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Dienstag, 20.01.2026

Kurdische Milizien ziehen sich im Norden Syriens zurück

Militärische Offensive und politische Dekrete für ein Syrien mit den Kurden

Die syrische Armee setzt ihre militärische Offensive gegen die kurdisch geführten Syrian Democratic Forces (SDF) im Norden Syriens fort und verzeichnet dabei schnelle Geländegewinne. Ziel der Operationen ist die Rückeroberung der ehemaligen Daesh-Hochburg Raqqa sowie der strategisch und ökonomisch bedeutenden Region um Deir ez-Zor, wo sich große Öl- und Gasfelder befinden. Nach Angaben der Regierungstruppen sind sie inzwischen in voller Kontrolle über Gebiete östlich des Euphrat, darunter die Stadt Deir Hafer und den Jarrah-Luftwaffenstützpunkt.

Die aktuelle Eskalation folgt auf monatelange, ergebnislose Verhandlungen zwischen der Regierung von Präsident Ahmed Al-Sharaa und den SDF. Damaskus forderte die Auflösung der kurdischen Milizen, ihre Integration in die nationale Armee sowie die vollständige Rückgabe aller von ihnen verwalteten Territorien an den Zentralstaat.

Parallel zur Militäroffensive hat Präsident Al-Sharaa ein umfassendes politisches Dekret erlassen, das die Rechte der kurdischen Minderheit in Syrien stärken soll. Das als Versöhnungsgeste kommunizierte Dekret erkennt die Kurden als "ursprünglichen und wesentlichen" Teil des syrischen Volkes an. Kernpunkte sind die Gewährung der syrischen Staatsbürgerschaft für alle bisher staatenlosen Kurden, die Anerkennung des Kurdischen als "Nationalsprache" und die Zusicherung kultureller und linguistischer Rechte.




Ein bedeutendes symbolisches Element des Dekrets ist die Einführung des kurdischen Newroz-Festes (Nowruz) am 21. März als bezahlten, landesweiten Feiertag. Dieser Schritt soll als Zeichen der nationalen Einheit und des sozialen Zusammenhalts dienen. In einer direkten Videobotschaft betonte Al-Sharaa die Gleichheit aller Syrer und rief die Kurden zur aktiven Teilnahme am Wiederaufbau des Landes auf. Die SDF und die mit ihr verbundene Autonomieverwaltung Nord- und Ostsyriens werfen der Regierung hingegen vor, eine vereinbarte Rückzugsvereinbarung gebrochen und ihre Stellungen angegriffen zu haben. Sie riefen die Bevölkerung zur Selbstverteidigung auf. Die syrische Regierung konterte mit schweren Vorwürfen und bezichtigte die SDF, beim Rückzug aus al-Tabqah Gefangene exekutiert zu haben – eine Tat, die sie als Kriegsverbrechen verurteilt.

Die Lage bleibt angespannt. Während Damaskus militärischen Druck mit politischen Zugeständnissen kombiniert, bereiten sich die Milizen auf eine weitere Angriffe vor.




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