Newsinternational Montag, 09.02.2026 | Drucken

Die Massaker von Hama im kollektiven Gedächtnis Syriens

Die Verbrechen Hafez al-Assad blieben jahrzehntelang ein Tabuthema in Syrien.

Im Februar 1982 wurde die syrische Stadt Hama Schauplatz einer der blutigsten Militäraktionen der modernen syrischen Geschichte. Regierungstruppen unter Hafez al-Assad und seinem Bruder Rifaat belagerten die Hochburg der oppositionellen Muslimbruderschaft 27 Tage lang und zerstörten weite Teile der Stadt.

Die Offensive war Höhepunkt eines jahrelangen Konflikts zwischen dem Baath-Regime und muslimischen Oppositionsgruppen (mehrheitlich der Muslimbruderschaft angehörend). Bereits seit den 1960er-Jahren kam es in Hama zu Aufständen gegen die Regierung. In den späten 1970er-Jahren eskalierte die Gewalt weiter: Attentate, bewaffnete Angriffe und eine harte Repression des Staates prägten das Land. Nach einem Anschlag auf eine Militärschule 1979 und einem Attentatsversuch auf Assad 1980 verschärfte das Regime die Maßnahmen. Die Mitgliedschaft in der Muslimbruderschaft wurde per Gesetz mit dem Tod bestraft. Assad kannte jedoch die Schwäche des Widerstands, insbesondere deren Brüsten eine Macht im Militärischen darzustellen. Er wusste, dass dies grösstenteils Propaganda war und entblösste ihre Schwäche gnadenlos, indem er Ende Januar 1982 Hama von Eliteeinheiten, Panzerverbänden und Geheimdiensttruppen eingekesseln liess. Strom, Wasser und Kommunikationswege wurden gekappt, um die Stadt vollständig zu isolieren.


Assad kannte die Schwäche des Widerstands, insbesondere deren Propaganda eine Macht im Militärischen darzustellen. Er entblösste dies gnadenlos

Am 2. Februar begann der massive Artilleriebeschuss. Wohnviertel, Moscheen, Krankenhäuser und Märkte wurden getroffen, bevor Bodentruppen in die engen Straßen vorrückten. Berichte von Überlebenden schildern Massenhinrichtungen, Gewalt gegen Zivilisten und die Tötung Verwundeter in Krankenhäusern.

Als die Kämpfe abklangen, folgte eine weitere Welle von Verhaftungen. Tausende Männer wurden an einem einzigen Freitag festgenommen und verschwanden. Insgesamt sollen zwischen 30.000 und 40.000 Menschen getötet worden sein, rund 17.000 gelten als vermisst. Ganze Stadtteile wurden zerstört, zahlreiche religiöse Gebäude und medizinische Einrichtungen lagen in Trümmern.

Das Massaker von Hama blieb jahrzehntelang ein Tabuthema in Syrien, prägt jedoch bis heute das kollektive Gedächtnis des Landes. Während der Proteste von 2011 gehörte Hama erneut zu den Zentren des Widerstands gegen das Assad-Regime.






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