Newsinternational Dienstag, 21.04.2026 | Drucken

Syrisch-deutsche Kurzfilmproduktion „NAFRON" feiert Weltpremiere in Cannes

Erste Spielfilm, den Regiseur Daood Alabdulaa in seiner syrischen Heimat realisieren konnte

Die syrisch-deutsche Kurzfilmproduktion NAFRON des in München lebenden Regisseurs Daood Alabdulaa wird ihre Weltpremiere im Wettbewerb der 65. Semaine de la Critique bei den diesjährigen Filmfestspielen von Cannes feiern. Die Auswahl gilt als bedeutende Plattform für internationale Nachwuchsfilmemacher und zählt zu den renommiertesten Nebensektionen des Festivals.

Für Alabdulaa ist die Einladung nach Cannes von besonderer persönlicher Bedeutung. Der 1994 in der syrischen Wüste geborene Filmemacher wuchs im Osten Syriens in einer Region ohne Kinos oder kulturelle Infrastruktur auf. Dass er nun mit einem eigenen Film an die Côte d’Azur reist, beschreibt er selbst als kaum fassbar. NAFRON sei für ihn ein Werk, das einen historischen Moment in Syrien festhalte – eine Zeit des Umbruchs nach dem Ende der Assad-Herrschaft im Jahr 2024. Besonders bedeutsam sei für ihn, dass der Film unabhängig und ohne große Produktionsstrukturen entstanden sei.


Im Zentrum von NAFRON steht eine Frau mittleren Alters, die durch das vom Krieg gezeichnete Damaskus streift. Nur wenige Wochen nach dem politischen Umbruch sucht sie nach ihrer eigenen Vergangenheit, nachdem sie ihr Gedächtnis verloren hat. Als sich ihr Weg mit einer jungen Frau namens Amira kreuzt, entwickelt sich zwischen den beiden eine Begegnung, die das Leben beider verändern könnte.Daood Alabdulaa studiert seit 2020 Spielfilmregie an der Hochschule für Fernsehen und Film München. Bereits während der syrischen Revolution engagierte er sich als Student in Aleppo gegen das Assad-Regime, wurde 2014 inhaftiert und floh anschließend als politischer Flüchtling nach Deutschland. Seitdem widmet er sich filmischen Erzählungen, die soziale und politische Themen aus dem Nahen Osten in den Mittelpunkt stellen.Mit seinen bisherigen Kurzfilmen war Alabdulaa bereits auf mehr als hundert internationalen Festivals vertreten. Sein Film WALUD (2024) gewann beim L.A. Shorts International Film Festival den Best of Fest Award und schaffte es auf die Longlist für den Oscar in der Kategorie Live Action Short Film.NAFRON nimmt in seiner Laufbahn jedoch eine besondere Stellung ein: Es ist der erste vollständig unabhängig produzierte Film des Regisseurs – und zugleich der erste Spielfilm, den er in seiner syrischen Heimat realisieren konnte. Gedreht wurde der Film im Herbst 2025 in Damaskus.

Neben Regie, Drehbuch und Produktion verantwortete Alabdulaa auch die kreative Gesamtleitung des Projekts. In den Hauptrollen sind Salha Nasraoui und Nada Alabdalla zu sehen. Die Bildgestaltung übernahm Henri Nunn, den Schnitt Jonas Riedinger, die Musik stammt von Arezou Rezaei.





Diesen Artikel weiterempfehlen:

Anzeige

Hintergrund/Debatte

Zum Tod von Gerhard Abdulqadir Schabel - Ein Nachruf von Aiman A. Mazyek
...mehr

Muhammad Sameer Murtaza: „Palästina, 1896 – Nakba, Gaza und der verdrängte Diskurs in Deutschland - Aiman Mayzek bespricht sein neustes Buch
...mehr

Jung, vielfältig, politisch einflussreich: Wie sich die muslimische Bevölkerung Großbritanniens verändert
...mehr

Deutsche Industrie verliert bei Patenten den Anschluss
...mehr

Krieg als Geschäftsmodell: Warum die Bankierslogik scheitert – Eine ökonomische Analyse
...mehr

Alle Debattenbeiträge...

Die Pilgerfahrt

Die Pilgerfahrt (Hadj) - exklusive Zusammenstellung Dr. Nadeem Elyas

88 Seiten mit Bildern, Hadithen, Quran Zitaten und Erläuterungen

Termine

Islamische Feiertage
Islamische Feiertage 2019 - 2027

Tv-Tipps
aktuelle Tipps zum TV-Programm

Gebetszeiten
Die Gebetszeiten zu Ihrer Stadt im Jahresplan

Der Koran – 1400 Jahre, aktuell und mitten im Leben

Marwa El-Sherbini: 1977 bis 2009

AltStyle によって変換されたページ (->オリジナル) /