Frankfurt am Main – Bei einem Treffen am vergangenen Dienstag (10.02.2026) in der Frankfurter Geschäftsstelle der Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft (AIWG) an der Goethe-Universität Frankfurt empfingen Akademiedirektor Prof. Dr. Bekim Agai und Geschäftsführerin Dr. Raida Chbib den Vorsitzenden Abdassamad El Yazidi sowie Generalsekretär Aladdin Beiersdorf-El Schallah.
Die AIWG ist eine Fachakademie, die bundesweit interdisziplinäre Forschung und Transfer in den islamisch-theologischen Studien sowie zum muslimischen Leben in Deutschland betreibt. Sie verbindet alle Hochschulstandorte der Islamischen Theologie und Religionspädagogik in Deutschland. In ihrer gesellschaftlichen Ausrichtung befasst sie sich unter Einbindung religionsbezogener Perspektiven mit Fragen von Teilhabe und Partizipation.
Prof. Agai und Dr. Chbib präsentierten den Gästen aus Köln einen Überblick über die aktuellen Forschungsprojekte der AIWG, die den Islam und muslimische Lebenswirklichkeiten im europäischen Kontext in den Fokus nehmen. Ein besonderes Anliegen sei es, wissenschaftliche Erkenntnisse konsequent auf gesellschaftliche Herausforderungen zu beziehen.
Der ZMD teilte der AIWG seine Besorgnis über die zunehmende gesellschaftliche Polarisierung sowie über die Erschwernisse für muslimische Akteure in Wissenschaft und Zivilgesellschaft mit, außerhalb von Themen wie Extremismus Gehör zu finden. Der ZMD-Vorsitzende stellte die Frage, wie politische Teilhabe von Muslimen in der Wissenschaft stärker durchdringen könne, damit wissenschaftlich fundierte Arbeit weiterhin einen wichtigen Beitrag leisten kann, Stereotype zu dekonstruieren und wissensbasierte Alternativen zu ausgrenzenden Narrativen anzubieten.
Generalsekretär Beiersdorf-El Schallah würdigte die AIWG als wichtigen wissenschaftlichen Impulsgeber. Die Zusammenarbeit zwischen muslimischen Verbänden und unabhängigen akademischen Einrichtungen bilde ein strategisches Gegengewicht zu religiösem wie nationalistischem Extremismus.
Beide Seiten vereinbarten, den Austausch praxisorientiert fortzusetzen.