„Soignies" – Versionsunterschied

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Als erste urkundliche Erwähnung eines Klosterortes gilt die Eintragung in die Reichsteilungsakte von Meerssen 870<ref>{{Literatur |Titel=Ludwig der Deutsche – 870 aug (8), Marsana |Sammelwerk=[[Regesta Imperii]] |WerkErg=nach Johann Friedrich Böhmer neu bearb. von Engelbert Mühlbacher |Band=Band 1: ''Die Regesten des Kaiserreichs unter den Karolingern: 751–918'' |Ort=Wien |Datum=1908 |Seiten=628 |Kommentar=Im Text: Soignies [arr. Mons] |Online=[https://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00009516/images/index.html?id=00009516&seite=0748 daten.digitale-sammlungen.de] |URN=nbn:de:bvb:12-bsb00009516-1}}</ref> als „Sunniacum".
Als erste urkundliche Erwähnung eines Klosterortes gilt die Eintragung in die Reichsteilungsakte von Meerssen 870<ref>{{Literatur |Titel=Ludwig der Deutsche – 870 aug (8), Marsana |Sammelwerk=[[Regesta Imperii]] |WerkErg=nach Johann Friedrich Böhmer neu bearb. von Engelbert Mühlbacher |Band=Band 1: ''Die Regesten des Kaiserreichs unter den Karolingern: 751–918'' |Ort=Wien |Datum=1908 |Seiten=628 |Kommentar=Im Text: Soignies [arr. Mons] |Online=[https://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00009516/images/index.html?id=00009516&seite=0748 daten.digitale-sammlungen.de] |URN=nbn:de:bvb:12-bsb00009516-1}}</ref> als „Sunniacum".


In Soignies gab es bereits im 7. Jahrhundert eine Kirche: Davon zeugt ein 1900 im Mittelschiff der Stiftskirche entdeckter merowingischer Sarkophag, der heute im Museum Vieux-Cimetière aufbewahrt wird. Die heutige Stiftskirche wurde um die Mitte des 12. Jahrhunderts fertiggestellt.
Bei Soignies siegten am 10. Juli 1794 die Franzosen über die Kaiserlichen.<ref>{{Meyers-1905 |Lemma=Soignies |Band=18 |Seite=570 |zenoID=20007488815}}</ref>

Von 1364 bis 1379 wurden rund um die Stadt Wälle und Gräben als erste Befestigung angelegt. In der Umfriedung wurden vier Tore errichtet: das von [[Braine|Braine le Comte]] im Norden, das von [[Mons]] im Süden und die von [[Enghien]] und [[Neufvilles]] im Westen. 1406 wurden die Wälle mit einer Holzpalisade versehen, und hölzerne Wachhäuschen errichtet. Von 1421 bis 1470 wurde eine feste Mauer mit Wachtürmen errichtet. Nach dem Aachender-Frieden wurden die Türme und Tore abgebaut, die Mauer war bereits ab 1690 abgebrochen worden. Heute sind nur noch wenige Teile des ursprünglichen Walles erhalten.

Mehr als acht Jahrhunderte lang (von 935 bis 1793) wurde das religiöse und weltliche Leben der Stadt maßgeblich vom Ordenskapitel von Soignies bestimmt. Einunddreißig Kanoniker ernannten u.a. Gerichtsvollzieher, Bürgermeister und andere mit der Stadt verbundene Ämter und sprachen Recht im Lehensbereich der Stiftskirche. Ihre Privilegien hielten sie in einem Liber Catenatus ([[Kettenbuch]]) aus dem 13. bis 15. Jahrhundert) fest. Diese „weltlichen Mönche" legten kein Armutsgelübde ab und mussten nicht innerhalb der Grenzen der Stiftskirche selbst leben, sondern mussten dort lediglich 32 Wochen pro Jahr verweilen.<ref>Théophile Lejeune: ''« Histoire civile et ecclésiastique de la ville de Soignies »'' in Société des Sciences, des Arts et des Lettres du Hainaut, Concours, 1868-1869</ref>
Im Zuge der [[französische Revolution|französischen Revolution]] kam es 1793 zur Auflösung des Ordenskapitels von Soignies.

Am 10. Juli 1794 siegten die Franzosen im [[Erster_Koalitionskrieg|ersten Koalitionskrieg]] bei Soignies über die Kaiserlichen und zwangen diese zum Rückzug nach Brüssel.<ref>{{Meyers-1905 |Lemma=Soignies |Band=18 |Seite=570 |zenoID=20007488815}}</ref> Die Österreicher mussten in der Folge [[Österreichische Niederlande|die Niederlande]] endgültig aufgeben.
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Version vom 25. November 2024, 20:42 Uhr

Soignies
Soignies (Hennegau)
Soignies (Hennegau)
Soignies
Staat: Belgien  Belgien Region: Wallonien Provinz: Hennegau Bezirk: Soignies Koordinaten: 50° 35′ N, 4° 4′ O 50.5797222222224.0713888888889Koordinaten: 50° 35′ N, 4° 4′ O Fläche: 110,3 km2 Einwohner: 29.032 (1. Jan. 2024) Bevölkerungsdichte: 263 Einwohner je km2 Postleitzahl: 7060–7063 Vorwahl: 065/067 Bürgermeister: Fabienne Winckel (PS) Adresse der
Kommunal-
verwaltung: Place Verte, 32
7060 Soignies Website: www.soignies.be

Soignies (niederländisch Zinnik) ist eine an der Senne gelegene französischsprachige Gemeinde in der belgischen Provinz Hennegau mit 29.032 Einwohnern (Stand 1. Januar 2024).

Die Place Verte, links die romanische Kirche Saint-Vincent

Soignies ist Verwaltungssitz des Bezirks Soignies. Die Gemeinde umfasst aufgrund des Zusammenschlusses belgischer Gemeinden seit 1977 neben der Stadt Soignies noch folgende Orte: Casteau, Chaussée-Notre-Dame-Louvignies, Horrues, Naast, Neufvilles und Thieusies.

Geschichte

Als erste urkundliche Erwähnung eines Klosterortes gilt die Eintragung in die Reichsteilungsakte von Meerssen 870[1] als „Sunniacum".

In Soignies gab es bereits im 7. Jahrhundert eine Kirche: Davon zeugt ein 1900 im Mittelschiff der Stiftskirche entdeckter merowingischer Sarkophag, der heute im Museum Vieux-Cimetière aufbewahrt wird. Die heutige Stiftskirche wurde um die Mitte des 12. Jahrhunderts fertiggestellt.

Von 1364 bis 1379 wurden rund um die Stadt Wälle und Gräben als erste Befestigung angelegt. In der Umfriedung wurden vier Tore errichtet: das von Braine le Comte im Norden, das von Mons im Süden und die von Enghien und Neufvilles im Westen. 1406 wurden die Wälle mit einer Holzpalisade versehen, und hölzerne Wachhäuschen errichtet. Von 1421 bis 1470 wurde eine feste Mauer mit Wachtürmen errichtet. Nach dem Aachender-Frieden wurden die Türme und Tore abgebaut, die Mauer war bereits ab 1690 abgebrochen worden. Heute sind nur noch wenige Teile des ursprünglichen Walles erhalten.

Mehr als acht Jahrhunderte lang (von 935 bis 1793) wurde das religiöse und weltliche Leben der Stadt maßgeblich vom Ordenskapitel von Soignies bestimmt. Einunddreißig Kanoniker ernannten u.a. Gerichtsvollzieher, Bürgermeister und andere mit der Stadt verbundene Ämter und sprachen Recht im Lehensbereich der Stiftskirche. Ihre Privilegien hielten sie in einem Liber Catenatus (Kettenbuch) aus dem 13. bis 15. Jahrhundert) fest. Diese „weltlichen Mönche" legten kein Armutsgelübde ab und mussten nicht innerhalb der Grenzen der Stiftskirche selbst leben, sondern mussten dort lediglich 32 Wochen pro Jahr verweilen.[2] Im Zuge der französischen Revolution kam es 1793 zur Auflösung des Ordenskapitels von Soignies.

Am 10. Juli 1794 siegten die Franzosen im ersten Koalitionskrieg bei Soignies über die Kaiserlichen und zwangen diese zum Rückzug nach Brüssel.[3] Die Österreicher mussten in der Folge die Niederlande endgültig aufgeben.

Volksgruppe „Die Grenadiere der kaiserlichen Garde"

Steinbrüche von Soignies

Steinbruch "Carrières du Hainaut" in Soignies

Soignies ist ein wichtiger Abbauort des Belgisch Granit oder Belgisch Schwarz (französisch "pierre bleue") genannten Steines. Viele Fassaden der innerstädtischen Architektur von Brüssel und anderen belgischen Städten sind noch heute durch diesen Naturwerkstein geprägt. Die ersten Nachweise der lokalen Nutzung des Steines stammen aus der römischen Zeit im 2. oder 3. Jahrhundert n. Chr.. Der Abbau in Minen begann jedoch erst im 15. Jahrhundert. Im 18. Jahrhundert begann die industrielle Ausbeutung mittels moderner Dampfmaschinen und später elektrischer Werkzeuge sowie der Abtransport per Eisenbahn.[4]

Persönlichkeiten

Sehenswürdigkeiten

Literatur

Commons: Soignies  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

  1. Ludwig der Deutsche – 870 aug (8), Marsana. In: Regesta Imperii . nach Johann Friedrich Böhmer neu bearb. von Engelbert Mühlbacher. Band 1: Die Regesten des Kaiserreichs unter den Karolingern: 751–918. Wien 1908, S. 628, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00009516-1 (daten.digitale-sammlungen.de – Im Text: Soignies [arr. Mons]). 
  2. Théophile Lejeune: « Histoire civile et ecclésiastique de la ville de Soignies » in Société des Sciences, des Arts et des Lettres du Hainaut, Concours, 1868-1869
  3. Soignies. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon . 6. Auflage. Band 18: Schöneberg–Sternbedeckung. Bibliographisches Institut, Leipzig / Wien 1909, S. 570 (Digitalisat. zeno.org). 
  4. Gérard Bavay: La grande carrière P. J. Wincqz à Soignies" in Les cahiers du patrimoine, Région wallonne, Monuments sites et fouilles, 1994
Gemeinden in der belgischen Provinz Hennegau

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