Die Jahreszahl 1945 steht für einen dramatischen Einschnitt in der Dresdner Stadtgeschichte. Am Ende von zwölf Jahren nationalsozialistischer Diktatur und fast sechs Jahren Krieg lag die gesamte Innenstadt in Trümmern. Im Rückblick überstrahlt die Katastrophe des 13. Februar 1945 – der Feuersturm der alliierten Luftangriffe – alle anderen Ereignisse jener Zeit. »Dresden 1945« wurde rasch zum international bekannten Geschichtssymbol. Seither wurde und wird es kontinuierlich politisch genutzt, kontrastierend gedeutet und vielfältig öffentlich erinnert.
Das Kunstprojekt »GRAVUREN. Mahndepots in Dresden« sucht im Symbolhaften nach dem Konkreten – und vor allem: nach dem Verborgenen und Verdrängten, nach widersprüchlichen und ambivalenten Erinnerungen. Es findet Einträge in die Biografie und das Bewusstsein der Stadt und ihrer Menschen: GRAVUREN der Diktatur und des Krieges.
Seit dem Jahr 2001 wurden an 71 Orten der Stadt Edelstahlhülsen mit etwa 6 cm Durchmesser in den Boden eingelassen. Diese »Mahndepots« markieren Orte des Erinnerns. Nach dem Einlassen bleiben allein die Verschlusskappen sichtbar, auf denen die Bezeichnung ORT und die zugehörige Nummer eingraviert sind. In den Hülsen der Mahndepots eingeschlossen befinden sich jeweils ein Text der geschichtlichen Erzählung, die mit dem Ort verbunden ist, und eine aktuelle Fotografie.
Die Ortsmarkierungen werden fortgeführt: Auswahl, Beschreibung und Markierung erfolgen gemeinsam mit interessierten Communities. Das sich mittlerweile über das gesamte Stadtgebiet erstreckende Netzwerk der markierten ORTE ist Ausgangspunkt für nachbarschaftliche Erinnerungsarbeit, Bildungsprojekte und touristische Angebote.
Die Straßen- und Ortsbezeichnungen werden in der bis zum 8. Mai 1945 üblichen Benennung und Schreibweise angegeben. Heutige Bezeichnungen sind – falls davon abweichend – in Klammern angefügt.
MEMORARE PACEM Gesellschaft für Friedenskultur e.V.