Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V.
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Donnerstag, 08.01.2026
08.01.2026 ZMD stellt Weichen für umfassende Reform und unabhängige Untersuchung der Vorwürfe gegen ATIB
Köln - Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) hat eine umfassende interne Umstrukturierung eingeleitet. Ziel ist es, den Verband organisatorisch zu modernisieren, Transparenz zu stärken und klare Zuständigkeiten innerhalb der Strukturen zu schaffen. Die Reform ist Teil eines langfristig angelegten Entwicklungsprozesses.
Im Rahmen dieser Neuausrichtung lässt der ZMD die an ihn herangetragenen Verdachtsmomente gegenüber dem Mitglied ATIB unabhängig und wissenschaftlich aufarbeiten. Dazu beauftragt der Verband externe Expert:innen mit der Erstellung entsprechender Gutachten.
Generalsekretär Aladdin Beiersdorf-El Schallah erklärt: „Wir erneuern unseren Verband strukturell und inhaltlich. Die Vorwürfe gegenüber ATIB lassen wir unabhängig und wissenschaftlich prüfen – aus Verantwortung gegenüber unseren Mitgliedern und der Gesellschaft. Dabei legen wir Wert auf größtmögliche Transparenz."
Der ZMD betont, dass der Schutz seiner Mitglieder eine zentrale und obligatorische Aufgabe der Verbandes ist. Die wissenschaftliche Aufarbeitung dient dem Ziel, im Interesse aller Mitglieder eine sachliche, faire und belastbare Grundlage für weiteres Handeln zu schaffen.
Zugleich bekräftigt der Zentralrat sein uneingeschränktes Bekenntnis zu den Menschenrechten, zum Grundgesetz sowie zu den grundlegenden islamischen Werten. Beiersdorf-El Schallah unterstreicht dies: „Unsere Grundhaltung ist eindeutig. Menschenrechte, Grundgesetz und islamische Werte bilden das Fundament unseres Handelns. Ideologien, die Menschen abwerten oder unsere demokratische Ordnung infrage stellen, haben im ZMD keinen Platz. Dies gilt insbesondere auch für die Muslimbruderschaft oder die rechtsradikale Ülkücü-Bewegung."
Dieses Bekenntnis ist verbindlicher Bestandteil der Satzung und Voraussetzung für die Mitgliedschaft im Verband. Der Zentralrat der Muslime bekämpft jede Form von Rassismus und Diskriminierung – sowohl nach innen als auch nach außen. Dazu zählen unter anderem antimuslimischer Rassismus, Antisemitismus, und Antiziganismus sowie weitere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.
Zugleich weist der ZMD darauf hin, dass muslimische Organisationen bei der Aufklärung komplexer Vorwürfe häufig ohne ausreichende staatliche Unterstützung bleiben. Der Verband erwartet, dass staatliche Stellen ihrer Verantwortung gerecht werden und klare, verlässliche Verfahren zum Schutz und zur Aufklärung schaffen, anstatt diese Aufgabe allein der Zivilgesellschaft zu überlassen.
8. Januar 2026 | 20. Rajab 1447
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