[[Bild:LVS_Mammut_Barryvox.jpg|thumb|(削除) Beispiel (削除ここまで)(削除) eines modernen (削除ここまで) LVS mit Anzeige von Distanz und Richtung zum Verschütteten]]
[[Bild:LVS_Mammut_Barryvox.jpg|thumb|(追記) Ein (追記ここまで) (追記) digitales (追記ここまで) LVS(追記) -Gerät (追記ここまで) mit Anzeige von Distanz und Richtung zum Verschütteten]]
Ein '''LVS-Gerät''' (Lawinenverschütteten-Suchgerät) ist ein [[Elektronik|elektronisches]] Suchgerät für [[Lawine]]nverschüttete. Es wird bei [[Skitour]]en und beim [[Freeriden]] einsatzbereit am Körper getragen.
Ein '''LVS-Gerät''' ('''L'''awinen-'''V'''erschütteten-'''S'''uchgerät) ist ein [[Elektronik|elektronisches]] Gerät (Sender und Empfänger), um unter Lawinen verschüttete Personen orten zu können. Dieses Gerät sendet in regelmäßigen Abständen ein Signal auf der [[Frequenz]] 457 [[Hertz|kHz]] und wird abseits gesicherter Pisten im sendenden Zustand getragen. Werden Personen von einer [[Lawine]] verschüttet, stellen die nicht Verschütteten ihre Geräte auf Empfang. So kann das Signal und damit der Verunglückte auch auf einer großen Fläche geortet werden. Das akustische Signal beim Empfang wird als piepsender Laut wahrgenommen, daher wird das LVS-Gerät oft auch als ''Piepser'' oder ''Lawinenpieps'' bezeichnet.
Das Gerät sendet in periodischen Abständen eine getastete [[Trägerfrequenz]] auf einer gleichbleibenden [[Frequenz]]. Der [[Empfänger]] [[Mischung|mischt]] das empfangene Signal mit einer Frequenz wenige [[Hertz|Kilohertz]] abweichend von der Sendefrequenz und macht das Mischprodukt gefiltert über einen [[Kopfhörer]] oder [[Lautsprecher]] hörbar. Bei Empfang eines Signals ergibt sich als Mischprodukt ein hörbarer Piepston (daher der Beiname „Lawinenpieps").
==Technische Entwicklungen==
Die Lautstärke des Piepstons entspricht dabei in etwa der Entfernung zum Verschütteten. Bei der Suche bewegt sich der Suchende auf den vom Sender ausgehenden magnetischen Feldlinien (zu einer Darstellung siehe [[Dauermagnet]]). Durch stufenweises Herunterschalten der Lautstärke und erneutes Annähern lokalisiert der Suchende den Verschütteten schrittweise.
Ziel des Einsatzes von LVS-Geräten ist es aber auch den Verschüttenten möglichst schnell zu orten, da die Chance zu Überleben sich nach 15 min drastisch veringert. Die Geräte wurden daher im Laufe der Zeit immer weiterentwickelt, um verunglückte Personen schneller und exakter orten zu können. Zunächst wurden analoge Geräte mit einer Antenne genutzt, die mit Hilfe eines unterschiedlich lauten, akustischen Signals die Entfernung anzeigen. Später wurden Geräte mit zwei Antennen und einem Display auf den Markt gebracht, welche nun nicht nur visuell die Entfernung anzeigen, sondern auch die Richtung (entlang einer Feldlinie). Modernste Geräte haben bis zu drei Antennen. Dieses erlaubt theoretisch eine schnellere Ortung der verunglückten Person. Ein wesentlicher Faktor ist aber auch die Einfachheit der Bedienung der Geräte, die auch in Streßsituationen ein effektives und schnelles Vorgehen möglich machen soll.
==Funktionstest==
Als Sende- und Empfangsantenne wird eine [[Ferritantenne]] verwendet. Die Sendefrequenz ist europaweit auf 457 kHz ([[Mittelwelle]]) festgelegt. Heute angebotene Geräte vereinen meist eine Sende- und Empfangseinheit (reine Sendegeräte sind nicht empfehlenswert). Neuere Geräte haben auch eine Anzeige der [[Feldstärke]] zur Unterstützung des Suchvorgangs oder eine dreidimensionale Ortung mit zwei Antennen.
Vor einer Tour muß sichergestellt sein, dass alle Geräte voll funktionsfähig sind. Der folgende Test sollte immer zu Beginn einer Tour durchgeführt werden:
# Teilnehmer stellen Ihr LVS-Gerät auf EMPFANGEN
# Der Gruppenleiter stellt sein Gerät auf SENDEN. Zeigen die Geräte der Teilnehmer ein deutliches Empfangsignal, ist die Empfangsfunktion einwandfrei
# Der Gruppenleiter stellt auf EMPFANGEN
# Die Teilnehmer stellen auf SENDEN und gehen mit einem Abstand von ca. 10 m am Empfangsgerät vorbei. Zeigt das Empfangsgerät für jedes Gerät ein deutliches Signal an, ist die Sendefunktion einwandfrei.
Weiterhin muß sichergestellt sein, dass die Leistung der Batterien ausreichend ist und das das LVS-Gerät sicher am Körper (z.B. mit Hilfe eines Gurtes) befestigt ist. Ein weiterer unverzichtbarer Bestandteil der Ausrüstung ist u.a. eine Lawinenschaufel: Untersuchungen haben gezeigt, dass der weitaus größte Teil der Zeit für das Bergen der Verunglückten aufgewand werden muß. Ohne eine (möglichst qualitativ hochwertige) Lawinenschaufel ist es unter Umständen auch nach einer relativ schnellen Ortung nicht möglich den Verschütteten rechtzeitig zu bergen.
==Vorgehensweise beim Einsatz==
Die Vorgehenweise bei der Suche nach dem Verschütteten läßt sich in drei Abschnitte gliedern:
# Die Suche nach dem Erstsignal
# Grobsuche
# Feinsuche
Geräten mit ''einer'' Antenne und einer akustischen Signalisierung werden über die Lautstärke gesteuert – je näher am Empfänger desto lauter das Signal. LVS-Geräte mit ''zwei'' Antennen zeigen zusätzlich die Richtung an. Der Suchende bewegt sich entlang einer [[Feldlinie]] (zu einer Darstellung siehe [[Dauermagnet]]) in Richtung der abnehmenden Entfernungsanzeige. Angaben zur Entfernung können daher wesentlich höher ausfallen, als es der direkten Distanz entspricht. Bei der Feinsuche können allerdings beide Typen im ungünstigsten Fall zwei Punkte lokalisieren (Sender liegt waagerecht und die Feldlinien treffen so an zwei Stellen senkrecht auf die Antennen). Nur bei einem Gerät mit ''drei'' Antennen führt auch diese Situation zu einer Messung mit nur einer minimalen Entfernung.
===Mehrfachverschüttung===
Bei einem Großteil aller Lawinenunglücke sind mehrere Personen verschüttet. Fast alle digitalen Geräte zeigen zunächst nur das stärkste Signal an, was die Suche wesentlich vereinfacht. Moderste digitale LVS-Geräte können auch die Anzahl der verschütteten Personen anzeigen. Das Suchverfahren bei Mehrfachverschüttungen ist abhängig vom Gerätetyp.
==Weiteres==
Seit dem Jahr 2000 etabliert sich neben aktiven LVS-Geräten ein passives System (Markenname „[[RECCO]]"). Bei diesem System sind die Rettungsmannschaften mit speziellen Suchgeräten ausgestattet. Sie orten die Verschütteten anhand von in die Kleidung eingenähten, zu den Suchgeräten „passenden" Reflektoren.
Seit dem Jahr 2000 etabliert sich neben aktiven LVS-Geräten ein passives System (Markenname „[[RECCO]]"). Bei diesem System sind die Rettungsmannschaften mit speziellen Suchgeräten ausgestattet. Sie orten die Verschütteten anhand von in die Kleidung eingenähten, zu den Suchgeräten „passenden" Reflektoren.
Version vom 25. Dezember 2005, 21:52 Uhr
Ein digitales LVS-Gerät mit Anzeige von Distanz und Richtung zum Verschütteten
Ein LVS-Gerät (Lawinen-Verschütteten-Suchgerät) ist ein elektronisches Gerät (Sender und Empfänger), um unter Lawinen verschüttete Personen orten zu können. Dieses Gerät sendet in regelmäßigen Abständen ein Signal auf der Frequenz 457 kHz und wird abseits gesicherter Pisten im sendenden Zustand getragen. Werden Personen von einer Lawine verschüttet, stellen die nicht Verschütteten ihre Geräte auf Empfang. So kann das Signal und damit der Verunglückte auch auf einer großen Fläche geortet werden. Das akustische Signal beim Empfang wird als piepsender Laut wahrgenommen, daher wird das LVS-Gerät oft auch als Piepser oder Lawinenpieps bezeichnet.
Ziel des Einsatzes von LVS-Geräten ist es aber auch den Verschüttenten möglichst schnell zu orten, da die Chance zu Überleben sich nach 15 min drastisch veringert. Die Geräte wurden daher im Laufe der Zeit immer weiterentwickelt, um verunglückte Personen schneller und exakter orten zu können. Zunächst wurden analoge Geräte mit einer Antenne genutzt, die mit Hilfe eines unterschiedlich lauten, akustischen Signals die Entfernung anzeigen. Später wurden Geräte mit zwei Antennen und einem Display auf den Markt gebracht, welche nun nicht nur visuell die Entfernung anzeigen, sondern auch die Richtung (entlang einer Feldlinie). Modernste Geräte haben bis zu drei Antennen. Dieses erlaubt theoretisch eine schnellere Ortung der verunglückten Person. Ein wesentlicher Faktor ist aber auch die Einfachheit der Bedienung der Geräte, die auch in Streßsituationen ein effektives und schnelles Vorgehen möglich machen soll.
Funktionstest
Vor einer Tour muß sichergestellt sein, dass alle Geräte voll funktionsfähig sind. Der folgende Test sollte immer zu Beginn einer Tour durchgeführt werden:
Teilnehmer stellen Ihr LVS-Gerät auf EMPFANGEN
Der Gruppenleiter stellt sein Gerät auf SENDEN. Zeigen die Geräte der Teilnehmer ein deutliches Empfangsignal, ist die Empfangsfunktion einwandfrei
Der Gruppenleiter stellt auf EMPFANGEN
Die Teilnehmer stellen auf SENDEN und gehen mit einem Abstand von ca. 10 m am Empfangsgerät vorbei. Zeigt das Empfangsgerät für jedes Gerät ein deutliches Signal an, ist die Sendefunktion einwandfrei.
Weiterhin muß sichergestellt sein, dass die Leistung der Batterien ausreichend ist und das das LVS-Gerät sicher am Körper (z.B. mit Hilfe eines Gurtes) befestigt ist. Ein weiterer unverzichtbarer Bestandteil der Ausrüstung ist u.a. eine Lawinenschaufel: Untersuchungen haben gezeigt, dass der weitaus größte Teil der Zeit für das Bergen der Verunglückten aufgewand werden muß. Ohne eine (möglichst qualitativ hochwertige) Lawinenschaufel ist es unter Umständen auch nach einer relativ schnellen Ortung nicht möglich den Verschütteten rechtzeitig zu bergen.
Vorgehensweise beim Einsatz
Die Vorgehenweise bei der Suche nach dem Verschütteten läßt sich in drei Abschnitte gliedern:
Die Suche nach dem Erstsignal
Grobsuche
Feinsuche
Geräten mit einer Antenne und einer akustischen Signalisierung werden über die Lautstärke gesteuert – je näher am Empfänger desto lauter das Signal. LVS-Geräte mit zwei Antennen zeigen zusätzlich die Richtung an. Der Suchende bewegt sich entlang einer Feldlinie (zu einer Darstellung siehe Dauermagnet) in Richtung der abnehmenden Entfernungsanzeige. Angaben zur Entfernung können daher wesentlich höher ausfallen, als es der direkten Distanz entspricht. Bei der Feinsuche können allerdings beide Typen im ungünstigsten Fall zwei Punkte lokalisieren (Sender liegt waagerecht und die Feldlinien treffen so an zwei Stellen senkrecht auf die Antennen). Nur bei einem Gerät mit drei Antennen führt auch diese Situation zu einer Messung mit nur einer minimalen Entfernung.
Mehrfachverschüttung
Bei einem Großteil aller Lawinenunglücke sind mehrere Personen verschüttet. Fast alle digitalen Geräte zeigen zunächst nur das stärkste Signal an, was die Suche wesentlich vereinfacht. Moderste digitale LVS-Geräte können auch die Anzahl der verschütteten Personen anzeigen. Das Suchverfahren bei Mehrfachverschüttungen ist abhängig vom Gerätetyp.
Weiteres
Seit dem Jahr 2000 etabliert sich neben aktiven LVS-Geräten ein passives System (Markenname „RECCO"). Bei diesem System sind die Rettungsmannschaften mit speziellen Suchgeräten ausgestattet. Sie orten die Verschütteten anhand von in die Kleidung eingenähten, zu den Suchgeräten „passenden" Reflektoren.