Starbulls Rosenheim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist eine alte Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 19. Juli 2013 um 19:54 Uhr durch EricWik (Diskussion | Beiträge). Sie kann sich erheblich von der aktuellen Version unterscheiden.
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Eine gesichtete Version dieser Seite, die am 19. Juli 2013 freigegeben wurde, basiert auf dieser Version.
Starbulls Rosenheim
Starbulls Rosenheim
Größte Erfolge
Vereinsinformationen
Geschichte bis 1978 EV Rosenheim
1979-1993 Sportbund DJK Rosenheim
1994-2000 Star Bulls Rosenheim GmbH
seit 2000 Starbulls Rosenheim e.V.
Spitzname SBR
Vereinsfarben grün-weiß (primär), rot-schwarz (sekundär)
Liga DEL2
Spielstätte Städtisches Kathrein-Stadion
Kapazität 4.750[1] Plätze (davon 1.000 Sitzplätze)
Geschäftsführer Wilhelm Graue
Cheftrainer Franz Steer
Kapitän Stephan Gottwald
2012/13 6. Platz, Playoff-Halbfinale

Die Starbulls Rosenheim sind ein deutscher Eishockeyclub aus Rosenheim, Oberbayern. Juristisch gesehen beginnt die Geschichte des Starbulls Rosenheim e.V. mit der Vereinsgründung am 23. Mai 2000, sportlich ist sie jedoch älter, da sie untrennbar mit der Eishockeyabteilung des SB DJK Rosenheim und dem ehemaligen DEL-Team „Starbulls Rosenheim" verbunden ist.

Ihre größten Erfolge feierte der Sportbund in den 1980er Jahren, als der Verein dreimal die deutsche Meisterschaft gewann. Die Heimspiele finden im 4.750 Zuschauer fassenden Städtischen Kathrein-Stadion Rosenheim statt.

Geschichte

Nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1960

Nach ersten Anfängen 1928 gab es in der oberbayerischen Stadt Rosenheim nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst Eishockey beim ASV Rosenheim, beim EV Rosenheim, der bis in die Eishockey-Bundesliga aufstieg, und beim TC 1880 Rosenheim.

1960 bis 1980: "Wilde Zeiten" in den 1960ern und 1970ern

Mit dem Bau des neuen Eisstadions 1961 bekam der EV Rosenheim eine dauerhafte Heimspielstätte, die regelmäßiges Training ermöglichte. Die Rosenheimer schafften drei Jahre später, in der Saison 1963/64, den Sprung in die damals zweitklassige Oberliga. Im Jahr 1972 gelang der Aufstieg in die erste Bundesliga, dem zum Saisonende jedoch der direkte Abstieg folgte. Nachdem der Klub 1973 ein überdachtes Eisstadion hatte und in der Spielzeit 1974/75 wieder in die 1. Bundesliga zurückkehrte, folgten sportlich sowie wirtschaftlich weniger erfolgreiche Jahre. Es fehlte an Geld und wichtige Spieler verließen den EVR.

Ende der 1970er weigerten sich einige Spieler, das Eis zu betreten, um in der Kabine über ihr Gehalt und eventuelle Prämien zu verhandeln. Nachdem die Schulden immer größer wurden, trat der gesamte Vorstand zurück und der Fernsehkoch Max Inzinger übernahm den Posten. Im Sommer 1978 musste der EVR Insolvenz anmelden.

1980 bis 1994: Die großen Erfolge der 1980er

Nach dem Konkurs des EV Rosenheim wurde aus der Eishockeyabteilung des TC 1880 Rosenheim und den Mitgliedern des EV Rosenheim die Eishockeyabteilung beim Sportbund DJK Rosenheim. Der neu gegründete Verein ersetzte den EV Rosenheim in der ersten Bundesliga. Nachdem der DJK in den ersten beiden Spielzeiten den Abstieg verhindern konnte, engagierte sich Josef März im Rosenheimer Eishockey. Der millionenschwere Rosenheimer Unternehmer und Freund von Ministerpräsident Franz Josef Strauß investierte sein Geld in die Mannschaft, was schließlich zu Erfolgen führte. In der Saison 1980/81 verpflichtete die Vereinsführung den bis dahin noch unbekannten Karl Friesen als Neuzugang. Der Klub erreichte daraufhin den sechsten Platz.

Ein Jahr danach wurde der Sportbund in der Vorrunde Tabellenfünfter und schafft in den anschließenden Play-offs den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte. In den Folgejahren wechselten Eishockeygrößen wie Ernst Höfner und Franz Reindl an die Mangfall, und der SBR spielte oben mit, jedoch gelingt die zweite Meisterschaft erst 1985. Die größten Konkurrenten der Rosenheimer waren in dieser Zeit der EV Landshut, die Düsseldorfer EG und der Kölner EC. Zum Ende der Spielzeit 1988/89 erreichte der SB Rosenheim ein weiteres Mal das Play-off-Finale und besiegte dort die Düsseldorfer EG mit 3:1-Spielen. Dies war der dritte und letzte Meistertitel.

Einige Jahre später endete die sportlich erfolgreiche Zeit des Sportbundes. Nach dem Tod von Club-Mäzen Josef März wurde der Verein zum politischen Spielball zwischen der Stadt Rosenheim und den März-Nachkommen. Diese sicherten ihre weitere Unterstützung nur zu, wenn ein neues Eisstadion mit zweiter Eisfläche gebaut würde, wie es nach dem dritten Meistertitel von der Stadt versprochen worden war.

Auf dem Höhepunkt dieser Auseinandersetzung und nach der Finalniederlage 1992 gegen Düsseldorf wurde der Klub in die zweite Bundesliga eingeteilt. Obwohl der Kader auf die drittklassige Oberliga ausgerichtet war, schaffte es der Verein unter Trainer Ernst Höfner, direkt in die erste Bundesliga zurückzukehren. Als das März-Imperium schließlich in sich zusammenbrach, weil es sich beim Ankauf vieler Brauereien übernommen hatte und der Fleischhandel mit dem Osten nach der Deutschen Einheit nicht mehr subventioniert wurde, konnte auch der SBR seine Mannschaft nicht mehr in den bisherigen Größenordnungen finanzieren.

1994 bis 2000: Die Zeit in der DEL

Nach dem sofortigen Wiederaufstieg in die erste Bundesliga wurde die höchste Spielklasse in die Deutsche Eishockey Liga umgewandelt und wie bei fast allen Teams wurde auch in Rosenheim die Profimannschaft in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung ausgelagert. Nach mehreren Jahren in der DEL, deren Höhepunkt die Saison 1996/97 darstellte, als die Star Bulls in einem spannungsgeladenen Spiel gegen den EV Landshut den Einzug in die Playoffs sicherte, kehrten die Finanzprobleme wieder.

Erst eine Rettungsaktion der Fans und der Stadt machte ein Verbleiben in der DEL möglich. Jedoch hatten zu dem Zeitpunkt schon zu viele Leistungsträger den Klub verlassen, sodass dieser mit sechs Siegen und drei Unentschieden aus 44 Spielen Letzter der Hauptrunde wurde. Zum Ende der Spielzeit 1999/00 zogen sich die Star Bulls Rosenheim vom Spielbetrieb zurück. Die Star Bulls GmbH wird mit der DEL-Lizenz nach Iserlohn verkauft - die Geburtsstunde der Iserlohn Roosters.

Seit 2000: Der Neuanfang

Nachdem zunächst die Eishockeyabteilung des Sportbund DJK Rosenheim aufgelöst worden war und dann erst der Verein Starbulls Rosenheim e.V. neugegründet wurde, musste der Seniorenspielbetrieb in der untersten bayerischen Liga - der Bezirksliga Bayern - wieder von vorne begonnen werden. Im Gleichschritt mit dem EV Landsberg 2000 gelang der Durchmarsch von der Bezirks- in die Bayernliga, wo der Verein zwei Spielzeiten verbrachte und in der Saison 2003/04 den Aufstieg in die drittklassige Oberliga schaffte.

In der ersten Oberliga-Saison 2004/05 zogen die Starbulls als Aufsteiger in die Play-offs ein und verloren in der ersten Runde gegen den EHC München. Ein Jahr später qualifizierten sich die Rosenheimer erneut für die Play-offs und erreichten das Playoff-Viertelfinale, wo sie gegen den Rivalen aus Landsberg ausschieden.

Nachdem die Starbulls in der Hauptrunde der Saison 2009/10 den fünften Platz belegt hatten, gelang ihnen nach Erfolgen im Viertelfinal-Play-off gegen die Roten Teufel Bad Nauheim sowie im Halbfinale gegen den Hauptrundenersten Herner EV und ohne Niederlage im Finale gegen den EC Peiting die Meisterschaft und damit der sportliche Aufstieg in die 2. Eishockey-Bundesliga.

Am 11. Januar 2011 gelang den Rosenheimern der erste Pokalerfolg. Mit einem 3:2-Erfolg über die Ravensburg Towerstars setzten sich die Starbulls im Finale des DEB-Pokals 2010/11 durch. Die Starbulls schlossen als Aufsteiger die Saison 2010/11 mit dem Erreichen des Halbfinale erfolgreich ab, verloren hier allerdings mit 1-4 in der Serie gegen den späteren Meister Ravensburg Towerstars. In der Saison 2011/12 gelang schließlich das Erreichen des Finales gegen die Landshut Cannibals, welches nach zwischenzeitlicher 2-1 Führung noch 2-4 verloren ging. Die Saison 2012/13 verlief ähnlich erfolgreich wie die Saisonen in den Vorjahren. Die Mannschaft erreichte wieder souverän die Playoff-Runde und schlug in einer spannenden Serie den Erzrivalen Landshut Cannibals im Playoff-Viertelfinale mit 4:2 Siegen. Im Halbfinale war jedoch Schluss für die Starbulls und man musste sich den Bietigheim Steelers, welche später das Finale gegen die SERC Wild Wings für sich entschieden, knapp mit 3:4 Siegen geschlagen geben.

Spielzeiten

Mannschaftskader der Saison 2012/13

Torhüter
Nr. Name Geburtsdatum Im Team seit Letztes Team
37 Finnland Pasi Häkkinen 25. Juni 1977 2012 HK Gomel
33 Deutschland Josef Mayer 22. Juni 1988 2011 Ravensburg Towerstars
90 Deutschland Timon Ewert 6. September 1990 2010 EHC Klostersee
Verteidiger
Nr. Name Geburtsdatum Im Team seit Letztes Team
3 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Bryan Schmidt 27. Juli 1981 2012 SønderjyskE Ishockey
12 Deutschland Dominic Auger 12. Januar 1977 2010 EHC München
24 Deutschland Max Renner 24. März 1992 2010 eigener Nachwuchs
28 Deutschland Michael Rohner 30. Juni 1982 2007 EC Bad Tölz
71 Deutschland Max Meirandres 4. Februar 1993 2010 eigener Nachwuchs
72 Deutschland Nikolaus Senger 30. Oktober 1989 2007 eigener Nachwuchs
95 Deutschland Josef Frank 2. August 1984 2010 SC Riessersee
Angreifer
Nr. Name Geburtsdatum Im Team seit Letztes Team
4 Deutschland Stephan Gottwald 20. September 1983 2009 Rostock Piranhas
6 Deutschland Marcus Marsall 14. Mai 1990 2009 Landshut Cannibals
8 Deutschland Robin Hanselko 19. September 1989 2008 Erding Gladiators
10 Deutschland Norman Hauner 4. Dezember 1991 2012 EV Duisburg / Kölner Haie
11 Deutschland Robert Schopf 24. Juni 1989 2007 eigener Nachwuchs
16 Kanada Ryan Del Monte 13. September 1983 2012 Worcester Sharks
17 Deutschland Dominik Daxlberger 7. Februar 1993 2011 eigener Nachwuchs
19 Kanada Matthew Caruana 7. Juni 1985 2012 Toronto Marlies
21 Deutschland Michael Fröhlich 26. Juli 1986 2012 Hannover Indians
26 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Gregory Squires 6. Juli 1988 2012 Stockton Thunder
36 Deutschland Michael Baindl 19. August 1986 2011 Landshut Cannibals
52 Deutschland Simon Wenzel 29. September 1989 2011 Heilbronner Falken
77 Deutschland Andrej Strakhov 17. November 1978 2011 Grizzly Adams Wolfsburg
91 Deutschland Fabian Zick 1. März 1991 2009 eigener Nachwuchs
Offizielle
Tätigkeit Name Geburtsdatum Im Team seit Letztes Team
Trainer Deutschland Franz Steer 18. August 1956 2007 Erding Gladiators
Co-Trainer Deutschland Martin Reichel 7. November 1973 2011 aktiv bei den Starbulls Rosenheim

(Stand: 2012)

Bekannte Persönlichkeiten

Spieler

Trainer

Nachwuchsarbeit

Im deutschen Eishockey ist Rosenheim bekannt für gute und konsequente Nachwuchsarbeit. Bekanntestes Beispiel der Gegenwart ist der am 21. Mai 2009 verstorbene, ehemalige Torhüter der Deutschen Nationalmannschaft, Robert Müller. Des Weiteren stehen mit Florian Busch und Tobias Draxinger zwei Spieler im Meisterschaftskader der Eisbären Berlin, die zuvor in Rosenheim ausgebildet wurden. Ebenso feierte im Februar 2013 der gebürtige Rosenheimer Philipp Grubauer sein NHL-Debüt bei den Washington Capitals.

Trotz der finanziellen Probleme und der Zurückstufung in die Bezirksliga erhielten die Starbulls den Spielbetrieb ihrer Nachwuchsmannschaften aufrecht und stellen sogar ein Team in der höchsten Spielklasse für Jugendliche, der DNL. Wie erfolgreich die Nachwuchsarbeit auch in der Vergangenheit war, zeigt die Tatsache, dass im Kader der Saison 2005/06 nur Spieler standen, die entweder in Rosenheim geboren sind und/oder in einer Nachwuchsmannschaft für Rosenheim auf dem Eis standen.

Stadion

Hauptartikel: Städtisches Kathrein-Stadion

Spielte man 1928 noch auf einer Spritzeisbahn, so begann man 1961 mit dem ersten Spatenstich am heutigen Kunsteisstadion. Eigentlich ist das Rosenheimer Eisstadion ein Schwarzbau, denn die Baugenehmigung wurde nachträglich erteilt. Vor der Überdachung 1973 war es ein Freiluftstadion, in dem 7300 Menschen Platz fanden. Jedoch gab es Spiele (z.B. das Aufstiegsspiel am 7. März 1975 gegen den Augsburger EV oder mehrmals in den 1980ern), bei denen 10000 Menschen im Stadion waren. Legendär dürfte damals die Aussage des Stadionsprechers gewesen sein: Sie werden niemals mehr die Gelegenheit bekommen so nah beieinander zu stehen! Die heutige Leimbinder-Konstruktion (kurze Zeit war sogar ein Luftkissendach im Gespräch) führte im Februar 2006 zu einer kurzzeitigen Sperre des Stadions, da hier angeblich der gleiche Leim verwendet wurde, wie bei der eingestürzten Eislaufhalle in Bad Reichenhall, jedoch bestätigte sich der Verdacht nicht. Anfangs wurde das Stadion nach einem Limonadenhersteller "Frucade-Stadion", später nach der Fleischwarenfirma "Marox" benannt, bis es in den späten 1990er-Jahren seinen heutigen Namen "Städtisches Kathrein-Stadion" erhielt.

Einzelnachweise

  1. Reduzierung der Zuschauerkapazität. Starbulls Rosenheim, 13. Dezember 2012, abgerufen Fehler bei Vorlage:Internetquelle, abruf=13-12-2012 Format invalid. 
Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Starbulls_Rosenheim&oldid=120703004"