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Mittwoch, 11.02.2026
Arabische Welt kämpft immer noch mit Abhängigkeit von Weizenimporten
Experten sehen politische Fehlentscheidungen und mangelnde Förderung von Bauern als Hauptursachen
In vielen arabischen Ländern bleibt Brot ein politisch sensibles Gut – doch die Region ist weiterhin stark von Weizenimporten abhängig. Laut einer aktuellen Analyse werden drei von vier Broten aus importiertem Getreide hergestellt, während die Selbstversorgung insgesamt unter 30 Prozent liegt. Trotz eines Bevölkerungsanteils von 5,5 Prozent produziert die arabische Welt nur 3,3 Prozent des globalen Weizens, importiert aber rund ein Fünftel des Welthandelsvolumens. Diese Abhängigkeit hat wiederholt soziale Unruhen ausgelöst. Historische „Brotaufstände" in mehreren Ländern sowie die Forderungen während des Arabischen Frühlings zeigen die politische Brisanz steigender Lebensmittelpreise und Versorgungsengpässe. Ein zentrales Problem ist die geringe Produktivität. Während weltweit durchschnittlich 3,5 Tonnen Weizen pro Hektar geerntet werden, liegt der Wert in arabischen Ländern bei nur 2,8 Tonnen. Experten führen dies vor allem auf mangelnde Investitionen in Saatgut, Forschung und Unterstützung für Landwirte zurück.
Schon vergleichsweise geringe Investitionen in ertragreiches Saatgut könnten die Produktion laut Fachleuten deutlich steigern und sogar Selbstversorgung ermöglichen. Kritiker werfen Regierungen vor, kleine Bauern systematisch zu benachteiligen. Diese produzieren den Großteil der Grundnahrungsmittel, erhalten jedoch kaum Subventionen oder Kredite und müssen ihre Ernten oft zu niedrigen staatlich festgelegten Preisen abgeben. Gleichzeitig würden exportorientierte Agrarkonzerne stärker gefördert. Die Folgen sind gravierend: Rund 70 Prozent der ländlichen Bevölkerung in der arabischen Welt leben laut internationalen Organisationen in Armut. Fachleute betonen, dass Investitionen in die Landwirtschaft der wirksamste Weg seien, um diese Armut zu bekämpfen und die Ernährungssicherheit zu verbessern. Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass weniger natürliche Bedingungen als vielmehr politische Entscheidungen über die Zukunft der Brotversorgung in der Region entscheiden werden. Quelle: The New Arab