Norbert Höchtlen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist eine alte Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 28. Juni 2023 um 10:25 Uhr durch Pito (Diskussion | Beiträge) (Beiträge zu Anthologien: Belege). Sie kann sich erheblich von der aktuellen Version unterscheiden.
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Eine gesichtete Version dieser Seite, die am 28. Juni 2023 freigegeben wurde, basiert auf dieser Version.
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Angaben ohne ausreichenden Beleg könnten demnächst entfernt werden. Bitte hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.

Norbert Höchtlen (* 1. September 1945 in München; † 22. Juli 2012 ebenda) war ein deutscher Grafiker und Autor. Er gestaltete neben Kinderbüchern unter anderem zwei Briefmarken für die Deutsche Bundespost.

Leben und Werk

Nach einer Lehre zum Restaurator, konkret einer Fassmaler- und Vergolderlehre, studierte Höchtlen von 1966 bis 1971 zunächst freie Malerei an der Blocherer Schule in München, dann Grafik-Design an der Akademie für das Grafische Gewerbe München und machte sich dann als Gebrauchsgrafiker in München selbständig. Er war freischaffend für verschiedene Verlage tätig, gestaltete Schulbücher und Unterrichtszusatzmaterial und war freier Mitarbeiter am Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (FWU).

1973 entstanden erste Kinderbucharbeiten für das von Hans-Joachim Gelberg im Verlag Beltz und Gelberg herausgegebene zweite Jahrbuch der Jahrbuch der Kinderliteratur „Am Montag fängt die Woche an". In der Folge erschienen in der Beltz und Gelberg-Reihe „Bilderbuch" Höchtlens Bücher „Kaugummi" (1974) und „Eselsohren" (1975). Die beiden größtenteils in schwarz-weiß gehaltenen Bücher bestehen aus Fotos, Collagen, lustigen Gedichten, Witzen, Kalauern und kurzen, betont einfach gezeichneten Comics. Ziel war es neben dem reinen Spaß, Kinder mit hintersinnig Mehrdeutigem und „Aha-Bildern" zum Nachdenken anzuregen. In der fortlaufenden Reihe „Comic-Alltag" ließ Höchtlen bekannte Comic-Figuren von Superman über Donald Duck bis Asterix per Collage-Technik mit selbst getexteten Sprechblasen auf skurrile Weise Alltags-Situationen erleben. Auch zu den weiteren Jahrbüchern von Beltz und Gelberg machte Höchtlen jeweils kleine Beiträge. Für das Kindermagazin „Rappelkiste" gestaltete Höchtlen zeitweise eine Seite mit dem Titel „Lachdrops und Denkpralinen". 1975 erschien in Zusammenarbeit mit Eleonore Orterer, Höchtlens späterer Ehefrau, das Buch „Die quietschvergnügte Straßenbahn" mit einer Reihe von schwarz-weißen Fehlerbildern.

Von 1976 bis 1990 war Höchtlen angestellter Grafiker bei der BayWa AG München bzw. Abteilungsleiter der Grafikabteilung von Messerschmitt-Bölkow-Blohm. 1991 kehrte er in die Selbständigkeit zurück. Er übernahm u. a. Gestaltungsarbeiten für verschiedene Fachpublikationen aus dem pädagogischen Bereich, beteiligte sich an internationalen Kalenderwettbewerben und gehörte hierbei mehrmals zu den Preisträgern.

1994 gewann Höchtlen mit seinem Entwurf einer Briefmarke zum Internationalen Jahr der Familie einen Wettbewerb der Deutschen Bundespost, woraufhin sein Entwurf als reguläre Briefmarke erschien. Auch weiterhin beteiligte sich Höchtlen an den Wettbewerben, doch nur 1998 wurde noch einmal einer seiner Briefmarken-Entwürfe realisiert: die Sondermarke zum Internationalen Mathematikerkongress.[1]

2012 starb Höchtlen nach schwerer Krankheit in München.[2]

2015 wurde ein von Höchtlen gestaltetes Motiv für den Frühlingsfestjahreskrug des Münchner Frühlingsfestes ausgewählt. Erst anschließend wurde der Jury bekannt, dass Höchtlen bereits nicht mehr lebte. Es hieß dazu, mit der posthumen Einreichung des Entwurfes habe man dem Engagement des Münchners gedenken wollen.[3]

Bibliographie

Eigene Bücher

  • 1974: Kaugummi, Beltz & Gelberg, Bilderbuch Nr. 9
  • 1975: Eselsohren, Beltz & Gelberg, Bilderbuch Nr. 18
  • 1975: Die quietschvergnügte Straßenbahn, Verlag Heinrich Ellermann, mit Eleonore Orterer
  • 1993: Lese-Lexikon: Schmökern – Nachschlagen – Weiterdenken, Verlag Heinrich Ellermann, mit Rosemarie Wildermuth

Beiträge zu Anthologien

  • 1973–1984: Beiträge zu den Jahrbüchern der Kinderliteratur, Hans-Joachim Gelberg, Beltz und Gelberg
  • 1976: In allen Häusern, wo Kinder sind, wird erzählt, gespielt, gebastelt, gefeiert, Ulrike Lentz-Penzoldt, Verlag Heinrich Ellermann
  • 1994: Der kunterbunte Ferienkoffer, Dorothée Kreusch-Jacob, Verlag Heinrich Ellermann [4]
  • 2019: Lyrik-Comics: Gedichte Bilder Klänge für Kinder in den besten Jahren, Stefanie Schweizer, Beltz und Gelberg [5]

Briefmarken

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. Beitrag in einem Philatelie-Forum über Höchtlens Briefmarkenentwürfe: https://forum.bund-forum.de/viewtopic.php?f=680&t=30230
  2. Online-Todesanzeige: https://trauer.merkur.de/traueranzeige/norbert-hoechtlen
  3. Über das von Höchtlen gestaltete Motiv für den Frühlingsfestjahreskrug des Münchner Frühlingsfestes: https://www.fruehlingsfest-muenchen.bayern/fr%C3%BChlingsfest/fr%C3%BChlingsfest-m%C3%BCnchen-2015/fr%C3%BChlingsfest-jahreskrug
  4. http://dorotheekreusch-jacob.com/werke/kunterbunte_ferienkoffer_buch.html
  5. https://www.beltz.de/kinderbuch_jugendbuch/produkte/details/40770-lyrik-comics.html
  6. Preisträger im Wettbewerb Die schönsten deutschen Bücher: https://www.eisenburger.de/buecher/pdf/1974_BRD.pdf
Personendaten
NAME Höchtlen, Norbert
KURZBESCHREIBUNG deutscher Grafiker und Autor
GEBURTSDATUM 1. September 1945
GEBURTSORT München
STERBEDATUM 22. Juli 2012
STERBEORT München
Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Norbert_Höchtlen&oldid=235004867"