Porzellanmanufaktur Nymphenburg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist eine alte Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 7. Juni 2012 um 14:39 Uhr durch Werbeeinblendung (Diskussion | Beiträge) (Geschichte ). Sie kann sich erheblich von der aktuellen Version unterscheiden.
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Eine gesichtete Version dieser Seite, die am 7. Juni 2012 freigegeben wurde, basiert auf dieser Version.
Staatliche Porzellan-Manufaktur Nymphenburg A. Bäuml GmbH & Co. KG
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1747
Sitz München
Leitung Jörg Richtsfeld, Peter Scherkamp, Frank Klaus
Branche Eisenwaren- und Hartwarengroßhandel
Website www.nymphenburg.com
Fehler bei Vorlage * Parametername unbekannt (Vorlage:Infobox Unternehmen): "Produkte"

Die Porzellanmanufaktur Nymphenburg befindet sich am Nördlichen Schlossrondell vor dem Schloss Nymphenburg (München) und stellt seit Mitte des 18. Jahrhunderts künstlerisch hochwertiges Porzellan her.

Geschichte

Nördliches Schlossrondell; Hauptgebäude der Porzellanmanufaktur seit 1761

Der Kurfürst Maximilian III. Joseph förderte nach seinem Regierungsantritt 1745 die Gründung von Manufakturen, um damit die Staatsfinanzen zu sanieren. Seit 1747 versuchte man sich in der Porzellanherstellung und bekam Ende des Jahres das Schloss Neudeck in der Münchner Au zur Verfügung gestellt. Bis 1754 scheiterten die Versuche der Porzellanherstellung kläglich und waren finanziell verlustreich. Am 3. November 1754 wurde Franz Anton Bustelli als Figurist eingestellt, etwa zu der Zeit, als man endlich die Porzellanherstellung beherrschte. 1755 erhielt die Manufaktur ihren ersten Hofauftrag und 1756 gelang es erstmals, das Porzellan farbig zu bemalen. Mit dem Juristen und Unternehmer Sigmund Graf von Haimhausen wurde ab 1758 die Porzellanmanufaktur unternehmerisch ausgerichtet und im Jahr 1761 in die von Joseph Effner gestalteten Gebäude am Nördlichen Schlossrondell vor dem Schloss Nymphenburg umgezogen, in denen sich die Manufaktur auch heute noch befindet. Der durch das Gelände der Manufaktur verlaufende Nymphenburg-Biedersteiner Kanal treibt damals wie auch heute die mechanischen Geräte in den rückwärtigen Gebäuden an, die meist aus späterer Zeit stammen.

Unter den folgenden großen Künstlern nach Bustelli sind unter anderem Dominik Auliczek der Ältere und Johann Peter Melchior zu nennen. Zwischenzeitlich sind über 600 der übrigen zahlreichen Porzellankünstler und -arbeiter aus allen Perioden bis nach 1945 namentlich erfasst, was weitere Forschungen unterstützen wird. 1765 arbeiteten 187 Personen in Nymphenburg: Die Produktion erreichte ihren höchsten Stand. Ein großer Förderer der Manufaktur war Ludwig I., der viele Aufträge vergab. Besonders beliebt waren Tafelservice mit Kopien berühmter Gemälde oder mit bayerischen Landschaften im antikisierenden Stil. 1810 wurde Anton Auer beauftragt, Gemälde der königlichen Bildergalerie auf ein Service zu übertragen.[1] Seine Nachfolge als Obermaler trat 1815 Christian Adler an; auch Auers Sohn Maximilian Joseph Auer war als Porzellanmaler tätig.[2] 1822 wurde Friedrich von Gärtner als künstlerischer Leiter der Manufaktur berufen. Mitte des 19. Jahrhunderts verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage der Manufaktur zusehends, so dass 1856 die künstlerische Produktion ganz eingestellt wurde und man beschloss, die Manufaktur zu privatisieren. 1862 wurde die Manufaktur erstmals verpachtet. Der Schwerpunkt verlagerte sich vorübergehend zum technischen, medizinischen und sanitären Porzellan. 1887 pachtete Albert Bäuml (1855-1929) die Manufaktur, und sein Ziel war es, wieder ein ähnlich hohes künstlerisches Niveau wie früher zu erreichen. Bäuml war es auch, der Bustelli „wiederentdeckte". An der Wende zum 20. Jahrhundert war dieses Ziel erreicht und neben historischen Kopien wurden nun elegante Jugendstilgeschirre entwickelt. Nach dem Tode des Vaters übernahmen die drei Söhne Fritz Bäuml (1887–1969), Alfred Bäuml (1892–1971) und Kurt Bäuml (1899–1979). Letzterer führte nach dem Tode seiner beiden Brüder das Unternehmen alleine weiter. Von 1975 bis 2011 war die Manufaktur vom Bayerischen Staat an den Wittelsbacher Ausgleichsfonds verpachtet. Am 1. Oktober 2011 übernahm Prinz Luitpold von Bayern die Porzellan Manufaktur.

Liebesgruppe „Der stürmische Galan" von Franz Anton Bustelli, um 1756

Das Porzellanmuseum (Sammlung Bäuml) ist unmittelbar im Schloss Nymphenburg untergebracht, Führungen durch die Manufaktur sind nach Voranmeldung möglich.

Literatur

  • Siehe auch Liste von Porzellanmanufakturen und -herstellern
  • Friedrich H. Hofmann: Geschichte der bayerischen Porzellan-Manufaktur Nymphenburg. 3 Bände. Hiersemann, Leipzig 1921–1923 (Nachdruck: Scherer, Berlin 1991, ISBN 3-89433-009-0 (Edition Arkanum)).
  • Hans Thoma: Porzellan-Manufaktur Nymphenburg. 1747–1947. = Zweihundert Jahre Nymphenburg. Bruckmann, München 1947.
  • Arno Schönberger: Nymphenburger Porzellan. Prestel, München 1949 (Bilderhefte des Bayerischen Nationalmuseums München 4).
  • Rosel Termolen: Nymphenburger Porzellan. 2. Auflage. Rosenheimer, Rosenheim 1992, ISBN 3-475-52504-6 (Rosenheimer Raritäten).
  • Rainer Schuster: Nymphenburger Porzellan. Kostbarkeiten aus der Sammlung Bäuml und dem Residenzmuseum München. Bayerische Verwaltung der Staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, München 1997, ISBN 3-9805654-0-8.
  • Alfred Ziffer: Nymphenburger Porzellan. Sammlung Bäuml, Stuttgart 1997, ISBN 3-925369-61-9
Commons: Porzellanmanufaktur Nymphenburg  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Wilhelm Adolf Schmidt: Auer, Anton. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 1, Duncker & Humblot, Leipzig 1875, S. 637.
  2. Hyacinth Holland: Auer, Maximilian Joseph. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 46, Duncker & Humblot, Leipzig 1902, S. 84.

48.16009211.507436Koordinaten: 48° 9′ 36,3′′ N, 11° 30′ 26,8′′ O

Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Porzellanmanufaktur_Nymphenburg&oldid=104123485"