Förstenreuth
Förstenreuth Markt Stammbach
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Koordinaten: | 50° 10′ N, 11° 41′ O 50.169911.6899Koordinaten: 50° 10′ 12′′ N, 11° 41′ 24′′ O |
Höhe: | 553–609 m ü. NHN |
Einwohner: | 173 (1. Jan. 2020)[1] |
Eingemeindung: | 1. Juli 1972 |
Postleitzahl: | 95236 |
Vorwahl: | 09256 |
Lage von Förstenreuth in Stammbach
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Ortsansicht von Förstenreuth
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Förstenreuth ist ein Gemeindeteil des Marktes Stammbach im Landkreis Hof (Oberfranken, Bayern).[2] Die Gemarkung Förstenreuth hat eine Fläche von 8,492 km2. Sie ist in 718 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 11827,29 m2 haben.[3] In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Hartmannseinzel, Höhlmühle, Kropfeinzel, Kropfmühle, Mittlereinzel, Obereinzel, Röhrigeinzel, Untereinzel, Weickenreuth und Wildenhof.[4]
Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]Das Dorf liegt am Solgbach, einem rechten Zufluss des Kofenbachs, und ist unmittelbar von Acker- und Grünland umgeben. Im Norden erhebt sich der Karlberg (664 m ü. NHN), im Westen der Bühl (618 m ü. NHN). Die Kreisstraße HO 35 führt zur Bundesstraße 289 bei Sauerhof-Kuppel (1,8 km nördlich) bzw. an [Unter-)Wildenhof und Pumphaus a.Wildenhof vorbei nach Horlachen (2,2 km südlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Weickenreuth (1,9 km westlich) und nach Mittlerweinzel (1 km östlich). Ein Anliegerweg führt nach (Ober-)Wildenhof (1,2 km südöstlich).[5] Der Ort wird von dem nach Hans Seiffert benannten Hans-Seiffert-Weg durchquert, einen vom (früheren) Dreiländerdreieck bei Prex bis Burgkunstadt verlaufenden Wanderweg des Frankenwaldvereins.[6]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]Nach Helmut Hennig ist Förstenreuth eine Gründung der Förtsch von Thurnau, worauf sich auch der Ortsname bezieht. Die Förtsch sind der Familienstamm der von Wallenrode. Über Nonnen der Familien, die dem Kloster Himmelkron beigetreten sind, dürfte das Kloster schließlich vollständig in den Besitz des Ortes gekommen sein.[7]
Zur Realgemeinde Förstenreuth gehörten Mittler-, Ober- und Untereinzel. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Förstenreuth aus 30 Anwesen (2 Höfe, 17 Halbhöfe, 1 Mühle, 1 Sölde, 1 Tropfgütlein, 8 Tropfhäuser) und einer Gemeindeschmiede. Die Hochgerichtsbarkeit sowie die Dorf- und Gemeindeherrschaft stand dem bayreuthischen Vogteiamt Stammbach zu. Das bayreuthische Stiftskastenamt Himmelkron war Grundherr sämtlicher Anwesen.[8]
Von 1797 bis 1810 unterstand Förstenreuth dem Justiz- und Kammeramt Gefrees. Nachdem im Jahr 1810 das Königreich Bayern das Fürstentum Hof käuflich erworben hatte, wurde der Ort bayerisch. Infolge des Ersten Gemeindeedikts wurde Förstenreuth dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Stammbach und der entstandenen Ruralgemeinde Stammbach zugewiesen. 1840 kam es zur Bildung der Ruralgemeinde Förstenreuth mit den Orten Hartmannseinzel, Höhlmühle, Kropfeinzel, Kropfmühle, Mittlereinzel, Obereinzel, Röhrigeinzel, Untereinzel, Weickenreuth und Wildenhof. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Münchberg zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Münchberg (1919 in Finanzamt Münchberg umbenannt). Ab 1862 gehörte Förstenreuth zum Bezirksamt Münchberg (1939 in Landkreis Münchberg umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Münchberg (1879 in Amtsgericht Münchberg umgewandelt).[9] Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 8,494 km2.[10] Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Förstenreuth am 1. Juli 1972 nach Stammbach eingemeindet und kam zugleich an den Landkreis Hof.[11] [12]
Ehemalige Baudenkmäler
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]- Haus Nr. 7: Eingeschossiger Wohnstallbau mit Satteldach, der Giebel bezeichnet „FS 1842".[13]
- Haus Nr. 11: Zugehörige Scheune des 18./19. Jahrhunderts mit Strohdach.[13]
Einwohnerentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]Gemeinde Förstenreuth
Jahr | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
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Einwohner | 600 | 596 | 552 | 580 | 602 | 632 | 618 | 586 | 559 | 540 | 494 | 509 | 482 | 467 | 444 | 432 | 403 | 370 | 528 | 506 | 433 | 347 | 279 |
Häuser[14] | 78 | 79 | 77 | 79 | 78 | 79 | 78 | ||||||||||||||||
Quelle | [15] | [15] | [15] | [16] | [17] | [18] | [19] | [20] | [21] | [22] | [15] | [23] | [15] | [24] | [15] | [25] | [15] | [15] | [15] | [26] | [15] | [10] | [27] |
Ort Förstenreuth
Jahr | 001812 | 001819 | 001861 | 001871 | 001885 | 001900 | 001925 | 001950 | 001961 | 001970 | 001987 | 002020 |
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Einwohner | 209 * | 205 † | 316 | 339 | 312 | 273 | 251 | 266 | 195 | 229 | 176 | 173 |
Häuser[14] | 36 * | 43 | 43 | 44 | 46 | 44 | 49 | |||||
Quelle | [9] | [28] | [16] | [18] | [21] | [23] | [25] | [26] | [10] | [27] | [29] | [1] |
Religion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]Förstenreuth ist nach St. Maria (Stammbach) gepfarrt und seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt.[8] [10]
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]- Karl Schricker (1912–2006), deutscher Maler und Grafiker, in Förstenreuth geboren
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]- Tilmann Breuer: Landkreis Münchberg (= Bayerische Kunstdenkmale . Band 13). Deutscher Kunstverlag, München 1961, DNB 450619397, S. 11.
- Johann Kaspar Bundschuh: Fürstenreuth. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken . Band 2: El–H. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1800, DNB 790364298, OCLC 833753081, Sp. 233 (Digitalisat).
- Annett Haberlah-Pohl: Münchberg. Der Altlandkreis (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken . I, 39). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2011, ISBN 978-3-7696-6556-7.
- Georg Paul Hönn: Förstenreuth. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises . Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 248 (Digitalisat).
- Otto Knopf: Thüringer Schiefergebirge, Frankenwald, Obermainisches Bruchschollenland : Lexikon. Ackermann-Verlag, Hof 1993, ISBN 3-929364-08-5, Sp. 132–133.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]- Förstenreuth in der Ortsdatenbank des bavarikon, abgerufen am 24. Februar 2025.
- Förstenreuth in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 24. Februar 2025.
- Förstenreuth im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 24. Februar 2025.
Fußnoten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]- ↑ a b Markt Stammbach – Zahlen und Daten. Abgerufen am 29. September 2022.
- ↑ Markt Stammbach, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 17. Dezember 2024.
- ↑ Gemarkung Förstenreuth (091945). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 24. Februar 2025.
- ↑ Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 24. Februar 2025.
- ↑ Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 24. Februar 2025 (Die gemessenen Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
- ↑ O. Knopf: Thüringer Schiefergebirge, Frankenwald, Obermainisches Bruchschollenland, Sp. 132f.
- ↑ Helmut Hennig: Geschichte Stammbachs - von den Anfängen bis zur Reichsgründung. Wunsiedel 1989. S. 40.
- ↑ a b A. Haberlah-Pohl: Münchberg, S. 408.
- ↑ a b A. Haberlah-Pohl: Münchberg, S. 486.
- ↑ a b c d Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961 . Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 707–708 (Digitalisat).
- ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 526.
- ↑ Stammbach > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 24. Februar 2025.
- ↑ a b T. Breuer: Münchberg, S. 11. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen.
- ↑ a b Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
- ↑ a b c d e f g h i j Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 152, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
- ↑ a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon . In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 911, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
- ↑ Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867 . XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 142 (Digitalisat).
- ↑ a b Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit ... mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875 . Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1084, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Hergestellt auf Grund der neuen Organisation der Regierungsbezirke, Bezirksämter und Gerichtsbezirke. Nachtrag zum Heft 36 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1879, OCLC 992516308, S. 55 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1880. Heft 35 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1882, OCLC 460588127, S. 160 (Digitalisat).
- ↑ a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, ... sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1032 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern : Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dez. 1890 . Heft 58 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1892, OCLC 162230561, S. 159 (Digitalisat).
- ↑ a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister . LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1081 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichnis für das Königreich Bayern Nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und dem Gebietsstand vom 1. Juli 1911 . Heft 84 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1911, OCLC 162230664, S. 159 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928 . Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1115–1116 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950 . Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 963 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern . Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 157 (Digitalisat).
- ↑ A. H. Hoenig (Hrsg.): Topographisch-alphabetisches Handbuch über die in dem Ober-Mainkreise befindlichen Städte, Märkte, Dörfer, Weiler, Mühlen und Einöden . Bayreuth 1820, OCLC 165644543, S. 32 (Digitalisat). Dort als Fürstenreuth aufgelistet.
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987 . Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 309 (Digitalisat).