Der Begriff „Diaspora" für einen Teil der Dt-Syrischen Menschen zu kurz
Mit der Veranstaltung wollte das BMZ nicht nur Bilanz ziehen, sondern auch ein Signal senden: Der Wiederaufbau Syriens soll nicht ohne jene erfolgen, die trotz Flucht und Exil weiterhin Verantwortung für ihr Heimatland übernehmen.
Positiv hervorzugehoben wist t die gelungene Organisation der Veranstaltung durch das BMZ, das mit dem Jubiläum einen wichtigen Raum für Austausch, Begegnung und neue Vernetzung geschaffen hat. Die zahlreichen Gespräche machten deutlich, wie groß das Interesse an einer langfristigen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Syrien ist.
Dennoch hätte ein zentraler Gedanke noch stärker in den Vordergrund rücken können, welches beide Ministerinnen auch betonten, nämlich dass nicht nur Syrien vom Wissen, von den Kontakten und vom Engagement der Menschen profitiert, sondern auch Deutschland selbst. Gerade in Zeiten, in denen die öffentliche Wahrnehmung syrischer Migration häufig von problemorientierter Berichterstattung geprägt ist, ist es wichtig, den gegenseitigen Nutzen dieser Zusammenarbeit deutlicher sichtbar zu machen. Hinzu kommt ein weiterer Punkt, der auf der Veranstaltung nur am Rande anklingte: Viele Menschen mit syrischen Wurzeln sind längst hierzulande geboren, haben hier Familien gegründet, arbeiten in Unternehmen, Behörden oder sozialen Einrichtungen und sind längst Teil dieser Gesellschaft. Für viele von ihnen ist Deutschland nicht mehr nur ein Aufenthaltsort, sondern Heimat. Der Begriff „Diaspora" greift deshalb für einen Teil dieser Dt-Syrischen Menschen zu kurz – doch diese Gruppe hatten kaum eine Stimme in der Tagung.
Dennoch vorgestellten Initiativen zeigen eindrucksvoll, welches Potenzial bereits vorhanden ist. Umso wichtiger erscheint die Frage, wie dieses Engagement künftig stärker unterstützt werden kann. Viele Teilnehmende wünschen sich, dass deutsch-syrische Fachkräfte noch gezielter in Projekte eingebunden werden und vorhandene Initiativen nicht nur ideell, sondern auch strukturell und langfristig gefördert werden. Gerade darin könnte ein entscheidender Schlüssel für eine tragfähige Partnerschaft zwischen beiden Ländern liegen (AM).