Newsinternational Montag, 27.07.2026 | Drucken

Zentralratsvorsitzender El Yazidi bei Feier zum zehnten Jahrestag der Marrakesh-Deklaration geehrt

Im Rahmen des Festakts überreichte der marokkanische Minister für Islamische Angelegenheiten, Dr. Ahmed Toufiq, gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Abu-Dhabi-Forums für Frieden, Scheich Abdullah bin Bayyah, die Ehrung an El Yazidi

Casablanca/Köln Abdassamad El Yazidi, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD), ist am Dienstagabend in Casablanca für sein Engagement zur Verbreitung der Werte der Marrakesch-Deklaration ausgezeichnet worden. Die Feierstunde zum zehnten Jahrestag der historischen Erklärung wurde vom marokkanischen Ministerium für Islamische Angelegenheiten in Partnerschaft mit dem Abu-Dhabi-Forum für Frieden und dem Internationalen Gipfel für Religionsfreiheit ausgerichtet. Die Marrakesch-Deklaration von 2016 gilt als eine der bedeutendsten islamischen Initiativen des letzten Jahrzehnts. Sie bekräftigt die Prinzipien der Religionsfreiheit, der Menschenwürde und der umfassenden Staatsbürgerschaft – und beruft sich dabei ausdrücklich auf die sogenannte "Charta von Medina" aus dem Jahr 622 n. Chr. . Dieses vom Propheten Mohammed (sas) niedergelegte Dokument gilt als erste verfassungsähnliche Vereinbarung der islamischen Geschichte, die das Zusammenleben verschiedener religiöser Gruppen auf der Grundlage von Gerechtigkeit und gegenseitigen Rechten und Pflichten regelte . Die Deklaration erneuert diese Grundsätze im zeitgenössischen Diskurs und betont, dass der Schutz religiöser Vielfalt und menschlicher Würde keine dem Islam fremden Konzepte sind, sondern vielmehr in seinen Quellen und fundamentalen Zielen verwurzelt sind. El Yazidis Teilnahme an der Gedenkveranstaltung unter der Schirmherrschaft von König Mohammed VI. von Marokko fand vor dem Hintergrund seiner jüngsten Wahl zum ZMD-Vorsitzenden statt, die am 16. Februar 2025 erfolgte. Er ist damit Nachfolger von Aiman Mazyek.Der 49-jährige gebürtige Hesse, der seit 2016 als Generalsekretär den Verband prägte, sieht den ZMD als Zusammenschluss, der für die gelebte Vielfalt des Islams in Deutschland steht.

Besondere Anerkennung erfuhr in Casablanca die Initiative des ZMD, die Marrakesch-Deklaration gemeinsam mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ins Deutsche zu übersetzen und damit im gesamten deutschsprachigen Raum einer breiten Öffentlichkeit aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zugänglich zu machen.


Diese christlich-islamische Kooperation wurde als beispielhaft für den Dialog zwischen den Religionen und für die Vermittlung humanitärer Werte gewürdigt. Sie trug wesentlich dazu bei, die Botschaft der Deklaration in den europäischen Diskurs über Religionsfreiheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt einzubringen. Die Vorstellung der Übersetzung fand am 4. Mai 2017 in Frankfurt am Main statt Im Rahmen des Festakts überreichte der marokkanische Minister für Islamische Angelegenheiten, Dr. Ahmed Toufiq, gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Abu-Dhabi-Forums für Frieden, Scheich Abdullah bin Bayyah, die Ehrung an El Yazidi. Gewürdigt wurden damit seine herausragenden Verdienste um die internationale Verbreitung der Prinzipien der Religionsfreiheit und des friedlichen Zusammenlebens.

El Yazidi erklärte nach der Ehrung: "Die Marrakesh-Deklaration fügt dem Islam keine neuen Prinzipien hinzu, sondern bringt einen zentralen Schatz unseres Erbes wieder ins Bewusstsein: die Stadt-Charta von Medina, die eine Gesellschaft auf der Grundlage von Bürgerschaft, Gerechtigkeit und Pluralismus begründete. Die Übersetzung und Verbreitung in Europa war eine Botschaft, dass der Islam in seiner eigenen Tradition wegweisende Modelle für Toleranz und den Respekt vor Vielfalt bereithält – Werte, die unsere heutige Welt mehr denn je benötigt." Die Teilnahme an der internationalen Veranstaltung und die Ehrung seines Vorsitzenden unterstreichen den fortgesetzten Einsatz des Zentralrats, als Brückenbauer im interreligiösen Dialog zu wirken und den zivilisatorischen Beitrag des Islam zu Freiheit, Gerechtigkeit und Bürgerschaft in die globalen Debatten einzubringen.





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