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Bahnstrecke Kłodzko–Wałbrzych

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Kłodzko Główne–Wałbrzych Głowny
Glatz Hbf–Waldenburg-Dittersbach
Strecke der Bahnstrecke Kłodzko–Wałbrzych
Streckennummer:286 (D-29)
Kursbuchstrecke (PKP):245
Kursbuchstrecke:125c (1934)
Streckenlänge:50,99 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckengeschwindigkeit:80 km/h
von Międzylesie früher Mittelwalde
0,000 Kłodzko Główne früher Glatz Hbf
4,732 Bierkowice früher Birgwitz
7,610 Gorzuchów Kłodzki früher Möhlten
14,067 Ścinawka Średnia früher Mittelsteine
21,664 Nowa Ruda früher Neurode
27,179 Zdrojowisko früher Centnerbrunn
28,870 Ludwikowice Kłodzkie früher Ludwigsdorf
33,179 Świerki Dolne früher Niederkönigswalde
35,210 Bartnica früher Königswalde
40,022 Głuszyca Górna früher Ober Wüstegiersdorf
42,263 Głuszyca früher Wüstegiersdorf
43,907 Köhlerbergtunnel (×ばつ377 m)
45,036 Jedlina-Zdrój früher Bad Charlottenbrunn
47,636 Jedlina Górna früher Steingrund
47,992 Ochsenkopftunnel (×ばつ1604 m)
00 Wiadukt kolejowy Wałbrzych Podgórze Viadukt Dittersbach (130 m)
50,990 Wałbrzych Główny früher Waldenburg-Dittersbach

Quellen: [1] [2]

Die Bahnstrecke Kłodzko–Wałbrzych ist eine Hauptbahn in Polen. Sie verläuft von Wałbrzych (Waldenburg-Dittersbach) über Nowa Ruda (Neurode) nach Kłodzko (Glatz). Erbaut wurde sie 1879/80 als Teil einer direkten Eisenbahnverbindung zwischen Berlin und Wien. Heute dient sie vor allem dem Nah- und Güterverkehr.

Bereits beim Bau der Schlesischen Gebirgsbahn von Görlitz und Kohlfurt nach Waldenburg war deren Fortführung nach Glatz und weiter in Richtung Wien vorgesehen gewesen. Österreich hatte jedoch aus strategischen Gründen kein Interesse an einer solchen Verbindung, so dass sie unausgeführt blieb. In den Jahren 1879 und 1880 wurde dann zumindest die Fortführung bis Glatz durch die Preußischen Staatseisenbahnen als später zweigleisige Hauptbahn eröffnet.

Eröffnungsdaten

Wichtige Bauwerke der Strecke

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- Zwei Tunnelröhren mit 1560 m und 1601 m Länge. Die Nordröhre wurde zwischen 1909 und 1911 gebaut, die Südröhre zwischen 1876 und 1879. In der Südröhre wird nicht mehr befahren, und es liegt auch kein Gleis mehr dort. Zwischen der Nord- und der Südröhre gibt es drei Fluchtverbindungsgänge. Der Luftschacht in der Mitte der Südröhre reicht bis an die Oberfläche des Berges.

- Zwei Röhren mit je 380 m Länge. Die Nordröhre wurde 1876 und 1879 gebaut und zwischen 1936 und 1938 erneuert. Die Südröhre wurde zwischen 1909 und 1911 gebaut. In der Südröhre liegt kein Gleis mehr. Zwischen der Nord- und der Südröhre gibt es einen Fluchtverbindungsgang.

- Zwei Tunnelröhren mit 1171 m und 1168 m Länge. Die Nordröhre wurde 1910 und 1911 gebaut, die Südröhre zwischen 1876 und 1879.

Anschlussstellen

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Am Bahnhof Jedlina-Zdrój besteht ein Anschluss an die Bahnstrecke Wrocław–Jedlina-Zdrój (Breslau Bad Charlottenbrunn).

Am Bahnhof Ścinawka Średnia (Mittelsteine) besteht Anschluss an den verbleibenden Teil der Eulengebirgsbahn. Diese führt jedoch nur noch bis zu einem Steinbruch in Słupiec (Schlegel) und wird nur von Güterzügen benutzt. Ebenfalls besteht Anschluss an den verbleibenden Teil der der Bahnstrecke Meziměstí–Ścinawka Średni (Halbstadt – Mittelsteine). Diese führt jedoch nur noch bis zu einem Steinbruch in Tłumaczów (Tuntschendorf) und wird nur von Güterzügen benutzt. Früher bestand auch noch Anschluss an die Heuscheuerbahn bis nach Radków (Wünschelburg).

Zwischen den Bahnhöfen Ludwikowice Kłodzkie (Ludwigsdorf) und Nowa Ruda Zdrojowisko (Neurode – Centerbrunn) besteht eine Anschlussstelle an das Gelände der ehemaligen Wenceslaus-Grube. Von den Gleisen ist aber nicht mehr viel vorhanden; die Anschlussstelle wird höchstens noch als Abstellgleis genutzt.

Der Eisenbahnunfall von Ludwigsdorf ereignete sich am 27. Januar 1945. Dabei fuhr ein Zug durch den Tunnel von Świerki Dolne (Nieder-Königswalde) in Richtung Wałbrzych (Waldenburg). Der Zug war ein teilweise belegter Lazarettzug, der mit seinen 30 Waggons auch Wehrmachtsmaterial beförderte. Im Tunnel lösten sich die beiden hinteren Waggons von dem Zug und rollten auf Grund der Gradiente rückwärts in Richtung Glatz. Bergab, Richtung Glatz, stand zum gleichen Zeitpunkt ein abfahrbereiter Zug im Bahnhof Neurode. Um zu verhindern, dass die rollenden Waggons mit dem Zug aus Neurode zusammenstoßen, wurden im Stellwerk Ludwigsdorf eine Weiche umgestellt, um die Waggons auf ein Rangiergleis bei der Abzweigung zum Gleisanschluss der Wenzeslausgrube in Mölke zu leiten. Das Abstellgleis verläuft parallel zur Bahnstrecke auf einem Bahndamm, der das Gefälle des Geländes ausgleicht. Die Waggons krachten gegen einen Prellbock und rissen diesen ab. Die Waggons verkeilten sich in der Nähe der Siedlung bei Grabersgrund (Orkany) und fingen Feuer.[3] 60 Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben. Aufgrund des Krieges und der näher kommenden Kriegsfront wurden die Opfer in einem Massengrab nahe der Unfallstelle beigesetzt.[4]

Am 8. Mai 1945 würde das Leeden-Viadukt bei Kunzendorf gesprengt. Einige Tage zuvor war ein Sonderzug auf einem nahen Abstellgleis eingetroffen. Männer der SS waren darin und verblieben einige Tage am Zug. Am Morgen des 8. Mai 1945 wurden die Männer plötzlich aktiv. Lautsprecherwagen warnten die Bevölkerung und riefen dazu auf die Fenster zu öffnen um dem zerspringen der Scheiben vorzubeugen da eine Sprengung erwartet werde. Dann wurde die Eisenbahnbrücke gesprengt. Die Bahnstrecke war somit unterbrochen.[5]

Nach dem Übergang Schlesiens an Polen infolge des Zweiten Weltkriegs, wurde eine provisorische Eisenbahnbrücke aus Holz errichtet. Die Fundamente, auf denen die Holzbrücke stand, sind heute noch gut zu sehen. Die Holzbrücke wurde fünf Jahre lang benutzt, bis ein Ersatz für sie gesprengte Brücke aufgebaut war. Da die neue Brücke 70 Jahre jünger ist als die meisten anderen Brücken der Bahnstrecke, hebt sie sich vom Aussehen deutlich von den anderen Brücken ab.

Anfang der 2020er Jahre wurde bei Reparaturarbeiten am Viadukt bei Ludwigsdorf Sprengstoff entdeckte. Genau wie das Leeden-Viadukt war auch das Viadukt bei Ludwigsdorf für eine Sprengung vorbereitet worden, was über 75 Jahre unentdeckt blieb.

Die Bahnstrecke wurde als Teil einer direkten Verbindung zwischen Berlin und Wien gebaut. Tatsächlich ist es Babhnreisenden heute möglich, über die Bahnstrecke auf seinem kurzen Weg von Berlin nach Wien zu fahren. Allerdings dauert die Reise knapp 13 Stunden und erfordert sieben Umstiege in Cottbus, Görlitz, Hirschberg, Waldenburg, Glatz, Aussig an der Elbe und Böhmisch Trübau.

Vergleichsweise dauert die Fahrt von Berlin nach Wien über die längere Strecke mit nur einem Umstieg in Prag knapp acht Stunden. Die deutlich längere Reisezeit auf der Strecke beruht darauf, dass auf ihr fast nur Nahverkehrszüge mit kurzer Strecke und vielen Zwischenhalten verkehren. Außerdem ist die Strecke teilweise nur auf noch auf einem Gleis befahrbar und es gibt einige Langsamfahrstellen. Wären alle Teilstrecken zwischen Berlin und Wien in einem guten Zustand und voll zweigleisig ausgebaut, so würde sich die Fahrzeit deutlich verkürzen. Aufgrund einiger engen Bogenradien wäre jedoch kein Ausbau zu einer Schnellfahrstrecke möglich.

Im Fahrplan 2025 verkehren täglich fünf Züge der KD in beide Richtungen auf der Strecke. Je morgens und abends fährt je ein Zug in beide Richtungen von Kłodzko Główne (Glatz-Hauptbahnhof) nach Jelenia Góra durch. Die drei Züge dazwischen fahren lediglich von Kłodzko Główne bis nach Wałbrzych Głowny.

Zusätzlich fährt auf der Strecke täglich ein IC von Kraków Główny über Kłodzko und Wałbrzych und Jelenia Góra nach Szklarska Poręba und zurück. Dabei benutzt er die Strecke. Der IC hält aber nicht an allen Bahnhöfen.

Von Głuszyca (Wüstegiersdorf) fahren Züge über die Anschlussstelle in Jedlina-Zdrój (Bad Charlottenbrunn) direkt bis Breslau. Zusätzlich wird die Strecke von Güterzügen genutzt. Bei den Güterzügen handelt es sich vor allem um Güterzüge, die vom Steinbruch in Słupiec (Schlegel) über den verbliebenen Teil der Strecke der Eulengebirgsbahn bei Ścinawka Średnia (Mittelsteine) auf die Strecke auffahren. Vom Steinbruch in Tłumaczów (Tuntschendorf) aus fahren über den verbliebenen Teil der Bahnstrecke Meziměstí–Ścinawka Średnia (Halbstadt - Mittelsteine) bei Ścinawka Średnia (Mittelsteine) Güterzüge auf die Strecke auf.

Eigentümerin der Bahnstrecke ist die Woiwodschaft Niederschlesien. Die Nahverkehrszüge auf der Strecke werden von der Koleje Dolnośląskie, deren Eigentümerin ebenfalls die Woiwodschaft ist, betrieben.

Einzelnachweise

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  1. Atlas linii kolejowych polski. 1. Auflage. Eurosprinter, Rybnik 2011, ISBN 978-83-931006-4-4, S. F3, G3, G4. 
  2. Reichskursbuch - gültig vom 3. Juli 1944 an bis auf weiteres
  3. Gebirgsbahn Die schlesische Gebirgsbahnstrecke Glatz – Dittersbach (Waldenburg)
  4. Nowa Ruda Neurode Tajemnice, zagadki, historia. Część 1, ISBN 9788394249816, S. 185–192
  5. Erinnerungen an meine Heimat. (PDF)
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