„Petuelpark" – Versionsunterschied
Version vom 8. November 2007, 11:43 Uhr
Der Petuelring ist ein Teilstück des Mittleren Rings (Bundesstraße 2 R) in München. Er verläuft als Petueltunnel größtenteils im Untergrund; auf dem Tunnelgewölbe wurde der Petuelpark angelegt.
Verlauf
Die Straße bildet die Weiterführung des Mittleren Rings im Norden Münchens in den Stadtteilen Milbertshofen und Schwabing ab der Lerchenauer Straße bis zur Schenkendorfstraße.
Wegen des hohen Verkehrsaufkommens von über 100.000 Fahrzeugen pro Tag wurde der Petuelring in das Ringtunnel-Projekt der Stadt München aufgenommen. Nach mehrjähriger Bauzeit und täglichem Verkehrschaos auf der damals größten Baustelle der Stadt wurde der Petueltunnel mit einer Länge von ca. 1,5 Kilometern am 7. Juli 2002 eröffnet. Über diesem Tunnel liegt jetzt der Petuelpark. Damit liegt der Mittlere Ring nicht mehr wie ein Riegel zwischen den Vierteln Milbertshofen und Schwabing.
Unter der Kreuzung Petuelring – Schleißheimer Straße liegt die Haltestelle Petuelring der Linie 3 der U-Bahn München sowie die gleichnamige Endhaltestelle der Straßenbahn-Linie 27.
Tunnel
Der Petueltunnel ist mit ca. 1500 m der derzeit längste Münchener Straßentunnel. Sein derzeitiges tägliches Verkehrsaufkommen beläuft sich auf ca. 120.000 Fahrzeuge (90 % Pkws, 10 % Lkws). Der Tunnel wurde zwischen 1997 und 2002 durch die Unternehmen Max Bögl und Ed. Züblin AG errichtet; die Baukosten betrugen 400 Millionen DM.
Die Sicherheit des Tunnels wird ständig von der Verkehrszentrale München überwacht. Mit neuartiger Information durch frei programmierbare Textzeilen an den Tunnelportalen können die Autofahrer auf Gefahrensituationen oder besondere Zustände im Petueltunnel aufmerksam gemacht werden.
Petuelpark
Der Petuelpark beginnt östlich der Knorrstraße / Belgradstraße und erstreckt sich oberhalb des Petueltunnels etwa 650 Meter von Westen nach Osten und 60 Meter von Norden nach Süden.
Profil
Der Park wurde am 27. Juni 2004 feierlich eröffnet. Bereits 1999 wurden die ersten Untersuchungen durchgeführt; die tatsächliche Planung und Ausführung wurde von mehreren Münchner Landschaftsarchitekturbüros übernommen. Der Bau des Tunnels stellte die Planer vor einige Probleme: Zum Einen war der Tunnel teilweise bis zu 3,50 Meter höher als das umliegende Gelände, zum Anderen war das durch den Tunnelbau gewonnene Gelände wesentlich länger als breit (650 zu 60 Metern).
Aus dieser Unverhältnismäßigkeit erwuchs die Idee, den Park auf mehreren Ebenen zu gestalten. Der erhöhte Teil wird von weitläufigen Grasflächen dominiert, auf der tieferen Ebene wurden sogenannte „Themengärten" eingerichtet. An der südlichen Seite des Parks verläuft der Nymphenburg-Biedersteiner Kanal, der vom Olympiasee in Richtung Osten führt und später in den Schwabinger Bach und damit in die Isar mündet. Im Rahmen der Parkgestaltung wurden das gesamte Kanalbett erneuert, mehrere Brücken über den Kanal neu errichtet sowie eine Uferbegrünung vorgenommen.
Die Plätze
Die zwei großen Plätze, die den Park wie ein Nord-Süd-Band durchziehen, sollen die beiden sehr unterschiedlichen Stadtteile Milbertshofen (im Norden) und Schwabing (im Süden) verbinden. Am zentralen Fontänenplatz zwischen Torquato-Tasso-Straße und Klopstock straße befindet sich ein Café mit angeschlossenem Biergarten. Der Platz an der Pfennigparade im Westen des Parks erstreckt sich über die gesamte Breite bis hin zum Nymphenburg-Biedersteiner Kanal.
Der Generationengarten und das Spielband
Der Generationengarten im Nordwesten und der angeschlossene Pavillon soll als Begegnungsstätte, sowohl für die Bewohner der verschiedenen Stadtteile, als auch für Personen verschiedener Generationen, dienen. Im Garten sind Beete zur freien Nutzung durch die Bewohner angelegt worden. Hier sollen die Bürgerinnen und Bürger dazu angeregt werden, sich selbst gärtnerisch im öffentlichen Raum zu betätigen. Östlich des Generationengartens wurde der bereits bestehende Bolzplatz um einen Streetball platz und mehrere Spielplätze erweitertet. Das sogenannte Spielband steht auch den Schülern des nahen Lion-Feuchtwanger-Gymnasiums zur Verfügung.
Kosten
Die Kosten für die Errichtung des Parks (rund 10,5 Mio. €) sorgten für einigen Unmut, da sie von mancher Seite als zu hoch empfunden wurden. Dennoch entschied sich der Bezirksausschuss für die Errichtung des Parks.
Bauwerke
An der Nordseite der Straße liegt das BMW-Hochhaus mit dem BMW-Museum.
An der Kreuzung Petuelring – Schleißheimer Straße ist das Karmeliten kloster St. Johann zu finden. Nahe dem Kloster liegt das öffentliche Bad Georgenschwaige im Luitpoldpark.
In unmittelbarer Nähe ist einer der Hochbunker aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs zu finden.
Mitte 2005 wurde im Petuelpark der Kubus des Lenbachhauses eröffnet. Der Kubus zeigt vierteljährlich wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Künstler.
Nachbarschaft
In mittelbarer und unmittelbarer Nachbarschaft des Petuelrings und des Petuelparks befinden sich
- der Olympiapark
- die Georgenschwaige
- das Krankenhaus Schwabing
- der Schwabinger See und das Ungererbad
- die Münchner Freiheit
- die Highlight Towers
Namensgeber
Die Straße ist nach mehreren Mitgliedern der Familie Petuel benannt. Ludwig Petuel sen. war Brauer aus Freising und ließ einen Kanalweg ausbauen, auf dessen Trasse heute der Petuelring verläuft. Sein Sohn Ludwig jun. und dessen Ehefrau Karolina vermachten wegen Kinderlosigkeit ihr gesamtes Vermögen in den 1930er-Jahren der Stadt München. Seit den 1950ern wird es in der Ludwig-und-Lina-Petuel-Stiftung verwaltet.
Weblinks
- Der Petueltunnel
- Informationen über den Petueltunnel (mit Bildern)
- Seite des Petuelparks
- Fahrt über den Petuelring und durch den Petueltunnel (Video)
- Livecam/Verkehrscam des Petueltunnels