Sefkerin

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Сефкерин
Sefkerin
Basisdaten Staat: Serbien  Serbien Provinz: Vojvodina Okrug: Okrug Južni Banat Opština: Opovo Koordinaten: 45° 0′ N, 20° 29′ O 45.00277777777820.47638888888977Koordinaten: 45° 0′ 10′′ N, 20° 28′ 35′′ O Höhe: 77 m. i. J. Fläche: 37,794 km2 Einwohner: 2.522 (2011) Bevölkerungsdichte: 67 Einwohner je km2 Telefonvorwahl: (+381) 013 Postleitzahl: 26203 Kfz-Kennzeichen: PA

Sefkerin (serbisch-kyrillisch Сефкерин, ungarisch Szekéreny) ist ein Dorf mit 2522 Einwohnern an der Temesch in der Opština Opovo im Okrug Južni Banat der Vojvodina, Serbien. Sefkerin ist 7 km südöstlich von Opovo und 24 km nordwestlich von der Stadt Pančevo entfernt. Der Ortsname bezieht sich auf Wagen (ungarischer Singular Szekér, Suffix -eny) und deutet wahrscheinlich auf eine historische Streusiedlung mit Stellmacherei hin.[1]

Geschichte

Es ist urkundlich nicht belegt, wann Sefkerin tatsächlich gegründet wurde. Von 1552 bis 1718 gehörte das Gemeindegebiet zum Sancak Pançova im Eyâlet Tımışvâr des Osmanischen Reiches.

Österreichisches Staatsarchiv: Karte der Josephinischen Landesaufnahme
Datei:Crkva Svetog Arhangela Gavrila.png
Orthodoxe Kirche Sankt Gabriel, erbaut 1811 bis 1813

Mit dem Frieden von Passarowitz kam das Banat unter die Herrschaft der Habsburger. Es wurde als kaiserliches Kameralgut den Wiener Zentralbehörden (Hofkriegsrat und Hofkammer) unterstellt und von einer kameralen Landesadministration in Temesvár verwaltet. 1764 begann unter Maria Theresia im südwestlichen Banat der administrative Aufbau und die organisierte Kolonisation eines Grenzregiments und seines Regimentsbezirks zum weiteren Ausbau der Militärgrenze. Auf Weisung des Hofkriegsrates vom Mai 1764 wurden für ein Ansiedlungs-Corps zuerst Veteranen aus den Aerarial-Invalidenhäusern von Wien, Prag, Pest und Pettau ausgewählt. Eine militärische Ansiedlungskommission konskribierte die für die Ansiedlung vorgesehenen Orte. Laut Kommissionsbericht vom Dezember 1764 gab es 112 Personen der raizischen Volksgruppe und 79 vollständig, teilweise oder nicht bewohnbare Häuser im Gebiet Sefkerin-Glogonj, das als Raitzisch-Sefkerin bezeichnet wurde. Die slawischen Einwohner konnten sich bei dieser Konskription für den Militärdienst oder für eine finanziell entschädigte Umsiedlung mit zugebilligter dreijähriger Abgabenfreiheit entscheiden. 100 Personen entschieden sich für die Umsiedlung nach Jarkovac, Ilandža, Dobrica und Banatsko Novo Selo. Im April 1765 berichtete die Kommission dem Hofkriegsrat, dass die Ansiedlung einer Kompanie mit 200 Veteranen in Sefkerin abgeschlossen war. Etwa die Hälfte der Soldaten war verheiratet und hatte Kinder. In den ersten Jahren lebten in einem Haus zwei bis drei Familien als eine sogenannte Hauskommunion zusammen. Auf der Karte der Josephinischen Landesaufnahme ist die Streusiedlung eingezeichnet. Im November 1774 reichte die Militärkommission einen Grundrissentwurf für den Neuaufbau mit mehreren konzipierten rechtwinkeligen Häuserblöcken und zentralen Hauptplätzen der neuen Reihendörfer Raitzisch-Sefkerin und Deutsch-Sefkerin (Glogonj!) ein. Nach Bewilligung des Plans und der veranschlagten Baukosten wurden im Jahre 1775 in Sefkerin ein Hauptmannsquartier , ein Lieutnantsquartier , ein Arrendatorquartier , Gemeine Ansiedlerhäuser, ein Schulhaus, ein Wirtshaus, ein Pfarrhaus und eine Kirche aus Holz erbaut. Die deutsche Kompanie wurde zum größten Teil nach Glogonj verlegt. Weitere Ansiedler aus verschiedenen ungarischen Komitaten und Regimentsbezirken der Militärgrenze wurden in Sefkerin angesiedelt, der zum Garnisonsort der Kompanie Glogonj des Deutsch-Banater Grenzinfanterieregiments Nr. 71 wurde. In den Jahren 1811 bis 1813 wurde die neue orthodoxe Kirche Sankt Gabriel im klassizistischen Stil erbaut. Von 1775 bis 1913 zelebrierten die orthodoxen Gläubigen aus Glogonj ihre Religion in der Sefkeriner Kirche.[2]

Auf den Karten der Franziszeischen und der Franzisco-Josephinischen Landesaufnahmen ist die Region mit dem Reihendorf kartografiert. [3]

Nach Auflösung der Militärgrenze (1872) gehörte Sefkerin zum Verwaltungsbezirk Pancsova (Pancsovai járás, Stuhlbezirk Pantschowa) des Komitats Torontál. Aufgrund des ungarischen Reichstagsgesetzes von 1898 über die Gemeinde- und Ortsnamen durfte nur mehr die Variante Szekerény bis 1918 offiziell verwendet werden. Im Jahre 1902 wurde eine Katastralvermessung durchgeführt und Katasterpläne der Gemeinde angefertigt. Im November 1918 besetzte die serbische Armee bereits fünf Tage nach dem österreichisch-ungarischen Waffenstillstand die Region.[4]

Von 1919 bis 1921 (Verträge von Trianon und Sèvres) gehörte das Dorf zum Srez Pančevo in der Torontalsko-tamiška županija der Pokrajina Banat, Bačka und Baranja, bis 1929 zu diesem Landkreis im Verwaltungsbezirk Belgrad (Beogradska oblast) des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen, von 1929 bis 1941 zum genannten Srez der Dunavska banovina des Königreichs Jugoslawien und seit 1941 zum Kreis Pančevo im besetzten Serbien. Am 11. April 1941 marschierten Soldaten der Division Großdeutschland ins Dorf ein. In der Nacht vom 30. September zum 1. Oktober 1944 wurden Häftlinge aus Bor durch den Ort getrieben. Am 2. Oktober 1944 besetzte eine kleine Gruppe entschlossener Personen aus Sefkerin mit unzureichender Bewaffnung als Partisanen das Gemeindeamt Glogonj. Sie wurden bei dieser Aktion von ein paar Personen der rumänischen Volksgruppe aus Glogonj unterstützt. Am 4. Oktober 1944 erreichten Soldaten der Roten Armee zur Belgrader Operation die Region. Von 1946 bis 1959 gehörte die Gemeinde (Mesna zajednica) zum Srez Pančevo der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien. Nach einer Reform der territorialen Verwaltungsgliederung in den Jahren 1957 bis 1959 kam Sefkerin zur Opština Opovo.[5]

Demographie

Bevölkerung
Jahr Gesamt Serben Deutsche Ungarn Walachen (Rumänen) Slowaken Sonstige
1880[6] 2507 2114 44 5 234 1 155
1910[7] 2997 2875 55 9 6 4 46
1948[8] 5551 3545 1220 370 23 140 120
2002[9] 2627 2279 15 170 6 157


In der Rubrik Sonstige 1948 sind 83 Kroaten, 1 Slowene, 2 Montenegriner, 3 Muslime, 13 Bulgaren, 27 Russen und 18 Russinen zusammengefasst. Die bei dieser Volkszählung angegebenen Deutschen waren Jugoslawiendeutsche aus der Region. In der Rubrik Sonstige 2002 sind 36 Jugoslawen, 36 Mazedonier, 24 Roma, 5 Kroaten, 3 Russen, 2 Muslime, 1 Bulgare, 1 Ruthene, 1 Ukrainer und 48 Personen ohne ethnische Angabe zusammengefasst.

Einzelnachweise

  1. Popis stanovništva 2011 god.
  2. Erik Roth: Die planmäßig angelegten Siedlungen im Deutsch-Banater Militärgrenzbezirk 1765-1821. Oldenbourg, München 1988, ISBN 3-486-54741-0, S. 48-50, 138-140 u. 145-163. Österreichisches Staatsarchiv: Karten und Plansammlung, Plan G I h 3-1 (Roth, S.50). Eparhija banatska: Kurze Geschichte der Kirche in Sefkerin (serbisch)
  3. Österreichisches Staatsarchiv: Karte der Franziszeischen Landesaufnahme Karte der Franzisco-Josephinischen Landesaufnahme
  4. Országgyűlési Könyvtar: Szefkerin 1902, Katasterpläne im Ungarischen Staatsarchiv. Felix Milleker: Geschichte der Stadt Pančevo. Wittigschlager, Pančevo 1925, S. 229.
  5. Franz Lang: Mit uns in Glogonj 1767-1945. Selbstverlag, Karlsruhe 1990, S. 109-112.
  6. Magyar Király Statisztikai Hivatal (Hrsg.): Az 1881. év elején végrehajtott népszamlalas főbb eredményei megyék es közsegek szerint rendezve. Band 2, Budapest 1882, S. 306
  7. Magyar Király Központi Statisztikai Hivatal (Hrsg.): A magyar szent korona országainak 1910. évi népszámlálása. Budapest 1912. Band 42, S. 368 und S. 369.
  8. Savezni zavod za statistiku (Hrsg.): Konačni rezultati popisa stanovništva od 15. Marta 1948 Godine. Knjiga IX. Belgrad 1954, S. 338. (serbo-kroatisch, französisch, englisch)
  9. Republic of Serbia: 2002 Census of Population, Households and Dwellings. Volume 1 S. 36 u. 37.
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