Newsnational Sonntag, 16.08.2026 | Drucken

BAMF: Zahl der Muslime in Deutschland erstmals knapp 7 Millionen

Auf die Zahlen reagierte der ZMD mit der Forderung nach gleichberechtigter Teilhabe hierzulande für die muslimischen Bevölkerung

Studie des BAMF: Rund 7 Millionen Muslime leben in Deutschland BERLIN. Die Zahl der in Deutschland lebenden Muslime ist in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen. Wie aus einer aktuellen Untersuchung des Forschungszentrums im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hervorgeht, lebten im Jahr 2025 zwischen 6,6 und 7,0 Millionen Muslime im Bundesgebiet. Dies entspricht einem Bevölkerungsanteil von 8,0 bis 8,5 Prozent. Damit dokumentiert die behördliche Erhebung eine deutliche statistische Zunahme gegenüber der vorangegangenen offiziellen Studie, die die Zahl der Muslime noch auf 5,3 bis 5,6 Millionen Personen beziehungsweise 6,4 bis 6,7 Prozent der Gesamtbevölkerung bezifferte. Die Arbeit des BAMF gilt als maßgebliche staatliche Referenz für die Erfassung der demografischen Entwicklung der muslimischen Bevölkerung in Deutschland. Die Ergebnisse unterstreichen, dass Muslime heute einen festen und sichtbaren Bestandteil der deutschen Gesellschaft bilden.

Forderung nach gleichberechtigter Teilhabe

Auf die Veröffentlichung der Zahlen reagierte der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD). Dessen Vorsitzender, Abdassmad El Yazidi, betonte die gesellschaftliche Bedeutung der Ergebnisse: „Diese Daten spiegeln eine etablierte soziale Realität wider, die nicht ignoriert werden kann. Fast sieben Millionen Muslime sind längst ein integraler Teil des nationalen Gefüges unseres Landes." Es sei folgerichtig, dass diese demografische Präsenz im öffentlichen Raum, in der Politikgestaltung sowie auf allen Ebenen der gesellschaftlichen Partizipation auf Basis gleichberechtigter Staatsbürgerschaft Berücksichtigung finde. Gleichzeitig verstand der ZMD-Vorsitzende die Entwicklung als Auftrag an die muslimische Gemeinschaft selbst: Das stetige Wachstum müsse Ansporn sein, den eigenen Beitrag für das Wohl des Landes im Geiste der Verantwortung zu verdoppeln und die Werte gelebter Bürgerschaft durch konkrete Initiativen zum Wohl des Gemeinwesens umzusetzen.

Chancen durch Vielfalt nutzen

El Yazidi appellierte zudem an die Öffentlichkeit, die Lebenswirklichkeit von Muslimen objektiv und auf der Grundlage von Fakten zu betrachten – abseits von Stereotypen und Vorurteilen. Die Zukunft Deutschlands ruhe auf der Partnerschaft aller gesellschaftlichen Gruppen. Mit ihrem humanen, wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Potenzial könnten Muslime entscheidend zu Innovation, Entwicklung und gesellschaftlichem Zusammenhalt beitragen. Voraussetzung für ein vertrauensvolles Miteinander seien die verfassungsrechtlich garantierte Religionsfreiheit, Chancengleichheit und die Anerkennung kultureller Vielfalt als Stärke.





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