Wappen der Sulzbacher Grafen
Wegen der verkehrsgünstigen Lage am Zugang nach Böhmen war Sulzbach schon zu keltischer Zeit besiedelt und erlangte in der Frankenzeit hohe politische Bedeutung. Ausgrabungen haben gezeigt, dass die Burg schon im 9. Jahrhundert als Sitz einer karolingischen Adelsfamilie entstanden ist. Im 10. Jahrhundert könnte Sulzbach ein Sitz der Nordgaugrafen aus Schweinfurt (Ernst, Berthold, Heinrich) gewesen sein.
Mit der Absetzung Heinrichs 1003 kam die Burg an die Familie der späteren Grafen von Sulzbach, die auch in Habsberg und
Kastl ansässig waren. Graf Berengar II. gehört zum höchsten Adel des Reiches. Er besitzt zahlreiche Eigengüter und ist Domvogt der Bistümer Bamberg und Regensburg. 1106 ist er am Sturz des Kaisers Heinrich IV. beteiligt und verhilft Heinrichs Sohn als Heinrich V. auf den Königsthron. Seine Töchter Gertrud und Bertha heiraten den späteren Staufer-König Konrad III. und den byzantinischen Kaiser Manuel Komnenos. Mit dem Tod von Berengars Sohn Gebhard 1188 stirbt aber die mächtige Grafenfamilie im Mannesstamm aus. Erben sind u.a. die Grafen von
Hirschberg, die bis 1305 in Sulzbach regieren. Unter ihnen wird Sulzbach 1253 zum Markt und bekommt eine eigene Pfarrei.
Kartenausschnitt bei Apian 1568
1305 übernehmen die bayerischen und pfälzischen Herzöge das Erbe der Hirschberger. Sulzbach wird Amtssitz, spielt aber sonst keine große Rolle mehr. Das ändert sich noch einmal 1582 als der Pfalz-Neuburgische Herzog Ottheinrich II. in Sulzbach seinen Sitz nimmt. 1618 wird die mittelalterliche Burg abgebrochen und das Renaissance-Schloss gebaut, 1656 wird Sulzbach sogar ein selbstständiges Herzogtum, dessen Herrscher-Linie mit Karl-Theodor 1777 den bayerischen Kurfürsten stellt. 1808 wird das Herzogtum endgültig aufgelöst und zu Bayern geschlagen. Danach Lazarett, Kaserne, Gefängnis und Druckerei. Ab 1992 wurde die Burg aufwändig saniert und dokumentiert.