Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V.
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Sonntag, 15.03.2026
ZMD zum Internationalen Tag gegen Islamophobie: Antimuslimischen Rassismus konsequent bekämpfen
Köln — Anlässlich des Internationalen Tages gegen Islamfeindlichkeit am 15. März warnt der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) davor, antimuslimischen Rassismus weiterhin zu unterschätzen. Antimuslimischer Rassismus stellt auch in Deutschland eine reale und strukturelle Herausforderung für unsere Gesellschaft dar. Der Gedenktag wurde 2022 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen eingeführt – als Reaktion auf den rechtsterroristischen Anschlag von Christchurch im Jahr 2019, bei dem ein Attentäter 51 Menschen in zwei Moscheen ermordete.
„Der 15. März ist nicht nur ein Tag des Gedenkens an die Opfer des rechtsterroristischen Anschlags von Christchurch. Er ist auch ein Tag der Mahnung. Hass gegen Menschen aufgrund ihres Glaubens oder aufgrund einer ihnen zugeschriebenen religiösen Identität darf in einer demokratischen Gesellschaft keinen Platz haben."— Abdassamad El Yazidi, Bundesvorsitzender des ZMD.
Zugleich zeigt der öffentliche Diskurs, dass der Begriff „Islamophobie" allein oft zu kurz greift. Viele Wissenschaftler:innen sprechen daher bewusst von antimuslimischem Rassismus, weil damit auch strukturelle, politische und institutionelle Formen der Diskriminierung sichtbar werden. Diskriminierung richtet sich dabei nicht nur gegen praktizierende Muslim:innen, sondern auch gegen Menschen, die als muslimisch wahrgenommen werden.
Antimuslimischer Rassismus zeigt sich in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen – im Alltag, im öffentlichen Diskurs, in Medien, in institutionellen Strukturen sowie zunehmend auch in digitalen Räumen. Studien und zivilgesellschaftliche Monitoringstellen dokumentieren jährlich tausende Vorfälle. Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass viele Übergriffe nicht gemeldet werden und die Dunkelziffer deutlich höher liegt.
Der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aladdin Beiersdorf-El Schallah, erklärt dazu:
„Der 15. März erinnert uns daran, dass antimuslimischer Hass keine Randerscheinung ist. Viele Musliminnen und Muslime erleben Diskriminierung im Alltag – in Schulen, am Arbeitsplatz, auf der Straße oder im digitalen Raum. Antimuslimischer Rassismus ist kein individuelles Problem einzelner Vorurteile, sondern eine gesellschaftliche Herausforderung, der wir gemeinsam begegnen müssen."
Initiativen, die den 15. März als Gedenk- und Aktionstag etablieren, werden ausdrücklich begrüßt. Ein solcher Tag darf jedoch nicht symbolisch bleiben. Er muss mit konkreten politischen und gesellschaftlichen Maßnahmen verbunden werden. Dazu gehören insbesondere:
-ein wirksamer Schutz von Betroffenen antimuslimischer Gewalt,
-der Ausbau von Beratungs- und Meldestellen,
-eine konsequente Erfassung und Verfolgung von Hasskriminalität,
-sowie eine stärkere Sensibilisierung in Behörden, Bildungseinrichtungen und Medien,
-Implementierung einer/eines Beauftragten für muslimisches Leben und gegen antimuslimischen Rassismus.
Antimuslimischer Rassismus betrifft nicht nur Musliminnen und Muslime. Er ist ein Angriff auf die Grundwerte einer offenen, pluralen Gesellschaft. Der Einsatz gegen antimuslimischen Rassismus ist deshalb Teil eines umfassenden Engagements gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit – gegen Antisemitismus, Rassismus und jede Form religiöser oder ethnischer Diskriminierung.
Politik, Zivilgesellschaft und Medien sind deshalb aufgerufen, den 15. März als Impuls für nachhaltiges Handeln zu nutzen. Eine demokratische Gesellschaft zeigt sich nicht zuletzt daran, wie sie Minderheiten schützt und die Würde jedes Menschen achtet.
Als Religionsgemeinschaft vertritt der Zentralrat der Muslime in Deutschland die Interessen seiner Mitgliedsgemeinden und setzt sich für ein friedliches Zusammenleben in religiöser Vielfalt ein.
Sonntag, 15. März 2026 | 26. Ramadan 1447
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