dan Nicas