Terbutryn
Strukturformel | |
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Struktur von Terbutryn | |
Allgemeines | |
Name | Terbutryn |
Andere Namen |
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Summenformel | C10H19N5S |
Kurzbeschreibung |
weißer bis gelblicher Feststoff mit schwachem Geruch[1] |
Externe Identifikatoren/Datenbanken | |
EG-Nummer
212-950-5
ECHA-InfoCard
100.011.773
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Eigenschaften | |
Molare Masse | 241,36 g·mol −1 |
Aggregatzustand |
fest[1] |
Schmelzpunkt |
104 °C[1] |
Siedepunkt | |
Löslichkeit |
sehr schwer in Wasser (0,025 g·l−1 bei 20 °C)[1] |
Sicherheitshinweise | |
H- und P-Sätze | H: 400 |
P: 273 [1] |
Terbutryn ist eine chemische Verbindung mit einem 1,3,5-Triazin-Ring als Grundstruktur. Es wird als Herbizid eingesetzt.
Verwendung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]Terbutryn kommt als Algizid in z. B. Dispersionsfarben zum Einsatz. Es wird ein langsames aber stetiges Auswaschen und somit der Eintrag in Boden sowie Oberflächen- und Grundwasser befürchtet.[2] [3]
Zulassung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]In den EU-Staaten einschließlich Deutschland und Österreich sowie in der Schweiz sind keine Pflanzenschutzmittel mit diesem Wirkstoff zugelassen.[4] [5]
Toxikologie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]Terbutryn wird nach oraler Gabe rasch absorbiert. In den ersten 24 Stunden werden 73–85 % wieder ausgeschieden, vor allem faecal. Während der Passage wird Terbutryn vollständig metabolisiert, vor allem durch S-Demethylierung, Hydrolyse der SCH3-Gruppe, oxidative Dealkylierung der Aminogruppe und Oxidation der Alkylgruppen zu Alkoholen und Säuren, die ausschließlich mit Glucuronsäuren konjugieren. Langzeitwirkung durch Speicherung in Fettgewebe und Gehirn – je nach Gentypus und Zusatzgiften. Terbutryn gilt als Nervengift. Die Symptome reichen von Durchfall über Atembeschwerden bis zu Störungen des ZNS.[6]
Ökotoxikologie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]Terbutryn hat aus ökotoxikologischer Perspektive negativen Einfluss auf aquatischen Organismen. Der Median der EC50 (96 Std.) für Algen liegt bei 0,0029 mg/l.[7] In der Schweiz wurde der Grenzwert für die zugelassene Konzentration in Oberflächengewässern im Jahresmitte mit 0,065 μg/l festgelegt.[8] Der PNEC wird mit Werten zwischen 0,003 und 0,034 μg/l angegeben, was deutlich unter dem Schweizer Grenzwert liegt.[9] [10]
Die EU-Kommission schlug vor, Terbutryn auf die Liste der bisher 33 Schadstoffe zu setzen, die in den EU-Oberflächengewässern überwacht und kontrolliert werden müssen. Diese überarbeitete Liste ist zudem Teil einer Richtlinie zur Änderung der Wasserrahmenrichtlinie und der Richtlinie über Umweltqualitätsnormen.[11]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten ]- ↑ a b c d e f g Eintrag zu Terbutryn in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 20. Januar 2022. (JavaScript erforderlich)
- ↑ M. Brake: Werden Häuser immer mehr zu Sondermüll? In: Telepolis. 1. Februar 2011.
- ↑ H. Venzmer: Biofilme und funktionale Baustoffoberflächen. 8. Dahlberg-Kolloquium 25.09.2008 in Wismar. Fraunhofer IRB Verlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-410-16894-2.
- ↑ Verordnung (EG) Nr. 2076/2002 (PDF) der Kommission vom 20. November 2002.
- ↑ Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der Europäischen Kommission: Eintrag zu Terbutryn in der EU-Pestiziddatenbank; Eintrag in den nationalen Pflanzenschutzmittelverzeichnissen der Schweiz, Österreichs und Deutschlands, abgerufen am 8. März 2016.
- ↑ M. Daunderer: Klinische Toxikologie. Giftinformation, Giftnachweis, Vergiftungstherapie. ecomed, Landsberg/Lech 1995 bis Dez. 2006, ISBN 3-609-70000-9.
- ↑ Gaggi, C., G. Sbrilli, A.M.H. El Naby, M. Bucci, M. Duccini, E. Bacci: Toxicity and Hazard Ranking of s-Triazine Herbicides Using Microtox, Two Green Algal Species and Marine Crustacean. In: Environ. Toxicol. Chem. 14(6), 1995, S. 1065–1069.
- ↑ UBA – ETOX, Informationssystem Ökotoxikologie und Umweltqualitätsziele, Grenzwerte zu Terbutryn, abgerufen am 19. Oktober 2024
- ↑ S. Kresmann, A. H. Arokia, C. Koch, B. Sures: Ecotoxicological potential of the biocides terbutryn, octhilinone and methylisothiazolinone: Underestimated risk from biocidal pathways? In: The Science of the total environment. Band 625, Juni 2018, S. 900–908, doi:10.1016/j.scitotenv.2017年12月28日0 , PMID 29306832.
- ↑ Tobias Junginger, Sylvain Payraudeau, Gwenaël Imfeld: Transformation and stable isotope fractionation of the urban biocide terbutryn during biodegradation, photodegradation and abiotic hydrolysis. In: Chemosphere. 2022, Band 305, S. 135329 doi:10.1016/j.chemosphere.2022.135329 .
- ↑ Umweltqualitätsnormen für Oberflächengewässer. Zusammenfassung der Gesetzgebung. In: EUR-Lex. Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union, abgerufen am 25. Oktober 2021.