Newsnational Donnerstag, 26.02.2026 | Drucken

Ramadan im Westen im Zeichen von Anerkennung und Dialog

Von New York bis Frankfurt: Öffentliche Würdigungen stärken Vielfalt – Debatten um Sichtbarkeit halten an

Der Beginn des heiligen Monats Ramadan ist weltweit von Botschaften der Hoffnung, Anerkennung und des interreligiösen Dialogs begleitet worden. In einer gemeinsamen Erklärung der Allianz der Zivilisationen der Vereinten Nationen und der Vereinte Nationen übermittelten der Hohe Repräsentant der Initiative sowie der UN-Sondergesandte zur Bekämpfung von Islamophobie Musliminnen und Muslimen weltweit ihre Grüße. Der Ramadan biete Gelegenheit zu spiritueller Besinnung und zur Stärkung von Mitgefühl, Großzügigkeit, Solidarität und Respekt. Zugleich unterstrichen die UN-Vertreter die Bedeutung von Religionsfreiheit und die Notwendigkeit, Islamfeindlichkeit entschieden entgegenzutreten, um inklusive Gesellschaften zu fördern. Auch politisch erfährt der Fastenmonat zunehmende öffentliche Würdigung. So hat der US-Bundesstaat Washington den Ramadan offiziell anerkannt und damit die Rolle muslimischer Bürgerinnen und Bürger als integralen Bestandteil der Gesellschaft hervorgehoben. Abdulsamad El Yazidi, Vorsitzenderer des Zentralrat der Muslime in Deutschland, wertete dies als klares Signal für Gleichheit und gegenseitigen Respekt in pluralistischen Demokratien.

Internationale Metropolen setzen ähnliche Zeichen. In London eröffnete Bürgermeister Sadiq Khan den Ramadan mit Begegnungen und öffentlichen Veranstaltungen, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt betonen. Auch in New York City beging Bürgermeister Zohran Mamdani den Auftakt gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der muslimischen Community. Mit über einer Million Muslimen sei Ramadan ein fester Bestandteil des urbanen Lebens, erklärte Mamdani und kündigte zahlreiche Iftar-Besuche sowie soziale Projekte an. Parallel dazu gewinnt die Sichtbarkeit des Ramadan auch in deutschen Städten an Bedeutung. Vorreiter ist Frankfurt am Main, wo die „Freßgass" seit 2024 mit Schriftzügen, Halbmonden und Laternen beleuchtet wird. In Köln schmückt die Venloer Straße in Ehrenfeld erneut rund 35 Lichtelemente, während Berlin erstmals eine Beleuchtung im Bezirk Mitte installierte. Auch Freiburg im Breisgau und München haben Initiativen zur Ramadan-Beleuchtung gestartet, um die religiöse Vielfalt sichtbar zu machen.

Gleichzeitig bleiben solche Zeichen bei Rechten und Rassismusschwurblern nicht unkommentiert. Vertreter der Alternative für Deutschland udn Teile der CDU kritisieren öffentliche Ramadan-Beleuchtungen und schüren Unwohlsein. Muslimische Organisationen und viele Kommunalpolitiker halten dagegen, dass Weihnachtsmärkte, Chanukka-Aktionen oder Diwali-Feiern längst Teil des öffentlichen Raums seien. Vor diesem Hintergrund wirken die Debatten weniger wie eine Auseinandersetzung um Dekoration als vielmehr um die Frage, wie selbstverständlich religiöse Vielfalt in Deutschland sichtbar sein darf – eine Frage, die der Ramadan Jahr für Jahr neu ins Licht rückt.





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