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[[Datei:Earth's City Lights by DMSP, 1994-1995 (large).jpg|mini|hochkant=2|{{center|Erde bei Nacht (1994/95; Kompositaufnahme aus Satellitenbildern)}}]]
{{Lückenhaft|Eine Weiterleitung [[Lichtkuppel]] führt auf diesen Artikel. Der Begriff „Lichtkuppel" wird hier dann aber gar nicht erklärt.}}
[[Datei:Lichtglocken.Sternenpark.Westhavelland.png|mini|[[Himmelskugel|Nördliche Hemisphäre]] mit der [[Milchstraße|Sommermilchstraße]] im Internationalen [[Sternenpark Westhavelland]] um [[Mitternacht]]. Der [[Horizont]] befindet sich vollständig an der Außenkante der kreisrunden Aufnahme und zeigt eine Reihe von Lichtglocken, die durch die Beleuchtung in den benachbarten Städten verschiedener Größe und verschiedener Entfernung hervorgerufen wurden. Links ist Osten, rechts ist Westen.<!--sic-->]]
[[Datei:Earth's City Lights by DMSP, 1994-1995 (large).jpg|mini|Die Erde bei Nacht (1994/95; Kompositaufnahme aus Satellitenbildern)]]
[[Datei:Light pollution country versus city.png|mini|Sichtbarer Sternenhimmel auf dem Land und in der Großstadt]]
[[Datei:Light pollution country versus city.png|mini(追記) |hochkant (追記ここまで)|Sichtbarer Sternenhimmel(追記) über dem Horizont mit der Sommermilchstraße und dem hellen [[Jupiter (Planet)|Planeten Jupiter]] im [[Schlangenträger (Sternbild)|Sternbild Schlangenträger]] über dem hellen Stern [[Antares]] im [[Skorpion (Sternbild)|Sternbild Skorpion]] (追記ここまで) auf dem Land(追記) (oben) (追記ここまで) und in der Großstadt(追記) (unten). (追記ここまで)]]
[[Datei:Taurus 3m-6m.gif|mini|Sternbild Stier in der Großstadt und auf dem Land]]
[[Datei:Taurus 3m-6m.gif|mini(追記) |hochkant (追記ここまで)|Sternbild Stier in der Großstadt und auf dem Land]]
Der Begriff der '''Lichtverschmutzung''' ({{enS|light pollution}}), auch '''Lichtsmog''',<ref name="smog" /> (削除) seltener (削除ここまで) '''Lichtverunreinigung''' genannt,<ref>Simon Mitton: ''Die Erforschung der Galaxien'', Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg 1978, S. 19 ([https://books.google.at/books?id=tPugBgAAQBAJ&dq=%22Lichtverunreinigung%22&hl=de&source=gbs_navlinks_s online]).</ref> bezeichnet die dauernde Abwesenheit völliger Dunkelheit in den davon betroffenen Gebieten der Erde und bewertet(削除) zugleich (削除ここまで) diesen Sachverhalt negativ. Die Vorgänge, die zu diesem Zustand führen, werden '''(削除) Lichtimmission (削除ここまで)''' genannt.<ref>Lichtimmissionen, Messung, Beurteilung und Verminderung: Gemeinsamer Runderlass des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz – V-5 8800年4月11日 – und des Ministeriums für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr – VI.1 – 850 vom 11. Dezember 2014 ([https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_vbl_bestand_liste?anw_nr=7&l_id=10613&sg=0&val=10613&ver=0&menu=1 MBl. NRW. 2015 S. 1]).</ref> Dabei wird der [[Nachthimmel]] durch meist künstliche [[Lichtquelle]]n aufgehellt, besonders wenn das Licht auch nach oben abgestrahlt wird. Das [[Licht]] wird in den Luftschichten der [[Erdatmosphäre]] gestreut, womit die Überlagerung der natürlichen [[Dunkelheit]] verbunden ist. Über Städten (削除) spricht (削除ここまで)(削除) man (削除ここまで) auch (削除) von (削除ここまで)(削除) deren (削除ここまで) '''(削除) Lichtglocke (削除ここまで)'''.
Der Begriff der '''Lichtverschmutzung''' ({{enS|light pollution}}), auch '''Lichtsmog''',<ref name="smog" /> (追記) auch (追記ここまで) '''Lichtverunreinigung''' genannt,<ref>Simon Mitton: ''Die Erforschung der Galaxien'', Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg 1978, S. 19 ([https://books.google.at/books?id=tPugBgAAQBAJ&dq=%22Lichtverunreinigung%22&hl=de&source=gbs_navlinks_s online]).</ref> bezeichnet die dauernde Abwesenheit völliger Dunkelheit in den davon betroffenen Gebieten der Erde und bewertet diesen Sachverhalt(追記) zugleich (追記ここまで) negativ(追記) als eine Art der [[Umweltverschmutzung]] (追記ここまで). Die Vorgänge, die zu diesem Zustand führen, werden '''(追記) Lichtemission (追記ここまで)''' genannt.<ref>Lichtimmissionen, Messung, Beurteilung und Verminderung: Gemeinsamer Runderlass des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz – V-5 8800年4月11日 – und des Ministeriums für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr – VI.1 – 850 vom 11. Dezember 2014 ([https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_vbl_bestand_liste?anw_nr=7&l_id=10613&sg=0&val=10613&ver=0&menu=1 MBl. NRW. 2015 S. 1]).</ref> Dabei wird der [[Nachthimmel]] durch meist künstliche [[Lichtquelle]]n aufgehellt, besonders wenn das Licht auch nach oben abgestrahlt wird. Das [[Licht]] wird in den Luftschichten der [[Erdatmosphäre]] gestreut, womit die Überlagerung der natürlichen [[Dunkelheit]] verbunden ist. Über Städten (追記) heißen (追記ここまで) (追記) diese Erscheinungen (追記ここまで) auch (追記) '''Lichtglocken''' (追記ここまで) (追記) oder (追記ここまで) '''(追記) Lichtkuppeln (追記ここまで)'''.
== Unerwünschte Effekte ==
Der Mangel an Dunkelheit hat zahlreiche störende Einflüsse:
Die als Lichtverschmutzung bewerteten Vorgänge gelten als eine spezielle Form der Umweltverschmutzung, die jedoch atypisch ist, weil durch [[Fiktion|fiktives]] Ausschalten aller künstlichen Lichtquellen nahezu völlige Dunkelheit entstehen würde. Der Mangel an Dunkelheit ohne künstliche Lichtquellen hat zahlreiche störende Einflüsse auf Organismen:<ref>Travis Longcore, Catherine Rich: ''Ecological light pollution''. In: ''Frontiers in Ecology and the Environment'', Band 2, Nr. 4, 2004, S. 191–198 ([http://cybrary.fomb.org/pages/20040500%20Ecological%20light%20pollution.pdf PDF]).</ref>
* auf die Flora und insbesondere als [[Insektensterben]] auf die Fauna. In den letzten 10 Jahren sind in Europa viele [[nachtaktiv]]e Insektenarten ausgestorben und über 90 % der Tiere
* auf die biologischen Tag-Nacht-Zyklen vieler Tiere
* und zunehmende [[Schlaflosigkeit]] beim Menschen
* starke Beeinträchtigung [[Visuelle Astronomie|astronomischer Beobachtungen]] des Nachthimmels. Beispielsweise ist die [[Milchstraße]] in Städten und deren [[Speckgürtel]] nicht mehr sichtbar.
=== Flora ===
Die als Lichtverschmutzung bewerteten Vorgänge sind eine spezielle Form der [[Umweltverschmutzung]] – insofern aber atypisch, weil durch fiktives Ausschalten aller künstlichen Lichtquellen nahezu völlige Dunkelheit entstehen würde. <!-- In diesem Zusammenhang sei ein langer, totaler Stromausfall in New York im Jahr ... erwähnt, wo die plötzlich sichtbare Milchstraße zu zahlreichen UFO-Alarmen führte -->
Das (saisonspezifische) Pflanzenwachstum kann gestört werden, u. a. weil Nacht- und Tageslängen durch ständig beleuchtete Pflanzen falsch interpretiert werden.<ref>Silvia Nitschke, Anne Cortleven, Tim Iven, Ivo Feussner, Michel Havaux, Michael Riefler, Thomas Schmülling: ''Circadian stress regimes affect the circadian clock and cause jasmonic acid-dependent cell death in cytokinin-deficient arabidopsis plants''. In: ''The Plant Cell'', Band 28, Nr. 7, Juli 2016, S. 1616–1636, {{DOI|10.1105/tpc.16.00016}} ([http://www.plantcell.org/content/plantcell/28/7/1616.full.pdf PDF]).</ref>
=== Fauna (und Menschen) ===
In der höchsten Kategorie der Dunkelheit können bei klarer Sicht etwa 6500 Sterne mit bloßem Auge durchschnittlich guter Sehkraft erkannt werden, die als im astronomischen Sinne ''[[freisichtig]]'' ([[Weißt du, wie viel Sternlein stehen|„am Himmel gezählt"]]) gelten. Sie haben eine [[Scheinbare Helligkeit|scheinbaren Helligkeit (Größenklasse)]] bis zu 6,8 mag.<ref>{{Webarchiv |url=http://www.darksky.org/night-sky-conservation/36-ida/night-sky-conservation/87-international-dark-sky-reserves |wayback=20140409023232 |text=International Dark-Sky Reserves}}, darksky.org, online abgerufen am 24. Oktober 2013 (Link nicht mehr verfügbar).</ref> In stark lichtverschmutzten Städten sind oft im Normalfall nur mehr wenige Dutzend, oder gar keine Sterne mehr erkennbar.
Künstliche Dauerhelligkeit kann die Fauna nachhaltig beeinträchtigen.<ref>Gerhard Eisenbeis: ''Künstliches Licht und Lichtverschmutzung – eine Gefahr für die Diversität der Insekten?'' In: ''Verhandlungen des Westdeutschen Entomologentag Düsseldorf'', Band 2000, 2001, S. 31–50 ({{ZOBODAT |pfad=pdf/Verh-Westd-Entom-Tag_2000_0031-0050.pdf}}).</ref> So werden zahlreiche [[Temporaler Spezialist|nachtaktive]] [[Insekten]] wie [[Nachtfalter]] irritiert. In den letzten zehn Jahren sind in Europa viele nachtaktive Insektenarten [[Insektensterben|ausgestorben]]. Eine Dauerbeleuchtung kann die Balz- und Brutaktivitäten zahlreicher Tiere wie Singvögel<ref>Mark W. Miller: ''Apparent effects of light pollution on singing behavior of American robins''. In: ''The Condor'', Band 108, Nr. 1, 2006, S. 130–139.</ref><ref>Arnaud Da Silva, Mihai Valcu, Bart Kempenaers: ''Light pollution alters the phenology of dawn and dusk singing in common European songbirds''. In: ''Philosophical Transactions of the Royal Society B: Biological Sciences'', Band 370, Nr. 1667, 2015, Artikel 20140126, {{DOI|10.1098/rstb.2014.0126}} ([https://royalsocietypublishing.org/doi/full/10.1098/rstb.2014.0126 Text]).</ref><ref>Davide M. Dominoni: ''The effects of light pollution on biological rhythms of birds: an integrated, mechanistic perspective''. In: ''Journal of Ornithology'', Band 156, Nr. 1, 2015, S. 409–418 ([https://eprints.gla.ac.uk/115897/1/115897.pdf PDF]).</ref> oder Amphibien<ref>B. J. Baker, J. M. L. Richardson: ''The effect of artificial light on male breeding-season behaviour in green frogs, Rana clamitans melanota''. In: ''Canadian Journal of Zoology'', Band 84, Nr. 10, 2006, S. 1528–1532.</ref> stören. Die Orientierung nachtfliegender Vögel kann durch künstliche Lichtquellen behindert werden,<ref>Sergio A. Cabrera-Cruz, Jaclyn A. Smolinsky, Jeffrey J. Buler: ''Light pollution is greatest within migration passage areas for nocturnally-migrating birds around the world''. In: ''Scientific Reports'', Band 8, Nr. 1, 2018, S. 1–8 ([http://www.csbg.ca/BofD/2006%20Miller%20-%20LP%20on%20singing%20of%20Robins.pdf PDF]).</ref><ref>Airam Rodríguez, B. Rodríguez, Á. J. Curbelo, A. Pérez, S. Marrero, J. J. Negro: ''Factors affecting mortality of shearwaters stranded by light pollution''. In: ''Animal Conservation'', Band 15, Nr. 5, 2012, S. 519–526, {{DOI|10.1111/j.1469-1795.2012.00544.x}} ([https://digital.csic.es/bitstream/10261/60076/1/Rodr%C3%ADguez%20et%20al%202012%20Anim%20Conserv.pdf PDF]).</ref> was ihre Wandertätigkeit einschränken kann. Auf die biologischen [[Chronobiologie|Tag-Nacht-Zyklen]] vieler Tiere und Menschen kann sich nächtliche Beleuchtung nachteilig auswirken ([[Schlaflosigkeit]]).<ref>Thomas Raap, Rianne Pinxten, Marcel Eens: ''Light pollution disrupts sleep in free-living animals''. In: ''Scientific Reports'', Band 5, Nr. 1, 2015, S. 1–8 ([https://www.nature.com/articles/srep13557.pdf PDF]).</ref>
=== Sternbeobachtung ===
Beeinträchtigung [[Visuelle Astronomie|astronomischer Beobachtungen]] des Nachthimmels. Beispielsweise ist die [[Milchstraße]] in Städten und deren [[Umland]] nicht mehr sichtbar.<!-- In diesem Zusammenhang sei ein langer, totaler Stromausfall in New York im Jahr ... erwähnt, wo die plötzlich sichtbare Milchstraße zu zahlreichen UFO-Alarmen führte --> In der höchsten Kategorie der Dunkelheit können bei klarer Sicht etwa 6500 Sterne mit bloßem Auge durchschnittlich guter Sehkraft erkannt werden, die als im astronomischen Sinne ''[[freisichtig]]'' ([[Weißt du, wie viel Sternlein stehen|„am Himmel gezählt"]]) gelten. Sie haben eine [[scheinbare Helligkeit]] (Größenklasse) bis zu 6,8 mag.<ref>{{Webarchiv |url=http://www.darksky.org/night-sky-conservation/36-ida/night-sky-conservation/87-international-dark-sky-reserves |wayback=20140409023232 |text=International Dark-Sky Reserves}}, darksky.org, online abgerufen am 24. Oktober 2013 (Link nicht mehr verfügbar).</ref> In stark lichtverschmutzten Städten sind meist nur wenige Dutzend oder gar keine Sterne mehr erkennbar.
== Ursachen ==
== Ursachen ==
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[[Datei:Hong Kong Skyline - Dec 2007.jpg|mini|[[Hongkong]]: lichtverschmutzter Nachthimmel]]
[[Datei:Hong Kong Skyline - Dec 2007.jpg|mini|[[Hongkong]]: lichtverschmutzter Nachthimmel]]
[[Datei:Blick von bucha richtung jena 2010s.jpg|mini|Lichtglocke der „Lichtstadt" [[Jena]] aus 7 km Entfernung]]
[[Datei:Blick von bucha richtung jena 2010s.jpg|mini|Lichtglocke der „Lichtstadt" [[Jena]] aus 7 km Entfernung]]
[[Datei:(削除) Karlsruhe (削除ここまで)(削除) Lichtverschmutzung (削除ここまで).(削除) JPG (削除ここまで)|mini|Lichtglocke(削除) über Karlsruhe (削除ここまで) aus (削除) 7 (削除ここまで) km Entfernung (削除) von (削除ここまで) der (削除) Stadtmitte (削除ここまで)(削除) aus (削除ここまで). (削除) Das (削除ここまで)(削除) Hausdach (削除ここまで) ist (削除) deutlich (削除ここまで) dunkler als der Himmel]]
[[Datei:(追記) Lichtglocke (追記ここまで) (追記) aus 20 km Entfernung über Mannheim mit dem in Heidelberg fotografierten Kometen C 2020 F3 NEOWISE (追記ここまで).(追記) jpg|hochkant (追記ここまで)|mini|Lichtglocke aus (追記) 20 (追記ここまで) km Entfernung (追記) über Mannheim mit dem in Heidelberg fotografierten Kometen C/2020 F3 (NEOWISE) über (追記ここまで) der (追記) rechten (追記ここまで) (追記) Seite der Baumkrone, dessen Schweif durch die Lichtverschmutzung nur sehr schwach sichtbar ist (追記ここまで). (追記) Die (追記ここまで) (追記) Baumkrone (追記ここまで) ist (追記) viel (追記ここまで) dunkler als der Himmel(追記) . (追記ここまで)]]
Ursächlich für die Lichtverschmutzung ist hauptsächlich der große nach ''oben'' abgestrahlte oder reflektierte Anteil des Lichts, der dann an Schichten der Atmosphäre, atmosphärischen Stäuben oder Wassertröpfchen abermals reflektiert und weitum zerstreut wird: Luft wird aufgehellt, wenn sie von Licht durchdrungen wird. Das wird vor allem durch den [[Tyndall-Effekt]] hervorgerufen, durch die [[Streuung (Physik)|Streuung]] von Licht (genauer durch die [[Mie-Streuung]]) an Schwebeteilchen in der Luft wie beispielsweise an [[Nebel]]tröpfchen, [[Schwebstaub]] oder sonstigen [[Aerosol]]en sowie durch [[Reflexion (Physik)|Reflexion]] und [[Brechung (Physik)|Refraktion]].
Ursächlich für die Lichtverschmutzung ist hauptsächlich der große nach ''oben'' abgestrahlte oder reflektierte Anteil des Lichts, der dann an Schichten der Atmosphäre, atmosphärischen Stäuben oder Wassertröpfchen abermals reflektiert und weitum zerstreut wird: Luft wird aufgehellt, wenn sie von Licht durchdrungen wird. Das wird vor allem durch den [[Tyndall-Effekt]] hervorgerufen, durch die [[Streuung (Physik)|Streuung]] von Licht (genauer durch die [[Mie-Streuung]]) an Schwebeteilchen in der Luft wie beispielsweise an [[Nebel]]tröpfchen, [[Schwebstaub]] oder sonstigen [[Aerosol]]en sowie durch [[Reflexion (Physik)|Reflexion]] und [[Brechung (Physik)|Refraktion]].
Dadurch ergeben sich die bekannten ''Lichtglocken'' über den Städten – so hellt beispielsweise eine Stadt mit einer Einwohnerzahl von 30.000 den Himmel in einem Umkreis von etwa 25 Kilometern auf<ref>Andreas Hänel: ''Schutzgebiete für den Sternenhimmel''. In: ''Nationalpark'' 4/2007, S. 12–16.</ref>, manche hell beleuchtete Skigebiete sogar über 50 km. Diese Störung ist der „Licht[[smog]]" im eigentlichen Sinne, als diffuser Nebel aus Licht.<ref name="smog">Der Begriff ''Lichtsmog'' (aus dem Englischen ''light smog'') wird üblicherweise umfangreicher gesehen, er umfasst nicht nur die Aufhellung des Nachthimmels, sondern auch die Aufhellung von [[Schlafzimmer|Schlafräumen]] sowie das [[Leuchtstofflampe#Flimmern|„Flimmern" von künstlichen Lichtquellen]] und von [[Bildschirm]]en aufgrund der [[Bildwiederholfrequenz]].<br />Vgl. {{Webarchiv |url=http://www.br.de/themen/ratgeber/inhalt/gesundheit/lichtverschmutzung-lichtsmog-kunstlicht100.html |wayback=20130309204643 |text=''Krank durch Kunstlicht''}} In: ''br.de''; [http://www.borderlands.de/net_pdf/NET0710S32-38 Florian König: ''Natürliche Wechselfelder, Elektrosmog und Lichtsmog und ihre Wirkung auf den Menschen.''] In: ''NET-Journal'', Jahrgang Nr. 15, Heft Nr. 7/8, Juli/August 2010.</ref>
Dadurch ergeben sich die bekannten ''Lichtglocken'' über den Städten – so hellt beispielsweise eine Stadt mit einer Einwohnerzahl von 30.000 den Himmel in einem Umkreis von etwa 25 Kilometern auf<ref>Andreas Hänel: ''Schutzgebiete für den Sternenhimmel''. In: ''Nationalpark'' 4/2007, S. 12–16.</ref>, manche hell beleuchtete Skigebiete(追記) wie am [[Schiregion Semmering|Semmering]] (追記ここまで) sogar über 50 km. Diese Störung ist der „Licht[[smog]]" im eigentlichen Sinne, als diffuser Nebel aus Licht.<ref name="smog">Der Begriff ''Lichtsmog'' (aus dem Englischen ''light smog'') wird üblicherweise umfangreicher gesehen, er umfasst nicht nur die Aufhellung des Nachthimmels, sondern auch die Aufhellung von [[Schlafzimmer|Schlafräumen]] sowie das [[Leuchtstofflampe#Flimmern|„Flimmern" von künstlichen Lichtquellen]] und von [[Bildschirm]]en aufgrund der [[Bildwiederholfrequenz]].<br />Vgl. {{Webarchiv |url=http://www.br.de/themen/ratgeber/inhalt/gesundheit/lichtverschmutzung-lichtsmog-kunstlicht100.html |wayback=20130309204643 |text=''Krank durch Kunstlicht''}} In: ''br.de''; [http://www.borderlands.de/net_pdf/NET0710S32-38 Florian König: ''Natürliche Wechselfelder, Elektrosmog und Lichtsmog und ihre Wirkung auf den Menschen.''] In: ''NET-Journal'', Jahrgang Nr. 15, Heft Nr. 7/8, Juli/August 2010.</ref>
Die größten Verursacher von Lichtverschmutzung sind [[Großstadt|Großstädte]] und [[Industrie]]anlagen, die die Nacht durch [[Straßenbeleuchtung]], [[Lichtwerbung|Leuchtreklamen]], [[Videowand|Videowände]], [[Flutlicht]]anlagen und (削除) [[ (削除ここまで)Industriebeleuchtung(削除) ]] (削除ここまで) erhellen. Verantwortlich für dieses nach oben geleitete Licht sind vor allem Beleuchtungsanlagen, die ihr Licht weitgehend ungenutzt zu den Seiten und nach oben abstrahlen (Lichtverluste). Eine solche Abstrahlung kann jedoch auch ein gewollter Effekt bei der Gebäude- und Anlagenbe- oder -ausleuchtung sein.
Die größten Verursacher von Lichtverschmutzung sind [[Großstadt|Großstädte]] und [[Industrie]]anlagen, die die Nacht durch [[Straßenbeleuchtung]], [[Lichtwerbung|Leuchtreklamen]], [[Videowand|Videowände]], [[Flutlicht]]anlagen und Industriebeleuchtung erhellen. Verantwortlich für dieses nach oben geleitete Licht sind vor allem Beleuchtungsanlagen, die ihr Licht weitgehend ungenutzt zu den Seiten und nach oben abstrahlen (Lichtverluste). Eine solche Abstrahlung kann jedoch auch ein gewollter Effekt bei der Gebäude- und Anlagenbe- oder -ausleuchtung sein.
Ein anderes großes Störpotential haben starke gerichtete Strahler. Dazu gehört beispielsweise das [[Fernlicht]] der Kraftfahrzeuge, das, um zumindest 200–300 Meter ausreichend auszuleuchten, noch in vielen Kilometern Entfernung stark blenden kann. Seit einigen Jahren verwenden Diskothekenbetreiber Projektionsscheinwerfer nach Art von [[Suchscheinwerfer]]n, die ''[[Skybeamer]]'', die tanzende Lichtkegel an den Nachthimmel projizieren. In Einzelfällen wurden gegen diese Art der [[Werbung]] rechtliche Maßnahmen erfolgreich durchgesetzt.<ref>So untersagte beispielsweise das Oberverwaltungsgericht Koblenz im Jahr 2003 den Betrieb eines Skybeamers in [[Kandel (Pfalz)|Kandel]] mit Verweis auf das „Ruhe- und Erholungsbedürfnis" der Bevölkerung (Aktenzeichen: 8 A 11286/02.OVG).</ref> Auch der Beitrag von [[Lichtkunst]] oder [[Lasershow]]s zur allgemeinen Lichtverschmutzung wird zunehmend kritisch betrachtet. Als jüngste Ursache treten starke [[Laserpointer]] hinzu.<ref>Diese sind selbst bei astronomischen Feldveranstaltungen beliebt geworden, da man damit inzwischen am wahren Sternenhimmel genauso gut zeigen kann wie in Planetarien. Trotzdem gilt auch hier Vorsicht wie auch Umsicht in der Verwendung(削除) , (削除ここまで) und auch Rücksicht auf Lichtschutz anderer. ''[http://www.rasc.ca/green-laser-pointer-usage Green Laser Pointer Usage]'', The Royal Astronomical Society of Canada (englisch).</ref>
Ein anderes großes Störpotential haben starke gerichtete Strahler. Dazu gehört beispielsweise das [[Fernlicht]] der Kraftfahrzeuge, das, um zumindest 200–300 Meter ausreichend auszuleuchten, noch in vielen Kilometern Entfernung stark blenden kann. Seit einigen Jahren verwenden Diskothekenbetreiber Projektionsscheinwerfer nach Art von [[Suchscheinwerfer]]n, die ''[[Skybeamer]]'', die tanzende Lichtkegel an den Nachthimmel projizieren. In Einzelfällen wurden gegen diese Art der [[Werbung]] rechtliche Maßnahmen erfolgreich durchgesetzt.<ref>So untersagte beispielsweise das Oberverwaltungsgericht Koblenz im Jahr 2003 den Betrieb eines Skybeamers in [[Kandel (Pfalz)|Kandel]] mit Verweis auf das „Ruhe- und Erholungsbedürfnis" der Bevölkerung (Aktenzeichen: 8 A 11286/02.OVG).</ref> Auch der Beitrag von [[Lichtkunst]] oder [[Lasershow]]s zur allgemeinen Lichtverschmutzung wird zunehmend kritisch betrachtet. Als jüngste Ursache treten starke [[Laserpointer]] hinzu.<ref>Diese sind selbst bei astronomischen Feldveranstaltungen beliebt geworden, da man damit inzwischen am wahren Sternenhimmel genauso gut zeigen kann wie in Planetarien. Trotzdem gilt auch hier Vorsicht wie auch Umsicht in der Verwendung und auch Rücksicht auf Lichtschutz anderer. ''[http://www.rasc.ca/green-laser-pointer-usage Green Laser Pointer Usage]'', The Royal Astronomical Society of Canada (englisch).</ref>
Neben allgemeiner Blendgefährdung sind solche plötzlichen Lichtblitze sich bewegender Richtstrahler auch in der Astronomie sehr lästig, weil sie Langzeitbelichtungen innerhalb eines Augenblicks unbrauchbar machen können oder [[Artefakt (Technik)|Artefakte]] produzieren, die das Aufspüren echter astronomischer Ereignisse erschweren.
Neben allgemeiner Blendgefährdung sind solche plötzlichen Lichtblitze sich bewegender Richtstrahler auch in der Astronomie sehr lästig, weil sie Langzeitbelichtungen innerhalb eines Augenblicks unbrauchbar machen können oder [[Artefakt (Technik)|Artefakte]] produzieren, die das Aufspüren echter astronomischer Ereignisse erschweren.
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==== Leuchtwerbung und Lichtkunst ====
==== Leuchtwerbung und Lichtkunst ====
Zum ''Licht zum Ansehen'' gehören [[Leuchtreklame]]n, Objekte schmückende Leuchtelemente, aber auch alle Formen von [[Lichtkunst]].(削除) <!-- Licht zum Ansehen soll Schaulustige anlocken, die aufgrund ihrer Anwesenheit am Ort und der zu erwartenden positiven Stimmung, in die sie der Anblick versetzt, bereit sein sollen, (mehr) Geld auszugeben. (So deutlich sagt das kaum jemand.) --> (削除ここまで) Im Jahr 2002 wurde ein Zusammenschluss von Städten gegründet, der sich „LUCI (Lighting Urban Community International)" nennt. Dabei wird auf das italienische Wort „luci" (deutsch: „Lichter") angespielt. Eines der Ziele des Netzwerks besteht darin, durch Förderung der Lichtkunst, vor allem in Form von Illuminationen, eine „urbane Identität" zu schaffen.<ref>{{Webarchiv |url=http://www.luciassociation.org/presentation.php |wayback=20110504062921 |text=Homepage des Netzwerks LUCI}}</ref> Ein wichtiges Instrument zur Annäherung an dieses Ziel sind „Festivals of Light", die regelmäßig stattfinden.
Zum ''Licht zum Ansehen'' gehören [[Leuchtreklame]]n, Objekte schmückende Leuchtelemente, aber auch alle Formen von [[Lichtkunst]]. Im Jahr 2002 wurde ein Zusammenschluss von Städten gegründet, der sich „LUCI (Lighting Urban Community International)" nennt. Dabei wird auf das italienische Wort „luci" (deutsch: „Lichter") angespielt. Eines der Ziele des Netzwerks besteht darin, durch Förderung der Lichtkunst, vor allem in Form von Illuminationen, eine „urbane Identität" zu schaffen.<ref>{{Webarchiv |url=http://www.luciassociation.org/presentation.php |wayback=20110504062921 |text=Homepage des Netzwerks LUCI}}</ref> Ein wichtiges Instrument zur Annäherung an dieses Ziel sind „Festivals of Light", die regelmäßig stattfinden.
{{Siehe auch|Illumination (Beleuchtung)#Tägliche Stadtillumination im Kontext von Lichtmasterplänen}}
{{Siehe auch|Illumination (Beleuchtung)#(追記) Tägliche Stadtillumination im Kontext von Lichtmasterplänen|titel1= (追記ここまで)Tägliche Stadtillumination im Kontext von Lichtmasterplänen}}
=== Positive Bewertung von Helligkeit ===
=== Positive Bewertung von Helligkeit ===
Zu [[DDR]]-Zeiten kursierte in Ostdeutschland folgender Witz über den [[Berliner Fernsehturm]]: „Welche vier Meere (削除) kann man (削除ここまで) vom Fernsehturm sehen? Oben das Wolkenmeer, unten das Häusermeer, im Westen das Lichtermeer und im Osten gar nix mehr." In diesem Witz steht der Lichterreichtum des kapitalistischen [[West-Berlin]]s für alles Positive, nach dem sich DDR-Bürger damals sehnten, die Dunkelheit des realsozialistischen [[Ost-Berlin]]s und seines [[brandenburg]]ischen Umlands hingegen für Rückständigkeit, mangelnde [[Urbanität]] und Unfreiheit. Noch in der Gegenwart wird, nicht nur in der Nähe Berlins, von einigen ein „Mangel an Licht" in „dunklen Gegenden" als „Mangel an Urbanität" und damit an Attraktivität bewertet. Dieser drohe heute vor allem die mit guter Kaufkraft ausgestatteten potenziellen Kunden abzuschrecken. So begrüßten es die Organisatoren des Festivals „[[Berlin (削除) Leuchtet (削除ここまで)]]" im September 2018, dass die Brache eines ehemaligen Güterbahnhofs in der Nähe des Berliner Hauptbahnhofs beseitigt und mit dem [[Europacity|Quartier „Europa City"]] bebaut worden sei.<ref>Berlin leuchtet: (削除) [ (削除ここまで)http://berlinleuchtet.com/europacity/ ''Europa City''(削除) ] (削除ここまで). 17. September 2018.</ref>
Zu [[DDR]]-Zeiten kursierte in Ostdeutschland folgender Witz über den [[Berliner Fernsehturm]]: „Welche vier Meere (追記) sind (追記ここまで) vom Fernsehturm(追記) zu (追記ここまで) sehen? Oben das Wolkenmeer, unten das Häusermeer, im Westen das Lichtermeer und im Osten gar nix mehr." In diesem Witz steht der Lichterreichtum des kapitalistischen [[West-Berlin]]s für alles Positive, nach dem sich DDR-Bürger damals sehnten, die Dunkelheit des realsozialistischen [[Ost-Berlin]]s und seines [[brandenburg]]ischen Umlands hingegen für Rückständigkeit, mangelnde [[Urbanität]] und Unfreiheit. Noch in der Gegenwart wird, nicht nur in der Nähe Berlins, von einigen ein „Mangel an Licht" in „dunklen Gegenden" als „Mangel an Urbanität" und damit an Attraktivität bewertet. Dieser drohe heute vor allem die mit guter Kaufkraft ausgestatteten potenziellen Kunden abzuschrecken. So begrüßten es die Organisatoren des Festivals „[[Berlin (追記) leuchtet (追記ここまで)]]" im September 2018, dass die Brache eines ehemaligen Güterbahnhofs in der Nähe des Berliner Hauptbahnhofs beseitigt und mit dem [[Europacity|Quartier „Europa City"]] bebaut worden sei.<ref>Berlin leuchtet: (追記) {{Webarchiv |url= (追記ここまで)http://berlinleuchtet.com/europacity/ (追記) |text= (追記ここまで)''Europa City''. 17. September 2018.(追記) |wayback=20181231001019 }} (追記ここまで)</ref>
Veranstaltungen und Feste, die mit Hilfe künstlichen Lichts Betrachter in eine positive Stimmung versetzen, werden überwiegend positiv bewertet. Obwohl z. B. der Stadt [[Fulda]] viel am Erfolg des Sternenparks Rhön liegt, bewertet sie den Weiterbetrieb des stadteigenen Weihnachtsmarkts als legitime [[Tradition]]spflege. Die Stadt schreibt Betreibern von Hütten (in § 8 Absatz 2 der Weihnachtsmarktsatzung) auf dem Weihnachtsmarkt vor, bis zum Giebel der Hütten hinauf Leuchtmittel einzusetzen,<ref>Stadt Fulda: [https://www.fulda.de/fd/10_Haupt-_und_Personalamt/fuldaer_ortsrecht/30.3_Weihnachtsmarktsatzung_2017.pdf ''Satzung über den Weihnachtsmarkt in der Stadt Fulda'']. 27. Oktober 2017.</ref> damit ein schönes, eindrucksvolles Gesamtbild des Marktes entsteht (§ 2 der Weihnachtsmarktsatzung). Der Beitrag zur Eindämmung der Lichtverschmutzung besteht darin, dass Leuchtquellen auf dem Fuldaer Weihnachtsmarkt ein warmes Licht ausstrahlen müssen und eine bestimmte Helligkeit nicht überschreiten dürfen.
Veranstaltungen und Feste, die mit Hilfe künstlichen Lichts Betrachter in eine positive Stimmung versetzen, werden überwiegend positiv bewertet. Obwohl z. B. der Stadt [[Fulda]] viel am Erfolg des (追記) '' (追記ここまで)Sternenparks Rhön(追記) '' (追記ここまで) liegt, bewertet sie den Weiterbetrieb des stadteigenen Weihnachtsmarkts als legitime [[Tradition]]spflege. Die Stadt schreibt Betreibern von Hütten (in § 8 Absatz 2 der Weihnachtsmarktsatzung) auf dem Weihnachtsmarkt vor, bis zum Giebel der Hütten hinauf Leuchtmittel einzusetzen,<ref>Stadt Fulda: [https://www.fulda.de/fd/10_Haupt-_und_Personalamt/fuldaer_ortsrecht/30.3_Weihnachtsmarktsatzung_2017.pdf ''Satzung über den Weihnachtsmarkt in der Stadt Fulda'']. 27. Oktober 2017.</ref> damit ein schönes, eindrucksvolles Gesamtbild des Marktes entsteht (§ 2 der Weihnachtsmarktsatzung). Der Beitrag zur Eindämmung der Lichtverschmutzung besteht darin, dass Leuchtquellen auf dem Fuldaer Weihnachtsmarkt ein warmes Licht ausstrahlen müssen und eine bestimmte Helligkeit nicht überschreiten dürfen.
In seiner Predigt zur [[Ostervigil]] 2012 verkündete Papst [[Benedikt XVI.]]: „Licht ermöglicht Leben. Es ermöglicht Begegnung. Es ermöglicht Kommunikation. Es ermöglicht Erkenntnis, Zugang zur Wirklichkeit, zur Wahrheit. Und indem es Erkenntnis ermöglicht, ermöglicht es Freiheit und Fortschritt. Das Böse verbirgt sich. Licht ist daher auch Ausdruck für das Gute, das Helligkeit ist und schafft. Es ist Tag, an dem wir zu wirken vermögen. Dass Gott das Licht geschaffen hat, bedeutet: Gott hat die Welt als einen Raum der Erkenntnis und der Wahrheit, als einen Raum der Begegnung und der Freiheit, als Raum des Guten und der Liebe geschaffen. [...] Mit der [[Auferstehung]] Jesu ist das Licht selbst neu geschaffen. Er zieht uns alle nach in das neue Leben der Auferstehung hinein und besiegt alles Dunkel. Er ist der neue Tag Gottes, der uns allen gilt."<ref>[https://de.zenit.org/articles/predigt-von-papst-benedikt-xvi-bei-der-ostervigil-2012/ ''Predigt von Papst Benedikt XVI. bei der Ostervigil 2012'']. zenit.org. 7. April 2012.</ref> Problematisch sei aber nicht die physische Dunkelheit, sondern problematisch seien, so der Papst, das „Gottesdunkel" und das „Wertedunkel". Dass die Menschen „heute unsere Städte so grell erleuchten [können], dass die Sterne des Himmels nicht mehr sichtbar sind", sei eine Fehlinterpretation des göttlichen Gebotes: „Es werde Licht!".
In seiner Predigt zur [[Ostervigil]] 2012 verkündete Papst [[Benedikt XVI.]]: „Licht ermöglicht Leben. Es ermöglicht Begegnung. Es ermöglicht Kommunikation. Es ermöglicht Erkenntnis, Zugang zur Wirklichkeit, zur Wahrheit. Und indem es Erkenntnis ermöglicht, ermöglicht es Freiheit und Fortschritt. Das Böse verbirgt sich. Licht ist daher auch Ausdruck für das Gute, das Helligkeit ist und schafft. Es ist Tag, an dem wir zu wirken vermögen. Dass Gott das Licht geschaffen hat, bedeutet: Gott hat die Welt als einen Raum der Erkenntnis und der Wahrheit, als einen Raum der Begegnung und der Freiheit, als Raum des Guten und der Liebe geschaffen. [...] Mit der [[Auferstehung]] Jesu ist das Licht selbst neu geschaffen. Er zieht uns alle nach in das neue Leben der Auferstehung hinein und besiegt alles Dunkel. Er ist der neue Tag Gottes, der uns allen gilt."<ref>[https://de.zenit.org/articles/predigt-von-papst-benedikt-xvi-bei-der-ostervigil-2012/ ''Predigt von Papst Benedikt XVI. bei der Ostervigil 2012'']. zenit.org. 7. April 2012.</ref> Problematisch sei aber nicht die physische Dunkelheit, sondern problematisch seien, so der Papst, das „Gottesdunkel" und das „Wertedunkel". Dass die Menschen „heute unsere Städte so grell erleuchten [können], dass die Sterne des Himmels nicht mehr sichtbar sind", sei eine Fehlinterpretation des göttlichen Gebotes: „Es werde Licht!".
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== Nutzen von Streulicht ==
== Nutzen von Streulicht ==
Städtisches Streulicht erlaubt auf nicht unmittelbar beleuchteten Wegen, die nicht von Baumbestand beschattet werden auch um [[Mitternacht]] bei [[Neumond]] sicheres Gehen, in besonderen Fällen, wie einem sehr geradlinig erstrecken Hochwasserdamm sogar sicheres Radfahren, zumindest solange Begegnungen und Kreuzungen nur sehr vereinzelt auftreten und kein starkleuchtender Kfz-Verkehr auftritt. Die Beleuchtungsstärke kann in der Nähe von sicherheitshalber außen beleuchteten Anlagen der Schwerindustrie, aber auch von Autolagerplätzen und Autobahnstationen ein mehrfaches der von hochstehendem [[Vollmond]] erreichen, der allerdings Objekte scharfe Schatten werfen lässt. Ist das Auge ausreichend an die Dunkelheit adaptiert, erscheinen der Weg und die Landschaft bis zum Horizont gleich hell, erlaubt also Sicht bis in große Weite. Demgegenüber reicht die Leuchtkraft eines Radlichts<ref>Anm. Bedeutsam war dieser Effekt noch 1990, als Radscheinwerfer bestenfalls auf 2,4 [[Watt (Einheit)|W]] [[Halogenlampe]] basierten und die Stromerzeugung mittels eines nur begrenzt zuverlässigen Seitenläuferdynamos etwa 10 W Körperleistung erforderte. Hohes Gewicht und hoher Preis machten damals wenig ausgereifte Leuchten mit oder für Akkus wenig attraktiv.</ref> oder einer Stirnlampe auch bei guter, also schmaler Bündelung typisch nur 10–50(削除) (削除ここまで)m weit, weil Entfernteres prinzipbedingt ([[Beleuchtungsstärke]] nimmt mit dem Quadrat der Entfernung von einer punktförmigen Lichtquelle ab) weniger hell erscheint als Näherliegendes.
Städtisches Streulicht erlaubt auf nicht unmittelbar beleuchteten Wegen, die nicht von Baumbestand beschattet werden auch um [[Mitternacht]] bei [[Neumond]] sicheres Gehen, in besonderen Fällen, wie einem sehr geradlinig erstrecken Hochwasserdamm sogar sicheres Radfahren, zumindest solange Begegnungen und Kreuzungen nur sehr vereinzelt auftreten und kein starkleuchtender Kfz-Verkehr auftritt. Die Beleuchtungsstärke kann in der Nähe von sicherheitshalber außen beleuchteten Anlagen der Schwerindustrie, aber auch von Autolagerplätzen und Autobahnstationen ein mehrfaches der von hochstehendem [[Vollmond]] erreichen, der allerdings Objekte scharfe Schatten werfen lässt. Ist das Auge ausreichend an die Dunkelheit adaptiert, erscheinen der Weg und die Landschaft bis zum Horizont gleich hell, erlaubt also Sicht bis in große Weite. Demgegenüber reicht die Leuchtkraft eines Radlichts<ref>Anm. Bedeutsam war dieser Effekt noch 1990, als Radscheinwerfer bestenfalls auf 2,4 [[Watt (Einheit)|W]] [[Halogenlampe]] basierten und die Stromerzeugung mittels eines nur begrenzt zuverlässigen Seitenläuferdynamos etwa 10 W Körperleistung erforderte. Hohes Gewicht und hoher Preis machten damals wenig ausgereifte Leuchten mit oder für Akkus wenig attraktiv.</ref> oder einer Stirnlampe auch bei guter, also schmaler Bündelung typisch nur 10–50(追記) (追記ここまで)m weit, weil Entfernteres prinzipbedingt ([[Beleuchtungsstärke]] nimmt mit dem Quadrat der Entfernung von einer punktförmigen Lichtquelle ab) weniger hell erscheint als Näherliegendes.
Von Streulicht aufgehellter Himmel hinter der Kontur von Objekten(削除) , (削除ここまで) erlaubt gutes Orientieren bei der Bewegung im hügeligen Gelände, entlang eines Tals, auf Wegen, in Siedlungen oder in schütterem Wald. Streulicht ermöglicht auch das Ablesen einer unbeleuchteten Zeiger-Armbanduhr oder auch das Erkennen von Reisegepäck und Kleidungsstücken, etwa um sich eine Jacke anzuziehen. Bei guter Ortskenntnis kann Lichterschein aus einer Richtung am Horizont, einer bekannten Stadt zugeordnet werden und so der Richtungsorientierung dienen. Dienlich sind dabei ein hoher Beleuchtungskontrast zwischen der Stadt und der restlichen Umgebung rund um den Beobachter bis in dieselbe Entfernung, die 30(削除) (削除ここまで)km und mehr betragen kann. Am Weg zwischen 2 Städten kann durch den Vergleich der Helligkeiten des Himmelsscheins auch die eigene relative Position auf der verbindenden Strecke abgeschätzt werden.
Von Streulicht aufgehellter Himmel hinter der Kontur von Objekten erlaubt gutes Orientieren bei der Bewegung im hügeligen Gelände, entlang eines Tals, auf Wegen, in Siedlungen oder in schütterem Wald. Streulicht ermöglicht auch das Ablesen einer unbeleuchteten Zeiger-Armbanduhr oder auch das Erkennen von Reisegepäck und Kleidungsstücken, etwa um sich eine Jacke anzuziehen. Bei guter Ortskenntnis kann Lichterschein aus einer Richtung am Horizont, einer bekannten Stadt zugeordnet werden und so der Richtungsorientierung dienen. Dienlich sind dabei ein hoher Beleuchtungskontrast zwischen der Stadt und der restlichen Umgebung rund um den Beobachter bis in dieselbe Entfernung, die 30(追記) (追記ここまで)km und mehr betragen kann. Am Weg zwischen 2 Städten kann durch den Vergleich der Helligkeiten des Himmelsscheins auch die eigene relative Position auf der verbindenden Strecke abgeschätzt werden.
== Ausmaß ==
== Ausmaß ==
[[Datei:Insect flights in the night in front of a spotlight HP L7869.jpg|mini|Insekten vor einem [[Flutlicht]]]]
Insgesamt sind mehr als 80 % der [[Weltbevölkerung]] von Lichtverschmutzung betroffen, in [[Europa]] und den [[Vereinigte Staaten|Vereinigten Staaten]] sind es über 99 %.<ref>{{Literatur |Autor=Fabio Falchi et al. |Titel=The new world atlas of artificial night sky brightness |Sammelwerk=[[Science Advances]] |Band=2 |Nummer=6 |Datum=2016 |Seiten= |DOI=10.1126/sciadv.1600377}}</ref> Beispielsweise hat ein Großteil der städtischen Bevölkerung noch nie die [[Milchstraße]] gesehen. Zwischen 2012 und 2016 ist die beleuchtete Fläche des Planeten noch einmal um 9,1 Prozent angewachsen. Angesichts der weltweit wachsenden Bevölkerung ist das nicht überraschend. Allerdings hat auch die Helligkeit der bereits beleuchteten Flächen um 2,2 Prozent zugenommen – wahrscheinlich noch stärker, weil die Messgeräte blaues Licht nicht vollständig messen konnten – obwohl in vielen Gegenden inzwischen auf dunklere [[LED-Lampe]]n zurückgegriffen wird.<ref>{{Literatur |Autor=Christopher C. M. Kyba et al. |Titel=Artificially lit surface of Earth at night increasing in radiance and extent |Sammelwerk=[[Science Advances]] |Band=3 |Nummer=e1701528 |Datum=2017 |Seiten= |Online=https://ore.exeter.ac.uk/repository/handle/10871/30020 |DOI=10.1126/sciadv.1701528}}</ref>
Insgesamt sind mehr als 80 % der [[Weltbevölkerung]] von Lichtverschmutzung betroffen, in [[Europa]] und den [[Vereinigte Staaten|Vereinigten Staaten]] sind es über 99 %.<ref>{{Literatur |Autor=Fabio Falchi et al. |Titel=The new world atlas of artificial night sky brightness |Sammelwerk=[[Science Advances]] |Band=2 |Nummer=6 |Datum=2016 |Seiten= |DOI=10.1126/sciadv.1600377}}</ref> Beispielsweise hat ein Großteil der städtischen Bevölkerung noch nie die [[Milchstraße]] gesehen. Zwischen 2012 und 2016 ist die beleuchtete Fläche des Planeten noch einmal um 9,1 Prozent angewachsen. Angesichts der weltweit wachsenden Bevölkerung ist das nicht überraschend. Allerdings hat auch die Helligkeit der bereits beleuchteten Flächen um 2,2 Prozent zugenommen – wahrscheinlich noch stärker, weil die Messgeräte blaues Licht nicht vollständig messen konnten – obwohl in vielen Gegenden inzwischen auf dunklere [[LED-Lampe]]n zurückgegriffen wird.<ref>{{Literatur |Autor=Christopher C. M. Kyba et al. |Titel=Artificially lit surface of Earth at night increasing in radiance and extent |Sammelwerk=[[Science Advances]] |Band=3 |Nummer=e1701528 |Datum=2017 |Seiten= |Online=https://ore.exeter.ac.uk/repository/handle/10871/30020 |DOI=10.1126/sciadv.1701528}}</ref>
In [[Europa]] ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung von Lichtverschmutzung betroffen. Weltweit beträgt ihr jährlicher Zuwachs durchschnittlich 6 %.<ref>F. Hölker(削除) , (削除ここまで) et al.: [http://www.ecologyandsociety.org/vol15/iss4/art13/ ''The dark side of light: a transdisciplinary research agenda for light pollution policy.''] In: ''Ecol. Soc.'', 2010, 15(4), 13.</ref> In [[Deutschland]] liegt er bei ca. 6 %, in [[Italien]] 10 %<ref>{{Internetquelle |url=(削除) http (削除ここまで)://www.bafu.admin.ch/(削除) publikationen/publikation/00847/index.html?lang=de (削除ここまで) |titel=Empfehlungen zur Vermeidung von Lichtemissionen(削除) |werk=bafu.admin.ch (削除ここまで) |hrsg=[[Bundesamt für Umwelt]] |abruf=(削除) 2016 (削除ここまで)-(削除) 07 (削除ここまで)-(削除) 03 (削除ここまで)}}</ref> und in anderen Ländern wie z. B. [[Japan]] bei bis zu 12 %. Spitzenwerte des Wachstums wurden und werden in schnell wachsenden Ballungsräumen vor allem in den USA gemessen, so stieg die Lichtausstrahlung in Südontario mit etwa 7–10 % pro Jahr an, in Tucson vor 1972 sogar jedes Jahr um bis zu 15 %. Manche Schätzungen gehen sogar von einem jährlichen 30-prozentigen Anstieg in manchen US-amerikanischen Städten aus. In den letzten 150 Jahren sei in [[Berlin]] die Helligkeit klarer Nächte um das Zehnfache, die von wolkigen Nächten um bis zum Tausendfachen gestiegen.<ref>[http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/lichtverschmutzung-bei-nacht-der-himmel-ueber-staedten-faerbt-sich-rot-a-848985.html ''Lichtverschmutzung bei Nacht: Der Himmel über Städten färbt sich rot.''] In: ''[[Spiegel Online]]'', abgerufen am 11. August 2012.</ref>
In [[Europa]] ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung von Lichtverschmutzung betroffen. Weltweit beträgt ihr jährlicher Zuwachs durchschnittlich 6 %.<ref>F. Hölker et al.: [http://www.ecologyandsociety.org/vol15/iss4/art13/ ''The dark side of light: a transdisciplinary research agenda for light pollution policy.''] In: ''Ecol. Soc.'', 2010, 15(4), 13.</ref> In [[Deutschland]] liegt er bei ca. 6 %, in [[Italien]] 10 %<ref>{{Internetquelle(追記) |autor= (追記ここまで) |url=(追記) https (追記ここまで)://www.bafu.admin.ch/(追記) uv-2117-d (追記ここまで) |titel=Empfehlungen zur Vermeidung von Lichtemissionen |hrsg=[[Bundesamt für Umwelt]](追記) |datum=2021 |sprache=de (追記ここまで) |abruf=(追記) 2024 (追記ここまで)-(追記) 02 (追記ここまで)-(追記) 26 (追記ここまで)}}</ref> und in anderen Ländern wie z. B. [[Japan]] bei bis zu 12 %. Spitzenwerte des Wachstums wurden und werden in schnell wachsenden Ballungsräumen vor allem in den USA gemessen, so stieg die Lichtausstrahlung in Südontario mit etwa 7–10 % pro Jahr an, in Tucson vor 1972 sogar jedes Jahr um bis zu 15 %. Manche Schätzungen gehen sogar von einem jährlichen 30-prozentigen Anstieg in manchen US-amerikanischen Städten aus. In den letzten 150 Jahren sei in [[Berlin]] die Helligkeit klarer Nächte um das Zehnfache, die von wolkigen Nächten um bis zum Tausendfachen gestiegen.<ref>[http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/lichtverschmutzung-bei-nacht-der-himmel-ueber-staedten-faerbt-sich-rot-a-848985.html ''Lichtverschmutzung bei Nacht: Der Himmel über Städten färbt sich rot.''] In: ''[[Spiegel Online]]'', abgerufen am 11. August 2012.</ref>
== Folgen ==
== Folgen ==
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[[Datei:Cory’s shearwater fledgling in Tenerife, Canary Islands.jpeg|mini|hochkant|Seevögel wie dieser [[Gelbschnabel-Sturmtaucher]] auf Teneriffa sind oft von Lichtverschmutzung auf Inselarchipelen besonders betroffen. Vor allem junge Vögel werden auf ihren ersten Nachtflügen von Lichtquellen angelockt und können, einmal auf dem Boden, nicht mehr abfliegen, da sie dafür eine erhöhte Position benötigen.]]
[[Datei:Cory’s shearwater fledgling in Tenerife, Canary Islands.jpeg|mini|hochkant|Seevögel wie dieser [[Gelbschnabel-Sturmtaucher]] auf Teneriffa sind oft von Lichtverschmutzung auf Inselarchipelen besonders betroffen. Vor allem junge Vögel werden auf ihren ersten Nachtflügen von Lichtquellen angelockt und können, einmal auf dem Boden, nicht mehr abfliegen, da sie dafür eine erhöhte Position benötigen.]]
[[Datei:InsectsDead LightPollutionFL.jpg|mini|Ansammlung toter Insekten in einer Straßenlaterne]]
[[Datei:InsectsDead LightPollutionFL.jpg|mini|Ansammlung toter Insekten in einer Straßenlaterne]]
[[Datei:RES136 Mal kurz zur Beleuchtung.opus|mini|Kurze Folge des [[Podcast|Forschungspodcasts]] ''Resonator'' mit [[Holger Klein]] und Christopher Kyba zum Thema Lichtverschmutzung]]
Lichtverschmutzung beeinflusst bestehende Ökosysteme. So wie verschmutzte Meere, Böden oder Lufträume für viele Spezies nicht mehr bewohnbar sind, so hat auch die Verkleinerung von Gebieten, die während der terrestrischen Nacht nur von Gestirnen aufgehellt werden, vielfältige Folgen.
Lichtverschmutzung beeinflusst bestehende Ökosysteme. So wie verschmutzte Meere, Böden oder Lufträume für viele Spezies nicht mehr bewohnbar sind, so hat auch die Verkleinerung von Gebieten, die während der terrestrischen Nacht nur von Gestirnen aufgehellt werden, vielfältige Folgen(追記) . Das Fachgebiet der Untersuchungen über die Auswirkungen von Dunkelheit auf Lebewesen ist die relativ junge Disziplin der [[Scotobiologie]] (‚Dunkelheitsbiologie‘) (追記ここまで).
Fachgebiet der Untersuchungen über die Auswirkungen von Dunkelheit auf Lebewesen ist die relativ junge Disziplin der [[Scotobiologie]] (‚Dunkelheitsbiologie‘).
[[Pflanzen]] werden durch eine künstlich aufgehellte Umgebung in ihrem [[Wachstum (Biologie)|Wachstumszyklus]] beeinflusst: Was bei Zuchtpflanzen in Gärtnereien durchaus erwünscht ist, kann für empfindliche Naturpflanzen zum Problem werden. So wurde bereits vielfach beobachtet, dass Laubbäume in unmittelbarer Nähe von Straßenlampen ihre Blätter verspätet verlieren, wodurch es wiederum zu Frostschäden kommen kann.
[[Pflanzen]] werden durch eine künstlich aufgehellte Umgebung in ihrem [[Wachstum (Biologie)|Wachstumszyklus]] beeinflusst: Was bei Zuchtpflanzen in Gärtnereien durchaus erwünscht ist, kann für empfindliche Naturpflanzen zum Problem werden. So wurde bereits vielfach beobachtet, dass Laubbäume in unmittelbarer Nähe von Straßenlampen ihre Blätter verspätet verlieren, wodurch es wiederum zu Frostschäden kommen kann.
Die verbreiteten weißen Lichtquellen mit hohem Blauanteil im Spektrum stellen ein erhebliches Problem für die [[Navigation]] oder [[Räumliche Orientierung|Orientierung]] nachtaktiver [[Insekten]] und auch für [[Zugvögel]] dar.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.nabu.de/m05/m05_03/07486.html |titel=Petition gegen Lichtverschmutzung |hrsg=[[Naturschutzbund Deutschland|NABU]] |datum=2007年11月21日 |abruf=2016年07月03日 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20080307135534/http://www.nabu.de/m05/m05_03/07486.html |archiv-datum=2008年03月07日 |offline=1}}</ref>
Die(追記) weit (追記ここまで) verbreiteten weißen Lichtquellen mit hohem Blauanteil im Spektrum stellen ein erhebliches Problem für die [[Navigation]] oder [[Räumliche Orientierung|Orientierung]] nachtaktiver [[Insekten]] und auch für [[Zugvögel]] dar.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.nabu.de/m05/m05_03/07486.html |titel=Petition gegen Lichtverschmutzung |hrsg=[[Naturschutzbund Deutschland|NABU]] |datum=2007年11月21日 |abruf=2016年07月03日 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20080307135534/http://www.nabu.de/m05/m05_03/07486.html |archiv-datum=2008年03月07日 |offline=1}}</ref>
Insbesondere die Auswirkungen von nächtlicher Kunstbeleuchtung auf Insekten sind gut dokumentiert. Untersuchungen aus dem Jahr 2000 zeigen, dass in Deutschland an einer einzigen [[Straßenlampe]] in jeder Sommernacht durchschnittlich 150 Insekten zugrunde gehen. (削除) Rechnet man (削除ここまで) das auf die ca. 6,8 Millionen Straßenlaternen auf deutschen Straßen (削除) hoch (削除ここまで), (削除) sind (削除ここまで) dies jede Nacht über eine [[Milliarde]] Insekten.<ref>Empfehlungen zur Vermeidung von Lichtemissionen, Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL), Bern, 2005.</ref> Zahlreiche andere Lichtquellen wie die Beleuchtung von Gewerbe- und Industriegebieten, Werbeflächen oder Privathaushalten sind dabei noch nicht berücksichtigt.<ref>[https://www.nzz.ch/article9F2N1-1.235078 ''Wenn die Nacht zum Tag wird.''] In: ''NZZ.ch''</ref> Je größer die Wellenlänge des Lichts, desto geringer ist die Lockwirkung auf Nachtfalter.<ref>Cleve 1964.</ref>
Insbesondere die Auswirkungen von nächtlicher Kunstbeleuchtung auf Insekten sind gut dokumentiert. Untersuchungen aus dem Jahr 2000 zeigen, dass in Deutschland an einer einzigen [[Straßenlampe]] in jeder Sommernacht durchschnittlich 150 Insekten zugrunde gehen. (追記) Wird (追記ここまで) das auf die ca. 6,8 Millionen Straßenlaternen auf deutschen Straßen (追記) hochgerechnet (追記ここまで), (追記) ergibt (追記ここまで) dies jede Nacht über eine [[Milliarde]] Insekten.<ref(追記) name="Bern" (追記ここまで)>(追記) '' (追記ここまで)Empfehlungen zur Vermeidung von Lichtemissionen(追記) '' (追記ここまで), Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL), Bern, 2005.</ref> Zahlreiche andere Lichtquellen wie die Beleuchtung von Gewerbe- und Industriegebieten, Werbeflächen oder Privathaushalten sind dabei noch nicht berücksichtigt.<ref>[https://www.nzz.ch/article9F2N1-1.235078 ''Wenn die Nacht zum Tag wird.''] In: ''NZZ.ch''</ref> Je größer die Wellenlänge des Lichts(追記) ist (追記ここまで), desto geringer ist die Lockwirkung auf Nachtfalter.<ref>Cleve 1964.</ref(追記) > Insbesondere fand ein schweizerisches Forscherteam heraus, dass die Bestäubung durch Bienen und andere Insekten bis zu 62 Prozent abnimmt.<ref name="Bern" / (追記ここまで)>
Für ''[[Chironomus riparius]]'', eine [[Mücken|Mücke]] innerhalb der [[Familie (Biologie)|Familie]] der [[Zuckmücken]], wurde 2025 nachgewiesen, dass ihre Larven, wenn diese in der Nacht künstlichem Licht von 100 Lux ausgesetzt werden, Veränderungen in mehr als 1500 ihrer Gene aufweisen. Dies hat im Vergleich mit einer Kontroll-Population, die nachts 8 Stunden im Dunklen gehalten wird, u. a. eine verzögerte Entwicklung, erhöhten oxidativen Stress und eine drastisch reduzierte Fortpflanzungsfähigkeit zur Folge.<ref>Linda Eberhardt et al.: ''Transcriptomics predicts artificial light at night's (ALAN) negative fitness effects and altered gene expression patterns in the midge Chironomus riparius (Diptera:Chironomidae).'' In: ''Environmental Pollution.'' Band 369, 2025, 125827, [[doi:10.1016/j.envpol.2025.125827]].</ref>
Neben Insekten werden zahlreiche weitere Tierarten durch Lichtverschmutzung geschädigt. So beeinträchtigt nächtliches Kunstlicht beispielsweise die Orientierung von Zugvögeln und führt unter anderem dazu, dass Vögel in hell erleuchtete Gebäude fliegen und dabei verletzt werden oder zu Tode kommen (das sogenannte „Towerkill-Phänomen").<ref>Travis Longcore, Catherine Rich: [http://www.seaturtle.org/PDF/LongcoreT_2004_FrontEcolEnviron.pdf ''Ecological Light Pollution''.] In: ''[[Frontiers in Ecology and the Environment]]'', 2(4), 2004, S. 191–198 (PDF).</ref>
Neben Insekten werden zahlreiche weitere Tierarten durch Lichtverschmutzung geschädigt. So beeinträchtigt nächtliches Kunstlicht beispielsweise die Orientierung von Zugvögeln und führt unter anderem dazu, dass Vögel in hell erleuchtete Gebäude fliegen und dabei verletzt werden oder zu Tode kommen (das sogenannte „Towerkill-Phänomen").<ref>Travis Longcore, Catherine Rich: [http://www.seaturtle.org/PDF/LongcoreT_2004_FrontEcolEnviron.pdf ''Ecological Light Pollution''.] In: ''[[Frontiers in Ecology and the Environment]]'', 2(4), 2004, S. 191–198 (PDF).</ref> Auch bei anderen Lebewesen wie Säugetiere und Amphibien führt die Lichtverschmutzung zur Desorientierung und damit zur Verminderung des Tierbestands. Selbst Bäume geraten durch die geringere Dunkelheit in Stress, da sie durch das künstliche Licht nachts auch zur Photosynthese angeregt werden. Das führt letztendlich auch zu Ertragseinbußen.
Auf Inselarchipelen sind vor allem junge Seevögel wie [[Sturmtaucher]] oder [[Sturmschwalben]] durch Lichtverschmutzung gefährdet. Bei ihren „Jungfernflügen" von den in Steilküsten gelegenen Bruthöhlen auf das offene Meer werden sie von starken künstlichen Lichtquellen angezogen, gehen desorientiert zu Boden und können nicht mehr abfliegen, da sie zum Starten eine erhöhte Position benötigen. Oft verhungern oder verdursten sie dann, werden überfahren oder von [[Prädator]]en getötet. Auf den Balearen lag der Anteil der zu Boden gegangenen Jungvögel am jährlichen Bruterfolg aber lediglich zwischen 0,13 und 0,56 %. Die Todesfälle sind daher nicht bestandsgefährdend, dennoch sollte in der Nähe größerer Kolonien durch bauliche Maßnahmen eine Beeinträchtigung verhindert werden.<ref>Airam Rodríguez, David García, Beneharo Rodríguez, Esteban Cardona, Lluís Parpal, Pere Pons: ''Artificial lights and seabirds: is light pollution a threat for the threatened Balearic petrels?'' In: ''Journal of Ornithology'', 156 (4), 2015, S. 893–902.</ref>
Auf Inselarchipelen sind vor allem junge Seevögel wie [[Sturmtaucher]] oder [[Sturmschwalben]] durch Lichtverschmutzung gefährdet. Bei ihren „Jungfernflügen" von den in Steilküsten gelegenen Bruthöhlen auf das offene Meer werden sie von starken künstlichen Lichtquellen angezogen, gehen desorientiert zu Boden und können nicht mehr abfliegen, da sie zum Starten eine erhöhte Position benötigen. Oft verhungern oder verdursten sie dann, werden überfahren oder von [[Prädator]]en getötet. Auf den Balearen lag der Anteil der zu Boden gegangenen Jungvögel am jährlichen Bruterfolg aber lediglich zwischen 0,13 und 0,56 %. Die Todesfälle sind daher nicht bestandsgefährdend, dennoch sollte in der Nähe größerer Kolonien durch bauliche Maßnahmen eine Beeinträchtigung verhindert werden.<ref>Airam Rodríguez, David García, Beneharo Rodríguez, Esteban Cardona, Lluís Parpal, Pere Pons: ''Artificial lights and seabirds: is light pollution a threat for the threatened Balearic petrels?'' In: ''Journal of Ornithology'', 156 (4), 2015, S. 893–902.</ref>
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Ebenfalls gut dokumentiert ist der negative Einfluss von nächtlicher Beleuchtung auf verschiedene Arten von [[Meeresschildkröten]], deren Nachwuchs an einem zu hell erleuchteten Strand den Weg ins Wasser nicht findet und somit zur leichten Beute von Raubtieren wird.<ref>[http://homepage.univie.ac.at/thomas.posch/endedernacht/Infomaterial/IDA187.html ''Zum Einfluss künstlicher Beleuchtung auf Tiere.''] In: ''Website der Universität Wien''.</ref> Auswirkungen auf zahlreiche weitere nachtaktive Spezies wie beispielsweise Fledermäuse oder Frösche wurden beobachtet, in den meisten Fällen von vermuteter Beeinflussung besteht jedoch noch weiterer Forschungsbedarf.
Ebenfalls gut dokumentiert ist der negative Einfluss von nächtlicher Beleuchtung auf verschiedene Arten von [[Meeresschildkröten]], deren Nachwuchs an einem zu hell erleuchteten Strand den Weg ins Wasser nicht findet und somit zur leichten Beute von Raubtieren wird.<ref>[http://homepage.univie.ac.at/thomas.posch/endedernacht/Infomaterial/IDA187.html ''Zum Einfluss künstlicher Beleuchtung auf Tiere.''] In: ''Website der Universität Wien''.</ref> Auswirkungen auf zahlreiche weitere nachtaktive Spezies wie beispielsweise Fledermäuse oder Frösche wurden beobachtet, in den meisten Fällen von vermuteter Beeinflussung besteht jedoch noch weiterer Forschungsbedarf.
Die Auswirkungen auf die [[Chronobiologie]] des [[mensch]]lichen Organismus (wie auch auf (削除) andere (削除ここまで) [[Tiere]]) sind ebenfalls noch nicht abschließend erforscht. Doch sind zunehmende [[Schlafstörung]]en unter den Stadtbewohnern sowie Störungen im [[Hormon]]haushalt des Menschen (Tag-Nacht-Zyklus, Menstruationszyklus der Frau) bereits nachgewiesen (削除) bzw. (削除ここまで) Gegenstand aktueller Forschung.<ref>[http://www.wissenschaft-online.de/artikel/912876 wissenschaft-online].</ref> Weitere physiologische Störungen sind nicht auszuschließen – so veröffentlichte beispielsweise eine israelische Forschergruppe im Jahr 2008 Daten, die einen Zusammenhang zwischen der Stärke nächtlicher Kunstbeleuchtung, gegen die sich Betroffene nicht ausreichend durch technische Verdunkelungseinrichtungen schützen, und dem Risiko von [[Brustkrebs]]erkrankungen nahelegen.<ref>Kloog, I., Haim, A; Stevens, R.G.; Barchana, M. & Portnov, B.A.: ''Light at night co-distributes with incident breast but not lung cancer in the female population of Israel.'' In: ''[[Chronobiology International]]'' 2008 Feb; 25(1): 65–81.</ref> Postuliert wird auch ein Beitrag der verlängerten Helligkeit zur [[Akzeleration (Biologie)|Akzeleration]], beispielsweise dem verfrühten Einsetzen der Pubertät.
Die Auswirkungen auf die [[Chronobiologie]] des [[mensch]]lichen Organismus (wie auch auf [[Tiere]]) sind ebenfalls noch nicht abschließend erforscht. Doch sind zunehmende [[Schlafstörung]]en unter den Stadtbewohnern sowie Störungen im [[Hormon]]haushalt des Menschen (Tag-Nacht-Zyklus, Menstruationszyklus der Frau) bereits nachgewiesen (追記) beziehungsweise (追記ここまで) Gegenstand aktueller Forschung.<ref>[http://www.wissenschaft-online.de/artikel/912876 wissenschaft-online].(追記) </ref> Es kann angenommen werden, dass Lichtverschmutzung Auswirkungen auf den [[Melatonin]]haushalt von Menschen und Tieren hat.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.igb-berlin.de/news/lichtverschmutzung-unterdrueckt-dunkelhormon-melatonin-bei-mensch-und-tier |titel=Lichtverschmutzung unterdrückt „Dunkelhormon" Melatonin bei Mensch und Tier |hrsg=Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei |datum=2019年12月18日 |abruf=2024年03月05日}} (追記ここまで)</ref> Weitere physiologische Störungen sind nicht auszuschließen – so veröffentlichte beispielsweise eine israelische Forschergruppe im Jahr 2008 Daten, die einen Zusammenhang zwischen der Stärke nächtlicher Kunstbeleuchtung, gegen die sich Betroffene nicht ausreichend durch technische Verdunkelungseinrichtungen schützen, und dem Risiko von [[Brustkrebs]]erkrankungen nahelegen.<ref>Kloog, I., Haim, A; Stevens, R.G.; Barchana, M. & Portnov, B.A.: ''Light at night co-distributes with incident breast but not lung cancer in the female population of Israel.'' In: ''[[Chronobiology International]]'' 2008 Feb; 25(1): 65–81.</ref> Postuliert wird auch ein Beitrag der verlängerten Helligkeit zur [[Akzeleration (Biologie)|Akzeleration]], beispielsweise dem verfrühten Einsetzen der Pubertät.(追記) Männliche [[Leuchtkäfer]] können in lichtverschmutzer Umgebung die leuchtenden Weibchen nicht mehr finden.<ref>{{Internetquelle |autor= Estelle M. Moubarak, A. Sofia David Fernandes, Alan J. A. Stewart und Jeremy E. Niven |titel=Artificial light impairs local attraction to females in male glow-worms |url=https://journals.biologists.com/jeb/article/226/11/jeb245760/313487/Artificial-light-impairs-local-attraction-to |datum=2023年06月15日 |sprache=en |abruf=2023年06月15日}}</ref> (追記ここまで)
=== Soziale und kulturelle Folgen „unnatürlicher" Helligkeit ===
=== Soziale und kulturelle Folgen „unnatürlicher" Helligkeit ===
[[Datei:A14 Rheintalautobahn.JPG|mini|Verschmutzung mit Licht im [[Alpenrheintal]]]]
Im Zuge der Erfindung der künstlichen Beleuchtung hat sich bei vielen Menschen der Tag-Nacht-Rhythmus verschoben: Die Menschen waren früher fast ausschließlich tags aktiv und ruhten nachts. Durch die permanente Verfügbarkeit von [[Beleuchtung]] hat sich das verändert. Beispielsweise nehmen Fahrpläne keine Rücksicht darauf, ob der Zeitpunkt der Ankunft bzw. der Abfahrt auf einen terrestrischen Tag oder eine terrestrische Nacht fällt; maßgeblich ist bei ihnen die in der jeweiligen Zeitzone gültige Uhrzeit. Es ist umstritten, welche Auswirkungen die von ihm erwartete zeitliche Flexibilität, insbesondere das Tätigsein(müssen) bei künstlicher Beleuchtung, auf den Menschen hat (''siehe auch:'' [[Tag#Subjektiver und sozialer Tag|Subjektiver und sozialer Tag]]).<ref name="Eidemüller 2018">Dirk Eidemüller: [https://www.spektrum.de/video/wo-sind-die-sterne-hin/1592560 ''Wo sind die Sterne hin?'']. ''spectrum.de''. 12. Oktober 2018.</ref>
Im Zuge der Erfindung der künstlichen Beleuchtung hat sich bei vielen Menschen der Tag-Nacht-Rhythmus verschoben: Die Menschen waren früher fast ausschließlich tags aktiv und ruhten nachts. Durch die permanente Verfügbarkeit von [[Beleuchtung]] hat sich das verändert. Beispielsweise nehmen Fahrpläne keine Rücksicht darauf, ob der Zeitpunkt der Ankunft bzw. der Abfahrt auf einen terrestrischen Tag oder eine terrestrische Nacht fällt; maßgeblich ist bei ihnen die in der jeweiligen Zeitzone gültige Uhrzeit. Es ist umstritten, welche Auswirkungen die von ihm erwartete zeitliche Flexibilität, insbesondere das Tätigsein(müssen) bei künstlicher Beleuchtung, auf den Menschen hat (''siehe auch:'' [[Tag#Subjektiver und sozialer Tag|Subjektiver und sozialer Tag]]).<ref name="Eidemüller 2018">Dirk Eidemüller: [https://www.spektrum.de/video/wo-sind-die-sterne-hin/1592560 ''Wo sind die Sterne hin?'']. ''spectrum.de''. 12. Oktober 2018.</ref>
Auch die Wahrnehmung von Naturphänomenen, die nur bei weitgehender [[Helligkeit|Dunkelheit]] zu sehen sind, obwohl ihre Sichtbarkeit bei Nacht noch für frühere Generationen selbstverständlich war, ist insbesondere in [[(削除) Verdichtungsgebiet (削除ここまで)|Großstädten und Ballungsräumen]] durch die künstliche Erhellung der Nacht stark eingeschränkt. Hierzu zählen zum Beispiel ein leuchtender [[Sternenhimmel]], die [[Milchstraße]], die unmittelbare Erfahrung der [[Planet]]en, [[Sternschnuppe]]n, oder auch [[Glühwürmchen]].
Auch die Wahrnehmung von Naturphänomenen, die nur bei weitgehender [[Helligkeit|Dunkelheit]] zu sehen sind, obwohl ihre Sichtbarkeit bei Nacht noch für frühere Generationen selbstverständlich war, ist insbesondere in [[(追記) Agglomeration (追記ここまで)|Großstädten und Ballungsräumen]] durch die künstliche Erhellung der Nacht stark eingeschränkt. Hierzu zählen zum Beispiel ein leuchtender [[Sternenhimmel]], die [[Milchstraße]], die unmittelbare Erfahrung der [[Planet]]en, [[Sternschnuppe]]n, oder auch [[Glühwürmchen]].
Dass solche [[Naturschauspiel]]e für den [[Betrachtung|ästhetischen Betrachter]] nicht mehr allgemein erfahrbar sind, gilt als Verlust von [[Das Naturschöne|Naturschönem]].<ref name="Eidemüller 2018" /> Eine modernere Sichtweise ist folglich die, dass nächtliche Dunkelheit – im Sinne des englischen ''Heritage''-Begriffes – ein [[Naturgut|Natur]]- wie auch [[Kulturgut]] ist ''(Natur-/Kulturerbe)'', das als Basis bedeutender menschheitsgeschichtlicher Erfahrungen und [[Kulturtechnik]]en zumindest gebietsweise zu erhalten ist.<ref name="darksky heritage">Vergl. ''[https://www.darksky.org/light-pollution/night-sky-heritage/ Night Sky Heritage.]'' International Dark Sky Association (darksky.org, abgerufen 10. Februar 2019).</ref>
Dass solche [[Naturschauspiel]]e für den [[Betrachtung|ästhetischen Betrachter]] nicht mehr allgemein erfahrbar sind, gilt als Verlust von [[Das Naturschöne|Naturschönem]].<ref name="Eidemüller 2018" /> Eine modernere Sichtweise ist folglich die, dass nächtliche Dunkelheit – im Sinne des englischen ''Heritage''-Begriffes – ein [[Naturgut|Natur]]- wie auch [[Kulturgut]] ist ''(Natur-/Kulturerbe)'', das als Basis bedeutender menschheitsgeschichtlicher Erfahrungen und [[Kulturtechnik]]en zumindest gebietsweise zu erhalten ist.<ref name="darksky heritage">Vergl. ''[https://www.darksky.org/light-pollution/night-sky-heritage/ Night Sky Heritage.]'' International Dark Sky Association (darksky.org, abgerufen(追記) am (追記ここまで) 10. Februar 2019).</ref>
Zu diesen kulturellen Traditionen zählen insbesondere die [[Navigation]] und die [[Zeitrechnung|Zeit-]] und [[Kalenderrechnung]], aber auch ein reichhaltiger [[Mythologie|mythologischer]] Schatz. Eine konkretere Anwendung davon ist beispielsweise, das [[Archäoastronomie|archäoastronomische]] Denkmale (historische Sternwarten und Steinsetzungen) neben [[Denkmalschutz]] auch eines [[Lichtschutzgebiet]]es bedürfen, um als [[Zeitzeugnis]] lesbar zu bleiben: Die nächtliche Dunkelheit wird so zu einem Bestandteil des [[Denkmal (Zeugnis)|Denkmalbegriffs]].
Zu diesen kulturellen Traditionen zählen insbesondere die [[Navigation]] und die [[Zeitrechnung|Zeit-]] und [[Kalenderrechnung]], aber auch ein reichhaltiger [[Mythologie|mythologischer]] Schatz. Eine konkretere Anwendung davon ist beispielsweise, das [[Archäoastronomie|archäoastronomische]] Denkmale (historische Sternwarten und Steinsetzungen) neben [[Denkmalschutz]] auch eines [[Lichtschutzgebiet]]es bedürfen, um als [[Zeitzeugnis]] lesbar zu bleiben: Die nächtliche Dunkelheit wird so zu einem Bestandteil des [[Denkmal (Zeugnis)|Denkmalbegriffs]].
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Das Fehlen eines wirklich dunklen Nachthimmels beeinträchtigt in besonderem Maße die [[Astronomie|astronomische]] Beobachtung und Forschung. Selbst bei scheinbar klarem Nachthimmel gibt es einen großen Anteil von [[Streulicht]], der in der [[Astrofotografie]] bei längeren Belichtungszeiten deutlich zum Vorschein tritt. Durch die Entfernung des [[Falschlicht]]s mit Hilfe einer Bildverarbeitung gehen in den Bildern zunehmend Details des Sternhimmels verloren. Die folgende Aufnahme im Bereich der Galaxie [[Messier 101]] mit der [[Scheinbare Helligkeit|scheinbaren Helligkeit]] von 7,5<sup>m</sup> mit allen Fixsternen bis zur 10. Größenklasse wurde in einer sternklaren Nacht in einer Großstadt mit einem lichtstarken Objektiv ([[Blendenzahl]] 1,2) bei einer [[Belichtungszeit]] von fünf Sekunden und bei einem [[Belichtungsindex]] von ISO 12800 in [[Zenit]]nähe aufgenommen:
Das Fehlen eines wirklich dunklen Nachthimmels beeinträchtigt in besonderem Maße die [[Astronomie|astronomische]] Beobachtung und Forschung. Selbst bei scheinbar klarem Nachthimmel gibt es einen großen Anteil von [[Streulicht]], der in der [[Astrofotografie]] bei längeren Belichtungszeiten deutlich zum Vorschein tritt. Durch die Entfernung des [[Falschlicht]]s mit Hilfe einer Bildverarbeitung gehen in den Bildern zunehmend Details des Sternhimmels verloren. Die folgende Aufnahme im Bereich der Galaxie [[Messier 101]] mit der [[Scheinbare Helligkeit|scheinbaren Helligkeit]] von 7,5<sup>m</sup> mit allen Fixsternen bis zur 10. Größenklasse wurde in einer sternklaren Nacht in einer Großstadt mit einem lichtstarken Objektiv ([[Blendenzahl]] 1,2) bei einer [[Belichtungszeit]] von fünf Sekunden und bei einem [[Belichtungsindex]] von ISO 12800 in [[Zenit]]nähe aufgenommen:
Streulichtfilterung.0.P1023258.jpg|Originalaufnahme: unten am Bildrand in der Mitte [[Alkaid]], rechts der Mitte der Doppelstern [[Mizar]] mit [[Alkor (Stern)|Alkor]] und rechts am Bildrand [[Alioth (Stern)|Alioth]]; die Galaxie [[Messier 101]] ist ein kleiner diffuser Lichtfleck in der Bildmitte.
Streulichtfilterung.0.P1023258.jpg|Originalaufnahme: unten am Bildrand in der Mitte [[Alkaid]], rechts der Mitte der Doppelstern [[Mizar]] mit [[Alkor (Stern)|Alkor]] und rechts am Bildrand [[Alioth (Stern)|Alioth]]; die Galaxie [[Messier 101]] ist ein kleiner diffuser Lichtfleck in der Bildmitte.
Streulichtfilterung.1.P1023258.jpg|Schwarzwert korrigiert: der dunkelste im Bild auftretende Lichtpunkt wurde auf schwarz gesetzt, um das Streulicht abzuschwächen, das blaue Licht der [[Rayleigh-Streuung]] ist in der Bildmitte erkennbar.
Streulichtfilterung.1.P1023258.jpg|Schwarzwert korrigiert: der dunkelste im Bild auftretende Lichtpunkt wurde auf schwarz gesetzt, um das Streulicht abzuschwächen, das blaue Licht der [[Rayleigh-Streuung]] ist in der Bildmitte erkennbar.
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Über einer hell erleuchteten Stadt sind mit [[Visuelle Astronomie|bloßem Auge]] in der Regel nur noch wenige sehr helle [[Stern]]e zu sehen. Ausgedehnte lichtschwächere Objekte wie die Milchstraße, die Große und die(削除) Kleine (削除ここまで) [[(削除) Magellansche (削除ここまで)(削除) Wolken| (削除ここまで)Magellansche Wolke]], die [[Andromedanebel|Andromedagalaxie]] oder den berühmten [[Orionnebel|Großen Orionnebel]] kennen viele Menschen nur noch aus der Erzählung. Details wie die [[Spektralklasse|Sternfarbe]] sind ebenfalls kaum mehr erfahrbar.
Über einer hell erleuchteten Stadt sind mit [[Visuelle Astronomie|bloßem Auge]] in der Regel nur noch wenige sehr helle [[Stern]]e zu sehen. Ausgedehnte lichtschwächere Objekte wie die Milchstraße, die (追記) [[ (追記ここまで)Große(追記) Magellansche Wolke|Große]] (追記ここまで) und die [[(追記) Kleine (追記ここまで) Magellansche Wolke]], die [[Andromedanebel|Andromedagalaxie]] oder den berühmten [[Orionnebel|Großen Orionnebel]] kennen viele Menschen nur noch aus der Erzählung. Details wie die [[Spektralklasse|Sternfarbe]] sind ebenfalls kaum mehr erfahrbar.
Die Zahl der mit bloßem Auge sichtbaren Sterne liegt zumeist bei nur noch 200 bis 500, in Innenstädten sogar nur bei einigen Dutzend, während sie früher generell – heute nur noch in sehr dunklen Gegenden – bei um die 6500 lag.<ref>[https://www.heise.de/tp/features/Sag-mir-wo-die-Sterne-sind-wo-sind-sie-geblieben-3426653.html ''Sag mir, wo die Sterne sind, wo sind sie geblieben?''] In: ''heise.de''.</ref>
Die Zahl der mit bloßem Auge sichtbaren Sterne liegt zumeist bei nur noch 200 bis 500, in Innenstädten sogar nur bei einigen Dutzend, während sie früher generell – heute nur noch in sehr dunklen Gegenden – bei um die 6500 lag.<ref>[https://www.heise.de/tp/features/Sag-mir-wo-die-Sterne-sind-wo-sind-sie-geblieben-3426653.html ''Sag mir, wo die Sterne sind, wo sind sie geblieben?''] In: ''heise.de''.</ref>
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Neben optischer Beeinträchtigung wird hier das Problem des ''[[Elektrosmog]]s'' ({{enS|radio-wave pollution}}) für die [[Radioastronomie]] ebenfalls zu einem immer größeren Problem.<ref>David Tenenbaum: [http://whyfiles.org/shorties/055darksky/ ''Blinded by the light. Feeling light-headed.''] In: ''whyfiles.org'', 20. April 2000<br />{{Webarchiv |url=http://www.craf.eu/spacemi.htm |wayback=20131102104413 |text=''Literature on Space-borne Radio Interference''.}} In: ''craf.eu''. Committee on Radio Astronomy Frequencies (CRAF), European Science Foundation (ESF).<br />vgl. die [[National Radio Quiet Zone]] in den USA.</ref>
Neben optischer Beeinträchtigung wird hier das Problem des ''[[Elektrosmog]]s'' ({{enS|radio-wave pollution}}) für die [[Radioastronomie]] ebenfalls zu einem immer größeren Problem.<ref>David Tenenbaum: [http://whyfiles.org/shorties/055darksky/ ''Blinded by the light. Feeling light-headed.''] In: ''whyfiles.org'', 20. April 2000<br />{{Webarchiv |url=http://www.craf.eu/spacemi.htm |wayback=20131102104413 |text=''Literature on Space-borne Radio Interference''.}} In: ''craf.eu''. Committee on Radio Astronomy Frequencies (CRAF), European Science Foundation (ESF).<br />vgl. die [[National Radio Quiet Zone]] in den USA.</ref>
Für die flächendeckende Internetversorgung auf der Erde via Satelliten sollen für das Projekt [[Starlink]] bis 2027 12.000 Himmelskörper in Erdumlaufbahn gebracht werden. Astronomen (削除) kritisieren (削除ここまで) schon im April 2020 die starken Lichtreflexe der großen Sonnenzellen der vielen Körper. [[SpaceX]] kündigt an, an der Verringerung der Reflexe zu arbeiten.<ref>[https://orf.at/stories/3162985/ Zu hell : SpaceX „dimmt" seine Satelliten] orf.at, 23. April 2020, abgerufen 23. April 2020.</ref>
Für die flächendeckende Internetversorgung auf der Erde via Satelliten sollen für das Projekt [[Starlink]] bis 2027 12.000 Himmelskörper in(追記) die (追記ここまで) Erdumlaufbahn gebracht werden. Astronomen (追記) kritisierten (追記ここまで) schon im April 2020 die starken Lichtreflexe der großen Sonnenzellen der vielen Körper. [[SpaceX]] kündigt an, an der Verringerung der Reflexe zu arbeiten.<ref>[https://orf.at/stories/3162985/ Zu hell : SpaceX „dimmt" seine Satelliten] orf.at, 23. April 2020, abgerufen(追記) am (追記ここまで) 23. April 2020.</ref>
=== Unnötiger Energieverbrauch ===
=== Unnötiger Energieverbrauch ===
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== Problembewusstsein und Abhilfemöglichkeiten ==
== Problembewusstsein und Abhilfemöglichkeiten ==
Maßnahmen gegen die Lichtverschmutzung setzen voraus, dass Initiativen, die dem Motto: „Mehr Licht im öffentlichen Raum!" folgen, durch Initiativen ersetzt werden, die davon ausgehen, dass vor jeder Installierung neuer Lichtquellen unter freiem Himmel im Sinne einer [[Technikfolgenabschätzung]] deren ökologischen Auswirkungen, nicht nur im Hinblick auf die Lichtverschmutzung, untersucht und mit den erhofften Vorteilen abgewogen werden müssen. So haben beispielsweise seit den 2000er Jahren viele Städte in Europa sogenannte Lichtmasterpläne erarbeitet,<ref>[http://www.die-urbanauten.de/cms/media/pdf/Pamphlete/Lichtpl-ne-in-Deutschland.pdf die urbanauten: ''Lichtpläne in Deutschland''. 24. April 2006. S.9] (PDF; 1,1 MB).</ref> in denen u. a. die Inwertsetzung von Sehenswürdigkeiten der Stadt bei Nacht, vor allem durch deren [[Illumination (Beleuchtung)|Illuminierung]], positiv bewertet wird. Ebenso tauchen an immer neuen Stellen in Städten Leuchtreklamen auf.
Maßnahmen gegen die Lichtverschmutzung setzen voraus, dass Initiativen, die dem Motto: „Mehr Licht im öffentlichen Raum!" folgen, durch Initiativen ersetzt werden, die davon ausgehen, dass vor jeder Installierung neuer Lichtquellen unter freiem Himmel im Sinne einer [[Technikfolgenabschätzung]] deren ökologischen Auswirkungen, nicht nur im Hinblick auf die Lichtverschmutzung, untersucht und mit den erhofften Vorteilen abgewogen werden müssen. So haben beispielsweise seit den 2000er Jahren viele Städte in Europa sogenannte Lichtmasterpläne erarbeitet,<ref>[http://www.die-urbanauten.de/cms/media/pdf/Pamphlete/Lichtpl-ne-in-Deutschland.pdf die urbanauten: ''Lichtpläne in Deutschland''. 24. April 2006. S. 9] (PDF; 1,1 MB).</ref> in denen u. a. die Inwertsetzung von Sehenswürdigkeiten der Stadt bei Nacht, vor allem durch deren [[Illumination (Beleuchtung)|Illuminierung]], positiv bewertet wird. Ebenso tauchen an immer neuen Stellen in Städten Leuchtreklamen auf.
Ohne einen ''umfassenden'' Paradigmenwechsel im Sinn des Eingangssatzes zu diesem Abschnitt erscheint der Erfolg der im Folgenden genannten Maßnahmen fragwürdig. So entzündete sich 2012 im Stadtrat von [[Hannover]] ein Streit über die Legitimität städtischer Maßnahmen zur Eindämmung der Lichtverschmutzung. Mit der Begründung, die Stadt komme nicht mehr zur Dunkelheit und es gebe zu viele Lichtquellen, beantragten Sozialdemokraten und Grüne im Umweltausschuss der Stadt, die Verwaltung möge ein „Konzept für eine Reduktion der Lichtverschmutzung" entwickeln. Ein CDU-Ratsherr empörte sich: „Das ist der dümmste Antrag, den ich je gelesen habe. Er zeigt die ideologische Regulierungswut von Rot-Grün." Ein Vertreter der FDP im Stadtrat äußerte: „Die flippen jetzt völlig aus. Die Sicherheit der Bürger wird aufs Spiel gesetzt." Der Geschäftsführer der City-Gemeinschaft, eines Zusammenschlusses des [[Einzelhandel]]s: „Der politische Antrag hat das Potenzial zur Posse des Jahres. Eine Verdunkelung zu fordern ist weltfremd. Licht lockt Leute und steigert den Umsatz."<ref>Daniel Blum: [https://www.deutschlandfunk.de/zu-hell-zu-grell-zu-ungesund.724.de.html?dram:article_id=243064 ''Zu hell, zu grell, zu ungesund. Die Politik entdeckt die Lichtverschmutzung'']. deutschlandfunk.de. 10. April 2013.</ref> Die Existenzängste von Einzelhändlern, nicht nur in Großstädten und nicht nur in Stadtzentren, haben durch die starke Zunahme des [[Internethandel]]s seit 2012 deutschlandweit zugenommen.
Ohne einen ''umfassenden'' Paradigmenwechsel im Sinn des Eingangssatzes zu diesem Abschnitt erscheint der Erfolg der im Folgenden genannten Maßnahmen fragwürdig. So entzündete sich 2012 im Stadtrat von [[Hannover]] ein Streit über die Legitimität städtischer Maßnahmen zur Eindämmung der Lichtverschmutzung. Mit der Begründung, die Stadt komme nicht mehr zur Dunkelheit und es gebe zu viele Lichtquellen, beantragten Sozialdemokraten und Grüne im Umweltausschuss der Stadt, die Verwaltung möge ein „Konzept für eine Reduktion der Lichtverschmutzung" entwickeln. Ein CDU-Ratsherr empörte sich: „Das ist der dümmste Antrag, den ich je gelesen habe. Er zeigt die ideologische Regulierungswut von Rot-Grün." Ein Vertreter der FDP im Stadtrat äußerte: „Die flippen jetzt völlig aus. Die Sicherheit der Bürger wird aufs Spiel gesetzt." Der Geschäftsführer der City-Gemeinschaft, eines Zusammenschlusses des [[Einzelhandel]]s: „Der politische Antrag hat das Potenzial zur Posse des Jahres. Eine Verdunkelung zu fordern ist weltfremd. Licht lockt Leute und steigert den Umsatz."<ref>Daniel Blum: [https://www.deutschlandfunk.de/zu-hell-zu-grell-zu-ungesund.724.de.html?dram:article_id=243064 ''Zu hell, zu grell, zu ungesund. Die Politik entdeckt die Lichtverschmutzung'']. deutschlandfunk.de. 10. April 2013.</ref> Die Existenzängste von Einzelhändlern, nicht nur in Großstädten und nicht nur in Stadtzentren, haben durch die starke Zunahme des [[Internethandel]]s seit 2012 deutschlandweit zugenommen.
Politiker, die sich für Lichtemissionen im öffentlichen Raum verantwortlich fühlen, zeigen sich zusehends für Initiativen zur Vermeidung von Lichtverschmutzung aufgeschlossen. Sie zeigen aber auch Zielkonflikte auf: „Insgesamt hat vor allem im Bereich der öffentlichen Beleuchtungseinrichtungen in den vergangenen Jahren bereits ein Umdenken hin zu energiesparenden und umweltfreundlichen Beleuchtungskonzepten stattgefunden", stellte 2018 das [[Bayern|bayerische]] Umweltministerium fest. Allerdings seien künstliche Lichtquellen notwendiger Bestandteil der Infrastruktur, vom Straßenverkehr bis hin zur Beleuchtung aus Sicherheitsgründen. Aufstellung und Betrieb von Beleuchtungsanlagen müssten dennoch im Einklang mit gesetzlichen Anforderungen vor allem aus den Bereichen Immissionsschutz, Bau, Verkehr und Naturschutz stehen.<ref>[https://www.welt.de/regionales/bayern/article181287038/Sternenpark-Rhoen-engagiert-sich-gegen-Lichtverschmutzung.html ''Sternenpark Rhön engagiert sich gegen Lichtverschmutzung'']. welt.de. 24. August 2018.</ref>
Politiker, die sich für Lichtemissionen im öffentlichen Raum verantwortlich fühlen, zeigen sich zusehends für Initiativen zur Vermeidung von Lichtverschmutzung aufgeschlossen. Sie zeigen aber auch Zielkonflikte auf: „Insgesamt hat vor allem im Bereich der öffentlichen Beleuchtungseinrichtungen in den vergangenen Jahren bereits ein Umdenken hin zu energiesparenden und umweltfreundlichen Beleuchtungskonzepten stattgefunden", stellte 2018 das [[Bayern|bayerische]] Umweltministerium fest. Allerdings seien künstliche Lichtquellen notwendiger Bestandteil der Infrastruktur, vom Straßenverkehr bis hin zur Beleuchtung aus Sicherheitsgründen. Aufstellung und Betrieb von Beleuchtungsanlagen müssten dennoch im Einklang mit gesetzlichen Anforderungen vor allem aus den Bereichen Immissionsschutz, Bau, Verkehr und Naturschutz stehen.<ref>[https://www.welt.de/regionales/bayern/article181287038/Sternenpark-Rhoen-engagiert-sich-gegen-Lichtverschmutzung.html ''Sternenpark Rhön engagiert sich gegen Lichtverschmutzung'']. welt.de. 24. August 2018.</ref>
Die Verantwortlichen für den [[Biosphärenreservat Rhön#Ziele und Konzepte|Sternenpark Rhön]] bilanzierten 2018: „Die Lichtverschmutzung hat sich im öffentlichen Raum verringert. Die Kommunen rüsten ihre Straßen- und Gebäudebeleuchtung zunehmend umweltverträglich um."<ref>[https://www.fnp.de/hessen/fuehrungen-sternenpark-rhoen-sind-beliebt-10368194.html ''Führungen im Sternenpark Rhön sind beliebt'']. fnp.de (Frankfurter Neue Presse). 25. August 2018.</ref> Schwierig sei es aber nach wie vor, aus dem Ruder laufende grelle Beleuchtungen auf Gewerbe- und Privatflächen in den Griff zu bekommen. Wahrscheinlich können nur die schlimmsten der uneinsichtigen „Lichtsünder" durch die staatliche Exekutive bestraft werden.
[[Datei:Lichtverschmutzung, Thema der ÖTA'19 in Salzburg.png|mini|350px|right|Generalthema Lichtverschmutzung bei der ÖTA'19]]
Nicht nur astronomische [[Fachtagung]]en befassen sich mit dem Problemkreis, sondern auch die [[Amateurastronomie]], etwa 2019 die [[ÖTA]]'19 in Salzburg. Hier wurde u. a. festgestellt, dass zwar diverse Richtlinien für Geschäfts- und [[Straßenbeleuchtung]] existieren, aber den Lokalpolitikern und durchführenden Firmen oft unbekannt sind.
Die Verantwortlichen für den [[Biosphärenreservat Rhön#Ziele und Konzepte|Sternenpark Rhön]] bilanzierten 2018: „Die Lichtverschmutzung hat sich im öffentlichen Raum verringert. Die Kommunen rüsten ihre Straßen- und Gebäudebeleuchtung zunehmend umweltverträglich um."<ref>[https://www.fnp.de/hessen/fuehrungen-sternenpark-rhoen-sind-beliebt-10368194.html ''Führungen im Sternenpark Rhön sind beliebt'']. fnp.de (Frankfurter Neue Presse). 25. August 2018.</ref> Schwierig sei es aber nach wie vor, aus dem Ruder laufende grelle Beleuchtungen auf Gewerbe- und Privatflächen in den Griff zu bekommen. Wahrscheinlich werde man nur die schlimmsten der uneinsichtigen „Lichtsünder" durch die staatliche Exekutive bestrafen können.
2019 gründete sich die ehrenamtliche Initiative „Paten der Nacht", die Hilfestellung und Beratung zu dem Thema Lichtverschmutzung anbietet. Um auf das Problem aufmerksam zu machen, wurde durch die Initiative die [[Earth Night]] ins Leben gerufen, wofür sie mit dem Umweltpreis 2021<ref>{{Internetquelle |url=https://www.landesstiftung.bayern.de/preise-der-bayerischen-landesstiftung/umweltpreis.html |titel=Bayerische Landesstiftung {{!}} Umweltpreise 2021 und 2020 |abruf=2022年05月23日}}</ref> der [[Bayerische Landesstiftung|Bayerischen Landesstiftung]] ausgezeichnet wurde.
Nicht nur astronomische [[Fachtagung]]en befassen sich mit dem Problemkreis, sondern auch die [[Amateurastronomie]], etwa 2019 die [[ÖTA|ÖTA'19]] in Salzburg. Hier wurde u. a. festgestellt, dass zwar diverse Richtlinien für Geschäfts- und [[Straßenbeleuchtung]] existieren, aber den Lokalpolitikern und durchführenden Firmen oft unbekannt sind
=== Konkrete technische Maßnahmen ===
=== Konkrete technische Maßnahmen ===
[[Datei:LichtVerschmutzung1.jpg|mini|Verschiedene Lichtradien bei [[Straßenbeleuchtung]]: Die Variante rechts beschreibt zielgerichtete Beleuchtung, ohne zugleich nennenswerte Einschränkungen hinnehmen zu müssen.]]
[[Datei:LichtVerschmutzung1.jpg|mini|Verschiedene Lichtradien bei [[Straßenbeleuchtung]]: Die Variante rechts beschreibt zielgerichtete Beleuchtung, ohne zugleich nennenswerte Einschränkungen hinnehmen zu müssen.]]
[[UNESCO]], [[International Astronomical Union|IAU (Internationale Astronomische Union)]] und [[International Commission on Illumination|CIE (Internationale Beleuchtungskommission)]] haben schon 2007 ein umfangreiches Maßnahmenprogramm zur Vermeidung von Lichtverschmutzung erstellt, der unter dem Paradigma ''intelligente Beleuchtung'' steht. Der Katalog bezieht sich auf Beleuchtung des öffentlichen Raumes ebenso wie Privatbeleuchtung, und umfasst:<ref name="Starlight Reserve">{{Literatur |Autor= |Hrsg=UNESCO-WHC, UNESCO – IAU, CIE, OTPC-IAC |Titel=Starlight Reserve. Concept – Dimensions – Categories – Criteria |TitelErg=Recommendations |Ort= |Datum=2009-03 |Kapitel=Abschnitte ''Zonation Criteria'' und ''General recommendations on outdoor lighting'' |Seiten=19 ff resp. 24 ff |Online=(削除) [ (削除ここまで)http://www.starlight2007.net/pdf/Starlight%20Reserve%20Concept%20WD.pdf (削除) starlight2007.net] ( (削除ここまで)PDF(削除) ) (削除ここまで)}}</ref>
[[UNESCO]], [[International Astronomical Union|IAU (Internationale Astronomische Union)]] und [[International Commission on Illumination|CIE (Internationale Beleuchtungskommission)]] haben schon 2007 ein umfangreiches Maßnahmenprogramm zur Vermeidung von Lichtverschmutzung erstellt, der unter dem Paradigma ''intelligente Beleuchtung'' steht. Der Katalog bezieht sich auf Beleuchtung des öffentlichen Raumes ebenso wie Privatbeleuchtung, und umfasst:<ref name="Starlight Reserve">{{Literatur |Autor= |Hrsg=UNESCO-WHC, UNESCO – IAU, CIE, OTPC-IAC |Titel=Starlight Reserve. Concept – Dimensions – Categories – Criteria |TitelErg=Recommendations |Ort= |Datum=2009-03 |Kapitel=Abschnitte ''Zonation Criteria'' und ''General recommendations on outdoor lighting'' |Seiten=19 ff resp. 24 ff |Online=http://www.starlight2007.net/pdf/Starlight%20Reserve%20Concept%20WD.pdf (追記) |Format= (追記ここまで)PDF}}</ref>
* begrenzte und angepasste Beleuchtungszeiten der (削除) Aussenbeleuchtungen (削除ここまで), wie auch der Werbung oder der Dekorationsbeleuchtung (''Starlight Saving Time'',<ref>in Analogie zu {{enS|daylight saving time}} für [[Sommerzeit]].</ref> zu Nachtzeiten nur während hohen bis mittleren Verkehrsaufkommens, also primär den beginnenden Nachtstunden)
* begrenzte und angepasste Beleuchtungszeiten der (追記) Außenbeleuchtungen (追記ここまで), wie auch der Werbung oder der Dekorationsbeleuchtung (''Starlight Saving Time'',<ref>in Analogie zu {{enS|daylight saving time}} für [[Sommerzeit]].</ref> zu Nachtzeiten nur während hohen bis mittleren Verkehrsaufkommens, also primär den beginnenden Nachtstunden)
* Reduzierung unnötiger Beleuchtung (sowohl zu intensiver, wie auch zu wenig zielgerichteter)
* Reduzierung unnötiger Beleuchtung (sowohl zu intensiver, wie auch zu wenig zielgerichteter)
* gerichtetere Beleuchtung (von oben anstatt von unten oder gegen den Horizont)
* gerichtetere Beleuchtung (von oben anstatt von unten oder gegen den Horizont)
* Abschirmung von Lichtquellen, um eine Abstrahlung nach oben und zu den Seiten zu verhindern
* Abschirmung von Lichtquellen, um eine Abstrahlung nach oben und zu den Seiten zu verhindern
* völliger Verzicht auf dezidiert nur nach oben strahlende Leuchtkörper (etwa [[Skybeamer]], [[Laser]]-Flutlichteffekte, (削除) [[Bodenleuchte]]n (削除ここまで))
* völliger Verzicht auf dezidiert nur nach oben strahlende Leuchtkörper (etwa [[Skybeamer]], [[Laser]]-Flutlichteffekte, (追記) Bodenleuchten (追記ここまで))
[[Datei:Las Manchas at night.jpg|mini|Beleuchtungssituation auf La Palma nach Wechsel auf nach unten strahlende orangefarbene Straßenlampen]]
[[Datei:Las Manchas at night.jpg|mini|Beleuchtungssituation auf La Palma nach Wechsel auf nach unten strahlende orangefarbene Straßenlampen]]
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[[Datei:Hemisphaere.Sternenpark.Westhavelland.P1022948.jpg|mini|[[Himmelskugel|Hemisphärischer]] abendlicher Frühlingsnachthimmel mit der [[Milchstraße]] (in der rechten Bildhälfte) im [[Sternenpark Westhavelland|Internationalen Sternenpark Westhavelland]] bei zwar wolkenlosem, aber leicht dunstigem Himmel während der [[Astronomische Dämmerung|astronomischen Dämmerung]] ohne Mondlicht. Rings herum ist am Horizont die in der [[Troposphäre]] durch Streulicht hervorgerufene Lichtverschmutzung der umliegenden Ortschaften zu sehen, im Osten (links) die Lichtglocke vom 50 bis 90 Kilometer entfernten [[Berlin]].]]
[[Datei:Hemisphaere.Sternenpark.Westhavelland.P1022948.jpg|mini|[[Himmelskugel|Hemisphärischer]] abendlicher Frühlingsnachthimmel mit der [[Milchstraße]] (in der rechten Bildhälfte) im [[Sternenpark Westhavelland|Internationalen Sternenpark Westhavelland]] bei zwar wolkenlosem, aber leicht dunstigem Himmel während der [[Astronomische Dämmerung|astronomischen Dämmerung]] ohne Mondlicht. Rings herum ist am Horizont die in der [[Troposphäre]] durch Streulicht hervorgerufene Lichtverschmutzung der umliegenden Ortschaften zu sehen, im Osten (links) die Lichtglocke vom 50 bis 90 Kilometer entfernten [[Berlin]].]]
Lichtschutzzonen werden im Sinne eines [[Vertragsnaturschutz]]es schon immer um Standorte von Groß-Observatorien eingerichtet, damit dort ungestört [[beobachtende Astronomie]] betrieben werden kann (die erste Regelungen dieser Art war zum Schutz des städtischen Observatoriums im Jahr 1958 in Flagstaff/Arizona).<ref name="hellenot normen">{{Webarchiv |url=http://www.hellenot.org/weiterfuehrende-infos/normen-verordnungen/?L=2i%2Fein.. |wayback=20160304131322 |text=''Normen & Verordnungen''.}} In: ''hellenot.org'', Vorschriften und Richtlinien in weiteren Ländern, abgerufen 28. Oktober 2013.</ref>
Lichtschutzzonen werden im Sinne eines [[Vertragsnaturschutz]]es schon immer um Standorte von Groß-Observatorien eingerichtet, damit dort ungestört [[beobachtende Astronomie]] betrieben werden kann (die erste Regelungen dieser Art war zum Schutz des städtischen Observatoriums im Jahr 1958 in Flagstaff/Arizona).<ref name="hellenot normen">{{Webarchiv |url=http://www.hellenot.org/weiterfuehrende-infos/normen-verordnungen/?L=2i%2Fein.. |wayback=20160304131322 |text=''Normen & Verordnungen''.}} In: ''hellenot.org'', Vorschriften und Richtlinien in weiteren Ländern, abgerufen(追記) am (追記ここまで) 28. Oktober 2013.</ref>
Seit 1999 existieren ausgewiesene [[Lichtschutzgebiet]]e ({{enS|dark sky places}}) in [[Kanada]] und bald darauf auch den [[USA]], 2009 wurden die ersten in Europa ausgewiesen. Schon 2007 veröffentlichten [[UNESCO]], [[UNWTO]], [[Internationale Astronomische Union|IAU]] und andere internationale Organisationen auf einer Konferenz in La Palma 2007 die ''[[Declaration in Defence of the Night Sky and the Right to Starlight]]'' (''La Palma Declaration''; Initiative ''Starlight 2007'').<ref>{{Webarchiv |url=http://www.starlight2007.net/pdf/StarlightDeclarationEN.pdf |wayback=20131211214431 |text=''Declaration in Defence of the Night Sky and the Right to Starlight (La Palma Declaration)''.}} (PDF; 1,3 MB) International Conference in Defence of the Quality of the Night Sky and the Right to Observe the Stars. La Palma, Canary Islands, Spain 2007. Starlight Initiative, La Palma Biosphere Reserve, Government of the Canary Island, La Palma, 2007 – mit dem Originaltext der Deklaration; Weblink: ''{{Webarchiv |url=http://www.starlight2007.net/index.php?option=com_content&view=article&id=185&Itemid=80&lang=en |wayback=20140820184836 |text=Declaration in Defence of the Night Sky and the Right to Starlight.}}'' In: ''starlight2007.net''.</ref> Dort wurde auch das Konzept eines ''UNESCO-Starlight Reserves'' erarbeitet. Im Zuge des ''International Year of Astronomy'' 2009 (IYA2009) wurde auch die Initiative ''Dark Skies Awareness'' begonnen, als Netzwerk und Öffentlichkeitsarbeitsplattform in Bezug auf die Problematik.<ref>''[http://www.darkskiesawareness.org/programs.php Programs to Involve the Public in Dark Skies Awareness during the International Year of Astronomy.]'' Dark Skies Awareness: seeing in the dark (darkskiesawareness.org).</ref> Ebenfalls seit 2009 beschäftigt sich die ''[[IUCN Dark Skies Advisory Group]]'' (DSAG), eine Arbeitsgruppe der ''[[IUCN|International Union for Conservation of Nature and Natural Resources]]'' (IUCN), mit der Ausweisung und Klassifizierung von Lichtschutzgebieten sowie mit den Kriterien dafür. Bei der DSAG sind derzeit über 50 Gebiete registriert. Dadurch kann Lichtschutz auch in die Verordnungen und Managementpläne zu Schutzgebieten mitaufgenommen werden.
Seit 1999 existieren ausgewiesene [[Lichtschutzgebiet]]e ({{enS|dark sky places}}) in [[Kanada]] und bald darauf auch den [[USA]], 2009 wurden die ersten in Europa ausgewiesen. Schon 2007 veröffentlichten [[UNESCO]], [[UNWTO]], [[Internationale Astronomische Union|IAU]] und andere internationale Organisationen auf einer Konferenz in La Palma 2007 die ''[[Declaration in Defence of the Night Sky and the Right to Starlight]]'' (''La Palma Declaration''; Initiative ''Starlight 2007'').<ref>{{Webarchiv |url=http://www.starlight2007.net/pdf/StarlightDeclarationEN.pdf |wayback=20131211214431 |text=''Declaration in Defence of the Night Sky and the Right to Starlight (La Palma Declaration)''.}} (PDF; 1,3 MB) International Conference in Defence of the Quality of the Night Sky and the Right to Observe the Stars. La Palma, Canary Islands, Spain 2007. Starlight Initiative, La Palma Biosphere Reserve, Government of the Canary Island, La Palma, 2007 – mit dem Originaltext der Deklaration; Weblink: ''{{Webarchiv |url=http://www.starlight2007.net/index.php?option=com_content&view=article&id=185&Itemid=80&lang=en |wayback=20140820184836 |text=Declaration in Defence of the Night Sky and the Right to Starlight.}}'' In: ''starlight2007.net''.</ref> Dort wurde auch das Konzept eines ''UNESCO-Starlight Reserves'' erarbeitet. Im Zuge des ''International Year of Astronomy'' 2009 (IYA2009) wurde auch die Initiative ''Dark Skies Awareness'' begonnen, als Netzwerk und Öffentlichkeitsarbeitsplattform in Bezug auf die Problematik.<ref>''[http://www.darkskiesawareness.org/programs.php Programs to Involve the Public in Dark Skies Awareness during the International Year of Astronomy.]'' Dark Skies Awareness: seeing in the dark (darkskiesawareness.org).</ref> Ebenfalls seit 2009 beschäftigt sich die ''[[IUCN Dark Skies Advisory Group]]'' (DSAG), eine Arbeitsgruppe der ''[[IUCN|International Union for Conservation of Nature and Natural Resources]]'' (IUCN), mit der Ausweisung und Klassifizierung von Lichtschutzgebieten sowie mit den Kriterien dafür. Bei der DSAG sind derzeit über 50 Gebiete registriert. Dadurch kann Lichtschutz auch in die Verordnungen und Managementpläne zu Schutzgebieten mitaufgenommen werden.
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* Die [[Region Lombardei]] verfasst 2000 ein Lichtschutzgesetz (L.R. della Lombardia 17/00), inzwischen haben die meisten Provinzen [[Italien]]s relativ strenge Vorschriften<ref>{{§§|URL|2=http://cielobuio.org/index.php?option=com_content&view=article&id=471&Itemid=14#Legge%20n.17%20del%20230200%20della%20Regione%20Lombardia |3=''Misure urgenti in Tema di Risparmio energetico ad Uso di Illuminazione esterna e di Lotta all’Inquinamento luminoso''}} Legge n.17 del 27/03/00 della Regione Lombardia (Material in einem Tread auf cielobuio.org).<br />Stand 2013: Lombardia 17/00, Emilia-Romagna 113/03, Marche 10/02, Lazio 23/00, Campania 13/02, Veneto 22/97, Toscana 37/00, Piemonte 31/00, Valle d’Aosta 17/98, Basilicata 41/00, Abruzzo 12/05, Umbria 20/05, Puglia 15/05, Friuli–Venezia Giulia 15/07, Liguria 22/07; ''[http://www.lightpollution.it/cinzano/page95.html Leggi contro l’inquinamento luminoso]'', Pierantonio Cinzano: ''Inquinamento luminoso in Italia – Light Pollution in Italy'' (lightpollution.it, mit Übersichtskarte).</ref>
* Die [[Region Lombardei]] verfasst 2000 ein Lichtschutzgesetz (L.R. della Lombardia 17/00), inzwischen haben die meisten Provinzen [[Italien]]s relativ strenge Vorschriften<ref>{{§§|URL|2=http://cielobuio.org/index.php?option=com_content&view=article&id=471&Itemid=14#Legge%20n.17%20del%20230200%20della%20Regione%20Lombardia |3=''Misure urgenti in Tema di Risparmio energetico ad Uso di Illuminazione esterna e di Lotta all’Inquinamento luminoso''}} Legge n.17 del 27/03/00 della Regione Lombardia (Material in einem Tread auf cielobuio.org).<br />Stand 2013: Lombardia 17/00, Emilia-Romagna 113/03, Marche 10/02, Lazio 23/00, Campania 13/02, Veneto 22/97, Toscana 37/00, Piemonte 31/00, Valle d’Aosta 17/98, Basilicata 41/00, Abruzzo 12/05, Umbria 20/05, Puglia 15/05, Friuli–Venezia Giulia 15/07, Liguria 22/07; ''[http://www.lightpollution.it/cinzano/page95.html Leggi contro l’inquinamento luminoso]'', Pierantonio Cinzano: ''Inquinamento luminoso in Italia – Light Pollution in Italy'' (lightpollution.it, mit Übersichtskarte).</ref>
* [[Tschechien]] war der Vorreiter in der nationalen Gesetzgebung zu Lichtverschmutzung, setzte seine 2002 geschaffenen strengen Vorlagen bisher aber nur teilweise um (ein erstes Schutzgebiet wurde erst 2009 grenzübergreifend mit Polen errichtet).<ref>[https://www.heise.de/tp/features/Kampf-um-die-Schoenheit-der-Nacht-3424475.html ''Kampf um die Schönheit der Nacht.''] In: ''heise.de''.</ref>
* [[Tschechien]] war der Vorreiter in der nationalen Gesetzgebung zu Lichtverschmutzung, setzte seine 2002 geschaffenen strengen Vorlagen bisher aber nur teilweise um (ein erstes Schutzgebiet wurde erst 2009 grenzübergreifend mit Polen errichtet).<ref>[https://www.heise.de/tp/features/Kampf-um-die-Schoenheit-der-Nacht-3424475.html ''Kampf um die Schönheit der Nacht.''] In: ''heise.de''.</ref>
* [[Slowenien]] hat seit dem 30. August 2007 ein Anti-Lichtverschmutzungsgesetz ([[Slowenische Lichtverschmutzungsgesetz|Verordnung über die Grenzwerte der Lichtverschmutzung]], U.l. RS 81/2007).<ref>{{§§|URL|2=http://www.uradni-list.si/1/content?id=82117(削除) (削除ここまで)|3=''4165. Uredba o spremembah in dopolnitvah Uredbe o emisiji snovi v zrak iz malih in srednjih kurilnih naprav, Stran 11093.''}} Uradni list RS, št. 81/2007 (i. d. g. F. online, [(削除) [ (削除ここまで)uradni-list.si(削除) ] (削除ここまで)]).<(削除) br (削除ここまで)/>(削除) [ (削除ここまで)http://kuffner-sternwarte.at/hms/wiki/index.php5?title=Slowenisches_Lichtverschmutzungsgesetz ''Slowenisches Lichtverschmutzungsgesetz''(削除) ] (削除ここまで), kuffner-sternwarte.at (inhaltliche Übertragung ins Deutsche)(削除) ;<br (削除ここまで) /> (削除) ''[http://amper.ped.muni.cz/light/Slovinsko/ (削除ここまで) Light Pollution Law (削除) of (削除ここまで)(削除) Republic (削除ここまで)(削除) Slovenia, (削除ここまで) 2007(削除) .]'' (削除ここまで)(削除) In: (削除ここまで)(削除) '' (削除ここまで)amper.ped.muni.cz(削除) '' (削除ここまで).</ref>
* [[Slowenien]] hat seit dem 30. August 2007 ein Anti-Lichtverschmutzungsgesetz ([[Slowenische Lichtverschmutzungsgesetz|Verordnung über die Grenzwerte der Lichtverschmutzung]], U.l. RS 81/2007).<ref>{{§§|URL|2=http://www.uradni-list.si/1/content?id=82117|3=''4165. Uredba o spremembah in dopolnitvah Uredbe o emisiji snovi v zrak iz malih in srednjih kurilnih naprav, Stran 11093.''}} Uradni list RS, št. 81/2007 (i. d. g. F. online, [(追記) https:// (追記ここまで)uradni-list.si]).</(追記) ref (追記ここまで)>(追記) <ref>{{Webarchiv |url= (追記ここまで)http://kuffner-sternwarte.at/hms/wiki/index.php5?title=Slowenisches_Lichtverschmutzungsgesetz (追記) |text= (追記ここまで)''Slowenisches Lichtverschmutzungsgesetz'', kuffner-sternwarte.at (inhaltliche Übertragung ins Deutsche) (追記) |wayback=20131029200502 }}< (追記ここまで)/(追記) ref (追記ここまで)>(追記) <ref>{{Literatur (追記ここまで) (追記) |Titel=The Government of the Republic of Slovenia Passes a (追記ここまで) Light Pollution Law (追記) |Autor=Andrej (追記ここまで) (追記) Mohar (追記ここまで) (追記) |Ort=Ljubljana (追記ここまで) (追記) |Datum= (追記ここまで)2007(追記) -08-30 (追記ここまで) (追記) |TitelErg=Press (追記ここまで) (追記) Release |Sprache=en |Online=http:// (追記ここまで)amper.ped.muni.cz(追記) /light/Slovinsko/tz_angl (追記ここまで).(追記) pdf |Format=PDF |KBytes=29}} (追記ここまで)</ref>
* In [[Bayern]] gilt seit 1. August 2019 ein Verbot von [[Himmelsstrahler]]n (Bayerisches Naturschutzgesetz). Außerdem wurde die Beleuchtung von Fassaden baulicher Anlagen der öffentlichen Hand zwischen 23 Uhr und der Morgendämmerung verboten (Bayerisches Immissionsschutzgesetz).<ref>{{Internetquelle |autor= |url=https://www.br.de/nachrichten/bayern/lichtverschmutzung-was-seit-august-verboten-ist,Re34JF7 |titel=Lichtverschmutzung: Was seit August verboten ist |werk=BR24 |hrsg=Bayerischer Rundfunk |datum=2019年10月07日 |abruf=2020年01月01日 |sprache=de}}</ref>
* In [[Bayern]] gilt seit 1. August 2019 ein Verbot von [[Himmelsstrahler]]n (Bayerisches Naturschutzgesetz). Außerdem wurde die Beleuchtung von Fassaden baulicher Anlagen der öffentlichen Hand zwischen 23 Uhr und der Morgendämmerung verboten (Bayerisches Immissionsschutzgesetz).<ref>{{Internetquelle |autor= |url=https://www.br.de/nachrichten/bayern/lichtverschmutzung-was-seit-august-verboten-ist,Re34JF7 |titel=Lichtverschmutzung: Was seit August verboten ist |werk=BR24 |hrsg=Bayerischer Rundfunk |datum=2019年10月07日 |abruf=2020年01月01日 |sprache=de}}</ref>
* In [[Österreich]] gilt die ÖNORM O 1052 „Lichtimmissionen – Messung und Beurteilung", die die Grenzwerte rechtsverbindlich regelt.
* In der [[Schweiz]] haben einzelne Kantone gesetzliche Regelungen eingeführt, wie etwa der [[Kanton Aargau]] im Jahr 2007. Jedoch mangelt es noch an der korrekten Umsetzung der Vorschriften, wie z. B. beim aargauischen [[Schloss Lenzburg]].<ref>{{Internetquelle |url=https://www.srf.ch/news/schweiz/lichtverschmutzung-kanton-aargau-will-kuenftig-alle-schloesser-nach-gesetz-beleuchten |titel=Lichtverschmutzung — Kanton Aargau will künftig alle Schlösser nach Gesetz beleuchten |werk=srf.ch |datum=2021年09月29日 |abruf=2021年09月29日}}</ref>
In den [[Deutscher Bundestag|Deutschen Bundestag]] wurde 2007 eine von 7828 Mitzeichnern unterstützte [[öffentliche Petition]] zur Lichtverschmutzung eingebracht.<ref>{{Internetquelle |url=https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2007/_10/_18/Petition_546.nc.html |titel=Petition 546: Immissionsschutz – Lichtverschmutzung |werk=bundestag.de |hrsg=[[Deutscher Bundestag]] |abruf=2016年07月03日}}</ref> Eine Mehrheit, bestehend aus Politikern der CDU/CSU, der SPD und der Linken stimmte dagegen, den gesetzlichen Rahmen zur Vermeidung von Lichtverschmutzung anzupassen.
In den [[Deutscher Bundestag|Deutschen Bundestag]] wurde 2007 eine von 7828 Mitzeichnern unterstützte [[öffentliche Petition]] zur Lichtverschmutzung eingebracht.<ref>{{Internetquelle |url=https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2007/_10/_18/Petition_546.nc.html |titel=Petition 546: Immissionsschutz – Lichtverschmutzung |werk=bundestag.de |hrsg=[[Deutscher Bundestag]] |abruf=2016年07月03日}}</ref> Eine Mehrheit, bestehend aus Politikern der CDU/CSU, der SPD und der Linken stimmte dagegen, den gesetzlichen Rahmen zur Vermeidung von Lichtverschmutzung anzupassen.
Um auf den verschwenderischen Umgang mit nächtlichem [[Kunstlicht]] mitsamt den damit verbundenen negativen Folgen für Umwelt, Mensch und Natur durch Lichtverschmutzung aufmerksam zu machen, wurde im Juli 2020 die ''Earth Night''<ref>https://www.earth-night.info/</ref> als weltweit ausgerichtete Aktion ins Leben gerufen. Ziel ist es, wenigstens eine annähernd natürlich dunkle Nacht pro Jahr zu erreichen, indem die Menschen ab 22 Uhr (Ortszeit) bis zur Morgendämmerung Licht reduzieren oder abschalten. Initiator der Aktion ist die bundesweit tätige, ehrenamtliche Vereinigung ''Paten der Nacht.''<ref>https://www.paten-der-nacht.de/</ref>
Um auf den verschwenderischen Umgang mit nächtlichem [[Kunstlicht]] mitsamt den damit verbundenen negativen Folgen für Umwelt, Mensch und Natur durch Lichtverschmutzung aufmerksam zu machen, wurde im Juli 2020 die ''(追記) [[ (追記ここまで)Earth Night(追記) ]] (追記ここまで)''<ref>https://www.earth-night.info/</ref> als weltweit ausgerichtete Aktion ins Leben gerufen. Ziel ist es, wenigstens eine annähernd natürlich dunkle Nacht pro Jahr zu erreichen, indem die Menschen ab 22 Uhr (Ortszeit) bis zur Morgendämmerung Licht reduzieren oder abschalten. Initiator der Aktion ist die bundesweit tätige, ehrenamtliche Vereinigung ''Paten der Nacht.''<ref>https://www.paten-der-nacht.de/</ref>
=== Regionale und lokale Programme ===
=== Regionale und lokale Programme ===
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Auf der kanarischen Insel [[La Palma]], [[UNESCO-Biosphärenreservat]], wurden aufgrund des Lichtschutzgesetzes Straßenlaternen verändert und die Beleuchtungszeiten gesetzlich geregelt. In den Höhenlagen des dortigen [[Roque de los Muchachos]] ist – auch wegen des dort angesiedelten [[Roque-de-los-Muchachos-Observatorium|Observatoriums]] (Europäische Nordsternwarte) – die Benutzung des [[Fernlicht]]s untersagt.
Auf der kanarischen Insel [[La Palma]], [[UNESCO-Biosphärenreservat]], wurden aufgrund des Lichtschutzgesetzes Straßenlaternen verändert und die Beleuchtungszeiten gesetzlich geregelt. In den Höhenlagen des dortigen [[Roque de los Muchachos]] ist – auch wegen des dort angesiedelten [[Roque-de-los-Muchachos-Observatorium|Observatoriums]] (Europäische Nordsternwarte) – die Benutzung des [[Fernlicht]]s untersagt.
[[Tschechien]] war der erste Staat, der um 2010 ein Gesetz zur Dämpfung von [[Straßenbeleuchtung]]en erließ. Eine Zusammenfassung der Auswirkungen wurde indes noch nicht erarbeitet.
Ein Netzwerk von Umweltfachstellen in der [[Zentralschweiz]] stellte 2008 die Forderung auf, dass jede Beleuchtungseinrichtung im Hinblick auf die Kriterien Notwendigkeit, Abschirmung (Strahlung nur in erwünschte Richtungen), Richtung von oben nach unten, Beleuchtungsstärke und Art des Lichts sowie zeitliche Begrenzung untersucht werden müsse und dass nur Einrichtungen, die alle geforderten Eigenschaften aufwiesen, genehmigt werden dürften.<ref>{{Internetquelle |autor=Umweltfachstellen der Kantone Uri, Schwyz, Obwalden, Nidwalden, Zug und Luzern |url=https://www.sz.ch/public/upload/assets/20511/Merkblatt_Lichtverschmutzung.pdf |titel=Merkblatt Lichtverschmutzung: 5-Punkte-Checkliste |format=PDF |abruf=2019年01月01日}}</ref>
Ein Netzwerk von Umweltfachstellen in der [[Zentralschweiz]] stellte 2008 die Forderung auf, dass jede Beleuchtungseinrichtung im Hinblick auf die Kriterien Notwendigkeit, Abschirmung (Strahlung nur in erwünschte Richtungen), Richtung von oben nach unten, Beleuchtungsstärke und Art des Lichts sowie zeitliche Begrenzung untersucht werden müsse und dass nur Einrichtungen, die alle geforderten Eigenschaften aufwiesen, genehmigt werden dürften.<ref>{{Internetquelle |autor=Umweltfachstellen der Kantone Uri, Schwyz, Obwalden, Nidwalden, Zug und Luzern |url=https://www.sz.ch/public/upload/assets/20511/Merkblatt_Lichtverschmutzung.pdf |titel=Merkblatt Lichtverschmutzung: 5-Punkte-Checkliste |format=PDF |abruf=2019年01月01日}}</ref>
In Österreich gibt es seit den frühen 2000ern(削除) <!-- vor 2002 --> (削除ここまで) das Projekt ''Die Helle Not'', das von Land ([[Tirol (Bundesland)|Tirol]]), Bund ([[Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft|Lebensministerium]]) und Europäischer Union unterstützt wird und 2005 den [[CIPRA]]-Wettbewerb ''Zukunft in den Alpen'' gewann.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.hellenot.org/ueber-uns/?L=qhdjaguc |titel=Über uns |titelerg=Projekt schreibt Geschichte |werk=Die Helle Not |abruf=2013年10月26日}}</ref>
In (追記) [[ (追記ここまで)Österreich(追記) ]] (追記ここまで) gibt es seit den frühen 2000ern das Projekt ''Die Helle Not'', das von Land ([[Tirol (Bundesland)|Tirol]]), Bund ([[Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft|Lebensministerium]]) und Europäischer Union unterstützt wird und 2005 den [[CIPRA]]-Wettbewerb ''Zukunft in den Alpen'' gewann.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.hellenot.org/ueber-uns/?L=qhdjaguc |titel=Über uns |titelerg=Projekt schreibt Geschichte |werk=Die Helle Not |abruf=2013年10月26日}}</ref>(追記) In Kürze steht die Anerkennung dreier weiterer Sternenparks bevor, nämlich das [[Wildnisgebiet Dürrenstein]] (IUCN-Ia-Gebiet im Nationalpark Kalkalpen), das Lichtschutzgebiet im [[Naturpark Attersee-Traunsee]] und die „Sternenlicht-Oase" [[Großmugl (Gemeinde Großmugl)|Großmugl]] in Niederösterreich. (追記ここまで)
Deutschlandweit gilt [[Augsburg]] als „Modellstadt für umweltfreundliche Beleuchtung".<ref>{{Webarchiv |url=http://www.lfu.bayern.de/natur/fachinformationen/lichtverschmutzung/praxisbeispiele/index.htm |wayback=20080509010800 |text=''Modellstadt Augsburg''.}} Bayerisches Landesamt für Umwelt.</ref><br />
Auch in [[Düsseldorf]] wurde eine Initiative gegen gewerbliche Lichtverschmutzung und eine Aktion für mehr Anerkennung der Umweltverschmutzung durch Licht gegründet. Die Lichtwache.org agiert durch nächtliche Kontrollgänge mit anschließender Aufklärung der Beschäftigten und Eigentümer.<ref>http://www.lichtwache.org/</ref>
In drei deutschen Bundesländern gibt es Initiativen zu größeren Lichtschutzgebieten. So wurde 2014 das [[Biosphärenreservat Rhön]] durch die [[International Dark-Sky Association]] als zweites Gebiet nach dem [[Sternenpark Westhavelland]] als [[Sternenpark]] ausgezeichnet, was nur Gebieten zuteilwird, die eine natürliche Nachtlandschaft aufweisen.<ref name="stz">Jörn Perske: ''Der Kampf gegen das Licht.'' Leitartikel, ''Südthüringer Zeitung'', 27. August 2018.</ref>
Am 27. April 2018 wurde der Winklmoos-Alm von der [[International Dark-Sky Association]] das Zertifikat ''International Dark-Sky Park'' ausgestellt, es handelt sich somit um den ersten [[Sternenpark]] in den Alpen.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.darksky.org/our-work/conservation/idsp/parks/winklmoosalm/ |titel=Winklmoosalm (Germany) |werk=International Dark-Sky Association |sprache=en-US |abruf=2022年05月24日}}</ref><ref>{{Internetquelle |url=https://www.sternenpark-winklmoosalm.de/ |titel=Eine Aktion für wenigstens eine dunkle Nacht pro Jahr |sprache=de-DE |abruf=2022年05月24日}}</ref>
In Düsseldorf wurde eine Initiative gegen gewerbliche Lichtverschmutzung und eine Aktion für mehr Anerkennung der Umweltverschmutzung durch Licht gegründet. Die Lichtwache.org agiert durch nächtliche Kontrollgänge mit anschließender Aufklärung der Beschäftigten und Eigentümer.<ref>http://www.lichtwache.org/</ref>
Am 5. April 2019 wurde der [[Nationalpark Eifel]] von der International Dark-Sky Association als Sternenpark anerkannt.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.darksky.org/our-work/conservation/idsp/parks/eifel/ |titel=Eifel National Park (Germany) |werk=International Dark-Sky Association |sprache=en-US |abruf=2022年05月24日}}</ref>
[[Augsburg]] gilt deutschlandweit als „Modellstadt für umweltfreundliche Beleuchtung".<ref>{{Webarchiv |url=http://www.lfu.bayern.de/natur/fachinformationen/lichtverschmutzung/praxisbeispiele/index.htm |wayback=20080509010800 |text=''Modellstadt Augsburg''.}} Bayerisches Landesamt für Umwelt.</ref>
In Deutschland gibt es auch einige Initiativen zu Lichtschutzgebieten. So wurde 2014 das [[Biosphärenreservat Rhön]] durch die [[International Dark-Sky Association]] als zweites Gebiet nach dem [[Sternenpark Westhavelland]] als [[Sternenpark]] ausgezeichnet, was nur Gebieten zuteilwird, die eine natürliche Nachtlandschaft aufweisen.<ref name="stz">Jörn Perske: ''Der Kampf gegen das Licht.'' Leitartikel, ''Südthüringer Zeitung'', 27. August 2018.</ref>
Im Rahmen der IUCN-Schutzgebietseinstufung gibt es auch die Kategorie ''Dark Sky Community'' (‚Lichtschutz-Gemeinde‘), dort sind erst wenige Gemeinden registriert, doch soll eine engere Verbindung mit der [[Lokale Agenda 21|lokalen Agenda 21]], dem Nachhaltigkeitsprogramm der UNO, oder Europa-Programmen wie ''[[European Energy Award|Energieeffiziente Gemeinde/Energiestadt/European Energy Award]]''<ref>[http://www.umwelt.sg.ch/content/applikationen/publikationen/bauen__raum___umwelt/AFU/frp2012_01/_jcr_content/Par/shopdetail.ocFile/FRP2012_01.pdf ''Die Alpen: Quelle erneuerbarer Energie''.] (PDF; 5,8 MB) CIPRA, Kanton St.Gallen; Publikation zur Tagung „Wege zur Energiestadt" vom 3./4. Mai 2012 in St. Gallen.</ref> erfolgen.
Im Rahmen der IUCN-Schutzgebietseinstufung gibt es auch die Kategorie ''Dark Sky Community'' (‚Lichtschutz-Gemeinde‘), dort sind erst wenige Gemeinden registriert, doch soll eine engere Verbindung mit der [[Lokale Agenda 21|lokalen Agenda 21]], dem Nachhaltigkeitsprogramm der UNO, oder Europa-Programmen wie ''[[European Energy Award|Energieeffiziente Gemeinde/Energiestadt/European Energy Award]]''<ref>[http://www.umwelt.sg.ch/content/applikationen/publikationen/bauen__raum___umwelt/AFU/frp2012_01/_jcr_content/Par/shopdetail.ocFile/FRP2012_01.pdf ''Die Alpen: Quelle erneuerbarer Energie''.] (PDF; 5,8 MB) CIPRA, Kanton St.(追記) (追記ここまで)Gallen; Publikation zur Tagung „Wege zur Energiestadt" vom 3./4. Mai 2012 in St. Gallen.</ref> erfolgen.
In Deutschland gibt es seit September 2019 die bundesweit agierende ''Initiative paten-der-nacht.de''<ref>https://www.paten-der-nacht.de/</ref> zur großflächigen Aufklärung zum Thema Lichtverschmutzung mitsamt Lösungsvorschlägen. Mithilfe ehrenamtlicher Teammitglieder werden symbolisch Patenschaften für die Nacht für Gewerbetreibende, Gemeinden, Vereine usw. vergeben, sofern diese ihr Außen-/Werbelicht nach den Empfehlungen der Paten der Nacht verbessern oder mit ihrem Außen-/Werbelicht bereits gut oder gar vorbildlich umgehen.
In Deutschland gibt es seit September 2019 die bundesweit agierende ''Initiative paten-der-nacht.de''<ref>https://www.paten-der-nacht.de/</ref> zur großflächigen Aufklärung zum Thema Lichtverschmutzung mitsamt Lösungsvorschlägen. Mithilfe ehrenamtlicher Teammitglieder werden symbolisch Patenschaften für die Nacht für Gewerbetreibende, Gemeinden, Vereine usw. vergeben, sofern diese ihr Außen-/Werbelicht nach den Empfehlungen der Paten der Nacht verbessern oder mit ihrem Außen-/Werbelicht bereits gut oder gar vorbildlich umgehen.
Um auf das Thema aufmerksam zu machen, wurde die Lichtverschmutzung vom [[Fachverband für Strahlenschutz]] als „Strahlung des Jahres 2024" benannt.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.fs-ev.org/themen/strahlung-des-jahres-mit-fotowettbewerb |titel=Fachverband für Strahlenschutz e. V.: Strahlung des Jahres |sprache=de-DE |abruf=2024年03月25日}}</ref>
== Messung und Einteilung ==
== Messung und Einteilung ==
Im Gegensatz zu [[Seeing-Skala|Seeing-Skalen]] erfolgt die Bestimmung des Grades der Lichtverschmutzung vorwiegend ohne [[Optik|optische]] Hilfsmittel. Neben einigen einfachen Methoden zur Einordnung, wie das Auszählen von Sternen einer bestimmten Himmelsregion, gibt es auch anerkannte Skalen. Am meisten verbreitet ist die im Februar 2001 veröffentlichte [[Bortle-Skala]] nach [[John E. Bortle]].
Im Gegensatz zu [[Seeing-Skala|Seeing-Skalen]] erfolgt die Bestimmung des Grades der Lichtverschmutzung vorwiegend ohne [[Optik|optische]] Hilfsmittel. Neben einigen einfachen Methoden zur Einordnung, wie das Auszählen von Sternen einer bestimmten Himmelsregion, gibt es auch anerkannte Skalen. Am meisten verbreitet ist die im Februar 2001 veröffentlichte [[Bortle-Skala]] nach [[John E. Bortle]].(追記) <ref> John E. Bortle: ''Introducing the Bortle Dark-Sky Scale.'' In: [[Sky & Telescope]], Februar 2001, S. 126–129. ([https://skyandtelescope.org/wp-content/uploads/BortleDarkSkyScale.pdf PDF])</ref> (追記ここまで)
Das Konzept der UNESCO-Starlight Reserves empfiehlt für die Kernzone von Schutzgebieten das ''Vollmond-Kriterium'' (< 0,27 [[lux (Einheit)|lux]]), das heißt, die künstliche nächtliche Beleuchtung bleibt zumindest unterhalb der maximalen natürlichen.<ref name="Starlight Reserve" />
Das Konzept der UNESCO-Starlight Reserves empfiehlt für die Kernzone von Schutzgebieten das ''Vollmond-Kriterium'' (< 0,27 [[lux (Einheit)|lux]]), das heißt, die künstliche nächtliche Beleuchtung bleibt zumindest unterhalb der maximalen natürlichen.<ref name="Starlight Reserve" />
Eine Möglichkeit die Himmelshelligkeit direkt zu messen bietet ein Sky Quality Meter (SQM) der Firma Unihedron.<ref>{{Internetquelle |url=http://unihedron.com/projects/sqm-l/ |titel=Sky Quality Meter-L |abruf=2022年05月24日}}</ref> Dieser misst die Helligkeit des Himmelshintergrundes in [[Scheinbare Helligkeit|Magnituden]] pro Quadrat-[[Winkelsekunde|Bogensekunde]]. Dabei gilt, dass je höher der Wert, umso geringer ist die Lichtverschmutzung. Eine Beurteilung der Durchsicht ist damit nicht möglich.
Die Ergebnisse der Messung lassen sich über eine Vergleichstabelle in Bortle angeben.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.avso.de/index.php/sqm |titel=Allgäuer Volkssternwarte Ottobeuren – Himmelshelligkeit |abruf=2022年05月24日}}</ref> Die Messungen sind von der [[International Dark-Sky Association]] anerkannt und können zur Beurteilung und Bewerbung für verschiedene Zertifikate herangezogen werden.
* FLL, Fachbericht ''Licht im Freiraum – Grundlagen einer koordinierten Lichtplanung im Freiraum. Erwähnung finden technische, ästhetische, naturwissenschaftliche und rechtliche Aspekte (u. a. Berücksichtigung des Umwelt- und Naturschutzes).'' 1. Ausgabe 2007 DIN A4 Broschüre, 119 Seiten ISBN 978-3-940122-05-6.
* P. Cinzano, F. Falchi, C. Elvidge: ''The first world atlas of the artificial night sky brightness''. In: ''Monthly Notices of the Royal Astronomical Society'', Band 328, 2001, S. 689–707. {{bibcode|2001MNRAS.328..689C}}. [[doi:10.1046/j.1365-8711.2001.04882.x]].
* P. Cinzano, F. Falchi, C. Elvidge: ''The first world atlas of the artificial night sky brightness''. In: ''Monthly Notices of the Royal Astronomical Society'', Band 328, 2001, S. 689–707. {{bibcode|2001MNRAS.328..689C}}. [[doi:10.1046/j.1365-8711.2001.04882.x]].
* Franz Hölker et al.: ''The Dark Side of Light: A Transdisciplinary Research Agenda for Light Pollution Policy''. In: ''[[Ecology and Society]].'' Band 15, Nr. 4, 2010, [http://goedoc.uni-goettingen.de/goescholar/bitstream/handle/1/7268/ES-2010-3685.pdf?sequence=1 Volltext] (PDF)
* Franz Hölker et al.: ''The Dark Side of Light: A Transdisciplinary Research Agenda for Light Pollution Policy''. In: ''[[Ecology and Society]].'' Band 15, Nr. 4, 2010, [http://goedoc.uni-goettingen.de/goescholar/bitstream/handle/1/7268/ES-2010-3685.pdf?sequence=1 Volltext] (PDF(追記) ; 699 kB (追記ここまで))(追記) . (追記ここまで)
* Madeleine Klein: [http://www.home.uni-osnabrueck.de/ahaenel/darksky/dalichtver.pdf ''Lichtverschmutzung – Eine neue Umweltproblematik''.] (PDF) Ludwigsburg 2004
* Madeleine Klein: [http://www.home.uni-osnabrueck.de/ahaenel/darksky/dalichtver.pdf ''Lichtverschmutzung – Eine neue Umweltproblematik''.] (PDF(追記) ; 1,8 MB (追記ここまで))(追記) , (追記ここまで) Ludwigsburg 2004(追記) . (追記ここまで)
* Josiane Meier, Ute Hasenöhrl, Katharina Krause und Merle Pottharst (Hrsg.): ''Urban Lighting, Light Pollution and Society.'' Routledge, 2014(削除) . (削除ここまで) ISBN 978-1-138-81397-7
* Josiane Meier, Ute Hasenöhrl, Katharina Krause und Merle Pottharst (Hrsg.): ''Urban Lighting, Light Pollution and Society.'' Routledge, 2014(追記) , (追記ここまで) ISBN 978-1-138-81397-7(追記) . (追記ここまで)
* Josiane Meier: ''Schmutziges Licht – Die Abschaffung der Nacht'', in: [[Blätter für deutsche und internationale Politik]], 1/2016, S. 112–120.
* B. Mizon: ''Light Pollution – Responses and Remedies''. Springer-Verlag, 2001, ISBN 1-85233-497-5
* B. Mizon: ''Light Pollution – Responses and Remedies''. Springer-Verlag, 2001, ISBN 1-85233-497-5.
* {{Literatur
* {{Literatur
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|Autor=David Owen
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* [[Mathias R. Schmidt]], Tanja-Gabriele Schmidt: ''Rettet die Nacht!: Die unterschätzte Kraft der Dunkelheit – Die Folgen der Lichtverschmutzung für Mensch und Natur''. Riemann-Verlag, München 2016, ISBN 3-570-50199-X.
* C. Schröter-Schlaack, unter Mitarbeit von N. Schulte-Römer und C. Revermann: Lichtverschmutzung – Ausmaß, gesellschaftliche und ökologische Auswirkungen sowie Handlungsansätze. TAB-Bericht Nr. 86. Berlin: [https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCro_f%C3%BCr_Technikfolgen-Absch%C3%A4tzung_beim_Deutschen_Bundestag '' Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB), 2020 ''], [https://www.tab-beim-bundestag.de/de/pdf/publikationen/berichte/TAB-Arbeitsbericht-ab186.pdf Volltext] (PDF) sowie TAB-Fokus Nr. 25: Lichtverschmutzung - Ausmaß, Auswirkungen und Handlungsansätze, [https://www.tab-beim-bundestag.de/de/pdf/publikationen/tab-fokus/TAB-Fokus-025.pdf Volltext] (PDF)
* C. Schröter-Schlaack, unter Mitarbeit von N. Schulte-Römer und C. Revermann: ''Lichtverschmutzung – Ausmaß, gesellschaftliche und ökologische Auswirkungen sowie Handlungsansätze.'' TAB-Bericht Nr. 186. Berlin: [[Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag|'' Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB), 2020 '']], [https://www.tab-beim-bundestag.de/de/pdf/publikationen/berichte/TAB-Arbeitsbericht-ab186.pdf Volltext] (PDF; 4,5 MB) sowie TAB-Fokus Nr. 25: Lichtverschmutzung – Ausmaß, Auswirkungen und Handlungsansätze, [https://www.tab-beim-bundestag.de/de/pdf/publikationen/tab-fokus/TAB-Fokus-025.pdf Volltext] (PDF; 3,3 MB).
* H. E. Schwarz: ''Light Pollution: The Global View''. Kluwer Academic Publishers, 2003, ISBN 1-4020-1174-1
* H. E. Schwarz: ''Light Pollution: The Global View''. Kluwer Academic Publishers, 2003, ISBN 1-4020-1174-1.
* {{Der Spiegel |ID=64082665 |Titel=Der Tod der Nacht |Jahr=2009 |Nr=7}}
* {{Der Spiegel |ID=64082665 |Titel=Der Tod der Nacht |Jahr=2009 |Nr=7}}
=== Astronomie ===
=== Astronomie ===
* Johannes Andersen: ''Astronomy and the Degrading Environment.'' In: ''[[Science]].'' Band 288, Nr. 5465, 2000, S. 443–445, [[doi:10.1126/science.288.5465.443]]
* Johannes Andersen: ''Astronomy and the Degrading Environment.'' In: ''[[Science]].'' Band 288, Nr. 5465, 2000, S. 443–445, [[doi:10.1126/science.288.5465.443]]
* Sabine Frank: ''Hüterin der Nacht -- Lichtverschmutzung schadet allen''. [https://www.spektrum.de/news/lichtverschmutzung-schadet-menschen-und-tieren/1676336 Spektrum der Wissenschaft], 3. Oktober 2019
* Sabine Frank: ''Hüterin der Nacht -- Lichtverschmutzung schadet allen''. [https://www.spektrum.de/news/lichtverschmutzung-schadet-menschen-und-tieren/1676336 Spektrum der Wissenschaft], 3. Oktober 2019(追記) . (追記ここまで)
=== Biologie ===
=== Biologie ===
* B. Steck: ''Zur Einwirkung von Außenbeleuchtungsanlagen auf nachtaktive Insekten.'' LiTG Publikation, Deutsche Lichttechnische Gesellschaft, 1997, ISBN 3-927787-15-9
* B. Steck: ''Zur Einwirkung von Außenbeleuchtungsanlagen auf nachtaktive Insekten.'' LiTG Publikation, Deutsche Lichttechnische Gesellschaft, 1997, ISBN 3-927787-15-9(追記) . (追記ここまで)
* Martin Held, Franz Hölker, Beate Jessel (Hrsg.): [(削除) http (削除ここまで)://www.bfn.de/fileadmin/(削除) MDB/documents (削除ここまで)/service/Skript_336.pdf ''Schutz der Nacht. Lichtverschmutzung, Biodiversität und Nachtlandschaft. Grundlagen, Folgen, Handlungsansätze, Beispiele guter Praxis.''] (PDF) Bundesamt für Naturschutz
* Martin Held, Franz Hölker, Beate Jessel (Hrsg.): [(追記) https (追記ここまで)://www.bfn.de/fileadmin/(追記) BfN (追記ここまで)/service(追記) /Dokumente/skripten (追記ここまで)/Skript_336.pdf ''Schutz der Nacht. Lichtverschmutzung, Biodiversität und Nachtlandschaft. Grundlagen, Folgen, Handlungsansätze, Beispiele guter Praxis.''] (PDF(追記) ; 6 MB (追記ここまで)) Bundesamt für Naturschutz(追記) . (追記ここまで)
=== Richtlinien und Empfehlungen ===
=== Richtlinien und Empfehlungen ===
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* [[Bundesamt für Umwelt]]: [https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/landschaft/publikationen-studien/publikationen/empfehlungen-zur-vermeidung-von-lichtemissionen.html ''Empfehlungen zur Vermeidung von Lichtemissionen. Ausmaß, Ursachen und Auswirkungen auf die Umwelt''.]
* [[Bundesamt für Umwelt]]: [https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/landschaft/publikationen-studien/publikationen/empfehlungen-zur-vermeidung-von-lichtemissionen.html ''Empfehlungen zur Vermeidung von Lichtemissionen. Ausmaß, Ursachen und Auswirkungen auf die Umwelt''.]
* [[Schweizerische Vogelwarte Sempach]]: [https://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/natur/arten/pdf/2012/Vogel_Glas_Licht_2012_NRWF.pdf ''Vogelfreundliches Bauen mit Glas und Licht''] In: ''lanuv.nrw.de'', (PDF; 8,7 MB)
* [[Schweizerische Vogelwarte Sempach]]: [https://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/natur/arten/pdf/2012/Vogel_Glas_Licht_2012_NRWF.pdf ''Vogelfreundliches Bauen mit Glas und Licht''] In: ''lanuv.nrw.de'', (PDF; 8,7 MB)
* [https://www.lai-immissionsschutz.de/documents/lichthinweise-2015年11月03日mit-formelkorrektur_aus_03_2018_1520588339.pdf Hinweise zur Messung, Beurteilung und Minderungen von Lichtimmissionen(削除) ] (削除ここまで) der (削除) [[ (削除ここまで)Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Immissionsschutz(削除) | (削除ここまで)LAI](削除) ] der deutschen [[Umweltministerkonferenz]], (削除ここまで) auch genannt „[[Licht-Richtlinie]]" zum [[Bundes-Immissionsschutzgesetz]].
* [https://www.lai-immissionsschutz.de/documents/lichthinweise-2015年11月03日mit-formelkorrektur_aus_03_2018_1520588339.pdf (追記) '' (追記ここまで)Hinweise zur Messung, Beurteilung und Minderungen von Lichtimmissionen der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Immissionsschutz(追記) ( (追記ここまで)LAI(追記) ),'' (追記ここまで)] auch genannt „[[Licht-Richtlinie]]" zum [[Bundes-Immissionsschutzgesetz(追記) ]], Deutsche [[Umweltministerkonferenz (追記ここまで)]].
* [[Bundesamt für Naturschutz]]: [https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/service/Dokumente/skripten/Skript543.pdf ''Leitfaden zur Neugestaltung und Umrüstung von Außenbeleuchtungsanlagen''] Anforderungen an eine nachhaltige Außenbeleuchtung (2019, PDF mit vielen Abbildungen, 97 Seiten)
* [[Bundesamt für Naturschutz]]: [https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/service/Dokumente/skripten/Skript543.pdf ''Leitfaden zur Neugestaltung und Umrüstung von Außenbeleuchtungsanlagen''] Anforderungen an eine nachhaltige Außenbeleuchtung (2019, PDF mit vielen Abbildungen, 97 Seiten)(追記) . (追記ここまで)
=== Regionales ===
=== Regionales ===
* {{Literatur |Titel=Lichtverschmutzung in Nordrhein-Westfalen – Eine erste Bestandsaufnahme - |Hrsg=Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen |Sammelwerk=LANUV-Fachbericht |Nummer=113 |Ort=Recklinghausen |Datum=2021-08 |Online=https://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuvpubl/3_fachberichte/30113.pdf |Format=PDF |KBytes=5747}}
* Dennis Köhler, Stefan Hochstadt, Manfred Walz (Hrsg.): ''LichtRegion – Positionen und Perspektiven im Ruhrgebiet''. Klartext, Essen 2010, ISBN 978-3-8375-0404-0
* Dennis Köhler, Stefan Hochstadt, Manfred Walz (Hrsg.): ''LichtRegion – Positionen und Perspektiven im Ruhrgebiet''. Klartext, Essen 2010, ISBN 978-3-8375-0404-0.
== Dokumentation ==
* 2020: ''Die dunkle Seite des Lichts'' – 45-minütige Fernsehdokumentation von Christine Walter<ref>{{Internetquelle |url=https://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/dokthema/lichtverschmutzung-insektensterben-erkrankung-menschen-100.html |titel=Lichtverschmutzung: Die dunkle Seite des Lichts – DokThema – BR Fernsehen |abruf=2024年02月22日}}</ref><ref>{{Internetquelle |url=https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL2JyLmRlL3ZpZGVvL2E2NDZiYzQyLWU2OGMtNGRlZC1hODIwLTVhYWIxYTdjNGE0Ng |titel=DokThema: Die dunkle Seite des Lichts – ARD Mediathek |abruf=2024年02月22日}}</ref>
== Weblinks ==
== Weblinks ==
{{Commonscat|Light pollution|Lichtverschmutzung}}
{{Commonscat|Light pollution|Lichtverschmutzung}}
{{Wiktionary}}
{{Wiktionary}}
=== Organisationen ===
* [[Schweizerisches Bundesamt für Umwelt]]: [https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/elektrosmog/fachinformationen/lichtemissionen--lichtverschmutzung-.html ''Lichtemissionen (Lichtverschmutzung)'']
* [[Schweizerisches Bundesamt für Umwelt]]: [https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/elektrosmog/fachinformationen/lichtemissionen--lichtverschmutzung-.html ''Lichtemissionen (Lichtverschmutzung)'']
* [http://www.cost-lonne.eu/ cost-lonne.eu]: Loss of the Night Network (LONNE), Europäischer Forschungsnetzwerk COST Aktion ES1204
* [https://lighttrends.lightpollutionmap.info/ Weltkarte der Lichtverschmutzung]
* [https://lighttrends.lightpollutionmap.info/ Weltkarte der Lichtverschmutzung]
* [https://avex-asso.org/dossiers/pl/europe-2016/index.html Europa-Karte mit berechneten Werten zur Lichtverschmutzung.] In: ''avex-asso.org''
* [https://avex-asso.org/dossiers/pl/europe-2016/index.html Europa-Karte mit berechneten Werten zur Lichtverschmutzung.] In: ''avex-asso.org''
* [http://cleardarksky.com/csk/ ''Clear Sky Chart.''] In: ''cleardarksky.com'' (Private Website mit online-Datenbank zu Nordamerika)
* [http://www.darkskiesawareness.org/ ''Dark Skies Awareness: seeing in the dark''], darkskiesawareness.org: Programm der UNESCO/IAU/NOAO ''(Bewusstsein für den Nachthimmel: Sehen im Dunkeln)''
* [http://www.lightpollution.it/dmsp/ ''Atlas of World Light Pollution.''] In: ''lightpollution.it'' ''([[Weltatlas der Lichtverschmutzung]])''<ref>Fabio Falchi, Pierantonio Cinzano, Dan Duriscoe, Christopher C. M. Kyba, Christopher D. Elvidge, Kimberly Baugh, Boris A. Portnov, Nataliya A. Rybnikova, Riccardo Furgoni, 10. Juni 2016: [http://advances.sciencemag.org/content/2/6/e1600377 ''The new world atlas of artificial night sky brightness.''] In: ''advances.sciencemag.org'' [[doi:10.1126/sciadv.1600377]] (12. Juni 2016)</ref>
* Daniel Blum: [http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/2069179/ ''Zu hell, zu grell, zu ungesund. Die Politik entdeckt die Lichtverschmutzung.''] In: ''[[Deutschlandfunk]]'', ''„[[Hintergrund (Rundfunksendung)|Hintergrund]]"'', 10. April 2013
* [http://www.scienceblogs.de/frischer-wind/2008/07/lichtverschmutzung-ein-okologisches-problem.php ''Lichtverschmutzung – ein ökologisches Problem?''] In: ''[[ScienceBlogs]]''
* [http://www.do1.tv/?s=zerst%C3%B6rung+der+nacht ''Wissenschaftsspezial „Die Zerstörung der Nacht"''] – ausgezeichnete Sondersendung des Dortmunder Instituts für Journalistik
* [https://www.heise.de/newsticker/meldung/Weltatlas-der-Lichtverschmutzung-48139.html ''Weltatlas der Lichtverschmutzung.''] In: ''[[Heise online|Heise.de]]'', 17. August 2001, abgerufen am 12. Juni 2016
* [https://www.heise.de/newsticker/meldung/Weltatlas-der-Lichtverschmutzung-48139.html ''Weltatlas der Lichtverschmutzung.''] In: ''[[Heise online|Heise.de]]'', 17. August 2001, abgerufen am 12. Juni 2016
* {{Internetquelle |url=https://www.land.nrw/de/pressemitteilung/lichtverschmutzung-vermeiden-natuerlichen-nachthimmel-und-insektenvielfalt-bewahren |titel=Lichtverschmutzung vermeiden – natürlichen Nachthimmel und Insektenvielfalt bewahren |titelerg=Pressemitteilung |werk=Das Landesportal Wir in NRW |hrsg=Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW |datum=2021年10月06日 |sprache=de |abruf=2021年10月30日 |abruf-verborgen=1}}
* [http://www.badische-zeitung.de/panorama/nachts-sind-in-vielen-regionen-kaum-noch-sterne-zu-sehen--122989627.html ''Nachts sind in vielen Regionen kaum noch Sterne zu sehen.''] In: ''[[Badische Zeitung|badische-zeitung.de]]'', 11. Juni 2016, abgerufen am 12. Juni 2016
* Ingo Arzt: [https://www.taz.de/!5463227 ''Das Verschwinden der Nacht.''] In: [[Die Tageszeitung]] (taz), 25. November 2017: „Überall auf der Welt werden die Nächte heller. Im globalen Durchschnitt waren es in den letzten Jahren 2,2 Prozent. Besonders in den Entwicklungsländern wird immer öfter künstliches Licht eingesetzt. Die Folgen: Das Leben gerät aus dem Takt und das Ökosystem leidet"
* {{Internetquelle
|autor=Razmig Keucheyan
|url=https://www.monde-diplomatique.de/!5602566
|titel=Es werde Nacht
|titelerg=Wider die Lichtverschmutzung
|werk=[[Le Monde diplomatique]]
|datum=2019年08月09日
|abruf=2019年08月12日
|abruf-verborgen=1}}
=== Handlungsempfehlungen und rechtliche Vorgaben ===
* [https://www.lanuv.nrw.de/landesamt/veroeffentlichungen/publikationen/lanuv-infos?tx_cartproducts_products%5Bproduct%5D=915&cHash=0da9b2ee4c5cc9634fb440897c7a106d/ Künstliche Außenbeleuchtung-Tipps zur Vermeidung und Verminderung störender Lichtimmissionen]. LANUV NRW, Infobroschüre 42, 2018
* [https://www.lanuv.nrw.de/umwelt/strahlung/licht-elektrosmog/licht/ Schutz der Nacht-Optimierte künstliche Außenbeleuchtung in Nordrhein-Westfalen]. Dokumentation Fachgespräch 21. November 2018 in Essen. LANUV NRW, 2019
* [http://www.starlight2007.net/ Website der UNESCO/IAU/CIE] zur [[La-Palma-Deklaration]]. In: ''starlight2007.net''
* [http://www.starlight2007.net/ Website der UNESCO/IAU/CIE] zur [[La-Palma-Deklaration]]. In: ''starlight2007.net''
* [https://www.tab-beim-bundestag.de/de/untersuchungen/u30500.html ''Lichtverschmutzung – Ausmaß, gesellschaftliche und ökologische Auswirkungen sowie Handlungsansätze ''] [[Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag|''Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) '']]
* {{Internetquelle|autor=Wolf Herkner |url=https://www.paten-der-nacht.de/strassenbeleuchtungspflicht/ |titel=Straßenbeleuchtungspflicht der Kommunen in Deutschland? |kommentar=Gesetze und Gerichtsentscheidungen zusammenfassende Übersicht zur Fragestellung „Straßenbeleuchtungspflicht" |hrsg=Initiative „Paten der Nacht" |datum=2021年06月01日 |abruf=2021年06月15日 |abruf-verborgen=1}}
* [https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/elektrosmog/fachinformationen/lichtemissionen--lichtverschmutzung-/massnahmen-gegen-lichtverschmutzung.html ''Maßnahmen gegen die Lichtverschmutzung'']. Schweizerisches Bundesamt für Umwelt (Sammlung von Rechtsvorschriften und Empfehlungen in Europa)
* [https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_vbl_show_pdf?p_id=22527 ''Hinweise über die schädliche Einwirkung von Beleuchtungsanlagen auf Tiere – insbesondere auf Insekten und Vögel – und Vorschläge zu deren Minderung.''] In: ''recht.nrw.de'' – Gemeinsamer Runderlass des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (V-5 8800年4月11日) und des Ministeriums für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr (VI.1 – 850) vom 11. Dezember 2014 (MBl. NRW. 2015 S. 1)
* [https://www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/service/Skript_336.pdf ''Schutz der Nacht – Lichtverschmutzung, Biodiversität und Nachtlandschaft. Grundlagen, Folgen, Handlungsansätze, Beispiele guter Praxis''] Deutsches Bundesamt für Naturschutz
* [https://biosphaerenreservat-rhoen.de/infoportal-fuer-kommunen-und-planer ''Handlungsempfehlungen für nachhaltige Beleuchtung im UNESCO-Biosphärenreservat'']. Biosphärenreservat Rhön
* [https://umwelt.hessen.de/sites/default/files/media/hmuelv/lichthinweise_2015年11月03日mit_formelkorrektur_aus_03_2018.pdf ''Hinweise zur Messung, Beurteilung und Minderung von Lichtimmissionen der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft für Immissionsschutz (LAI)''] Operationalisierung der Vorgaben des deutschen [[Immissionsschutzgesetz]]es
* [https://www.tab-beim-bundestag.de/de/untersuchungen/u30500.html ''Lichtverschmutzung – Ausmaß, gesellschaftliche und ökologische Auswirkungen sowie Handlungsansätze ''] [https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCro_f%C3%BCr_Technikfolgen-Absch%C3%A4tzung_beim_Deutschen_Bundestag ''Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) '']
Erde bei Nacht (1994/95; Kompositaufnahme aus Satellitenbildern)
Nördliche Hemisphäre mit der Sommermilchstraße im Internationalen Sternenpark Westhavelland um Mitternacht. Der Horizont befindet sich vollständig an der Außenkante der kreisrunden Aufnahme und zeigt eine Reihe von Lichtglocken, die durch die Beleuchtung in den benachbarten Städten verschiedener Größe und verschiedener Entfernung hervorgerufen wurden. Links ist Osten, rechts ist Westen.Sichtbarer Sternenhimmel über dem Horizont mit der Sommermilchstraße und dem hellen Planeten Jupiter im Sternbild Schlangenträger über dem hellen Stern Antares im Sternbild Skorpion auf dem Land (oben) und in der Großstadt (unten).Sternbild Stier in der Großstadt und auf dem Land
Der Begriff der Lichtverschmutzung (englischlight pollution), auch Lichtsmog,[1] auch Lichtverunreinigung genannt,[2] bezeichnet die dauernde Abwesenheit völliger Dunkelheit in den davon betroffenen Gebieten der Erde und bewertet diesen Sachverhalt zugleich negativ als eine Art der Umweltverschmutzung. Die Vorgänge, die zu diesem Zustand führen, werden Lichtemission genannt.[3] Dabei wird der Nachthimmel durch meist künstliche Lichtquellen aufgehellt, besonders wenn das Licht auch nach oben abgestrahlt wird. Das Licht wird in den Luftschichten der Erdatmosphäre gestreut, womit die Überlagerung der natürlichen Dunkelheit verbunden ist. Über Städten heißen diese Erscheinungen auch Lichtglocken oder Lichtkuppeln.
Die als Lichtverschmutzung bewerteten Vorgänge gelten als eine spezielle Form der Umweltverschmutzung, die jedoch atypisch ist, weil durch fiktives Ausschalten aller künstlichen Lichtquellen nahezu völlige Dunkelheit entstehen würde. Der Mangel an Dunkelheit ohne künstliche Lichtquellen hat zahlreiche störende Einflüsse auf Organismen:[4]
Das (saisonspezifische) Pflanzenwachstum kann gestört werden, u. a. weil Nacht- und Tageslängen durch ständig beleuchtete Pflanzen falsch interpretiert werden.[5]
Künstliche Dauerhelligkeit kann die Fauna nachhaltig beeinträchtigen.[6] So werden zahlreiche nachtaktiveInsekten wie Nachtfalter irritiert. In den letzten zehn Jahren sind in Europa viele nachtaktive Insektenarten ausgestorben. Eine Dauerbeleuchtung kann die Balz- und Brutaktivitäten zahlreicher Tiere wie Singvögel[7][8][9] oder Amphibien[10] stören. Die Orientierung nachtfliegender Vögel kann durch künstliche Lichtquellen behindert werden,[11][12] was ihre Wandertätigkeit einschränken kann. Auf die biologischen Tag-Nacht-Zyklen vieler Tiere und Menschen kann sich nächtliche Beleuchtung nachteilig auswirken (Schlaflosigkeit).[13]
Beeinträchtigung astronomischer Beobachtungen des Nachthimmels. Beispielsweise ist die Milchstraße in Städten und deren Umland nicht mehr sichtbar. In der höchsten Kategorie der Dunkelheit können bei klarer Sicht etwa 6500 Sterne mit bloßem Auge durchschnittlich guter Sehkraft erkannt werden, die als im astronomischen Sinne freisichtig („am Himmel gezählt") gelten. Sie haben eine scheinbare Helligkeit (Größenklasse) bis zu 6,8 mag.[14] In stark lichtverschmutzten Städten sind meist nur wenige Dutzend oder gar keine Sterne mehr erkennbar.
Hongkong: lichtverschmutzter NachthimmelLichtglocke der „Lichtstadt" Jena aus 7 km EntfernungLichtglocke aus 20 km Entfernung über Mannheim mit dem in Heidelberg fotografierten Kometen C/2020 F3 (NEOWISE) über der rechten Seite der Baumkrone, dessen Schweif durch die Lichtverschmutzung nur sehr schwach sichtbar ist. Die Baumkrone ist viel dunkler als der Himmel.
Ursächlich für die Lichtverschmutzung ist hauptsächlich der große nach oben abgestrahlte oder reflektierte Anteil des Lichts, der dann an Schichten der Atmosphäre, atmosphärischen Stäuben oder Wassertröpfchen abermals reflektiert und weitum zerstreut wird: Luft wird aufgehellt, wenn sie von Licht durchdrungen wird. Das wird vor allem durch den Tyndall-Effekt hervorgerufen, durch die Streuung von Licht (genauer durch die Mie-Streuung) an Schwebeteilchen in der Luft wie beispielsweise an Nebeltröpfchen, Schwebstaub oder sonstigen Aerosolen sowie durch Reflexion und Refraktion.
Dadurch ergeben sich die bekannten Lichtglocken über den Städten – so hellt beispielsweise eine Stadt mit einer Einwohnerzahl von 30.000 den Himmel in einem Umkreis von etwa 25 Kilometern auf[15], manche hell beleuchtete Skigebiete wie am Semmering sogar über 50 km. Diese Störung ist der „Lichtsmog" im eigentlichen Sinne, als diffuser Nebel aus Licht.[1]
Die größten Verursacher von Lichtverschmutzung sind Großstädte und Industrieanlagen, die die Nacht durch Straßenbeleuchtung, Leuchtreklamen, Videowände, Flutlichtanlagen und Industriebeleuchtung erhellen. Verantwortlich für dieses nach oben geleitete Licht sind vor allem Beleuchtungsanlagen, die ihr Licht weitgehend ungenutzt zu den Seiten und nach oben abstrahlen (Lichtverluste). Eine solche Abstrahlung kann jedoch auch ein gewollter Effekt bei der Gebäude- und Anlagenbe- oder -ausleuchtung sein.
Ein anderes großes Störpotential haben starke gerichtete Strahler. Dazu gehört beispielsweise das Fernlicht der Kraftfahrzeuge, das, um zumindest 200–300 Meter ausreichend auszuleuchten, noch in vielen Kilometern Entfernung stark blenden kann. Seit einigen Jahren verwenden Diskothekenbetreiber Projektionsscheinwerfer nach Art von Suchscheinwerfern, die Skybeamer, die tanzende Lichtkegel an den Nachthimmel projizieren. In Einzelfällen wurden gegen diese Art der Werbung rechtliche Maßnahmen erfolgreich durchgesetzt.[16] Auch der Beitrag von Lichtkunst oder Lasershows zur allgemeinen Lichtverschmutzung wird zunehmend kritisch betrachtet. Als jüngste Ursache treten starke Laserpointer hinzu.[17]
Neben allgemeiner Blendgefährdung sind solche plötzlichen Lichtblitze sich bewegender Richtstrahler auch in der Astronomie sehr lästig, weil sie Langzeitbelichtungen innerhalb eines Augenblicks unbrauchbar machen können oder Artefakte produzieren, die das Aufspüren echter astronomischer Ereignisse erschweren.
Lichtverschmutzung ist eine Begleiterscheinung der Industrialisierung, des wachsenden Lebensstandards als Folge starken Wirtschaftswachstums vor allem in Schwellenländern, aber auch des weltweiten Bevölkerungswachstums. Sie tritt in hoher Intensität vor allem in dicht besiedelten Regionen der früh industrialisierten Nationen auf. Das Verschwinden nachts völlig dunkler Gebiete ist aber auch eine Begleiterscheinung der Umnutzung bislang naturnaher oder durch die Land- bzw. Forstwirtschaft genutzter Flächen für Wohn-, Verkehrs- und Gewerbezwecke.
Erhoffte positive Wirkungen des Einsatzes von künstlichem Licht unter freiem Himmel
(Weißes) „Licht zum Sehen" in Verbindung mit (blauem bzw. rotem) „Licht zum Ansehen" auf der Bahnhofsbrücke in VechtaHervorhebung der Sehenswürdigkeiten Heidelbergs durch „Licht zum Hinsehen"
Der Stadtplaner J. Alexander Schmidt befasste sich 2007 mit der Frage nach dem Sinn des Einsatzes künstlichen Lichts unter freiem Himmel. Dabei unterschied er zwischen drei Funktionen des Lichts: dem „Licht zum Sehen", dem „Licht zum Hinsehen" und dem „Licht zum Ansehen".[18]
Das Licht zum Sehen (und Gesehen-Werden) sei, so Schmidt, aus Sicherheitsgründen unverzichtbar. „Statistisch betrachtet sind Verkehrsunfälle in der Nacht generell überproportional häufiger und schwerer als am Tage. Eine Vielzahl von Studien hat nachweislich ergeben, dass die Beleuchtung öffentlich zugänglicher Räume die Nachteile der Dunkelheit (schlechtes Kontrastsehen, Rückgang des Adaptionszustandes) ausgleicht, indem Gefahrenstellen, Hindernisse und andere Verkehrsteilnehmer (Personen, Fahrzeuge) besser kenntlich gemacht werden." Licht müsste demnach im öffentlichen Raum hell genug sein, aber nur die Bereiche ausleuchten, die sicherheitsrelevant sind.
Sichtbarmachung auch tagsüber „schöner" Objekte im Dunkeln
Das Licht zum Hinsehen stellt eine Art „optisches Makeup" für Objekte dar, die nachts besser zur Geltung gebracht werden sollen. Es ist ein „Akzentlicht, das eingesetzt wird, um Architekturen, Bäume, Mauern, Skulpturen oder Brunnen anzuleuchten. Es soll den Anschein erwecken, als würden diese Elemente aus sich selbst leuchten." Mit gelungen eingesetztem Akzentlicht wird das ästhetische Bedürfnis von Betrachtern nach einem „schönen Anblick" befriedigt.
Viele Objekte werden aber nicht gezielt angestrahlt, sondern auch ihre Umgebung. So kommt die „astronomische" Lichtverschmutzung großteils durch nach oben gerichtete Strahlung zustande, beispielsweise bei zu breiter Anstrahlung von Kirchtürmen.
Zum Licht zum Ansehen gehören Leuchtreklamen, Objekte schmückende Leuchtelemente, aber auch alle Formen von Lichtkunst. Im Jahr 2002 wurde ein Zusammenschluss von Städten gegründet, der sich „LUCI (Lighting Urban Community International)" nennt. Dabei wird auf das italienische Wort „luci" (deutsch: „Lichter") angespielt. Eines der Ziele des Netzwerks besteht darin, durch Förderung der Lichtkunst, vor allem in Form von Illuminationen, eine „urbane Identität" zu schaffen.[19] Ein wichtiges Instrument zur Annäherung an dieses Ziel sind „Festivals of Light", die regelmäßig stattfinden.
Zu DDR-Zeiten kursierte in Ostdeutschland folgender Witz über den Berliner Fernsehturm: „Welche vier Meere sind vom Fernsehturm zu sehen? Oben das Wolkenmeer, unten das Häusermeer, im Westen das Lichtermeer und im Osten gar nix mehr." In diesem Witz steht der Lichterreichtum des kapitalistischen West-Berlins für alles Positive, nach dem sich DDR-Bürger damals sehnten, die Dunkelheit des realsozialistischen Ost-Berlins und seines brandenburgischen Umlands hingegen für Rückständigkeit, mangelnde Urbanität und Unfreiheit. Noch in der Gegenwart wird, nicht nur in der Nähe Berlins, von einigen ein „Mangel an Licht" in „dunklen Gegenden" als „Mangel an Urbanität" und damit an Attraktivität bewertet. Dieser drohe heute vor allem die mit guter Kaufkraft ausgestatteten potenziellen Kunden abzuschrecken. So begrüßten es die Organisatoren des Festivals „Berlin leuchtet" im September 2018, dass die Brache eines ehemaligen Güterbahnhofs in der Nähe des Berliner Hauptbahnhofs beseitigt und mit dem Quartier „Europa City" bebaut worden sei.[20]
Veranstaltungen und Feste, die mit Hilfe künstlichen Lichts Betrachter in eine positive Stimmung versetzen, werden überwiegend positiv bewertet. Obwohl z. B. der Stadt Fulda viel am Erfolg des Sternenparks Rhön liegt, bewertet sie den Weiterbetrieb des stadteigenen Weihnachtsmarkts als legitime Traditionspflege. Die Stadt schreibt Betreibern von Hütten (in § 8 Absatz 2 der Weihnachtsmarktsatzung) auf dem Weihnachtsmarkt vor, bis zum Giebel der Hütten hinauf Leuchtmittel einzusetzen,[21] damit ein schönes, eindrucksvolles Gesamtbild des Marktes entsteht (§ 2 der Weihnachtsmarktsatzung). Der Beitrag zur Eindämmung der Lichtverschmutzung besteht darin, dass Leuchtquellen auf dem Fuldaer Weihnachtsmarkt ein warmes Licht ausstrahlen müssen und eine bestimmte Helligkeit nicht überschreiten dürfen.
In seiner Predigt zur Ostervigil 2012 verkündete Papst Benedikt XVI.: „Licht ermöglicht Leben. Es ermöglicht Begegnung. Es ermöglicht Kommunikation. Es ermöglicht Erkenntnis, Zugang zur Wirklichkeit, zur Wahrheit. Und indem es Erkenntnis ermöglicht, ermöglicht es Freiheit und Fortschritt. Das Böse verbirgt sich. Licht ist daher auch Ausdruck für das Gute, das Helligkeit ist und schafft. Es ist Tag, an dem wir zu wirken vermögen. Dass Gott das Licht geschaffen hat, bedeutet: Gott hat die Welt als einen Raum der Erkenntnis und der Wahrheit, als einen Raum der Begegnung und der Freiheit, als Raum des Guten und der Liebe geschaffen. [...] Mit der Auferstehung Jesu ist das Licht selbst neu geschaffen. Er zieht uns alle nach in das neue Leben der Auferstehung hinein und besiegt alles Dunkel. Er ist der neue Tag Gottes, der uns allen gilt."[22] Problematisch sei aber nicht die physische Dunkelheit, sondern problematisch seien, so der Papst, das „Gottesdunkel" und das „Wertedunkel". Dass die Menschen „heute unsere Städte so grell erleuchten [können], dass die Sterne des Himmels nicht mehr sichtbar sind", sei eine Fehlinterpretation des göttlichen Gebotes: „Es werde Licht!".
Sabine Frank, bekennende Katholikin, hauptamtliche Mitarbeiterin im Sternenpark Rhön und nach eigenen Worten „einzige offizielle Nachtschutzbeauftragte Deutschlands", interpretiert die Worte Benedikts XVI. dahingehend, dass der Mensch sich selbst die Sterne vom Himmel schieße, indem er sie unsichtbar mache, und sich nicht zu wundern brauche, „wenn uns der Himmel auch im übertragenen Sinn so fern ist." Gott wolle „im Dunkeln wohnen".[23]
Städtisches Streulicht erlaubt auf nicht unmittelbar beleuchteten Wegen, die nicht von Baumbestand beschattet werden auch um Mitternacht bei Neumond sicheres Gehen, in besonderen Fällen, wie einem sehr geradlinig erstrecken Hochwasserdamm sogar sicheres Radfahren, zumindest solange Begegnungen und Kreuzungen nur sehr vereinzelt auftreten und kein starkleuchtender Kfz-Verkehr auftritt. Die Beleuchtungsstärke kann in der Nähe von sicherheitshalber außen beleuchteten Anlagen der Schwerindustrie, aber auch von Autolagerplätzen und Autobahnstationen ein mehrfaches der von hochstehendem Vollmond erreichen, der allerdings Objekte scharfe Schatten werfen lässt. Ist das Auge ausreichend an die Dunkelheit adaptiert, erscheinen der Weg und die Landschaft bis zum Horizont gleich hell, erlaubt also Sicht bis in große Weite. Demgegenüber reicht die Leuchtkraft eines Radlichts[24] oder einer Stirnlampe auch bei guter, also schmaler Bündelung typisch nur 10–50 m weit, weil Entfernteres prinzipbedingt (Beleuchtungsstärke nimmt mit dem Quadrat der Entfernung von einer punktförmigen Lichtquelle ab) weniger hell erscheint als Näherliegendes.
Von Streulicht aufgehellter Himmel hinter der Kontur von Objekten erlaubt gutes Orientieren bei der Bewegung im hügeligen Gelände, entlang eines Tals, auf Wegen, in Siedlungen oder in schütterem Wald. Streulicht ermöglicht auch das Ablesen einer unbeleuchteten Zeiger-Armbanduhr oder auch das Erkennen von Reisegepäck und Kleidungsstücken, etwa um sich eine Jacke anzuziehen. Bei guter Ortskenntnis kann Lichterschein aus einer Richtung am Horizont, einer bekannten Stadt zugeordnet werden und so der Richtungsorientierung dienen. Dienlich sind dabei ein hoher Beleuchtungskontrast zwischen der Stadt und der restlichen Umgebung rund um den Beobachter bis in dieselbe Entfernung, die 30 km und mehr betragen kann. Am Weg zwischen 2 Städten kann durch den Vergleich der Helligkeiten des Himmelsscheins auch die eigene relative Position auf der verbindenden Strecke abgeschätzt werden.
Insgesamt sind mehr als 80 % der Weltbevölkerung von Lichtverschmutzung betroffen, in Europa und den Vereinigten Staaten sind es über 99 %.[25] Beispielsweise hat ein Großteil der städtischen Bevölkerung noch nie die Milchstraße gesehen. Zwischen 2012 und 2016 ist die beleuchtete Fläche des Planeten noch einmal um 9,1 Prozent angewachsen. Angesichts der weltweit wachsenden Bevölkerung ist das nicht überraschend. Allerdings hat auch die Helligkeit der bereits beleuchteten Flächen um 2,2 Prozent zugenommen – wahrscheinlich noch stärker, weil die Messgeräte blaues Licht nicht vollständig messen konnten – obwohl in vielen Gegenden inzwischen auf dunklere LED-Lampen zurückgegriffen wird.[26]
In Europa ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung von Lichtverschmutzung betroffen. Weltweit beträgt ihr jährlicher Zuwachs durchschnittlich 6 %.[27] In Deutschland liegt er bei ca. 6 %, in Italien 10 %[28] und in anderen Ländern wie z. B. Japan bei bis zu 12 %. Spitzenwerte des Wachstums wurden und werden in schnell wachsenden Ballungsräumen vor allem in den USA gemessen, so stieg die Lichtausstrahlung in Südontario mit etwa 7–10 % pro Jahr an, in Tucson vor 1972 sogar jedes Jahr um bis zu 15 %. Manche Schätzungen gehen sogar von einem jährlichen 30-prozentigen Anstieg in manchen US-amerikanischen Städten aus. In den letzten 150 Jahren sei in Berlin die Helligkeit klarer Nächte um das Zehnfache, die von wolkigen Nächten um bis zum Tausendfachen gestiegen.[29]
Seevögel wie dieser Gelbschnabel-Sturmtaucher auf Teneriffa sind oft von Lichtverschmutzung auf Inselarchipelen besonders betroffen. Vor allem junge Vögel werden auf ihren ersten Nachtflügen von Lichtquellen angelockt und können, einmal auf dem Boden, nicht mehr abfliegen, da sie dafür eine erhöhte Position benötigen.Ansammlung toter Insekten in einer StraßenlaterneKurze Folge des ForschungspodcastsResonator mit Holger Klein und Christopher Kyba zum Thema Lichtverschmutzung
Lichtverschmutzung beeinflusst bestehende Ökosysteme. So wie verschmutzte Meere, Böden oder Lufträume für viele Spezies nicht mehr bewohnbar sind, so hat auch die Verkleinerung von Gebieten, die während der terrestrischen Nacht nur von Gestirnen aufgehellt werden, vielfältige Folgen. Das Fachgebiet der Untersuchungen über die Auswirkungen von Dunkelheit auf Lebewesen ist die relativ junge Disziplin der Scotobiologie (‚Dunkelheitsbiologie‘).
Pflanzen werden durch eine künstlich aufgehellte Umgebung in ihrem Wachstumszyklus beeinflusst: Was bei Zuchtpflanzen in Gärtnereien durchaus erwünscht ist, kann für empfindliche Naturpflanzen zum Problem werden. So wurde bereits vielfach beobachtet, dass Laubbäume in unmittelbarer Nähe von Straßenlampen ihre Blätter verspätet verlieren, wodurch es wiederum zu Frostschäden kommen kann.
Die weit verbreiteten weißen Lichtquellen mit hohem Blauanteil im Spektrum stellen ein erhebliches Problem für die Navigation oder Orientierung nachtaktiver Insekten und auch für Zugvögel dar.[30]
Insbesondere die Auswirkungen von nächtlicher Kunstbeleuchtung auf Insekten sind gut dokumentiert. Untersuchungen aus dem Jahr 2000 zeigen, dass in Deutschland an einer einzigen Straßenlampe in jeder Sommernacht durchschnittlich 150 Insekten zugrunde gehen. Wird das auf die ca. 6,8 Millionen Straßenlaternen auf deutschen Straßen hochgerechnet, ergibt dies jede Nacht über eine Milliarde Insekten.[31] Zahlreiche andere Lichtquellen wie die Beleuchtung von Gewerbe- und Industriegebieten, Werbeflächen oder Privathaushalten sind dabei noch nicht berücksichtigt.[32] Je größer die Wellenlänge des Lichts ist, desto geringer ist die Lockwirkung auf Nachtfalter.[33] Insbesondere fand ein schweizerisches Forscherteam heraus, dass die Bestäubung durch Bienen und andere Insekten bis zu 62 Prozent abnimmt.[31]
Für Chironomus riparius, eine Mücke innerhalb der Familie der Zuckmücken, wurde 2025 nachgewiesen, dass ihre Larven, wenn diese in der Nacht künstlichem Licht von 100 Lux ausgesetzt werden, Veränderungen in mehr als 1500 ihrer Gene aufweisen. Dies hat im Vergleich mit einer Kontroll-Population, die nachts 8 Stunden im Dunklen gehalten wird, u. a. eine verzögerte Entwicklung, erhöhten oxidativen Stress und eine drastisch reduzierte Fortpflanzungsfähigkeit zur Folge.[34]
Neben Insekten werden zahlreiche weitere Tierarten durch Lichtverschmutzung geschädigt. So beeinträchtigt nächtliches Kunstlicht beispielsweise die Orientierung von Zugvögeln und führt unter anderem dazu, dass Vögel in hell erleuchtete Gebäude fliegen und dabei verletzt werden oder zu Tode kommen (das sogenannte „Towerkill-Phänomen").[35] Auch bei anderen Lebewesen wie Säugetiere und Amphibien führt die Lichtverschmutzung zur Desorientierung und damit zur Verminderung des Tierbestands. Selbst Bäume geraten durch die geringere Dunkelheit in Stress, da sie durch das künstliche Licht nachts auch zur Photosynthese angeregt werden. Das führt letztendlich auch zu Ertragseinbußen.
Auf Inselarchipelen sind vor allem junge Seevögel wie Sturmtaucher oder Sturmschwalben durch Lichtverschmutzung gefährdet. Bei ihren „Jungfernflügen" von den in Steilküsten gelegenen Bruthöhlen auf das offene Meer werden sie von starken künstlichen Lichtquellen angezogen, gehen desorientiert zu Boden und können nicht mehr abfliegen, da sie zum Starten eine erhöhte Position benötigen. Oft verhungern oder verdursten sie dann, werden überfahren oder von Prädatoren getötet. Auf den Balearen lag der Anteil der zu Boden gegangenen Jungvögel am jährlichen Bruterfolg aber lediglich zwischen 0,13 und 0,56 %. Die Todesfälle sind daher nicht bestandsgefährdend, dennoch sollte in der Nähe größerer Kolonien durch bauliche Maßnahmen eine Beeinträchtigung verhindert werden.[36]
Ebenfalls gut dokumentiert ist der negative Einfluss von nächtlicher Beleuchtung auf verschiedene Arten von Meeresschildkröten, deren Nachwuchs an einem zu hell erleuchteten Strand den Weg ins Wasser nicht findet und somit zur leichten Beute von Raubtieren wird.[37] Auswirkungen auf zahlreiche weitere nachtaktive Spezies wie beispielsweise Fledermäuse oder Frösche wurden beobachtet, in den meisten Fällen von vermuteter Beeinflussung besteht jedoch noch weiterer Forschungsbedarf.
Die Auswirkungen auf die Chronobiologie des menschlichen Organismus (wie auch auf Tiere) sind ebenfalls noch nicht abschließend erforscht. Doch sind zunehmende Schlafstörungen unter den Stadtbewohnern sowie Störungen im Hormonhaushalt des Menschen (Tag-Nacht-Zyklus, Menstruationszyklus der Frau) bereits nachgewiesen beziehungsweise Gegenstand aktueller Forschung.[38] Es kann angenommen werden, dass Lichtverschmutzung Auswirkungen auf den Melatoninhaushalt von Menschen und Tieren hat.[39] Weitere physiologische Störungen sind nicht auszuschließen – so veröffentlichte beispielsweise eine israelische Forschergruppe im Jahr 2008 Daten, die einen Zusammenhang zwischen der Stärke nächtlicher Kunstbeleuchtung, gegen die sich Betroffene nicht ausreichend durch technische Verdunkelungseinrichtungen schützen, und dem Risiko von Brustkrebserkrankungen nahelegen.[40] Postuliert wird auch ein Beitrag der verlängerten Helligkeit zur Akzeleration, beispielsweise dem verfrühten Einsetzen der Pubertät. Männliche Leuchtkäfer können in lichtverschmutzer Umgebung die leuchtenden Weibchen nicht mehr finden.[41]
Soziale und kulturelle Folgen „unnatürlicher" Helligkeit
Im Zuge der Erfindung der künstlichen Beleuchtung hat sich bei vielen Menschen der Tag-Nacht-Rhythmus verschoben: Die Menschen waren früher fast ausschließlich tags aktiv und ruhten nachts. Durch die permanente Verfügbarkeit von Beleuchtung hat sich das verändert. Beispielsweise nehmen Fahrpläne keine Rücksicht darauf, ob der Zeitpunkt der Ankunft bzw. der Abfahrt auf einen terrestrischen Tag oder eine terrestrische Nacht fällt; maßgeblich ist bei ihnen die in der jeweiligen Zeitzone gültige Uhrzeit. Es ist umstritten, welche Auswirkungen die von ihm erwartete zeitliche Flexibilität, insbesondere das Tätigsein(müssen) bei künstlicher Beleuchtung, auf den Menschen hat (siehe auch:Subjektiver und sozialer Tag).[42]
Auch die Wahrnehmung von Naturphänomenen, die nur bei weitgehender Dunkelheit zu sehen sind, obwohl ihre Sichtbarkeit bei Nacht noch für frühere Generationen selbstverständlich war, ist insbesondere in Großstädten und Ballungsräumen durch die künstliche Erhellung der Nacht stark eingeschränkt. Hierzu zählen zum Beispiel ein leuchtender Sternenhimmel, die Milchstraße, die unmittelbare Erfahrung der Planeten, Sternschnuppen, oder auch Glühwürmchen.
Dass solche Naturschauspiele für den ästhetischen Betrachter nicht mehr allgemein erfahrbar sind, gilt als Verlust von Naturschönem.[42] Eine modernere Sichtweise ist folglich die, dass nächtliche Dunkelheit – im Sinne des englischen Heritage-Begriffes – ein Natur- wie auch Kulturgut ist (Natur-/Kulturerbe), das als Basis bedeutender menschheitsgeschichtlicher Erfahrungen und Kulturtechniken zumindest gebietsweise zu erhalten ist.[43]
Zu diesen kulturellen Traditionen zählen insbesondere die Navigation und die Zeit- und Kalenderrechnung, aber auch ein reichhaltiger mythologischer Schatz. Eine konkretere Anwendung davon ist beispielsweise, das archäoastronomische Denkmale (historische Sternwarten und Steinsetzungen) neben Denkmalschutz auch eines Lichtschutzgebietes bedürfen, um als Zeitzeugnis lesbar zu bleiben: Die nächtliche Dunkelheit wird so zu einem Bestandteil des Denkmalbegriffs.
Einschränkung der astronomischen Beobachtung und Forschung
Das Sternbild Orion, aufgenommen unter dunklem (links) und lichtverschmutztem Himmel (rechts)
Das Fehlen eines wirklich dunklen Nachthimmels beeinträchtigt in besonderem Maße die astronomische Beobachtung und Forschung. Selbst bei scheinbar klarem Nachthimmel gibt es einen großen Anteil von Streulicht, der in der Astrofotografie bei längeren Belichtungszeiten deutlich zum Vorschein tritt. Durch die Entfernung des Falschlichts mit Hilfe einer Bildverarbeitung gehen in den Bildern zunehmend Details des Sternhimmels verloren. Die folgende Aufnahme im Bereich der Galaxie Messier 101 mit der scheinbaren Helligkeit von 7,5m mit allen Fixsternen bis zur 10. Größenklasse wurde in einer sternklaren Nacht in einer Großstadt mit einem lichtstarken Objektiv (Blendenzahl 1,2) bei einer Belichtungszeit von fünf Sekunden und bei einem Belichtungsindex von ISO 12800 in Zenitnähe aufgenommen:
Originalaufnahme: unten am Bildrand in der Mitte Alkaid, rechts der Mitte der Doppelstern Mizar mit Alkor und rechts am Bildrand Alioth; die Galaxie Messier 101 ist ein kleiner diffuser Lichtfleck in der Bildmitte.
Schwarzwert korrigiert: der dunkelste im Bild auftretende Lichtpunkt wurde auf schwarz gesetzt, um das Streulicht abzuschwächen, das blaue Licht der Rayleigh-Streuung ist in der Bildmitte erkennbar.
Streulicht halbiert: die dunklere Hälfte des Streulichts wurde auf schwarz gesetzt, das blaue Licht der Rayleigh-Streuung ist in der Bildmitte noch erkennbar.
Streulicht vollständig eliminiert: das gesamte Streulicht wurde auf schwarz gesetzt, die lichtschwache und flächenhafte Galaxie Messier 101 ist jedoch ebenfalls nicht mehr sichtbar.
Über einer hell erleuchteten Stadt sind mit bloßem Auge in der Regel nur noch wenige sehr helle Sterne zu sehen. Ausgedehnte lichtschwächere Objekte wie die Milchstraße, die Große und die Kleine Magellansche Wolke, die Andromedagalaxie oder den berühmten Großen Orionnebel kennen viele Menschen nur noch aus der Erzählung. Details wie die Sternfarbe sind ebenfalls kaum mehr erfahrbar.
Die Zahl der mit bloßem Auge sichtbaren Sterne liegt zumeist bei nur noch 200 bis 500, in Innenstädten sogar nur bei einigen Dutzend, während sie früher generell – heute nur noch in sehr dunklen Gegenden – bei um die 6500 lag.[44]
Sternwarten, die noch im letzten Jahrhundert in manchen Großstädten in Betrieb waren, mussten mittlerweile den wissenschaftlichen Betrieb einstellen oder an abgelegene Orte verlagert werden (bekanntes Beispiel: die Vatikanische Sternwarte).[45] Hochleistungs-Großteleskope müssen mit enormem Aufwand in den abgelegensten Gebieten der Erde errichtet werden (wie in der Atacama-Wüste in Chile) – was aber neben Lichtverschmutzung auch den Einfluss natürlicher Einschränkungen (Luftfeuchte, Wind) minimiert.
Neben optischer Beeinträchtigung wird hier das Problem des Elektrosmogs (englischradio-wave pollution) für die Radioastronomie ebenfalls zu einem immer größeren Problem.[46]
Für die flächendeckende Internetversorgung auf der Erde via Satelliten sollen für das Projekt Starlink bis 2027 12.000 Himmelskörper in die Erdumlaufbahn gebracht werden. Astronomen kritisierten schon im April 2020 die starken Lichtreflexe der großen Sonnenzellen der vielen Körper. SpaceX kündigt an, an der Verringerung der Reflexe zu arbeiten.[47]
Aktuell gibt es noch keine Untersuchungen darüber, wie viel Energie durch Lichtquellen und Gebäudebeleuchtung verbraucht wird. Für die USA wird geschätzt, dass bereits in den 1990er Jahren knapp eine Milliarde Dollar pro Jahr für die nächtliche Beleuchtung ausgegeben wurde.[48]
Ein wie hoher Anteil der entsprechenden Ausgaben „unnötig" ist, lässt sich jedoch nicht beziffern, da die Frage strittig ist, welche Beleuchtungsformen und -intensitäten „notwendig" sind.
Maßnahmen gegen die Lichtverschmutzung setzen voraus, dass Initiativen, die dem Motto: „Mehr Licht im öffentlichen Raum!" folgen, durch Initiativen ersetzt werden, die davon ausgehen, dass vor jeder Installierung neuer Lichtquellen unter freiem Himmel im Sinne einer Technikfolgenabschätzung deren ökologischen Auswirkungen, nicht nur im Hinblick auf die Lichtverschmutzung, untersucht und mit den erhofften Vorteilen abgewogen werden müssen. So haben beispielsweise seit den 2000er Jahren viele Städte in Europa sogenannte Lichtmasterpläne erarbeitet,[49] in denen u. a. die Inwertsetzung von Sehenswürdigkeiten der Stadt bei Nacht, vor allem durch deren Illuminierung, positiv bewertet wird. Ebenso tauchen an immer neuen Stellen in Städten Leuchtreklamen auf.
Ohne einen umfassenden Paradigmenwechsel im Sinn des Eingangssatzes zu diesem Abschnitt erscheint der Erfolg der im Folgenden genannten Maßnahmen fragwürdig. So entzündete sich 2012 im Stadtrat von Hannover ein Streit über die Legitimität städtischer Maßnahmen zur Eindämmung der Lichtverschmutzung. Mit der Begründung, die Stadt komme nicht mehr zur Dunkelheit und es gebe zu viele Lichtquellen, beantragten Sozialdemokraten und Grüne im Umweltausschuss der Stadt, die Verwaltung möge ein „Konzept für eine Reduktion der Lichtverschmutzung" entwickeln. Ein CDU-Ratsherr empörte sich: „Das ist der dümmste Antrag, den ich je gelesen habe. Er zeigt die ideologische Regulierungswut von Rot-Grün." Ein Vertreter der FDP im Stadtrat äußerte: „Die flippen jetzt völlig aus. Die Sicherheit der Bürger wird aufs Spiel gesetzt." Der Geschäftsführer der City-Gemeinschaft, eines Zusammenschlusses des Einzelhandels: „Der politische Antrag hat das Potenzial zur Posse des Jahres. Eine Verdunkelung zu fordern ist weltfremd. Licht lockt Leute und steigert den Umsatz."[50] Die Existenzängste von Einzelhändlern, nicht nur in Großstädten und nicht nur in Stadtzentren, haben durch die starke Zunahme des Internethandels seit 2012 deutschlandweit zugenommen.
Politiker, die sich für Lichtemissionen im öffentlichen Raum verantwortlich fühlen, zeigen sich zusehends für Initiativen zur Vermeidung von Lichtverschmutzung aufgeschlossen. Sie zeigen aber auch Zielkonflikte auf: „Insgesamt hat vor allem im Bereich der öffentlichen Beleuchtungseinrichtungen in den vergangenen Jahren bereits ein Umdenken hin zu energiesparenden und umweltfreundlichen Beleuchtungskonzepten stattgefunden", stellte 2018 das bayerische Umweltministerium fest. Allerdings seien künstliche Lichtquellen notwendiger Bestandteil der Infrastruktur, vom Straßenverkehr bis hin zur Beleuchtung aus Sicherheitsgründen. Aufstellung und Betrieb von Beleuchtungsanlagen müssten dennoch im Einklang mit gesetzlichen Anforderungen vor allem aus den Bereichen Immissionsschutz, Bau, Verkehr und Naturschutz stehen.[51]
Die Verantwortlichen für den Sternenpark Rhön bilanzierten 2018: „Die Lichtverschmutzung hat sich im öffentlichen Raum verringert. Die Kommunen rüsten ihre Straßen- und Gebäudebeleuchtung zunehmend umweltverträglich um."[52] Schwierig sei es aber nach wie vor, aus dem Ruder laufende grelle Beleuchtungen auf Gewerbe- und Privatflächen in den Griff zu bekommen. Wahrscheinlich können nur die schlimmsten der uneinsichtigen „Lichtsünder" durch die staatliche Exekutive bestraft werden.
Nicht nur astronomische Fachtagungen befassen sich mit dem Problemkreis, sondern auch die Amateurastronomie, etwa 2019 die ÖTA'19 in Salzburg. Hier wurde u. a. festgestellt, dass zwar diverse Richtlinien für Geschäfts- und Straßenbeleuchtung existieren, aber den Lokalpolitikern und durchführenden Firmen oft unbekannt sind.
2019 gründete sich die ehrenamtliche Initiative „Paten der Nacht", die Hilfestellung und Beratung zu dem Thema Lichtverschmutzung anbietet. Um auf das Problem aufmerksam zu machen, wurde durch die Initiative die Earth Night ins Leben gerufen, wofür sie mit dem Umweltpreis 2021[53] der Bayerischen Landesstiftung ausgezeichnet wurde.
Verschiedene Lichtradien bei Straßenbeleuchtung: Die Variante rechts beschreibt zielgerichtete Beleuchtung, ohne zugleich nennenswerte Einschränkungen hinnehmen zu müssen.
begrenzte und angepasste Beleuchtungszeiten der Außenbeleuchtungen, wie auch der Werbung oder der Dekorationsbeleuchtung (Starlight Saving Time,[55] zu Nachtzeiten nur während hohen bis mittleren Verkehrsaufkommens, also primär den beginnenden Nachtstunden)
Reduzierung unnötiger Beleuchtung (sowohl zu intensiver, wie auch zu wenig zielgerichteter)
gerichtetere Beleuchtung (von oben anstatt von unten oder gegen den Horizont)
Abschirmung von Lichtquellen, um eine Abstrahlung nach oben und zu den Seiten zu verhindern
völliger Verzicht auf dezidiert nur nach oben strahlende Leuchtkörper (etwa Skybeamer, Laser-Flutlichteffekte, Bodenleuchten)
Beleuchtungssituation auf La Palma nach Wechsel auf nach unten strahlende orangefarbene Straßenlampen
Hier wurde der Begriff der Upward Light Ratio (ULR, aufwärtsgerichteter Lichtanteil) eingeführt. Dort, wo gezielt Lichtschutzmaßnahmen getroffen werden, sollte diese geräteseitig 0 sein, und im Betrieb gemessen (einschließlich Reflexionen) über der Horizontalebene von unter 0,5 cd/klm (Lichtstärke je Quell-Lichtstrom). Empfohlene Richtkennungen für Leuchtmittel sind Full Cut-off (FCO) oder CIE G6.[54] Mit Empfehlungen wie Guide to the lighting of urban areas (CIE-136-2000) oder Guide on the limitation of the effects of obtrusive light from outdoor lighting installations (CIE 150–2003) stehen heute auch moderne technisch orientierte Richtlinien zu Lichtschutz zur Verfügung. Auch älteres Regelwerk wird dahingehend neu überarbeitet.
Ferner ist es günstig, Lichtquellen zu verwenden, die bei möglichst langen Lichtwellenlängen mit rötlichem Licht strahlen, da die durch die Rayleigh-Streuung an den Luftmolekülen in der Erdatmosphäre abgelenkten Lichtteilchen umso stärker zurückgestreut werden, je kürzer und somit je blauer die Lichtwellenlänge ist.[56]
Straßenbeleuchtung wird beispielsweise verändert, indem Dimmer eingesetzt und die bisher verwendeten Hochdruck-Quecksilberdampf- durch Natriumdampflampen ersetzt werden oder Leuchtdiodentechnologie eingesetzt wird. Durch solche Umstellungen konnte beispielsweise in der Augsburger Innenstadt der Stromverbrauch um 20 Prozent gesenkt werden.[57] Allerdings hat das Lichtspektrum von Leuchtdioden, die für Beleuchtungszwecke eingesetzt werden, einen sehr hohen Blauanteil, der sich aufgrund der Rayleigh-Streuung besonders stark in der Atmosphäre verteilt. Daher ist es zum Lichtschutz erforderlich, spezielle Leuchtdioden mit hohem Orangeanteil zu verwenden.[58][59]
Getestet wird die Einschaltung der Straßenbeleuchtung über Bewegungsmelder im Bedarfsfall. Dadurch werden nur diejenigen Straßenabschnitte erhellt, in denen es situationsbedingt einen Bedarf an Helligkeit gibt.[60]
Da eine Reduzierung der Beleuchtung ohne begleitende Maßnahmen zu weniger Verkehrssicherheit führt,[61] müsste es bei fehlender oder unzulänglicher nächtlicher Beleuchtung zum Schutz von Fußgängern spezielle Regelungen für die terrestrische Nacht geben. Lichtschutzzonen können von Behörden eingerichtet werden, in denen der Einsatz von Fernlicht durch Kraftfahrer verboten ist, zumal Fernlicht über viele Kilometer große Helligkeit erzeugen kann. Zugleich wird in Lichtschutzzonen die zulässige Geschwindigkeit auf 50 km/h beschränkt.
In den Innenstädten von Villingen und Schwenningen darf seit 2018 an lebenden Bäumen keine Weihnachtsbeleuchtung mehr angebracht werden, damit ohnehin gestressten Bäumen das Überleben erleichtert wird.[62]
Internationale Programme und Lichtschutz-Gesetzgebung
Hemisphärischer abendlicher Frühlingsnachthimmel mit der Milchstraße (in der rechten Bildhälfte) im Internationalen Sternenpark Westhavelland bei zwar wolkenlosem, aber leicht dunstigem Himmel während der astronomischen Dämmerung ohne Mondlicht. Rings herum ist am Horizont die in der Troposphäre durch Streulicht hervorgerufene Lichtverschmutzung der umliegenden Ortschaften zu sehen, im Osten (links) die Lichtglocke vom 50 bis 90 Kilometer entfernten Berlin.
Lichtschutzzonen werden im Sinne eines Vertragsnaturschutzes schon immer um Standorte von Groß-Observatorien eingerichtet, damit dort ungestört beobachtende Astronomie betrieben werden kann (die erste Regelungen dieser Art war zum Schutz des städtischen Observatoriums im Jahr 1958 in Flagstaff/Arizona).[63]
Seit 1999 existieren ausgewiesene Lichtschutzgebiete (englischdark sky places) in Kanada und bald darauf auch den USA, 2009 wurden die ersten in Europa ausgewiesen. Schon 2007 veröffentlichten UNESCO, UNWTO, IAU und andere internationale Organisationen auf einer Konferenz in La Palma 2007 die Declaration in Defence of the Night Sky and the Right to Starlight (La Palma Declaration; Initiative Starlight 2007).[64] Dort wurde auch das Konzept eines UNESCO-Starlight Reserves erarbeitet. Im Zuge des International Year of Astronomy 2009 (IYA2009) wurde auch die Initiative Dark Skies Awareness begonnen, als Netzwerk und Öffentlichkeitsarbeitsplattform in Bezug auf die Problematik.[65] Ebenfalls seit 2009 beschäftigt sich die IUCN Dark Skies Advisory Group (DSAG), eine Arbeitsgruppe der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN), mit der Ausweisung und Klassifizierung von Lichtschutzgebieten sowie mit den Kriterien dafür. Bei der DSAG sind derzeit über 50 Gebiete registriert. Dadurch kann Lichtschutz auch in die Verordnungen und Managementpläne zu Schutzgebieten mitaufgenommen werden.
In einigen Staaten wurden inzwischen auch explizite Gesetze eingeführt, um die Lichtverschmutzung in den Griff zu bekommen:[63]
Chile hat 1999 Gesetze erlassen (Norma de la Contaminación Lumínica), um die Lichtverschmutzung in den nördlichen Zonen zu begrenzen und so das Land als Standort für die Observatorien zu erhalten (ESO, CTIO-NOAO, u. a. m.). Zuständig ist das Oficina de Protección de la Calidad del Cielo del Norte de Chile (OPCC)[67]
Die Region Lombardei verfasst 2000 ein Lichtschutzgesetz (L.R. della Lombardia 17/00), inzwischen haben die meisten Provinzen Italiens relativ strenge Vorschriften[68]
Tschechien war der Vorreiter in der nationalen Gesetzgebung zu Lichtverschmutzung, setzte seine 2002 geschaffenen strengen Vorlagen bisher aber nur teilweise um (ein erstes Schutzgebiet wurde erst 2009 grenzübergreifend mit Polen errichtet).[69]
In Bayern gilt seit 1. August 2019 ein Verbot von Himmelsstrahlern (Bayerisches Naturschutzgesetz). Außerdem wurde die Beleuchtung von Fassaden baulicher Anlagen der öffentlichen Hand zwischen 23 Uhr und der Morgendämmerung verboten (Bayerisches Immissionsschutzgesetz).[73]
In Österreich gilt die ÖNORM O 1052 „Lichtimmissionen – Messung und Beurteilung", die die Grenzwerte rechtsverbindlich regelt.
In der Schweiz haben einzelne Kantone gesetzliche Regelungen eingeführt, wie etwa der Kanton Aargau im Jahr 2007. Jedoch mangelt es noch an der korrekten Umsetzung der Vorschriften, wie z. B. beim aargauischen Schloss Lenzburg.[74]
In den Deutschen Bundestag wurde 2007 eine von 7828 Mitzeichnern unterstützte öffentliche Petition zur Lichtverschmutzung eingebracht.[75] Eine Mehrheit, bestehend aus Politikern der CDU/CSU, der SPD und der Linken stimmte dagegen, den gesetzlichen Rahmen zur Vermeidung von Lichtverschmutzung anzupassen.
Um auf den verschwenderischen Umgang mit nächtlichem Kunstlicht mitsamt den damit verbundenen negativen Folgen für Umwelt, Mensch und Natur durch Lichtverschmutzung aufmerksam zu machen, wurde im Juli 2020 die Earth Night[76] als weltweit ausgerichtete Aktion ins Leben gerufen. Ziel ist es, wenigstens eine annähernd natürlich dunkle Nacht pro Jahr zu erreichen, indem die Menschen ab 22 Uhr (Ortszeit) bis zur Morgendämmerung Licht reduzieren oder abschalten. Initiator der Aktion ist die bundesweit tätige, ehrenamtliche Vereinigung Paten der Nacht.[77]
Vor allem auf einigen regionalen Ebenen laufen derzeit Anstrengungen zur Eindämmung der Lichtverschmutzung:
Auf der kanarischen Insel La Palma, UNESCO-Biosphärenreservat, wurden aufgrund des Lichtschutzgesetzes Straßenlaternen verändert und die Beleuchtungszeiten gesetzlich geregelt. In den Höhenlagen des dortigen Roque de los Muchachos ist – auch wegen des dort angesiedelten Observatoriums (Europäische Nordsternwarte) – die Benutzung des Fernlichts untersagt.
Tschechien war der erste Staat, der um 2010 ein Gesetz zur Dämpfung von Straßenbeleuchtungen erließ. Eine Zusammenfassung der Auswirkungen wurde indes noch nicht erarbeitet.
Ein Netzwerk von Umweltfachstellen in der Zentralschweiz stellte 2008 die Forderung auf, dass jede Beleuchtungseinrichtung im Hinblick auf die Kriterien Notwendigkeit, Abschirmung (Strahlung nur in erwünschte Richtungen), Richtung von oben nach unten, Beleuchtungsstärke und Art des Lichts sowie zeitliche Begrenzung untersucht werden müsse und dass nur Einrichtungen, die alle geforderten Eigenschaften aufwiesen, genehmigt werden dürften.[78]
In Österreich gibt es seit den frühen 2000ern das Projekt Die Helle Not, das von Land (Tirol), Bund (Lebensministerium) und Europäischer Union unterstützt wird und 2005 den CIPRA-Wettbewerb Zukunft in den Alpen gewann.[79] In Kürze steht die Anerkennung dreier weiterer Sternenparks bevor, nämlich das Wildnisgebiet Dürrenstein (IUCN-Ia-Gebiet im Nationalpark Kalkalpen), das Lichtschutzgebiet im Naturpark Attersee-Traunsee und die „Sternenlicht-Oase" Großmugl in Niederösterreich.
Deutschlandweit gilt Augsburg als „Modellstadt für umweltfreundliche Beleuchtung".[80]
Auch in Düsseldorf wurde eine Initiative gegen gewerbliche Lichtverschmutzung und eine Aktion für mehr Anerkennung der Umweltverschmutzung durch Licht gegründet. Die Lichtwache.org agiert durch nächtliche Kontrollgänge mit anschließender Aufklärung der Beschäftigten und Eigentümer.[81]
Am 5. April 2019 wurde der Nationalpark Eifel von der International Dark-Sky Association als Sternenpark anerkannt.[85]
Im Rahmen der IUCN-Schutzgebietseinstufung gibt es auch die Kategorie Dark Sky Community (‚Lichtschutz-Gemeinde‘), dort sind erst wenige Gemeinden registriert, doch soll eine engere Verbindung mit der lokalen Agenda 21, dem Nachhaltigkeitsprogramm der UNO, oder Europa-Programmen wie Energieeffiziente Gemeinde/Energiestadt/European Energy Award[86] erfolgen.
In Deutschland gibt es seit September 2019 die bundesweit agierende Initiative paten-der-nacht.de[87] zur großflächigen Aufklärung zum Thema Lichtverschmutzung mitsamt Lösungsvorschlägen. Mithilfe ehrenamtlicher Teammitglieder werden symbolisch Patenschaften für die Nacht für Gewerbetreibende, Gemeinden, Vereine usw. vergeben, sofern diese ihr Außen-/Werbelicht nach den Empfehlungen der Paten der Nacht verbessern oder mit ihrem Außen-/Werbelicht bereits gut oder gar vorbildlich umgehen.
Um auf das Thema aufmerksam zu machen, wurde die Lichtverschmutzung vom Fachverband für Strahlenschutz als „Strahlung des Jahres 2024" benannt.[88]
Im Gegensatz zu Seeing-Skalen erfolgt die Bestimmung des Grades der Lichtverschmutzung vorwiegend ohne optische Hilfsmittel. Neben einigen einfachen Methoden zur Einordnung, wie das Auszählen von Sternen einer bestimmten Himmelsregion, gibt es auch anerkannte Skalen. Am meisten verbreitet ist die im Februar 2001 veröffentlichte Bortle-Skala nach John E. Bortle.[89]
Das Konzept der UNESCO-Starlight Reserves empfiehlt für die Kernzone von Schutzgebieten das Vollmond-Kriterium (< 0,27 lux), das heißt, die künstliche nächtliche Beleuchtung bleibt zumindest unterhalb der maximalen natürlichen.[54]
Eine Möglichkeit die Himmelshelligkeit direkt zu messen bietet ein Sky Quality Meter (SQM) der Firma Unihedron.[90] Dieser misst die Helligkeit des Himmelshintergrundes in Magnituden pro Quadrat-Bogensekunde. Dabei gilt, dass je höher der Wert, umso geringer ist die Lichtverschmutzung. Eine Beurteilung der Durchsicht ist damit nicht möglich.
Die Ergebnisse der Messung lassen sich über eine Vergleichstabelle in Bortle angeben.[91] Die Messungen sind von der International Dark-Sky Association anerkannt und können zur Beurteilung und Bewerbung für verschiedene Zertifikate herangezogen werden.
FLL, Fachbericht Licht im Freiraum – Grundlagen einer koordinierten Lichtplanung im Freiraum. Erwähnung finden technische, ästhetische, naturwissenschaftliche und rechtliche Aspekte (u. a. Berücksichtigung des Umwelt- und Naturschutzes). 1. Ausgabe 2007 DIN A4 Broschüre, 119 Seiten ISBN 978-3-940122-05-6.
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Mathias R. Schmidt, Tanja-Gabriele Schmidt: Rettet die Nacht!: Die unterschätzte Kraft der Dunkelheit – Die Folgen der Lichtverschmutzung für Mensch und Natur. Riemann-Verlag, München 2016, ISBN 3-570-50199-X.
C. Schröter-Schlaack, unter Mitarbeit von N. Schulte-Römer und C. Revermann: Lichtverschmutzung – Ausmaß, gesellschaftliche und ökologische Auswirkungen sowie Handlungsansätze. TAB-Bericht Nr. 186. Berlin: Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB), 2020 , Volltext (PDF; 4,5 MB) sowie TAB-Fokus Nr. 25: Lichtverschmutzung – Ausmaß, Auswirkungen und Handlungsansätze, Volltext (PDF; 3,3 MB).
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↑So untersagte beispielsweise das Oberverwaltungsgericht Koblenz im Jahr 2003 den Betrieb eines Skybeamers in Kandel mit Verweis auf das „Ruhe- und Erholungsbedürfnis" der Bevölkerung (Aktenzeichen: 8 A 11286/02.OVG).
↑Diese sind selbst bei astronomischen Feldveranstaltungen beliebt geworden, da man damit inzwischen am wahren Sternenhimmel genauso gut zeigen kann wie in Planetarien. Trotzdem gilt auch hier Vorsicht wie auch Umsicht in der Verwendung und auch Rücksicht auf Lichtschutz anderer. Green Laser Pointer Usage, The Royal Astronomical Society of Canada (englisch).
↑Anm. Bedeutsam war dieser Effekt noch 1990, als Radscheinwerfer bestenfalls auf 2,4 WHalogenlampe basierten und die Stromerzeugung mittels eines nur begrenzt zuverlässigen Seitenläuferdynamos etwa 10 W Körperleistung erforderte. Hohes Gewicht und hoher Preis machten damals wenig ausgereifte Leuchten mit oder für Akkus wenig attraktiv.
↑Airam Rodríguez, David García, Beneharo Rodríguez, Esteban Cardona, Lluís Parpal, Pere Pons: Artificial lights and seabirds: is light pollution a threat for the threatened Balearic petrels? In: Journal of Ornithology, 156 (4), 2015, S. 893–902.
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↑Ley 31/1988 de 31 de octubre, sobre Protección de la Calidad Astronómica de los Observatorios del Instituto de Astrofísica de Canarias. (Ley del Cielo, iac.es).
↑Misure urgenti in Tema di Risparmio energetico ad Uso di Illuminazione esterna e di Lotta all’Inquinamento luminoso Legge n.17 del 27/03/00 della Regione Lombardia (Material in einem Tread auf cielobuio.org). Stand 2013: Lombardia 17/00, Emilia-Romagna 113/03, Marche 10/02, Lazio 23/00, Campania 13/02, Veneto 22/97, Toscana 37/00, Piemonte 31/00, Valle d’Aosta 17/98, Basilicata 41/00, Abruzzo 12/05, Umbria 20/05, Puglia 15/05, Friuli–Venezia Giulia 15/07, Liguria 22/07; Leggi contro l’inquinamento luminoso, Pierantonio Cinzano: Inquinamento luminoso in Italia – Light Pollution in Italy (lightpollution.it, mit Übersichtskarte).
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